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Buiatrik (Fach) / Rinderskript Haut (Lektion)
Haut
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- Wie viele Serotypen gibt es vom bovinen Papillomavirus? 6 Sie können zwei Untergruppen zugeordnet werden. Gruppe A: BVPV 1, 2 und 5 machen Fibropapillome, also Zubildungen mit m.o.w. großem Anteil von Bindegewebe. Gruppe B: BVPV 3, 4 und 6 verursachen rein epitheliale Papillome, also den menschlichen Warzen vergleichbare Gebilde.
- Pathogenese Papillomavirus Eintrittspforte der Infektion sind fast stets Verletzungen der Haut oder Schleimhaut. Die Inkubationszeit beträgt 2 bis 6 Monate. Die Dauer hängt von verschiedenen Faktoren ab, so z.B. dem Serotyp des Virus, der Infektionsdosis, der Infektionsstelle und der Immunität des befallenen Tieres. Zur Immunität: der Titer neutralisierende Antikörper korreliert zwar mit dem Schutz vor Neuinfektion, zeigt aber keinen Zusammenhang zur Dynamik bereits bestehender Papillome. Nach überstandener Papillomatose tritt lebenslange Immunität ein. Nicht alle Formen der Papillomatose zeigen Selbstheilungstendenz.
- Wie werden Papillomaviren übertragen? direkt oder indirekt.
- Klinik bovines Papillomavirus 1 gehört zur Gruppe der Fibropapillome. Zerklüftete Fibropapillome an den Zitzen sowie am Penis bei Rindern bis zum Alter von etwa 2 Jahren. Diese Veränderungen verschwinden in der Regel von selbst.
- Klinik bovines Papillomavirus 2 gehört zur Gruppe der Fibropapillome. Fibropapillome an Kopf, Hals, Triel, Rücken, Bauch und in der Anogenitalregion. Auch hiervon sind in erster Linie jüngere Rinder bis zum Alter von etwa 2 Jahren betroffen. Diese Fibropapillome können sehr groß werden. Ihr Ausmaß kann zur Entwicklungsbeeinträchtigung (30 bis 40 kg "Warzen"-Gewebe) und zur mechanischen Behinderung des Patienten führen. Der oberflächliche Gewebszerfall bedingt üblen, käseartigen Fäulnisgeruch.
- Klinik bovines Papillomavirus 5 Gehört zu der Gruppe der Fibropapillome. Filiforme, reiskornähnliche Fibropapillome an den Zitzen. Die Häufigkeit dieser meist weißlichen Warzen nimmt mit steigendem Alter zu.
- klinik bovines papillomavirus 3 gruppe der Papillome. Sogenannte atypische Papillome bei Rindern aller Altersstufen. Sie sind flach, rundlich, nicht gestielt und haben feine Fortsätze. Sie können überall am Körper vorkommen, auch an den Zitzen, und zeigen keine Selbstheilungstendenz.
- klinik bovine papillomaviren 4 gruppe der Papillome. Flache Papillome im Bereich von Maulschleimhaut, vor allem aber Ösophagus und Vormägen. Es besteht eine gewisse Tendenz zur malignen Entartung, möglicherweise nach Einwirkung eines Toxins mit immunsupprimierender Wirkung aus Adlerfarn.
- klinik bovines papillomavirus 6 gruppe der Papillome. zerklüftete papillome am euter.
- Therapie Papillome Cave: selbstheilungstendenz, keine Kreuzimmunität Bei starkem Papillombefall - gleichgültig welcher Form - kommt als Behandlung nur die weitgehende bis vollständige Exstirpation (Abdrehen, Abreißen, Abquetschen, Herausdrücken, Abschneiden) der Papillome am zuvor allgemein sedierten Patienten (Xylazin 2 %ig, 0,5 - 1,0 ml/ 100 kg Körpermasse) in Frage. Dabei und danach wird der betreffende Hautbereich mit Seifenwasser oder 1 %iger Natronlauge abgespült. Das aus den Papillomen beim Ablösen freiwerdende Virus wird nämlich im alkalischen Milieu abgetötet. Die Blutstillung erfolgt durch Thermokauter, Unterbinden oder durch Ansetzen der Burdizzo-Zange auf dem Stiel der Papillome.
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- Prophylaxe Papillome Schutzimpfungen mit stallspezifischer, abgetöteter (formalin-, phenol- oder glyzerinversetzter) Vakzine sollen vor allem als Vorbeuge für gefährdete, unter 2 Jahre alte Rinder gegen BVPV1- und BVPV3-Infektionen brauchbar sein. Die therapeutische Wirkung der Vakzinierung wird nicht einheitlich beurteilt. Nach Berichten aus der Praxis ist sie an die dreimalige Impfung im Abstand von 3 Wochen gebunden.
- welche Strahlen verursachen die Photodermatitis? UVA-Strahlen, in normaler Strahlendosis, wobei normaler Sonnenbrand in erhöhter Strahlendosis durch UVB-Strahlen auftritt.
- Was ist der unterschied zwischen Phtotoxizität und Photoallergie? Phototoxizität bezeichnet ein akutes Phänomen, das prinzipiell bei allen (menschlichen oder sonst schwach behaarten oder unpigmentierten) Individuen hervorgerufen werden kann, wenn eine phototoxische Substanz im Körper vorhanden ist und Exposition gegenüber (sichtbarem oder) UV-Licht stattfindet. Photoirritation ist eine Sonderform der Phototoxizität, bei welcher die phototoxische Substanz lokal angewandt wurde. Photoallergie ist eine erworbene immunologische Reaktionslage. Die Hautreaktion tritt bei der ersten Behandlung mit der Substanz und Licht nicht auf, sondern erst nach ein bis zwei Wochen. Es kommt zur Bildung eines Konjugates von photosensibilisierender Substanz und Eiweißkörpern in der Haut. In allen Fällen von Photosensibilisierung kommt es zu ausgeprägten entzündlichen Veränderungen der Haut.
- Welche vier gründe für eine Photosensibilität gibt es ? primäre photosensibilität (Typ 1): Eine präformierte photodynamische Substanz erreicht die Haut nach oraler Aufnahme, Injektion oder Kontakt in ausreichender Konzentration.Die Aufnahme der photodynamischen Substanz erfolgt meist aus Pflanzen. In Deutschland sind vor allem von Bedeutung: Johanniskraut mit den aktiven Substanzen Hypericin und Pseudohypericin, Buchweizen mit der aktiven Substanz Fagopyrin und angeblich auch Deutsches Weidelgras mit der aktiven Substanz Perlolin. Zur Auslösung ist die Exposition gegenüber intensiver Sonnenbestrahlung nötig. Aufnahme einer einzigen ausreichend hohen Dosis kann ihre Wirkung bis vier Tage entfalten. Photosensibilität auf der Basis abnormer Pigmentsynthese (Porphyrie) (Typ II) Es handelt sich um eine sehr seltene, autosomal rezessiv vererbte Störung der Häm-Synthese. Dabei kommt es zu hämolytischer Anämie, Anhäufung von Uroporphyrin I und Coproporphyrin I in Blut und Gewebe, rotbrauner Verfärbung von Zähnen und Knochen und orangeroter Fluoreszenz von Zähnen und Urin unter der Woodschen Lampe. Betroffene Tiere bleiben in der Entwicklung zurück. Hepatogene Photosensibilität (Typ III) Aufgrund von Störungen der Leberfunktion wird Phytoporphyrin (frühere Namen: Phylloerythrin und Erythrophyllin), ein Abbauprodukt von Chlorophyll mit photodynamischer Wirkung, vermindert ausgeschieden und reichert sich deshalb im Blut an. Hepatogene Photosensibilität kommt bei Wiederkäuern weltweit am häufigsten vor und hat vor allem bei Schafen auch ökonomische Bedeutung. Es gibt - vor allem in den Subtropen und Tropen - eine Vielzahl von Pflanzen, die hepatotoxische Substanzen enthalten. Bei uns sind allenfalls von Bedeutung: Kohl und Raps, Senecio spp. (Kreuzkraut), in feuchten Klimaten auch Beinbrech (Narthecium ossifragum). Daneben gibt es Mykotoxine, z.B. Sporidesmin aus Pithomyces chartarum, T2-Toxin aus Fusarien und Aflatoxin aus Aspergillen. Starker Leberegelbefall (in seltenen Fällen auch durch den kleinen Leberegel) kann zu Behinderung oder völliger Blockierung des Galleabflusses führen.
- klinik Photodermatitis Die klinischen Erscheinungen sind bei allen Formen gleich. Sie sind weitgehend auf unpigmentierte Hautbezirke beschränkt und bestehen in Rötung, Schwellung, Schmerz, Juckreiz , Exsudation und nachfolgende Kristenbildung, Nekrose, Abstoßung. In schweren Fällen können Ohrmuscheln, Schwanz oder Füße abfallen. Als weitere Symptome werden (nach Aufnahme von H. perforatum) beschrieben: Inappetenz, Durchfall, Unruhe, Juckreiz, Depression, Nachhandschwäche, Festliegen, Tachykardie, Polypnoe, Dyspnoe, Hyperthermie, Speicheln, Kopfschütteln, Photophobie, subkutanes Ödem im Kopfbereich. Werden hohe Dosen aufgenommen, entwickeln sich die Erscheinungen früher. Die betroffenen Tiere leiden erheblich.
- Diagnostik Photodermatitis Die Diagnose stützt sich auf die klinischen Erscheinungen (hier Art und Verteilungsmuster), und auf die Epidemiologie (zeitlicher Zusammenhang mit Weidegang oder Behandlung, Anteil der betroffenen Tiere). Phytoporphyrin-Blutspiegel über 100 µg/L (= 0,187 mol/L) sollen für hepatogene Ph. beweisend sein. Diese Untersuchung wird jedoch nicht routinemäßig durchgeführt. Als Ersatz kommen die üblichen Laborbestimmungen (Bilirubinkonzentration sowie Aktivität der Enzyme AST, GlDH, GGT in Serum oder Plasma) in Frage.
- Therapie Photodermatitis Betroffene Tiere sind sofort aufzustallen. Es ist nur symptomatische Behandlung möglich: systemisch Antiphlogistika, lokal (nach oberflächlicher Hautnekrose) abdeckende Salben.
- Pathogenese Euter-Schenkel-Dermatitis In dem "intertriginösen Raum" (m.o.w. enge Berührung von Hautflächen) zwischen Euter und Schenkelinnenflächen kommt es durch den Seitwärtsdruck des ödematosen Euters zu Verminderung der Schweißabdunstung dadurch zur Störung des Säuremantels (pH steigt), Sekretstau, Hautmazeration und schließlich zu bakterieller Infektion, zumal die lokale Abwehr durch den dort herrschenden Druck herabgesetzt sein dürfte. Bei bakteriologischen Untersuchungen wurden Fusobacterium spp. nachgewiesen, wobei aber anscheinend keine Kontrollgruppe untersucht wurde. vor allem Erstkalbinnen um die Kalbung herum.
- Pathogenese Euter-Schenkel-Dermatitis In dem "intertriginösen Raum" (m.o.w. enge Berührung von Hautflächen) zwischen Euter und Schenkelinnenflächen kommt es durch den Seitwärtsdruck des ödematosen Euters zu Verminderung der Schweißabdunstung dadurch zur Störung des Säuremantels (pH steigt), Sekretstau, Hautmazeration und schließlich zu bakterieller Infektion, zumal die lokale Abwehr durch den dort herrschenden Druck herabgesetzt sein dürfte. Bei bakteriologischen Untersuchungen wurden Fusobacterium spp. nachgewiesen, wobei aber anscheinend keine Kontrollgruppe untersucht wurde.
- Euter-Schenkel-Dermatitis, wer ist betroffen? Erstkalbinnen um den Partus. Bei ihnen ist das Risiko mit etwa 1 % über 20mal so hoch wie bei älteren Kühen. Flache Euter und ausgeprägtes Euterödem (mit entsprechend starkem, nach lateral gerichtetem Druck) sind prädisponierende Faktoren, ebenso wie Mangel an Bewegung. So ist die Inzidenz in Anbindehaltung höher als in Laufställen. Die Erkrankung darf nicht mit "udder cleft dermatitis" verwechselt werden, die vor allem bei älteren, hochleistenden Kühen in allen Laktationsstadien vorkommen kann und entweder unmittelbar vor dem Euter oder zwischen den Vordervierteln lokalisiert ist. Die Ursache ist nicht bekannt.
- Euter-Schenkel-Dermatitis Klinik Anfangsstadium: vermehrte Schweißbildung, umschriebene Rötung der Haut, vermehrte Wärme, keine Schwellung 2. Stadium: (nach 2 - 3 Tagen) Haut verdickt sich und wird derb, oberflächlich schmierig und blaß 3. Stadium: (nach 3 - 6 Tagen) unangenehmer Geruch; rötlicher erhabener Saum am Rande eines scharf umschriebenen Bezirkes (beginnende Demarkation) 4. Stadium: Abstoßung der abgestorbenen Haut, bis zu mehrere cm tiefe Löcher mit nekrotischen Hautteilen 5. Stadium (Heilungsphase): Granulation und Reepithelisierung Grad I: oberflächliche, bis taschenuhrgroße Veränderungen Grad II: bis etwa handtellergroße Epidermisnekrosen Grad III: großflächige Nekrosen mit Beteiligung der Subkutis und evtl. der Muskulatur Das Allgemeinbefinden ist so gut wie nie gestört. In seltenen Fällen kann es jedoch zu Phlegmonen kommen.
- Therapie Euter-Schenkel-Therapie Wird meist nur bei Veränderungen des II. und III. Grades verlangt. Schonende Entfernung von nekrotischem Gewebe, tägliche schonende Waschung mit milden Desinfektionsmitteln oder mit Kamillentee.
- durch was wird motellago verursacht? Die Ätiologie der Dermatitis digitalis (DD) ist noch nicht hinreichend geklärt. Berichte über den Ausbruch der DD nach Einstallung betriebsfremder Tiere und die Beeinflussbarkeit des klinischen Bildes durch verschiedene Antibiotika deuten daraufhin, dass Bakterien eine wichtige Rolle in der Pathogenese spielen. Die Krankheit lässt sich jedoch nicht ohne weiteres künstlich übertragen. Vermutlich bedarf es für das Entstehen der Krankheit des Zusammenwirkens verschiedener Risikofaktoren (z.B.: Feuchtigkeit, Mängel in der Stallhygiene, ungünstige Beschaffenheit des Stallbodens, hohe Milchleistung).
- klinik motellago Zu Beginn der Erkrankung werden epidermale Läsionen von nur wenigen Millimetern Durchmesser gesehen, die sich im weiteren Verlauf zu ulzerativen Hautveränderungen weiterentwickeln können. Der betroffene Hautbezirk wird leicht übersehen und ist oftmals erst nach Reinigung deutlich erkennbar, da er durch graugelblichen Detritus überdeckt ist. Dem Belag haftet ein eigentümlich faulig-süßlicher Geruch an, der aber nicht von allen Untersuchern eindeutig erkannt werden kann. Am häufigsten wird die DD als eine umschriebene, kreisrunde oder längsovale ulzerative Hautentzündung beschrieben, die überwiegend im Bereich der Fesselbeuge, am Übergang der Haut zum Ballenhorn auftritt. Granulationsgewebe verleiht der Läsion einen roten, erdbeerartigen Aspekt. Die DD wird am häufigsten an den Hintergliedmaßen beobachtet, sie tritt nur selten an den Vordergliedmaßen auf. Diese Beobachtung könnte ein Hinweis darauf sein, dass sowohl Feuchtigkeit als auch Kot und Urin Risikofaktoren für das Entstehen der DD darstellen. Gelegentlich sind auch im dorsalen Kronsaumbereich und im Zwischenklauenspalt DD-typische Läsionen sichtbar. Die Ausdehnung der Hautveränderung kann Durchmesser bis zu 10 cm erreichen. Der Rand wird meist von einem weißlichen 1-2 mm breiten und mit dem Untergrund fest verbundenen Epithelsaum umgeben. Veränderungen verschiedensten Ausmaßes der DD können mit Lahmheit einhergehen. Bei milderen Formen sind die betroffenen Hautbezirke nur druckempfindlich und provozieren beim Tier keine sichtbaren Schmerzäußerungen, werden aber mit gelegentlichem Heben der betroffenen Gliedmaße in Beziehung gebracht. An einem betroffenen Tier kann die Krankheit wellenförmigen Verlauf nehmen, also wiederholt "aufblühen". Möglicherweise bestehen Zusammenhänge zwischen DD und der Dermatitis interdigitalis (=Fäule).
- Motellago Therapie, Bekämpfung Voraussetzung für jedes Therapiekonzept sollte eine funktionelle Klauenpflege der gesamten Herde sein, damit auch die DD-bedingten Hornveränderungen korrigiert werden. Das weitere Vorgehen richtet sich nach Herdengröße und Prävalenz. Bei kleineren Herden und geringen Prävalenzen werden individuelle Behandlungen vorgezogen. Das Mittel der Wahl besteht in kurzem Besprühen der Läsionen mit Chlortetrazyklinspray (zur Konzentrationssteigerung: zweimalig im Abstand von 30 Sekunden). Es stehen Sprays ohne Wartezeit für die Milchabgabe zur Verfügung. Vor dem Aufbringen des Sprays muss der Untergrund sorgfältig gesäubert (Wasserstrahl, Wasserfußbad) und von Blut und Feuchtigkeit getrocknet (Einmalpapiertücher) werden, damit das Spray haften kann. Schmerzen und Lahmheit verschwinden meistens in den folgenden 3 Tagen nach Sprayanwendung. Auch die parenterale Anwendung von Antibiotika (z. B. Cefquinom über 5 d) führt zum Abklingen der Läsionen. Läsionen im Zwischenklauenspalt sprechen weniger gut auf die Behandlung an als solche im Ballenbereich oder um die Afterklauen.