75

Buiatrik (Fach) / Rinderskript Haut (Lektion)

Haut

Diese Lektion wurde von Greta erstellt.

Lektion lernen

Diese Lektion ist leider nicht zum lernen freigegeben.

Anzeige
  • Durch welche zwei Pilzarten wird die Trichophytie beim Rind meistens verursacht? richophyton verrucosum, seltener Tr. mentagrophytes
  • Welche wirtschaftliche Bedeutung hat Trichophytie? die Häute betroffener Tiere sind für die Lederindustrie von geringerem Wert . Die Schäden zeigen sich allerdings erst beim Gerben. Außerdem hat die Krankheit eine zooanthroponotische Bedeutung.
  • Welche Tiere sind vor allem von Trichophytie befallen? Übertragung? Junge Tiere,  da Säuremantel der Haut noch nicht vollständig ausgebildet. Schafe und Ziegen seltener.   Übertragung direkt (auch über stumme Träger) oder indirekt zb. über Bürsten
  • Pathogenese Trichophytie Der in den verhornten Hautschichten lebende, also keratophile Pilz befällt die Haarfollikel und wächst später in den betreffenden Haarschaft oder in seinen Bulbus (Haarzwiebel) ein, was zum Haarausfall führt. Zu den Virulenzfaktoren der Erreger primärer Mykosen gehören u.a. Keratinasen. Die Pilze verursachen meist nur leichte Entzündungserscheinungen; dabei führen Toxine und Allergene zu Exsudation, Krustenbildung und Haarausfall. Die Veränderungen dehnen sich zentrifugal aus, was möglicherweise damit zu tun hat, dass die Pilze aerob sind, also immer sozusagen vor der Reaktion der Haut her wachsen müssen.
  • Prädispositionen & Lokalisationen Trichophytie Prädisponierend wirken feuchtwarmes Stallklima, dicht gedrängte Aufstallung, Mangel an Vitamin A, anderweitige Resistenzminderungen, insbesondere solche der Haut. So kommen am gleichen Tier mitunter Papillomatose oder Räude zusammen mit Trichophytie vor. Vorzugslokalisationen sind bei Jungrindern Kopf und Hals, doch kann auch der übrige Körper betroffen sein. Bei erwachsenen Rindern befällt Trichophytie weniger den Kopf, dafür mehr den Körper. Mechanisch irritierte Stellen werden eher befallen. Verschleppung und "Einimpfung" der Sporen durch Läuse ist wahrscheinlich.
  • Inkubationszeit Trichophytie Inkubation: Eine bis vier Wochen; maximale Ausbildung 4 Wochen; Spontanheilung nach 1 bis 3 Monaten mit nachfolgender mehr oder weniger stabiler Immunität.
  • Klinische Erscheinung Trichophytose Charakteristisch sind die rundlich-ovalen, scharf abgesetzten, von schuppig-krustigen, hellgrauen Belägen bedeckten haarlosen Bezirke, die in schweren frischen Fällen ausnahmsweise nässen, oder sogar bluten können, aber in der Regel nicht nennenswert jucken. Tiefgreifende und (auch im Sommer) lang anhaltende Veränderungen sollen durch Tr. verrucosum variatio ochraceum verursacht werden.  Beim Menschen ist die Krankheit mit erheblichem Juckreiz verbunden und neigt zur Pustelbildung
  • Diagnostik Trichophytie klinik, bei Unsicherheit Hautgeschabsel mit KOH erwärmen und unter Mikroskop angucken. Bei kultureller Untersuchung nicht luftdicht verpacken da überwucherung mit Pilzen und Bakterien.
  • Differentialdiagnosen Trichophytie Dermatophilose, Ektoparasitosen, Parakeratose, allergische Ekzeme.
  • Therapie Trichophytie Vor allem zur Verhinderung der Ausbreitung auf nachwachsende Tiere oder der Übertragung auf den Menschen (Plastikhandschuhe!) wichtig. Lokale Anwendung von Imidazolen und Polyenantibiotika.  Enilconazol (Imidazol) --> Imaverol 0,2 % lokal, 4x im Abstand von 3-4 d  Natamycin (Plyenantibiotika) --> Mycophyt 0,1 % lokal, ggf. Wdh nach 14 d  Die Impfung erkrankter Tiere soll den Krankheitsverlauf verkürzen. Zur Stall- und Gerätedesinfektion eignen sich Chlorkalk (1 %ig), Natriumhypochlorit (5 %ig), alkalische Formalinlösung (Formalin 2 %ig mit 1 % NaOH-Zusatz) in Mengen von 1 L/qm. Holzteile sollten mit Holzschutzmitteln behandelt werden. Die Vorschriften über den Umgang mit diesen Substanzen sind zu beachten.
  • Anzeige
  • Prophylaxe Trichophytie Es befinden sich mehrere Vakzinen im Handel (Lebend-Vakzinen auf der Basis des russ. Stammes LTF 130 und inaktivierte Vakzinen). Nach norwegischen Untersuchungen hat die flächendeckende Impfung durchschlagende Wirkung auf die Prävalenz. So sank die Befallsquote der Bestände in einem Gebiet nach sechs Jahren allgemeiner Impfung von 70 auf 0 % und blieb so über fünf Jahre. Es gibt jedoch auch Berichte aus der Praxis, wonach die prophylaktische Wirkung von Vakzinen nicht befriedigend war. Als Ursache soll vor allem Unvollständigkeit der Impfung in Frage kommen. Die Impfung muss über mehrere Jahre konsequent bei allen Rindern eines Bestandes durchgeführt werden, danach bei den neugeborenen und zugekauften. Impfung therapeutisch oder prophylaktisch.  Prophylaktisch: 2 mal im Abstand von 2 Wochen, Therapeutisch doppelte Dosis und evtl. Drittimpfung. 
  • Was ist eine Pedikulose? Ein Befall mit Läusen. 
  • Weche Ausarten kommen beim Rind vor ? Am häufigsten Haematopinus eurysternus, außerdem Linognathus vituli sowie Solenopotes capillatus. Der Kopf der Läuse ist schmaler als der Thorax; sie tragen einen Stechrüssel.
  • Epidemiologie Lausbefall Zu starkem Läusebefall kommt es vor allem bei Laufstallhaltung und bei feuchtwarmem Stallklima, aber auch bei extensiver Großherdenhaltung im Freien (USA) während des Winters. Begünstigend wirken Endoparasitosen, Fütterungsmängel, lange Behaarung etc.. Unter günstigen Bedingungen können sich Läuse sehr rasch vermehren. Nach frischer Invasion erreicht der Befall des Einzeltiers nach etwa 8 Wochen seinen Höhepunkt. Getrennt vom Wirtstier verenden sie innerhalb einer Woche. Es ist schwer zu entscheiden, ob schwerer Befall zu Entwicklungsstörungen führt oder umgekehrt. Meist gibt es in einer Gruppe von befallenen Jungtieren einzelne besonders stark betroffene Individuen, welche den Eindruck von Kümmerern machen. Läuse können auch andere Krankheitserreger beherbergen und übertragen, z.B. Anaplasma spp. und Rickettsia spp.
  • Klinik Lausbefall Die juckreizbedingte Belästigung der betroffenen Rinder kann zu nennenswertem Leistungsrückgang (Fleisch/Milch) führen: Unruhe, Scheuern/Kratzen (Scheuerhämatome, Mastdarmvorfall, Akne!), unregelmäßig begrenzte Stellen mit Haarausfall. Prädilektionsstelle ist die Gegend des Widerristes, bei starken Befall auch der Kopf. Bei Kälbern kann es aufgrund des ständigen Beleckens zur vermehrten Bildung von Bezoaren kommen. Massenbefall kann bei Kälbern durch den entsprechenden Blutverlust zu tödlicher Anämie führen.
  • Diagnostik Lausbefall Es ist empfehlenswert, eine Gruppe von Rindern einige Zeit in ungestörtem Zustand zu beobachten, weil dann die Reaktionen auf die Belästigung durch die Ektoparasiten leichter zu erkennen sind. Zu finden sind die Läuse und deren Eier (Nissen) vor allem im teilweise abgescheuerten Haarkleid von Nacken, Rücken und Schwanzwurzel. Die Parasiten sind ohne Hilfsmittel zu erkennen.
  • Therapie Lausbefall Alle Tiere einer betroffenen Gruppe sind zu behandeln. Systemisch: Makrozyklische Polyene oder Laktone: - Avermectine: Abamectin (kein MRL für Milch), Doramectin (nicht anwenden bei Tieren, von denen Milch für den menschlichen Verzehr gewonnen wird), Ivermectin (kein MRL für Milch), Dosierung 0,2 mg/kg s.c. - Milbemycine: Moxidectin (kein MRL für Milch), Dosierung 0,2 mg/kg Lokal: - Avermectine: z.B. Eprinomectin (EPRINEX-Merial; Wartezeit: eßbare Gewebe 30 T, Milch 0 Tage) - Milbemycine: Moxidectin (CYDECTIN 0,5% POUR-ON-Fort Dodge; Wartezeit: eßbare Gewebe 14 T, kein MRL für Milch) Die Wirkungsdauer der makrozyklischen Polyene kann 4 bis 10 (und mehr) Wochen betragen. - Pyrethroide, z. B. Flumethrin, Cyfluthrin, Dosierung jeweils 2 mg/kg, Wirkungsdauer 4 Wochen. Wartezeit für Pyrethroide: 0 Tage für eßbare Gewebe und Milch.Eradikation (vollst. Keimeleiminierung) soll durch Behandlung an Tag 1 und Tag 21 mit Pyrethroiden möglich sein. Der Stall sollte mit einem Pyrethroid-Präparat ausgespritzt werden.
  • Was ist eine Trichodektose? Haarlingsbefall.
  • Unterschiede zwischen Läusen und Haarlingen Haarlinge haben einen breiteren Kopf als Thorax, Läuse haben einen kleineren und einen Stechrüssel. Läuse ernähren sich von Blut, Haarlinge von abgestorbenen Hautschuppen, Hautdrüsensekret und Haaren. Läuse können rickettsien und Anaplasmen übertragen. 
  • Haarlinge - Eigenschaften als Parasit - Haarlingsarten bei rund schaf und ziege Haarlinge sind Insekten der Unterordnung Mallophaga ("Wollefresser"),obligate Parasiten und ernähren sich von Epidermisschuppen, Hautdrüsensekret und Haaren. Kennzeichnend ist der breite Kopf, der den Thorax überragt. Die Entwicklung von Eiablage zu Eiablage dauert etwa 3 bis 5 Wochen. Haarlinge sind weitgehend wirtspezifisch (Ausnahme siehe unten). Bei wolletragenden kleinen Wiederkäuern halten sich die Haarlinge meist in der Nähe der Haut auf, weil dort ihre Optimaltemperatur herrscht. In warmen Klimaten oder Jahreszeiten können sie auch bis in die Nähe der Haarspitzen wandern und dann leichter von Tier zu Tier übertragen werden. Krabbeln der Haarlinge verursacht Juckreiz, und durch Kratzen oder Scheuern können Haarausfall und Hautschäden entstehen.  Rind: Bovicola (Damalinia) bovis. Schaf: Bovicola ovis (kann auch auf Ziegen übergehen)Ziege: B. crassipes, B. limbatus, B. caprae
  • Epidemiologie Haarlinge Klinisch nennenswerter, d.h. stärkerer bis massenhafter Befall mit diesem Schmarotzer hängt von den Klima- und Haltungsbedingungen ab und ist vor allem auf anderweitig geschwächten Tieren zu beobachten. Daher ist er als Indikator für Mängel in der Haltung und/oder Versorgung anzusehen.
  • Klinik Haarlingsbefall In den befallenen Bereichen sind die Haare an ihrer Basis pappig-verklebt, fallen bei leichtem Zug büschelweise aus und gehen auch infolge des juckreizbedingten Scheuerns in unregelmäßig begrenzten, wie "Mottenfraß" aussehenden Bezirken verloren. Mitunter wird das juckreizbedingte Verhalten als Kolik fehlgedeutet ("Scheinkolik").
  • Therapie Haarlingsbefall Alle Tiere einer betroffenen Gruppe sind zu behandeln. Systemisch: Makrozyklische Polyene oder Laktone: - Avermectine: Abamectin (kein MRL für Milch), Doramectin (nicht anwenden bei Tieren, von denen Milch für den menschlichen Verzehr gewonnen wird), Ivermectin (kein MRL für Milch), Dosierung 0,2 mg/kg s.c. - Milbemycine: Moxidectin (kein MRL für Milch), Dosierung 0,2 mg/kg Lokal: - Avermectine: z.B. Eprinomectin (EPRINEX-Merial; Wartezeit: eßbare Gewebe 30 T, Milch 0 Tage) - Milbemycine: Moxidectin (CYDECTIN 0,5% POUR-ON-Fort Dodge; Wartezeit: eßbare Gewebe 14 T, kein MRL für Milch) Die Wirkungsdauer der makrozyklischen Polyene kann 4 bis 10 (und mehr) Wochen betragen. - Pyrethroide, z. B. Flumethrin, Cyfluthrin, Dosierung jeweils 2 mg/kg, Wirkungsdauer 4 Wochen. Wartezeit für Pyrethroide: 0 Tage für eßbare Gewebe und Milch.Eradikation soll durch Behandlung an Tag 1 und Tag 21 mit Pyrethroiden möglich sein. Der Stall sollte mit einem Pyrethroid-Präparat ausgespritzt werden. Avermectine sind nach systemischer Anwendung jedoch nicht ausreichend wirksam. Für Schafe sind Aufgusspräparate mit synthetischen Pyrethroiden zugelassen. Für Ziegen muss eine Umwidmung vorgenommen werden. Die Behandlung stark bewollter Tiere ist oft nicht ausreichend wirksam; ggf. muss die Behandlung nach der Schur wiederholt werden.
  • Welche Erreger bei der Räude und welche Eigenschaften? Räude wird durch Milben, also Spinnentiere hervorgerufen.Erreger sind obligate Parasiten, sind also während ihres gesamten Lebens auf ein Wirtstier angewiesen. Einzelne Milben sind 0,2 bis 0,6 mm groß; für das bloße (oder ggf. bebrillte) Auge in der Bewegung gerade eben sichtbar. Die für das Rind bedeutenden Erreger (Chorioptes bovis [Nagemilben], Psoroptes ovis [Saugmilben], Sarcoptes bovis [Grabmilben], Demodex bovis [Haarbalgmilben]) je nach Art können sie 2-12 Wochen außerhalb vom Wirtstier überleben.
  • Durch was entstehen Wirtschaft. Schäden bei Räude? Häuteschäden, Leistungsrückgang und vereinzelt Todesfälle.
  • Klinik Räude Außer bei Demodikose kommt es zu deutlichen Hautveränderungen: die Haut wird rauh, derb und dick (Hyper- und Parakeratose), Haarausfall, Exsudation, Krusten und Borkenbildung und vor allem Juckreiz treten auf. Der Juckreiz, oder vielmehr die Reaktionen darauf, können wiederum zu Komplikationen führen (Verletzungen, Hämatome). prädisponierte Stellen sind zwar häufig aber nicht beweisend --> also Erregernachweis mit Haustgeschabsel.
  • Diagnostik Räude mit tiefem hautgeschabsel vom Rande der Veränderung, in 10 %ige KOH-Lösung verbracht, kurz aufgekocht und zentrifugiert. Das Sediment wird unter dem Mikroskop betrachtet.
  • Welche Räude kommt am häufigsten vor? und wie wird sie noch genannt? Chorioptes-Räude, Steiß- Schwanz- Oder Fußräude.
  • Chorioptesräude Am häufigsten kommt die Chorioptes-Räude (Ch. bovis) vor. Aufgrund ihrer üblichen Lokalisationen wird sie auch Steiß-, Schwanz- oder Fußräude genannt. Daneben kommt sie auch am Euterspiegel vor. Die Veränderungen erreichen im Winter ihre größte Ausdehnung und gehen im Sommer, insbesondere bei Weidegang, stark zurück. Die Milben leben auf der Haut und ernähren sich von Hautabschilferungen ("Nagemilben"). Die Behandlung dieser Räudeform wird relativ selten verlangt, weil die für den Besitzer erkennbare Beeinträchtigung der Tiere gering ist. Wenn eine Behandlung vorgesehen ist, sollte ab einer Befallsextension (Prävalenz) über 12 % die ganze Herde behandelt werden. Getrennt vom Wirt bis 10 Wochen überlebensfähig.
  • Wodurch wird die Steißräude verursacht? Chorioptes bovis.
  • Anzeige
  • Wodurch wird die Körperräude verursacht? Durch Psoroptes ovis. 
  • Psoroptesräude Die Psoroptes-Räude (P. ovis) wird auch Körperräude genannt. Die Milben leben auf der Haut, stechen sie an und saugen ("Saugmilben"). Es kommt zur allergischen Dermatitis. Psoroptes-Räude zeigt manchmal starke Tendenz zur Generalisierung. Dann kann es zu Todesfällen kommen. Getrennt vom Wirt lange (7 - 12 Wochen) überlebensfähig. Die Befallsextensität scheint in den letzten Jahren erheblich zurückgegangen zu sein, was möglicherweise auf den weit verbreiteten Einsatz von Avermectin-Präparaten in den Bullenmastbetrieben zurückzuführen ist.
  • Wodurch wird die Kopfräude verursacht? durch Sacoptes bovis.  --> Kopfräude.
  • Sarkoptes-Räude Die Sarkoptes-Räude (S. bovis = S. scabiei ?) heißt auch Kopfräude. Die Milben graben Gänge in die Haut ("Grabmilben"), zur Paarung kommen sie regelmäßig auf die Haut. Beim Krankheitsgeschehen spielt auch hier eine Hypersensibilitätsreaktion eine gewisse Rolle. Inwieweit die Milben wirtsspezifisch sind, oder auch - zumindest vorübergehend - auf andere Wirtsspezies übergehen können, wird in der Literatur nicht einheitlich dargestellt. Manche Autoren gehen davon aus, daß Sarkoptes-Milben vom Rind auch den Menschen befallen können, oder daß es sich vielmehr um eine Species (S. scabiei) handelt, die jedoch eine gewisse Wirtspezifität entwickelt hat und in "fremden" Wirten jeweils "atypische" und selbstlimitierende Dermatitiden hervorruft. Füchse können an besonders starkem Befall sterben. Getrennt vom Wirt sind die Milben nicht über 3 Wochen lebensfähig.
  • kleine Knötchen an Hals und Thorax? Demodexmilben.
  • Demodexmilben Demodex-Milben (D. bovis) werden von manchen als normale Bewohner der Rinderhaut angesehen (Befallsextensität in D angeblich bis über 50 %). Sie leben in den Haarbälgen und führen meist zu keinen oder nur geringfügigen Reaktionen (kleine Knötchen im Bereich von Hals und Thorax), die aber den Wert der Haut für die Lederindustrie erheblich mindern. Zur Übertragung ist recht intensiver Kontakt nötig. Es wird angenommen, dass es am ehesten während des Saugaktes dazu kommt, die Milben also von der Mutter auf das Kalb weitergegeben werden. Über die Biologie dieser Parasiten ist noch recht wenig bekannt. Wie beim Hund kann es in Einzelfällen auch beim Rind zu generalisierten Formen kommen, die ebenfalls prognostisch ungünstig zu beurteilen sind. Auch beim Menschen kommen zwei Demodex-Spezies vor, vor allem in den Haarbälgen der Wimpern.
  • Therapie Räudeformen Ivermectin (und andere Avermectine) ist in einer Dosierung von 0,2 mg pro kg gegen Psoroptes- und Sarkoptes-Räude wirksam. Allerdings wird neuerdings berichtet, dass es Unterschiede in der Wirksamkeit verschiedener Ivermectin-Präparate gegen Psoroptes-Räude gibt. Ivermectin darf nicht bei laktierenden Kühen eingesetzt werden. Außerdem ist zu beachten, dass die Milben auf den so behandelten Tieren noch mindestens 14 Tage invasionstüchtig bleiben. 20 Tage nach einer Injektion werden keine Milben und keine Eier mehr gefunden. Gegen Sarkoptes- und Chorioptes-Räude bei laktierenden Kühen kann Eprinomectin (EPRINEX-Merial) in einer "Pour-On"-Formulierung ohne Wartezeit für Milch (30 Tage WZ für essbares Gewebe) eingesetzt werden. In Untersuchungen erwiesen sich behandelte Rinder über acht Wochen als milbenfrei. Anmerkung: Chorioptes überlebt in der Umgebung maximal 10 Wochen; dieses Intervall ist durch Eprinomectin nahezu überbrückbar. Somit erscheint eine Tilgung der Chorioptes-Räude möglich. Moxidectin ist ebenfalls gegen Sarcoptes-, Psoroptes und Chorioptes-Räude wirksam. Die erhältliche "Pour-On"-Formulierung ist für Kühe zugelassen. Die Wartezeit für Milch beträgt 0 Tage. Makrozyklische Laktone (Avermectine und Milbemycine) nicht auf veränderte Hautpartien aufbringen.
  • Von welchen Dasseln können Rinder befallen werden? Große Dasselfliege (Hypoderma bovis) und kleine Dasselfliege (Hypoderma lineatum)
  • Bei welchen Rindern tritt Dasselbefall auf? mittlerweile wieder häufiger bei importierten rindern. Junge rinder während der ersten oder zweiten weidesaison, im Stall nicht. Später tritt befalssbedingte immunität auf. welche aber nicht vollstädnig schützt. 
  • Wie werden die Lederschäden, bedingt durch Dasselbefall genannt? Schusslhäute
  • Klinik von Dasselbefall Bei massenhaftem Befall nicht nur Lederschäden (sogenannte "Schusshäute") sondern auch Entwicklungshemmung. Im Spätwinter oder Frühjahr treten unter der Haut am Rücken bis zu etwa walnußgroße Beulen mit einem zentralen Loch auf. Zerquetschen der Beulen kann in seltenen Fällen die sogenannte Dasselallergie vom Soforttyp auslösen. Beim Passieren des Wirbelkanals (Dezember bis Februar) tritt unter Umständen die langsam fortschreitende und zum Teil spontan abheilende "Dassellähmung" auf. Bei massenhaftem Befall mit H. lineatum (perioesophageale Stadien) dagegen Schluckbeschwerden, Wiederkaustörung, Tympanie. Wanderlarven von H. lineatum können auch Mediastinitis, Myositis, Pleuritis und Pneumonie verursachen.
  • Diagnostik Dassellähmung Unproblematisch beim Vorliegen von Dasselbeulen. Im Fall von "Dassellähmung" ist nur eine Verdachtsdiagnose möglich. Serologische Diagnostik ist im Prinzip möglich, ist aber (noch) nicht allgemein verfügbar.
  • Therapie Dasselbefall Die Behandlung sollte unmittelbar nach dem Weideabtrieb, auf jeden Fall vor Dezember (weil sich danach die Wanderlarven bis Februar im Rückenmarkskanal befinden, und bei ihrem Absterben die Gefahr der oben erwähnte "Dassellähmung" steigen soll), mit modernen "Endektoziden" vorgenommen werden. Falls im Frühjahr trotzdem Dasselbeulen auftreten, was nach korrekter Anwendung von Avermectinen allerdings nicht zu erwarten ist, ist zu diesem Zeitpunkt, also vor dem erneuten Weideaustrieb, eine weitere Behandlung vorzusehen, nicht jedoch vor Anfang April. Aus bestehenden Beulen sollen die Larven auch durch Instillation von einem ml 3%iger Wasserstoffperoxid-Lösung entfernt werden können. Dabei ist darauf zu achten, daß die Beule nicht durchstochen wird.
  • Prophylaxe Dasselbefall Prophylaktische Gabe von Avermectinen, an einem Impfstoff wird gearbeitet (hypodermin A, Protease)
  • Simuliotoxikose, was ist das ? eine Toxikose, ausgelöst durch das Speicheltoxin weiblicher kriebelmückenarten. Massenhafter Befall vor allem von jungen, dünnhäutigen, noch nicht immunisierten Tieren (Oder menschen).
  • kriebelmückenbefall, wie entsteht er ? massenhafter befall von Kriebelmückenweibchen, Sie stechen Blutgefäße an und saugen dann den entstandenen See aus. 
  • was bewirkt das Kriebelmückentoxin? Das Toxin verursacht Erythropenie, Leukopenie (bei relativer Lymphozytose) sowie ausgeprägte entzündliche Ödeme an den zuvor genannten Stellen, aber auch Lungenödem. Der Speichel enthält außerdem verschiedene blutgerinnungshemmende Substanzen. So wird der Faktor Xa (Stuart-Prower-Faktor) regelmäßig gehemmt.
  • klinische Erscheinung Kriebelmückenbefall Atemnot, Tachykardie (Gefahr des Erstickens oder des Kreislaufversagens; außerdem auch dunkler Harn als Folge der fluchtbedingten Muskelgewebsschädigung mit Myoglobinurie. Massenhaft flohstichartige, krustenbedeckte Blutpunkte oder blaurote Fleckchen (Petechien) intrakutan/-mukös; bis zu 25 Stiche pro Quadratzentimeter Haut bzw. bis zu 25.000 Stiche pro Tier (tödlich). Zerlegungsbefund: Außer den Ödemen auch multiple subkutane, submuköse und subseröse Blutungen. Kriebelmückenbefall ist bei "plötzlich" tot auf der Weide aufgefundenen Rindern differentialdiagnostisch in Betracht zu ziehen. Auch Todesfälle bei Menschen können vorkommen. 
  • Therapie Kriebelmückenbefall Sofortiges Aufstallen der ratsamerweise zum Gehöft hin zu transportierenden (statt zu treibenden) Tiere; im Stall lassen die Simulien gleich von ihren Opfern ab. Parenterale Gaben von Kalziumboroglukonat und Antihistaminika (zur Zeit jedoch keines zur Anwendung bei lebensmittelliefernden Tieren zugelassen). Blutübertragung erscheint indiziert.
  • Prophylaxe Kriebelmückenbefall Da die Simulien nur tags schwärmen und nicht in den (schattigen) Stall eindringen, ist das Weiden in der Nähe von bekanntlich kriebelmückenreichen Flussläufen (im April/Mai) bei entsprechender Witterung (sonnig-schwül, fallender Wasserspiegel) entweder auf die Zeit von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang zu beschränken oder vorübergehend ganz einzustellen. Waren die Tiere zuvor schwach befallen, so führt das schon zur Immunisierung gegen das Toxin.