IB (Fach) / AP (Lektion)

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Außenpolitik

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  • Internationale Beziehungen Wissenschaft von den internationalen Beziehungen; diese Disziplin beschäftigt sich mit zwei Gegenstandsbereichen: Internationale Politik, Außenpolitik
  • internationale Beziehungen: Produkt außenpolitischer Aktionen und Reaktionen, die über Zeit aufrecht- erhalten werden und so bestimmte Muster ausbilden, die dann als Beziehungen zu gelten haben
  • Internationale Politik: Interaktion der Staaten = Gegenstand der Wissenschaft („outcome“)
  • Außenpolitik: Aktion und Reaktion staatlicher Akteure („output“)
  • Transnationale Beziehungen: Interaktion gesellschaftlicher Akteure über staatlich-territoriale Grenzen hinweg
  • Theorien • in einem logischen Zusammenhang stehen• einer wissenschaftlichen Untersuchung alsBezugsrahmen dienen (Selektion)• eine begrifflich-systematische Ordnung derErgebnisse ermöglichen (Ordnung)• systematisch-kausale Aussagen ermöglichen(Erklärung)…und auf diesen Grundlagen Prognosenerlauben
  • unabhängige Variable erklärende Variable
  • abhängige Variable zu erklärende Variable
  • Grenzen der Beobachtung liegen in den Fähigkeiten des Betrachtenden• im Vorgang des Betrachtens• in den Prämissen der Theorie
  • Theorien sollen • … weit sein• … tief sein ⇒Max. Leistungsfähig • … in sich logisch sein ⇒Konsistenz• … überprüfbar sein   ⇒ Falsifizierbatkeit• … eine systematisch-kausale Erklärung geben
  • Was ist Hermeneutik? - In der Geschichtswissenschaft vorherrschendeWissenschaftstheorie- Im Kern: Methode der Interpretation- Es geht um das Verstehen von Akteuren und Zusammenhängen
  • Was ist Szientismus? - In den Sozialwissenschaften vorherrschendeWissenschaftstheorie- In Anlehnung an die Naturwissenschaften geht es um die Suchenach Kausalgesetzen- Betonung der Methoden der empirischen Sozialforschung
  • Analyseebenen Theorie des internationalen Systems• Theorie der bürokratischen Politik (Akteur)• Politische Psychologie (Individuum)
  • Analyseebene: Individuum • Rollen von Personen in den IB• Weltbilder; belief systems• Kontexte der individuellen Entscheidungsfindung• Interessen der Einzelnen• Gruppenhandeln
  • Analyseebene Staaten/Akteure • Aggregierung von Interessen• Verhalten von Staaten und anderen Akteuren (output)• Herrschaftssystem und Außenpolitik• Implementation außenpolitischer Entscheidungen
  • Analyseebene Internationales System • Struktur und outcome• Anarchie und Kooperation• Machtasymmetrie• Konfiguration (von Staatspräferenzen)
  • Politik nach Otto Czempiel Politik ist die „autoritativ (herrschaftlich) und überden Modus der Macht erfolgende Verteilung (undErzeugung) von Werten in den SachbereichenSicherheit, Wohlfahrt, Herrschaft, die vompolitischen System oder von gesellschaftlichenAkteuren innerhalb des gesellschaftlichenUmfeldes einer Einheit oder innerhalb derinternationalen Umwelt vorgenommen wird.“
  • Politik im Inneren • Es existieren Gesetze auf der Basis eines gemeinsam akzeptierten Selbstbildes• Es gibt Regeln für den Wettbewerb um Autorität und legitime Regelsetzung• Es bestehen Kontrollinstanzen (Justiz, öffentliche Meinung) und Sanktionsmechanismen• Es gibt politischen und sozio-ökonomischen Ausgleich (Gleichheitsgrundsatz)
  • Politik International • Staaten müssen ihre Existenz selbst sichern (Selbsthilfe)• Staaten müssen zur Sicherung ihrer Interessen eigene (auch militärische) Mittel erlangen und einsetzen• Wettbewerb und asymmetrische Macht können zu Krieg führen• Bedeutung der gegenseitigen Gegenmachtbildung• Bei bestehender Interdependenz muss man unter diesen anarchischen Bedingungen (ein gewisses Maß an) Kooperation erreichen
  • Außenpolitik Jäger Außenpolitik ist die inhaltliche Ausformung undorganisatorische Steuerung der Beziehung einerstaatlich verfassten Gesellschaft zu ihrer Umwelt.Sie basiert auf denjenigen gesellschaftlichenWerten und Interessen, die im Innern alsallgemeinverbindliche Werte und Interessen aufZeit durchgesetzt werden, wobei diese Prozesseauch durch Akteure und Entwicklungen in derinternationalen Umwelt beeinflusst sein können.
  • Bilaterale Beziehungen • Bilaterale Beziehungen bezeichnen die direkten Beziehungen zwischen zwei Staaten auf verschiedenen Sachbereichen. Die relativen Fähigkeiten der beiden Staaten kommen darin direkt zum Ausdruck (Machtasymmetrie), weshalb in einer Beziehung - starke Staaten jeweils bilateralen Austausch und- die schwächeren Staaten additiv-multilateralen Austausch anstreben • Bilaterale Beziehungen sind von direkter Reziprozität geprägt (do, ut des), die über Sachbereiche hinweg erfolgen kann.
  • Additiver Multilateralismus Koehane Additiver Multilateralismus wird von Robert Keohanedefiniert als „…the practice of coordinating national policiesin groups of three or more states.“
  • Normativer Multilateralismus Multilateralismus bezeichnet längerfristige koordinierte Beziehungen zwischen drei oder mehr Staaten auf der Basis und in Übereinstimmung mit gemeinsamen Normen, Prinzipien und Handlungspraktiken in bestimmten Sachbereichen. • Beziehungen auf der Basis des normativen Multilateralismus können zu internationalen Institutionen führen.
  • Prozesse in der Umwelt der Staaten a) Globalisierungb) Transnationalisierungc) Internationalisierung
  • Globalisierung Entwicklungen, die aus den Revolutionen der Kommunikations- und Informationstechnologie resultieren und zu einer gegen Null tendierenden Komprimierung der Faktoren Raum und Zeit für weite Bereiche menschlichen Handelns führen.
  • Transnationalisierung Stabile und regelmäßige grenzüberschreitende Interaktionmit Nicht-Regierungsakteuren.
  • Internationalisierung Prozess, in dem Staaten versuchen, ihre Handlungsfähigkeit in verändertem Umfeld zu reproduzieren und die Kosten internationaler Transaktionen zu senken, die sich aus dem partiellen Verlust der gate-keeper-Position ergeben.
  • Politische Psychologie -Analyseebene -Erklärung -Erklärenden Variablen Psychologische Erklärungsansätze der Außenpolitikanalyse sind auf der Ebene des Individuums zu verortenDie politische Psychologie beleuchtet, wie kognitive Prozesse und emotionale Bedürfnisse die Wahrnehmung der Entscheider beeinflussen„Cold Cognition“ & „Hot Emotions“ sind die erklärenden Variablen der politischen Psychologie
  • Wahrnehmung -Kapazitäten -Funktionen -Risiko Menschliche Kapazitäten zur Informationsverarbeitung sind begrenzt Nötig sind „Einsparungsstrategien“, d.h. simple Heuristiken anstelle komplizierter gedanklicher OperationenRückgriff auf Wissensstrukturen im Langzeitgedächtnis: Schemata, Bilder, SkriptsEs besteht das Risiko von Fehlwahrnehmungen, d.h. Diskrepanzen zwischen objektiver und subjektiver Situation, die bei einer unvoreingenommenen Sichtung der Informationen vermeidbar gewesen wären
  • Kognitive Rigidität Informationen, die vorgefertigte Schemata bestätigen, werden vorzugsweise berücksichtig und stärker gewichtetInformationen, die vorgefertigte Schemata in Frage stellen könnten werden gemieden oder abgewertetRisiko der trügerischen Sicherheit durch „premature cognitive closure“ (Jervis 1976)
  • Fundamentaler Attributionsfehler Negativ bewertetes fremdes Verhalten wird auf Intentionen und nicht auf situative Umstände zurückgeführt„Behavior engulfs the field“ (Heider)Folge bspw. bei Rüstungsprozessen: Gegnerische Rüstung wird als Ausdruck aggressiver Absichten, nicht als Reaktion auf Unsicherheit gedeutet
  • Analogien Problematische Auswahl und Verwendung von AnalogienSituationen werden aus dem Deutungswinkel individuell oder kollektiv besonders prägender Erfahrungen betrachtet (Beispiel WK I und II oder Vietnamkrieg)„Lehren aus der Geschichte“ werden übergeneralisiert und können situationsinadäquate Handlungsempfehlungen geben
  • Groupthink Janis Bei Groupthink handelt es sich um eine „von Personen benutzte Art zu denken, wenn das Streben nach Einmütigkeit in einer kohäsiven Gruppe derart dominant wird, dass es dazu führt, dass die realistische Abschätzung von Handlungsalternativen übergangen wird.“
  • Analyseebene Groupthink •Analyseebene ist die Individualebene•Groupthink grenzt sich als Analysekonzept ab von der Analyse der Denkvoraussetzungen von Individuen einerseits, den institutionellen Einflüssen auf die Entscheidungsfindung andererseits
  • Vorraussetzungen Groupthink nach Janis 6 1.Hohe Kohäsion der Gruppe2.Autoritärer Führungsstil3.Abschottung von der „realen Welt“4.Fehlen klarer Entscheidungsregeln und -methoden5.Ähnlicher Hintergrund der Gruppenmitglieder6.Ähnliche Sichtweisen/Meinungen der Gruppenmitglieder
  • Symptome Groupthink nach Janis 8 1.Illusion der Unverletzbarkeit2.Glaube an die Gruppe als moralische Instanz3.Kollektives Rationalisieren (das eigene Handeln kann nicht falsch sein)4.Stereotypisierung der Fremdgruppe5.Selbstzensur6.Illusion der Einmütigkeit7.Direkter Druck auf Abweichler8.Denkwächter
  • Folgen von Groupthink 7 1.Zahl der Handlungsalternativen wird limitiert, oftmals auf zwei2.Ernsthafte Reflexion der Ziele und Zwecke unterbleibt3.Keine kritische Diskussion des Handlungsverlaufs, selbst angesichts später auftretender Probleme4.Informationen von außerhalb der Gruppengrenzen werden nicht berücksichtigt5.Kognitive Dissonanzen werden vermieden, Informa-tionen, die mit dem Gruppen-Weltbild übereinstimmen werden verstärkt berücksichtigt 6.Alternativen zum eingeschlagenen Weg werden später nicht mehr diskutiert7.Auch bei Problemen der Implementation, wird die ge-troffene Entscheidung beibehalten9. Folgen von GroupthinkInsgesamt wird deshalb aus Groupthink-Prozessen eine dem Problem inadäquate Entscheidung resultieren.Das bedeutet nicht, dass alle inadäquaten Entscheidungen aus Groupthink-Prozessen resultieren.
  • Groupthink und Medien Die innerhalb einer Gruppe von Entscheidungsträgern und Beratern ablaufenden Prozesse…- der einseitigen Information,- moralischen Sicherheit,- Dämonisierung von Fremdgruppen,- Reduzierung der Handlungsalternativen,- Selbstversicherung (auch angesichts massiver Probleme das Richtige zu tun oder gar tun zu müssen)…werden über das Mediensystem in die Gesellschaft vermittelt, die auf diese Weise am Prozess des Groupthink teilhat.
  • Groupthink und Entscheidungen •Bei „vitalen Entscheidungen“...-angesichts von wahrgenommenen Bedrohungen,-dem Einsatz von Militär-der Verfolgung vitaler Interessen …wird der Kreis der Entscheider häufig eingeschränkt und reduziert sich auf wenige Personen, die über Geheimwissen verfügen. •Diese Gruppe schottet sich von anderen Personen ab, weshalb bestimmte Informationen und dissidente Haltungen nicht berücksichtigt werden. •Der Prozess der Isolation grenzt die Gruppe zuerst von anderen ab.•Im Verlauf der Entscheidungsfindung setzt, wenn ein Prozess des Groupthink in Gang kommt, auch die Isolation von abweichenden Meinungen innerhalb der Gruppe ein.
  • Vermeidung von Groupthink 8 •Der Führende legt die Position nicht vorab fest und greift zu Beginn nicht in die Gruppendiskussion ein (Kuba-Krise)•Die Gruppe wird in Untergruppen aufgeteilt, die konkurrierende Lösungsvorschläge erarbeiten (Problem der Politisierung von Intelligence)•Abweichende Meinungen werden ermutigt; die Position des advocatus diaboli wird in die Diskussion eingeführt, um sachliche Kritik zu üben und zu provozieren•Die Gruppe wird heterogen zusammengesetzt, hinsichtlich Hintergrund und Weltsicht •Alle Mitglieder der Gruppe werden in die Verantwortung genommen, die Verantwortung wird konkret und nicht diffus zugewiesen•Die Gruppe soll nach außen offen sein und Informationen und Ratschlag von Nicht-Mitgliedern in die Diskussion einschließen•Auch nachdem eine Entscheidung getroffen wurde, bleibt die Diskussion für die Revision dieser Ent-scheidung offen•Problem: Loyalität
  • Zentrale Analysefragen des Liberalismus •Welche gesellschaftlichen Interessen werden artikuliert?•Welche gesellschaftlichen Interessen können wirkungsmächtig in den (außen)politischen Prozess eingespeist werden?
  • Neuer Liberalsmus Vorgehensweise Empirisch-analytisch
  • Neuer Liberalismus AP-Analyse • Die liberale Analyse fragt danach, wie die staatliche Präferenzbildung zustande kommt (Methode: process tracing) – später, wie die Präferenzen außenpolitisch vertreten werden.• Gemäß des Liberalismus entstehen staatliche außenpolitische Präferenzen auf Grundlage der durchsetzungsstärksten gesellschaftlichen Präferenz.
  • Grundannahme 1 neuer Liberalismus Grundannahme 1:Die zentralen Akteure in der internationalen Politik sindIndividuen und private Gruppen (methodologischer Individualismus).Diese gesellschaftlichen Akteurekonkurrieren um die Durchsetzung ihrer Eigeninteressenbezüglich Außenpolitik.
  • Neuer Liberalismus Grundannahme 2: Grundannahme 2:Der Staat überträgt die durchsetzungsfähigsten gesellschaftlichen Interessen in außenpolitische Staatspräferenzen und handelt auf dieser Basis zweckgebundenin der Weltpolitik.
  • neuer Liberalismus Grundannahme Grundannahme 3:Die Konfiguration der interdependenten Staatspräferenzenbestimmt staatliches Verhalten und outcomes internationalerPolitik.
  • Logik der AP Präfernezbildung •Gesellschaftliche Akteure legen ihre Präferenzen auf eine normative oder ökonomische Nutzenmaximierung aus•Soweit transnationale Präferenzbildung Eingang in den innerstaatlichen bottom up-Prozess findet, wird sie in der Analyse berücksichtigt. (orange-graue Kreisfelder)
  • Analytische Aspekte der AP Präferenzbildung •Die festgestellten gesellschaftlichen Präferenzen…–…sind der Ausgangspunkt der liberalen Außenpolitik-analyse;–…ihre Konkurrenz bildet sich in der Entscheidung zur staatlichen Präferenzbildung ab, indem gesell-schaftliche Akteure danach streben, ihre Interessen durch den Staat vertreten zu lassen.•Die Präferenzbildung gesellschaftlicher Akteure geht dem staatlichen Präferenzbildungsprozess voraus.
  • Die Rolle des Staates in der AP Präfernezbildung Der Staat…–…wird als Arena für den Wettbewerb gesellschaft-licher Akteure modelliert–…agiert lediglich als Agent für die gesellschaftlichen Prinzipale
  • Regimetypen und AP Präferenzbildung im neuen Liberalismus •Die jeweiligen Präferenzen der gesellschaftlichen Akteure können je nach unterschiedlicher institutioneller Ausgestaltung des Verhältnisses von Gesellschaft und politischem System unterschiedlichen Einfluss auf die Feststellung der staatlichen Präferenz gewinnen.