14. Psychopharmakologie (Fach) / 14.3 Substanzen zur Phasenprophylaxe affektiver Störungen und Behandlung manisch (Lektion)
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Diese Lektion wurde von KristinaStuntebeck erstellt.
- Def.: Phasenprophylaktika Substanzen, welche bei affektiven Störungen das Auftreten weiterer manischer oder depressiver Phasen verhindern bzw. abschwächen sollen.
- Stimmungsstabilisierer/ adjuvante Medikamente Stimmungsstabilisierer: über die gesamte Erkrankungsdauer als Basismedikaiton eingenommen (Lithium, Antikolvusiva -gegen Krampfanfall- , einige atypische Neuroleptika) adjuvante (ergänzende/ unterstütztende) Medikamente: sollen einer akuten Exazerbation einer bipolren affektiven Störung begegenen (Neuroleptika, Andidepressiva, Benzodiazepine) Einige Autoren vertreten die Auffassung, dass schon nach einer ersten manischen Phase ein P. gegeben werden sollte, das das Lebenszeitrückfallrisiko mit 95% äußerst hoch ist.
- Lithium Indikation, Wirkstoffe, Wirkmechanismen, Wirksamkeit, Anwendung, UAW, Intoxikation, Symptome bei Intoxikation, Kontraindikation Mittel der ersten Wahl zur Behandlung von Manien und zur Phasenprophylaxe affektiver Störungen. Lithiumsalze machen nicht körperliche abhängig und werden in Tablettenform verarbreicht. Indikation: Zur Phasenprophylaxe bei - bipolaren Störungen - schizoaffktiven Störungen (keine Zulassung für Deutschland) - unipolaren (depressiven) Störungen - Manien - oft auch bei therapieresistenten Depressionen, da Lithiumsalze die Wirkung der Antidepressiva zu verstärken scheinen (Lithiumaugmentation) Wirkstoffe/ Handelsnamen: - Lithiumacetat (Quilonum), - Lithiumasparat (Lithiumasparat) - Lithiumcarbonat (Hypnorex retard, Quilonum retard) Wirkmechanismen: vielefache Wirkung auf das ZNS. Wirkungseintritt erfolgt erst nach merhreren Monaten. Behandlung sollte langfristig evtl. sogar lebenslang durchgeführt werden. Wirksamkeit: Schwache oder geringe Wirkung bei ... - ... RapidCycling (besser: ein Antikolvusiva). - ... schwachen Manien (besser: Kombination mit einem Neuroleptikum oder Monotherapie mti einem atypischnen Neurolopetikum) Anwendung: - Wirkt erst bei einem bestimmten Blutplasmaspiegeln. Die therapeutische Breite für L. ist sehr gering => regelmäßige Kontrolluntersuchung des B.plasmaspiegels (im ersten Monat: wöchentlich. Im ersten halben Jahr: monatlich, dann vierteljährlich. - Auch Kontrolle des Körpergewichtes und Halsumfanges (Abklärung Struma) sowie des Kreatinins (Bestimmung Nierenfunktion) und der Schilddrüsenhormone. Am besten zu Anfang unter stationärer Bedingung einschleichend. Ausschleichen kann psychotische Zustände hervorrufen. UAW: - L. ist nicht metabolisierbar => Patienten müssen viel trinken. - freinschlägiger Tremor, Gesichtszunahme, - Niere (Polyurie), Durstgefühl (Polydipsie), NIerenfunktionsstörungen - Schilddrüse : Vergrößerung oder Kropfbildung (Struma), TSH-Anstieg, Hypothyreose - ZNS: Müdigkeit, kognitive Störungen, - gastrointestinale Störungen: Diarhöeen, Übelkeit, Völlegefühl, Appetitverlust - Muskelschwäche, Blutbildveränderungen, EKG-Veränderung Lithiumintoxikation: bei Überdosierung, bei NIerenfunktionsstörung, Kalium- oder Kochsalzmangel in Folge natriumarmer Diät, starkes Schwitzen oder Durchfällen. SY einer Intoxikation - Grobschlägiger Tremor in den Händen, - Übelkeit, Erbrechen, Durchfall - Abgeschlagenheit, Vigilanzminderung, psychomotorische Verlangsamung - Schwindel, Ataxie, Zuckungen des Gesichtsmuskels - später: Rigor, Krampfanfälle, Bewusstseinstörung bis zum Koma, Herz-Kreislaufversagen Kontraindikationen: - Herz-Kreislauferkrankungen - Nierenerkrankungen -zerabrale Krampfbereischaft - Parkinson - Hypothyreose Hohes teratogenes (fruchtschädigendes) Risiko => Dringend verhüten!
- Antikonvulsiva und atypische Neuroleptika als Mittel zur Phasenprophylaxe Wenn Lithium nicht vertragen wird, Kontraindikationen vorliegen oder eine L.Therapie abgelehnt wird => Carbamazepin und Valroat als bewährte Antiepileptika sind gute Alternativpräperate. Carbamazepin: - MIttel der 2. Wahl - wirkt antikonvuliv und antimanisch - besser verträglich als Lithium, sollte einschleichend dosiert werden - C. hat aber zahlreiche UAWs, welche meist initial aufteten und ausgeschlichen werden können (Somnolenz, Sedierung, Schwindel, Ataxie, allergische Hautreaktionen, Appetitlosigkeit, Blutbildveränderungen, selten: Leberschäden und HR-Störungen. - Kontraindikaion: Herz- und Lebererkrankungen, Knochenmarkschäden, bekannte Unverträglichkeit gegen Trizylika. - C. auch zur Behandlung neuropathischer Schmerzen und beim Alkoholenzugssyndrom Valproinsäure: - antimanisch und phasenprophylaktische Wirkung mit Schläfrigkeit, Tremor, Kopfschmerz, Verwirrtheit, gastrointestinale Symptome, Blutbildstörungen, Leberfunktionsstörung Atypische Neuroleptika - Olanzapin (Zyprexa) und Quetiapin (Seroquel) sind auch zur Phasenprophylaxe zugelassen.
