Differentielle Psychologie & Persönlichkeitspsychologie (Fach) / Emotion und Persönlichkeit (Lektion)

In dieser Lektion befinden sich 21 Karteikarten

Psychoanalyse, Repression und Sensitization, Ängstlichkeit, Aggression

Diese Lektion wurde von lalilu erstellt.

Lektion lernen

  • welches Menschenbild liegt der Psychoanalyse von Freud zugrunde? Der Mensch als Energiesystem - jede Aktivität verbraucht Energie, die dann für andere Aktivitäten nicht mehr vorhanden ist Angeborene Triebe als Energie Sexualtrieb - Libido, Todes-, Aggressionstrieb durch Persönlichkeitsinstanzen und Umweltanforderungen können sexuelle Triebe in sozial erwünschtes Vh umgewandelt werden (sublimierung) beide Triebe können in einer Handlung sublimiert werden Determiniertheit des Verhaltens kein zufälliges Vh, verhaltensursachen sind unbewusst Freud'sche fehlleistungen unbewusste, triebgesteuerte Vh-determination ↔ Mensch als vernunftgeleitetes Wesen Lustprinzip jedes vh durch Triebenergie determiniert →Entladung der Energie durch Triebbefriedigung lustvolles Empfinden der Triebreduktion,Tendenz zur Spannungsreduktion, Streben nach lustgewinn Lustprinzip ↔ gesellschaftl. Anforderungen (Konzept der Angst, Abwehrmechanismen)
  • Welche Konzepte spielen bei der Konfliktdynamik nach Freud eine Rolle? Angst früher: unterdrückte sex. Impulse werden in Angst umgewandelt neuere Auffassung: Angst als Gefahrensignal, Warnfunktion Realangst: durch reale Umweltreize Neurotische Angst: verbotene Wünsche/Triebe überfluten das Ich - Moral verhindert das Ausagieren Abwehrmechanismen Verdrängung von Gedanke, Gefühle, Wünsche etc. ins Unbewusste, wenn diese als Gefahrensignal im Ich Angst auslösen erfolgen unbewusst, beanspruchen andauernde Kräfte des Ich zur Verdrängung der Wünsche etc. (Kräfte fehlen für Funktionen)  bei herabgesetzter Ich-Stärke: verdrängte Inhalte können unkontrollierte Handlungen auslösen im Schlaf: herabgesetzte Ich-Stärke (verdrängte Inhalte in Träumen) Es-Inhalte können können in Fehlleistungen, neurotischen, psychosomatischen Symptomen auftauchen  
  • Welche Abwehrmechanismen gibt es? Identifikation Verdrängung Kompensation Projektion Rationalisierung Sublimierung Regression
  • Wer waren die wichtigsten Vertreter der Neoanalyse? C.G. Jung: Analytische Psychologie Alfred Adler: Individualpsychologie Erik Erikson: Identitätsentwicklung
  • Was versteht man unter Repression vs. Sensitization? entgegengesetzte Arten mit angstauslösenden Reizen u. Situationen umzugehen Represser: Personen, die ansgtauslösenden, peinliche, bedrohliche, neg. Reize nicht zur Kenntnis nehmen, diese vermeiden Sensitizer: Personen, die sich bedrohlichen Reizen/Situationen eher zuwenden, diesen verstärkt Aufmerksamkeit schenken, besonders empfänglich, sensibilisiert dafür sind
  • Abwehrmechanismen von Repression und Sensitization Repression: Verdrängung, Verleugung, Reaktionsbildung, Verschiebung, Sublimierung, Identifikation, Rationalisierung, psychosomatische Störungen Sensitization: Isolierung, Intellektualisierung, Kompensation, Depression, Projektion, Fantasien, Tagträume, zwangsneurotische Reaktionen
  • Entwicklung des R-S Konstruktes Entwicklung aus Wahrnehmungsforschung in 40er Jahren Wahrnehmungsprozesse keine bloßen sensorischen Abläufe → adaptives Verhalten emotional besetzte, angstassoziierte Wörter hatten höhere Erkennungsschwellen als neutrale (→ Perceptual-defense Phänomen)
  • Messung des R-S Konstruktes entwickelt von Donn Byrne 127 Items Zusammenfassung der Scores auf den Unterskalen zu einem einzigen Score (eindimensionales, bipolares Konstrukt) hohe Werte = Sensitiziation, niedrige Werte = Repression
  • Merkmale von Repressern positive Valenz bei Selbstbeschreibungen Beurteilungskonformität mit Bezugsgruppe Soz. Erwünschtheit Ableugnen eigener Schwächen Schildern der eigenen Person als gut gelaunt, kontaktfreudig, slebstbewusst, aktiv.. Leistungsförderung durch Angst  
  • Merkmale von Sensitizern subjektive Ungewissheit bei komplexen Entscheidungen Differenziertheit bei Fremd-/ Selbstbeurteilungen Ängstlichkeit Emotionale Labilität Leistungsminderung durch Angst zugeben von Aggressionsakten Dominanz Selbstkritik
  • Unterschiede bei Sensitizern und Repressern hinsichtlich physiologischer Reaktionen Annahme: S. zeigen wegen geringerer Abwehrhaltung ggü. bedrohlichen Situationen stärkere physiologische Reaktionen aber: trotz höherer physiologischer Reaktionen zeigen sich Represser weniger von bedrohlichen Situationen betroffen als S. (→Angstverarbeitungsmechanismen, Abwehr bei Repressern gerade durch Wahrnehmung der Erregung bestimmt, R. geben nicht zu, dass sie Angst haben..)
  • Merkmalsunterschiede bei Sensitizern und Repressern Aufmerksamkeit ggü Krankheiten: signifikante Korrelation zw. Sensitization u. angabe von Krankheiten bei Männern: weniger Arztbesuche von R, Sensitizer werden öfter wegen psychosomatischen, R wegen organischen krankheiten behandelt Diskrepanz Selbst-Ideal: R: geringer S: höher Feindseligkeit: R: geringer, S: höher Extraversion: R: höher, S: geringer Depressivität: R: geringer S: höher
  • Wie wurde das R-S Konstrukt weiterentwickelt? stärkere kog.psychologische Ausrichtung → Fokus auf Aufmerksamkeitsausrichtung in bedrohlichen Situationen → Modell der Bewältigungsmodi: Zwei Reaktionen in bedrohlichen Situationen: körperliche Erregung, Erleben von Unsicherheit Persönlichkeitsdimension: Intoleranz ggü Erregung, Intoleranz ggü. Unsicherheit Bewältigungsmodus: kognitive Vermeidung (Repression) - Abkehr von bedrohlichen Situationen zur Vermeidung der Erregung, Vigilanz (Sensitization) - verstärkte Aufnahme bedrohlicher Infos zur Verminderung der Unsicherheit  Aversive Situation: Bedrohung durch Gefahrenreize,Mehrdeutigkeit unmittelbare Reaktion: Wahrnehmung körperlicher Erregung, Erleben von Unsicherheit Angstreaktion: Emotionalität (Ansgt vor der Angst), Besorgnis (Angst vor der Gefahr) Bewältigungsverhalten: kognitive Vermeidung, Vigilanz
  • Dimensionalitäten des Modells der Bewältigungsmodi 1. + Unsicherheitsintoleranz, - Erregungsintoleranz (Unsicherheit wird eher, Erregung weniger intoleriert) →Sensitizer 2. - Unsicherheitsintoleranz, + Erregungsintoleranz (Unsicherheit wird toleriert, Erregung intoleriert) →Represser 3. + Unsicherheitsintoleranz, + Erregungsintoleranz (Unsicherheit und Erregung werden stark intoleriert) → hoch ängstlich, wahlloser Strategiewechsel, erfolglose Bewältiger, fluktuierende Bewältigung 4. - Unsicherheitsintoleranz, - Erregungsintoleranz (Unsicherheit u. Erregung wird toleriert) → niedrig ängstlich, planvolle, adaptive Wahl des Bewältigungsverhaltens, situationsbezogene Bewältigung
  • Ängstlichkeit als faktorenanalytisches P.merkmal Faktor 2 Ordnung des 16 PF: FQ II definiert durch: Konflikspannung, Neigung zu Schuldgefühlen, Selbstkontrolle, Emotionale Stabilität, Misstrauen, Abenteuerlust/Furchtsamkeit
  • Was ist negative Affektivität, wie wird sie gemessen? Ängstlichkeit Neurotizismus R-S Konstrukt Soziale Erwünschtheit Generelle Tendenz mit Ärger, Zorn, Selbstunzufriedenheit umzugehen Personen mit NA: negativere Grundeinstellung zu sich selbst/zu anderen, feindseliger, misstrauischer, zurückhaltender, rebellischer Messung durch Positive and Negativ Affect Schedule (PANAS)
  • Was ist das State-Trait-Angstmodell? Unterscheidung von Angst und Furcht als Zustand (State) und Ängstlichkeit als P.merkmal (Trait) State-Trait-Anxiety-Inventory von Spielberger
  • Biologische Grundlagen der Ängstlichkeit Schneller Ablauf :  Thalamus →Amygdala langsamerer Ablauf: Thalamus → vis. Kortex→ Amygdala Amgdyala→ventromedialer Kortex (Entscheidung über Bewegung) →cingulärer Kortex (Aktivierung exekutiver Aufmerksamkeitsfunktionen)
  • Wie wird Aggression definiert? behavioral: Aggression als Reaktion, die einem anderen Organismus Schaden zufügt etwas umfassender nach Tedeschi et al: Einschränkung der Verhaltensalternative des Gegenübers Verhaltensweise wird als gegen die eigenen Interessen gerichtet wahrgenommen; wird für intendiert, bösartig, selbstsüchtig gehalten unabhängig davon ob Schaden angerichtet wird Auffassung der Handlung als "anti-normativ" (keine Provokationen, keine angemessene Reaktion zum auslösendem Moment..)
  • Inwiefern kann Aggression eine Folge von Lernprozessen sein? Experimentelle Befunde Film mit aggressiven Inhalten→Frustration durch VL, der dem Hauptdarsteller des Filmes ähnlich sah oder nicht →bei Ähnlichkeit besonders starke Aggressivität Instrumentelles Konditionieren: Schüler-Lehrer Experiment lernen am Modell: Bobo Doll Studie Ergebnisse: unterschiedliche Darbietungsformen von Agression: mehr Modellverhalten lebendige oder Film-Modelle werden stärker imitiert als Cartoon-Modelle aggressives Modellverhalten wirkt formend und enthemmend Jungen imitieren eher männliche, Mädchen eher weibliche Modelle Jungen zeigen mehr aggressive Verhaltensweisen
  • Wie kann Aggressivität als Eigenschaft erfasst werden? Stait-Trait-Ärgerausdrucks-Inventar (STAXI) - fragebogen,d er ärger als Zustand und als Eigenschaft erfasst Aggressionsfragebogen nach Buss&Perry: Trennung von aggressiver Handlung und Emotion des Ärgers (vier Faktoren: körperliche, verbale, Aggression, ärger/Zorn, Feindseligkeit)