Pflanzenkunde (Fach) / Eichen (Lektion)

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Eigenschaften verschiedener Quercus Arten

Diese Lektion wurde von Bienenwolf erstellt.

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  • Quercus cerris Zerr-Eiche Familie: Fagaceae Verbreitung: Süd- und Südosteuropa bis Vorderasien. Wichtiges Waldgehölz. Auf mittel- bis tiefgründigen, stark kalkhaltigen bis schwach sauren, sommerwarmen Standorten. Wuchs: Höhe ca. 20 bis 30 m, Breite: 15 bis 20 m. Großer Baum mit breit kegelförmiger bis breitrundlicher Krone und meist durchgehendem Hauptstamm. Seitenäste aufsteigend, oft aber auch waagerecht abstehend, im Alter ausladend und übergeneigt. Rinde: Triebe kantig, teils gefurcht, graufilzig, olivgrün oder bräunlich mit deutlichen Lenti- zellen, alte Borke schwärzlich, Knospen mit langen, bleibenden Stipeln. Blätter: Sommergrün, wechselständig, Umriß sehr variabel, länglich elliptisch bis schmal länglich, 6 bis 12 cm lang, tief buchtig gelappt oder fiederspaltig, oberseits dunkelgrün, unterseits graugrün; Herbstfärbung schön gelbbraun, gelegentlich auch rötlich. Früchte: Früchte erst im 2. Jahr reifend, Becher sehr stark von fädigen, abstehenden Schuppen umgeben, Eicheln zur Hälfte im Becher, ca. 3 cm lang, Früchte sehr attraktiv. Wurzel: Hauptwurzelsystem tiefgend. Standort: Sonnig, warm. Boden: Sehr anpassungsfähig an Boden und pH-Wert, gedeiht noch vorzüglich auf trockenen Standorten; stark alkalischbis schwach sauer, kalkliebend, bevorzugt mittel- bis tiefgründige nährstoffreiche, durchlässige Lehmböden. Bemerkungen: Frosthart, hitze- und trockenheitsresistent, ausgesprochen stadtklimafest, sehr windresistent, später Austrieb, Laub haftet oft bis zum Frühjahr.
  • Quercus frainetto Ungarische Eiche Familie: Fagaceae Verbreitung: Süd- und Südosteuropa, Balkan, Süditalien, in sommerwarmer Lage auf trockenen Hügeln. Wuchs: Höhe ca. 15 bis 20 m, Breite ca. 10 bis 15 m. Großer stattlicher Baum mit gleichmäßiger, ovaler bis rundlicher geschlossener Krone; Hauptäste oft im Winkel von 45° ansetzend und straff nach außen aufsteigend, Krone im Alter lockerer, mehr breit und etwas hängend. Rinde: Junge Triebe graugrün bis olivgrün, im 2. Jahr grau, lange glatt bleibend, Borke im Alter feinrissig, grau. Blätter: Sommergrün, wechselständig, verkehrt eiförmig bis länglich verkehrt eiförmig, 10 bis 20 cm lang, beiderseits mit 6 bis 10 sehr gleichmäßig geformten, annähernd symmetrischen Lappen und tiefen Buchten. Früchte: Eicheln eilänglich, 2 bis 2,5 cm lang, ein Drittel oder darüber vom Becher umgeben. Wurzel: Hauptwurzelsystem tiefgend. Standort: Sonnig. Boden: Durchlässiger, nahrhafter Oberboden, mäßig trocken bis frisch, sauer bis stark alkalisch, insgesamt anspruchslos, gedeiht auch auf trockenen Standorten, bevorzugt werden lehmige Substrate. Bemerkungen: Frosthart, hitze- und trockenheitsresistent, stadtklimafest, hohes Ausschlagvermögen. Laub verrottet langsam. 
  • Quercus palustris Sumpf-Eiche Familie: Fagaceae Verbreitung: Östliches Nordamerika. Häufig in Reinbeständen auf meist schlecht durchlässigen Standorten der submontanen Stufe, im Auenwaldbereich. Wuchs: Höhe ca. 15 bis 20 m, Breite ca. 8 bis 15 m. Mittelgroßer bis großer Baum mit kegelförmier Krone und meist geradem, bis in den Wipfel durchgehendem Stamm, Äste horizontal gestellt und weit ausgebreitet, im Alter, zumindest im unteren Kronenbereich, stark hängend. Langsam wachsend. Rinde: Triebe jung grünlich bis grünlichbraun, nach dem 2. Jahr mehr grünlich, glänzend, Borke graubraun bis dunkelgrau, doch lange glatt bleibend. Blätter: Sommergrün, wechselständig, im Umriß sehr variabel, 7 bis 15 cm lang und fast genauso breit, beiderseits mit 2 bis 4, mehr oder weniger waagerecht abstehenden, spitzen und gezähnten Lappen, beiderseits glänzendgrün, unterseits mit grauen Achselbärten; Herbstfärbung rötlich oder braun, oftmals aber auch leuchtend scharlachrot. Früchte: Sitzend oder kurz gestielt, 1,5 cm lang, halbkugelig, zu einem Drittel im Becher. Wurzel: Flaches Hauptwurzelsystem. Standort: Sonnig. Boden: Anpassungsfähig, gedeiht sowohl auf normalen, mäßig trockenen Standorten wie auch auf feuchten bis nassen Überschwemmungsböden, bevorzugt tiefgründige, nahrhafte Substrate, sauer bis schwach alkalisch. Bemerkungen: Frosthart, für Stadtklima geeignet, speziell tolerant gegen Schwefeldioxyd, neigt zur Bildung trockener Astpartien (auch am Naturstandort).
  • Quercus petraea Trauben-Eiche Familie: Fagaceae Verbreitung: Europa bis Kleinasien, in Deutschland allgemein verbreitet. In waldartigen Beständen. Wuchs: Höhe ca. 20 bis 30 m, Breite ca. 15 bis 20 m. Großer Baum mit breiter, geschlossener, hoch gewölbter Krone und bis zum Wipfel durchgehendem Stamm. Rinde: Triebe glänzend olivgrau, Knospen an der Terminale spitz-eiförmig, schlanker und spitzer als bei Q. robur, bis 9 mm lang, alte Borke graubraun, gleichmäßig, längsrissig, aber nicht so tief gefurcht wie bei Q. robur. Blätter: Sommergrün, wechselständig, verkehrt eiförmig bis verkehrt länglich oval, 8 bis 12 cm lang und 5 bis 7 cm breit. Herbstfärbung gelblich bis braun, Laub besonders an jüngeren Bäumen oft lange haftend. Früchte: Sitzend oder kurz gestielt, 1,5 cm lang, halbkugelig, zu einem Drittel im Becher. Wurzel: In den ersten 30 bis 50 Jahren stark ausgeprägtes Pfahlwurzelsystem, später durch kräftige Seitenwurzeln zunehmend Umwandlung in ein Herz-Senkwurzelsystem. Standort: Sonnig bis absonnig. Bevorzugt luftfeuchtere Lagen als Q. robur. Boden: Stellt an Nährstoffe und Bodenfeuchtigkeit geringe Ansprüche. Q. petraea wächst auch auf leichteren Böden noch gut, sie bevorzugt mäßig trockene bis frische, anlehmige, saure Sandböden, toleriert aber auch alkalische Substrate, meidet hohes Grundwasser und Staunässe. Bemerkungen: Frosthart, aber spätfrostempfindlich, Lichtholzart, wärmeliebend, trockenre- sistent, hohes Ausschlagsvermögen, Laub sehr leicht zersetzlich, wirkt bodenversauernd. Erreicht ein Alter von 500 bis 800 Jahren. 
  • Quercus pubescens Flaum-Eiche Familie: Fagaceae Verbreitung: Europa, asiatische Türkei, Kaukasus in Trockenwäldern Wuchs: Höhe ca. 20 bis 25 m, Breite ca. 15 bis 20 m. Großer breitkroniger Baum oder nur reich verzweigter Strauch. Rinde: Borke dick, regelmäßig rau gefeldert, Triebe anfangs dicht flaumig-filzig behaart, erst spät verkahlend. Blätter: Sehr variabel, meist verkehrt-eiförmig bis elliptisch, 4 bis 9 cm lang, abgerundet, Basis breit keilförmig bis schwach herzförmig, jederseits 4 bis 8 abgerundete, sehr unregel- mäßig gestaltete Lappen, anfangs beiderseits flaumig behaart, später oberseits verkahlend und dunkelgrün, unterseits graugrün filzig behaart, Stiel 0,6 bis 1,9 cm lang. Früchte: Eiförmig, 1,5 bis 2,5 cm lang, zu 1 bis 4 sitzend oder kurz gestielt, zu 1/3 bis 1/2 von einer halbkugeligen Kupula umgeben, Schuppen unregelmäßig, die unteren kurz, dick und verwachsen, die oberen länger, frei, stachelspitzig. Wurzel: In den ersten 30 bis 50 Jahren stark ausgeprägtes Pfahlwurzelsystem, später durch kräftige Seitenwurzeln zunehmend Umwandlung in ein Herz-Senkwurzelsystem. Standort: Sonnig bis lichtschattig, wärmeliebend. Boden: Trockene bis mäßig trockene, gut druchlässige und lockere, mittelgründige, nähr- stoffreiche, kalkhaltige Lehm-, Löß- und Kiesböden. Bemerkungen: Lichtholzart. Verwendung findet diese seltene, heimische Baumart bei der Begrünung extrem trockener, steiniger Kalkhänge. Das Holz der sehr langsam wachsenden und bis zu 500 Jahre alt werdenden Eiche ist äußerst hart und dauerhaft. 
  • Quercus robur Stieleiche, Sommereiche Familie: Fagaceae Herkunft: Laubmischwälder des Tief- und Hügellandes in Europa und Vorderasien; Areal- zentrum in Mitteleuropa, auch bis in den subkontinentalen (Polen, Estland, Litauen) und atlantischen Bereich verbreitet; jedoch nicht weit nach Norden (zuletzt Südschweden); bestandsbildend in Flußniederungen (Hartholzaue) Wuchs: Höhe 25 - 40 m; Breite bis 20 m; großer Baum; Stamm knorrig, stark konisch, kurzschäftig, selten durchgehend bis zum Wipfel, gabelt sich bereits im unteren Kronenbereich; Äste stark, unregelmäßig, weit ausladend; Krone breit kegelig, hochgewölbt, unregelmäßig, locker, dicht verzweigt Blüte: April - Juni; gelblich grün, unscheinbar; weibliche Blütenstände sind hängende Kätzchen und deutlich gestielt; männliche Blütenstände in mehr oder weniger aufrechten Ähren; Blüten einhäusig verteilt Frucht: ab September / Oktober; anfangs dunkle Längsstreifen, später braune Eicheln in langgestielten Fruchtbechern (Name!); Eicheln walzenförmig, bis 3,5 cm lang Blätter: kurze Stiele am Blatt, bes. im unteren Baumbereich (2 - 12 mm lang); oval bis verkehrt eiförmig; 6 - 16 cm lang, kahl (selten unterseits Büschelhaare entlang der Mittelrippe); auf jeder Seite 3 - 6 Lappen, unregelmäßig rundlich gelappt; Basis meist herzförmig und geöhrt; Seitennerven führen im mittleren Teil der Blattspreite auch in die Buchten; tiefgrün, unterseits hellgrün; Herbstfärbung braun, Laub abfallend (im Unterschied zu Q. petraea) Rinde/Borke: grau; Borke dick, dunkelgrau, tiefrissig, längsgefurcht Wurzel: kräftig, Hauptwurzeln tiefgehend, dicht verzweigt, flach ausgebreitet, hoher Anteil an Feinwurzeln Standort: sonnig bis absonnig; Lichtbaumart; rauchhart und für Stadtklima geeignet; hohe Wärmeansprüche; spätfrostempfindlich Boden: bevorzugt durchlässige, frische bis feuchte, nährstoffreiche, tiefgründige Lehm- und Tonböden; auch trockene, arme Sande (keine feuchten Sandböden!); von sauer bis stark basisch; empfindlich gegen Oberflächenverdichtung, schwere Böden und plötzliche Grundwasserstandsänderung; Staunässe meidend Pflege: nicht notwendig; Schnitt sollte unterbleiben Verwendung: benötigen viel Platz wegen mächtiger Kronen; Einzelstellung; Gruppen, Stra- ßenbaum, Wald- und Parkbaum, Windschutz Schädlinge und Krankheiten: Blattläuse, Schildläuse, Frostspanner, Eichenwickler, Eichen- mehltau  Bemerkung: Laub verrottet sehr schwer, daher nicht oder nur in ganz geringen Mengen zum Kompost geben in der Forstwirtschaft wichtigster laubabwerfender Baum nach der Buche; jahrhundertelang wichtigste Wirtschaftsbaumart (Schweinemast), bes. Nieder- und Mittelwaldwirtschaft wegen guten Stockausschlagvermögens bis ins hohe Alter; Eichenholz war wichtiger Bau- und Werkstoff, zugleich bedeutender Energielieferant; Eichenholz ist sehr hart, schwer und fest; Kernholz auch ungeschützt sehr dauerhaft, unter Wasser fast unbegrenzt; Brücken-, Wasser- , Grubenbau; Treppen und Parkett; Vollholz oder Furnier im Möbel- und Innenausbau; Rinde gab Stoffe zum Gerben von Leder wird sehr alt, 300 - 400 Jahre keine Seltenheit; Höchstalter von 800 - 1000 Jahren (evt. 1400 Jahre)
  • Quercus rubra Rot-Eiche Familie: Fagaceae Verbreitung: Östliches Nordamerika. Oft in Reinbeständen im Laubmischwald der montanen Stufe. Wuchs: Höhe ca. 20 bis 25 m, Breite ca. 12 bis 18 m. Starkwüchsiger, großer Baum mit rund- licher Krone und häufig bis zum Wipfel durchgehendem Stamm, Seitenäste kräftig, oft horizontal ansitzend, weit ausladend. Rinde: Triebe olivbraun bis rötlich olivbraun, glatt, glänzend, alte Borke dunkelgrau bis schwärzlich, lange glatt bleibend, im Alter schuppig gefurcht. Blätter: Sommergrün, wechselständig, im Umriß verkehrt eiförmig bis länglich, 10 bis 23 cm lang und 7,5 bis 15 cm breit, beiderseits mit 3 bis 5 nach vorn gerichteten, spitzen, gezähnten Lappen, die breiter als die Buchten sind; oberseits stumpf dunkelgrün, kahl, unterseits hellgrün; Herbstfärbung prachtvoll. Früchte: Eicheln bis 2,5 cm lang, nur ein Drittel vom flachen, kurzgestielten Becher umgeben. Wurzel: Flach bis oberflächennah, weit ausgebreitet. Standort: Sonne. Boden: Rot-Eichen sind sehr anpassungsfähig und allgemein anspruchslos gegenüber Bodenverhältnissen; bevorzugt werden sandiger Lehm und gut durchlässige Substrate, frisch bis feucht. Bemerkungen: Frosthart, übersteht sommerliche Hitzeperioden schadlos, gut stadtklimafest und industriefest, besonders unempfindlich gegenüber chronischer Einwirkung von Rauch- säuren, Lichtholzart.