Pflanzenkunde (Fach) / Ahorne (Lektion)
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Eigenschaften verschiedener Ahornarten
Diese Lektion wurde von Bienenwolf erstellt.
- Erkennung Acer Familie: Sapindaceae (Ahorngewächse) Merkmal: ungeteilte, gegenständige Blätter (Blattspreite besteht aus einem Teil, kann aber gelappt und tief eingeschnitten sein) meist gelappte Blätter einzelne Blüten unscheinbar, auffällig jedoch in Gesamtheit als üppige Rispen, Trauben oder Doldentrauben meist an einem Baum rein männliche und rein weibliche Blüten nebeneinander Ahornfrüchte als „Nasenzwicker“ bekannt (geflügelte Früchte) alle sind Bienennährgehölze alle mit rasch zersetzender Laubstreu, zur Kompostierung gut geeignet
- Acer campestre Feldahorn Familie: Sapindaceae Herkunft: Laubmischwälder Europas; Nordafrika, Kleinasien Wuchs: Höhe 3 bis 15 m, max. 22 m; Breite bis 6 m; aufrechter bis ausladender mittelgroßer Baum oder Großstrauch; Äste unregelmäßig, aufrecht, dicht verzweigt; Krone eiförmig bis rund Blüte: Mai; grüngelb Früchte: ab August, lang anhaftend, z.T. bis November; zuerst grün, später braunrot; anfangs behaart, später kahl Blätter: sommergrün; Blattspreite 6 bis 10 cm breit mit 3 bis 5 stumpfen Lappen; drei vordere Lappen selbst oft schwach gelappt; stumpfgrün; Herbstfärbung leuchtend gelb; Blattstiel führt Milchsaft Rinde/Borke: Zweige besitzen in der Jugend starke Korkleisten; Borke graubraun Wurzel: flach ausgebreitet, dicht verzweigt, Feinwurzeln überwiegen Standort: vollsonnig bis halbschattig; Halbschattbaumart; höhere Wärmeansprüche als Spitz- und Bergahorn; Laubmischwälder, v.a. Waldränder; Hecken; rauchhart, Stadtklima vertragend Boden: keine besonderen Ansprüche; mäßig trockene bis frische nährstoffreiche Böden Verwendung: in der Landschaft als Bodenfestiger (Böschungen), Windschutz, Vogelschutz (dichte Krone); Begrünung von Dachgärten, kleinkroniger Straßenbaum; geschnittene (bes. schnittverträglich!) und freiwachsende Hecken Pflege: nicht notwendig; radikaler Rückschnitt möglich Schädlinge und Krankheiten: Gallmilben, Blattläuse; Ahornrunzelschorf (häufige Pilzkrankheit, Erreger Rhytisma acerinum; Blätter dicht mit teerartig schwarzen Flecken übersät, daher auch Teerfleckenkrankheit) Bemerkung: Höchstalter etwa 150 bis 200 Jahre
- Acer monspessulanum Familie: Sapindaceae Herkunft: Mittel- und Südeuropa, Nordafrika, Mittlerer Osten Wuchs: Großstrauch bis mehrstämmiger Kleinbaum, breit eiförmige bis rundliche Krone, meist etwas unförmig Wuchshöhe: 6-8 m Blüte: hängende geringblühende Rispen, gelbgrün, Anfang Mai Früchte: geflügelte Nussfrucht, Flügel parallel Blätter: dreilappig, dunkelgrün, glänzend, unterseits blaugrün, 3-5 cm lang, meist 7 cm breit, auffallende gelbe Herbstfärbung Rinde/Borke: dunkelgrau, leicht gefurcht, junge Zweige braun Wurzel: Herzwurzler Standort: sonnig bis absonnig, wärmebedürftig, Boden: anspruchslos, eher alkalisch, durchlässig, mäßig trocken bis frisch Verwendung: Solitärgehölz, keine dominante Konkurrenz vertragend
- Acer negundo Eschenahorn Familie: Sapindaceae Herkunft: Nordamerika, an Seeufern und in Auenwäldern Wuchs: Höhe 15 (bis 20) m, Breite 10 bis 12 (14) m. Baum oder Großstrauch, meist mehr- stämmig mit lockerer, breiter Krone, Äste im Alter weit ausladend, Zweige malerisch über- hängend, raschwüchsig Blüte: Blaßgelb, vor dem Laubaustrieb im März/April, in hängenden Trauben, männliche Blütenbüschel sind eine große Zierde Früchte: Gelblichweiße Fruchtflügel in Trauben Blätter: Sommergrün, gegenständig, gefiedert, Blättchen meist 5 (bis 7) oder 3, hellgrün, Herbstfärbung lichtgelb, gelegentlich auch leuchtend orange Rinde/Borke: Zweige in der Jugend glänzend grün, häufig blau bereift Wurzel: Hauptwurzeln tief, aber mit vielen Feinwurzeln im Oberboden Standort: sonnig bis halbschattig Boden: sehr anspruchslos, toleriert alle Bodenarten, sowohl trockene als auch vernäßte Böden mit hohem Grundwasserstand, kalkverträglich Bemerkung: Pioniergehölz, unempfindlich gegen Luftverunreinigung, stadtklimafest, im Alter Windbruchgefahr, leicht verpflanzbar, vertägt Überschwemmungen
- Acer opalus Schneeballblättriger Ahorn Familie: Sapindaceae Herkunft: Mittel-, Südwest- und Südeuropa Wuchs: Großstrauch oder kleiner Baum, Krone breit gewölbt, unregelmäßig, 5-10 m breit, Triebe glänzend rotbraun, kahl Wuchshöhe: 8-10 m, selten bis 20 m Blüte: zitronengelb, etwas nickende Doldentrauben vor der Laubentfaltung, sehr attraktiv und zierend Früchte: Fruchtflügel rechtwinklig abstehend Blätter: sommergrün, gegenständig, 3- bis 5-lappig, Lappen kurz und breit, Austrieb oft rötlich, später dunkelgrün, unterseits hellgraugrün, dicht behaart, später kahl, Herbstfärbung leuchtend orange bis rot Rinde/Borke: dunkel und tief gefurcht Standort: sonnig bis absonnig Boden: auf trockenen bis frischen, kalkhaltigen Standorten Verwendung: wärmeliebend, hitzeverträglich, trockenheitsresistent, etwas spätfrostempfindlich
- Acer palmatum Fächer- Ahorn Familie: Sapindaceae Herkunft: Japan, Korea, Wälder der Berge und des Tieflandes Wuchs: baumartiger Großstrauch, gelegentlich auch kleiner, malerischer Baum, meist mehr- stämmig, Krone rundlich, im Alter schirmartig übergeneigt, langsam wachsend Wuchshöhe: 5-7 m, ebenso breit Blüte: in purpurnen Trauben, Mai Früchte: Fruchtflügel stehen stumpf zueinander, rot, später braun Blätter: sommergrün, gegenständig, meist 5-lappig, 6-11 cm breit, Blattlappen schwertartig zugespitzt, in der Regel tief eingeschnitten, frischgrün, Herbstfärbung leuchtend orange bis rot Wurzel: Flachwurzler, Oberboden wird intensiv durchwurzelt, hoher Anteil an Feinwurzeln Standort: sonnig bis halbschattig, windgeschützt Boden: frisch bis feucht, gut durchlässig, sandig-lehmige Humusböden, schwach sauer Verwendung: kühl-feuchte Lagen, solitär in thematisch wie klimatisch passenden Garten- und Parkanlagen Sorten: über 1000 Sorten mit unterschiedlichsten Blattformen und -farben.
- Acer platanoides Spitzahorn Familie: Sapindaceae Herkunft: Laubmischwälder (Linden-, Au- oder Eichen-Hainbuchenwälder) Europas, Kaukasus, Kleinasien; im Gebirge selten in Höhen über 1000 m, im Gegensatz zu A. pseudoplatanus Baum der tieferen Lagen Wuchs: Höhe bis 30 m, Breite bis 10 m; großer Baum mit stumpfkegeliger bis kugeliger Krone; Krone dichtgeschlossen, aufrecht, ausladende, stark verzweigte Äste Blüte: April bis Mai, vor dem Austrieb; gelbgrün, in großen endständigen aufrechten bis nickenden Doldentrauben Früchte: ab September/Oktober; geflügelte Früchte bilden einen Winkel von 180°; Nüßchen flach; braunrot Blätter: sommergrün, erst nach der Blüte; Blattspreite 10 - 20 cm lang und ebenso breit, mit 5 (selten 7) spitz auslaufenden Lappen, am Rand mit wenigen feinspitzigen Zähnen, die Buchten dazwischen abgerundet; beidseitig schwach glänzend, kahl; Herbstfärbung leuchtend gelb bis rötlich; Stiel führt Milchsaft Rinde/Borke: anfangs stumpfgrün, später hellgrau, glatt; Borke dunkelgrau bis schwärzlich, dicht längsrissig, nicht abschuppend; eiförmige, meist weinrote, dem Zweig anliegende Winterknospen Wurzel: flachwurzelnd, stark verzweigt, hoher Anteil an Feinwurzeln Standort: sonnig bis absonnig; hauptsächlich in der Hügel- und der unteren Bergstufe in luft- feuchter Lage; anspruchsloser als der Bergahorn; rauchhart, stadtklimafest Boden: keine besonderen Ansprüche, schwach sauer bis alkalisch; frischer, nährstoffreicher Lehmboden; empfindlich für Nässe und Oberflächenverdichtung; kurzzeitige Trockenheit ertragend; gut kalkverträglich Verwendung: Solitärbaum, Straßenbaum, Waldbaum, Ödlandbegrünung, Windschutz, Bienenweide Pflege: nicht notwendig Schädlinge und Krankheiten: s. A. campestre Bemerkung: Höchstalter ca. 150 - 200 Jahre Sorten: zahlreiche Zierformen, häufig mit roten Blättern; wichtige Sorte: ‘Globosum’ (Kugelahorn), besonders langsam wachsend und Krone lange Zeit dicht geschlossen
- Acer pseudoplatanus Bergahorn Familie: Sapindaceae Herkunft: Laubmischwälder (Berg- und Schluchtwälder mit Buchen und Fichten; kann mit Esche und Bergulme bestandsbildend sein), typischer Baum der Gebirge Mittel-, Süd- und Osteuropas; Kaukasus, Balkan; vereinzelt bis an die Waldgrenze steigend (Nordalpen bis et- wa 1500 m, im Wallis bis ca. 2000 m Höhe) Wuchs: Höhe bis 40 m, Breite bis 15 m; großer Baum mit breitgewölbter, ausladender, auf- gelockerter Krone; Stamm meistens durchgehend bis zum Wipfel; im Alter knorrig Blüte: Mai - Juni; gelblich grün, in hängenden, schlanken, 5 - 15 cm langen Trauben an der Spitze beblätterter Kurztriebe; Blüte nach Laubaustrieb; Blüte erst mit 10 oder gar 25 Jahren (Altersschätzung) Früchte: ab August; beide Teilfrüchte bilden einen spitzen bis rechten Winkel; Nüßchen kugelig; gelbgrün bis rötlich Blätter: sommergrün; Blattspreite 10 - 20 cm lang und ebenso breit, mit 5 eiförmigen spitzen Lappen, Buchten dazwischen keilförmig; Rand unregelmäßig grob gesägt; oberseits matt dunkelgrün, unterseits graugrün, mehr oder weniger behaart; Herbstfärbung goldgelb; Stiel ohne Milchsaft Rinde/Borke: zuerst dunkelgrün, dann graubraun, glatt; später Bildung einer grau-braunen bis weißlich-grauen, rötlich gefleckten Borke mit flachen, abblätternden Schuppen (Platten); anliegende, meist glänzend grüne Winterknospen Wurzel: herzförmig angeordnet, reichverzweigt, mit hohem Anteil an tiefgehenden Wurzeln, daher sturmfest Standort: sonnig bis schattig; Halbschatt- bis Schattbaumart; vom Hügelland bis in die subalpine Stufe, in kühl luftfeuchten Lagen wie Bergschluchten oder Schattenhänge, rauchhart, Stadtklima vertragend; Boden: schwach sauer bis stark alkalisch; humos, nährstoffreich, frisch bis feucht (im Gegensatz zu anderen Acer Nässe ertragend); auf humosem Lehm oder steinigem Boden wachsend, kalkvertragend, wichtig ist aber tiefgründiger Boden, auch auf Schuttböden; Stadtböden- und Geröllwaldpionier, da unempfindlich gegen Steinschlag Pflege: nicht notwendig Verwendung: Einzelstellung, Straßenbaum, Waldbaum, Hangbefestigung, Windschutz, Bienenweide, als Forst-, Park- und Alleebaum angepflanzt Schädlinge und Krankheiten: s. A. campestre Bemerkung: im Herbst durch leuchtend goldgelbes Laub weithin sichtbar; bei alten Bäumen ist Wetterseite der rissig-schuppigen Borke dicht mit Moosen und Flechten besiedelt; gut stockaustreibend; Höchstalter bis etwa 500 Jahre; zu verwechseln mit dem in Südeuropa heimischen Acer opalus (Schneeballblättriger Ahorn), dessen Blätter sind meist kleiner, mit kurzen, stumpf dreieckigen Lappen und wenig tiefen Einschnitten
- Acer saccharinum Silberahorn Familie: Sapindaceae Herkunft: an Gewässern, Sümpfen und Mooren und in Laubmisch- und Auwäldern Nordamerikas Wuchs: Höhe bis 30 m, Breite bis 10 m; großer Baum mit hochgewölbter bis kegelförmiger, lockerer Krone; starke Äste, Zweige lang durchhängend Blüte: März - April, vor dem Austrieb; zahlreich; grünlich-gelb bis rot; männliche und weibliche Blüten in getrennten, dichten Büscheln am gleichen oder an verschiedenen Bäumen, überaus attraktiv Früchte: ab Mai/Juni; hellbraun; meist säbelförmig gebogene Teilfrüchte bilden etwa rechten Winkel; Nüßchen länglich Blätter: sommergrün; Blattspreite 8 - 16 cm breit, fünflappig; tief eingeschnitten; Lappen lang zugespitzt, am Rand mit langen Zähnen oder kleinen spitzen Lappen; im Austrieb bronzefarben, später hellgrün, unterseits silbergrau; Herbstfärbung leuchtend gelbrot; Stiel ohne Milchsaft Rinde/Borke: in der Jugend glatt, rotbraun, später silbergrau; längsrissige, mitunter abschuppende Borke Wurzel: Hauptwurzel weit ausgebreitet, flach, dicht verzweigte Feinwurzeln, zahlreich Standort: sonnig bis halbschattig, windgeschützt (Äste brechen leicht im Wind!); für Stadtklima geeignet Boden: guter Oberboden; sauer bis neutral; (frischer bis) feuchter, auch nasser Sand- oder Lehmboden; fruchtbar und unbedingt tiefgründig; kalkmeidend; Pionier auf Schwemmlandböden Verwendung: Solitärbaum, Gruppenpflanzung in großen Gärten oder Parks (gute Wirkung des tiefgeschlitzten silbrigen Laubes) Pflege: nicht notwendig Schädlinge und Krankheiten: Gallmilben, Blattläuse; Rotpustelkrankheit, Zweigsterben Sorten: zahlreich
