Differentielle Psychologie & Persönlichkeitspsychologie (Fach) / Biologische grundlagen der Persönlichkeit (Lektion)

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Eysenk - biologische Grundlagen des PEN-Systems Gray - BIS/BAS - Theorie ...

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  • Was ist biologische Basis der Extraversion (nach Eysenk)? ARAS (= formatio reticularis) vom Hirnstamm aufsteigende Bahnen Input u.a. aus limbischen System Wachheit, Schlaf, basale Aufmerksamkeit, Muskeltonus ...
  • Annahmen über das ARAS bei Extravertierten/Intravertierten Extravertierte: unterempfindliches ARAS, brauchen mehr Stimulation, um zu einem als angenehm empfundenen mittlerem Arousal-Niveau zu kommen →chronische Untererregung, Suche nach Stimuli Introvertierte: überempfindliches ARAS, Vermeidung von Stimuli, die zu stark empfunden werden → schmerzhafte Übererregung
  • Befunde zur Gültigkeit des Modells der Extraversion Introvertierte: höhere Lärmempfindlichkeit Extravertierte: schlechtere (Dauer-) Vigilanzleistungen (Extravertierte haben wegen erniedrigtem Arousal generell geringere kognitivte Leistungsfähigkeit, gilt nur bei relativ geringer Stimulation) ereigniskorreliertes Hirnrindenpotential für seltenen Reiz in einer visuellen Vigilamzaufgabe →bei Introvertierten stärkere hirnelektrische Reaktion (konform mit stärkeren kortikalen Erregbarkeit bei Introvertierten)
  • Befunde, die gegen die Gültigkeit des Modells der Extraversion sprechen Manipulation des Arousal in pharmakologischen Studien, testverhalten sollte in Richtung Extraversion/Intraversion experimentell beeinflusst werden: Stimulierende Substanzen (z.B. Amphetamin)→ Verschiebung in Richtung I Sedierende Substanzen →Verschiebung in Richtung E negative Ergebnisse!
  • Biologische Basis des Neurotizismus individuelle Unterschiede in der Erregbarkeit des limbischen Systems Hauptstrukturen: Amygdala, Hippocampus, cingulärer Kortex, Fornix, Septum, Mammilarkörper   Unterschiedliche Erregbarkeit →Unterschiede in der Aktivität des Autonomen Nervensystems: Stimulation durch kog. Aufgaben, Lärm,.. → Messung von EEG, EMG, EKG... → Ergebnisse nach Fahrenberg: kein intraindividuell stabiles Muster über Stimuli u physiologische Variablen, kein Zusammenhang mit Neurotizismus
  • Biologische Basis von Psychotizismus Kontinuitätshypothese: P. als kontinuerliche Disposition Starke Ausprägung + Stress → Psychose (Diathese-Stress-Modell) →wenn biologische Faktoren der Psychose bekannt, kennt man auch biologische Grundlagen von P. aber: es gibt kein einheitliches Modell zur Erklärung von Psychosen
  • Drei Dimensionen nach Gray Ängstlichkeit, Impulsivität, Psychotizismus →weiterentwickelt von Gray, da biologischen Systeme von Neurotizismus und Extraversion nicht unabhängig sein können (wie von Eysenk postuliert) →Anxiolythika (Alkohol, Benzodiazepine) reduzieren N. - und E. -Werte
  • Beziehungen zw. Ängstlichkeit/Impulsivität zu Neurotizismus/Introversion Impulsive: emotional labile Extravertierte (E stärker ausgeprägt als N) Ängstliche: emotional labile Introvertierte (N stärker als I)
  • Was besagt die Reinforcement Sensitivity Theory? drei neuroanatomisch abgrenzbare Hirnsysteme für Verabeitung von Belohnungs-/Bestrafungsreizen →unterscheiden sich in ihrer Sensitivität für Hinweisreize auf Belohnung/Bestrafung
  • Was ist das BIS? =Behavioral Inhibition System Verhaltenshemmsystem reagiert auf Bestrafung, frustrierende Nichtbelohnung führt zu: Verhaltenshemmung, ANS Aktivität, Aufmerksamkeitszuwendung (v.a. zu bedrohenden neuen Reizen), Angst Anxiolythika hemmen Effekte Anatomie: v.a. Limbisches System → Hippocampus, Septum, Cingulum, Verbindungen zum PFC, noradrenerge Projektionen aus Locus coeruleus, serotonerge Projektionen aus Raphekernen
  • Was ist das BAS? =behavioral approach system Verhaltensannäherungssystem reagiert auf Belohnung, Nicht-Bestrafung Aktivierung führt zu: verhaltensaktivierung insb. Annäherung, ANS Aktivität, Emotionen wie Hoffnung, Erleichterung, Glück.. Anatomie: v.a. Teile der Basalganglien (dorsales u. ventrales Striatum, insbes. ncl. accumbens°; Efferenzen zum PFC, dopaminerge Afferenzen (nigrostriatale und mesolimbische Bahnen) ° = verbindung zw. Putamen und Ncl. caudatus
  • Was ist das FFC? = Fight-Flight-System reagiert auf existenzielle Bedrohung aktivierung führt zu: Kampf, Flucht, Erstarrung, ANS Aktivität, Panik Anatomie: periaquäduktales Grau und medialer Hypothalamus
  • Was ist Persönlichkeit nach Gray? Interindividuelle Unterschiede in der Sensitivität des BIS und BAS führen zu unterschiedlichen Ausprägungen der Impulsivität und Ängstlichkeit Ängstliche: hohe Bestrafungssensitivität Niedrig-Ängstliche: niedrige Bestrafungssensitivität, gleiche Belohnungssensitivität Impulsive: hohe Belohnungssensitivität Niedrig-Impulsive: niedrige Belohnungssensitivität, gleiche Bestrafungssensitivität (Unterschiede im BAS)
  • Befunde zur Überprüfung der BIS/BAS Theorie - Lern-/Leistungsaufgaben Annahme: Personen mit höherer BIS-Reaktivität: bessere Leistung bei Bestrafung, Personen mit höherer BAS-Reaktivität: bessere Leistung bei Belohnung leistungs- und Lernaufgaben Aufgabe: Pbn sollen Sätze bilden; Belohnungsbdg.: pos. Rückmeldung bei Sätzen mit "Ich, Wir", Bestrafungsbdg. neg. Rückmeldung bei "Ich/Wir-Sätzen"; 20 Sätze ohne Rückmeldung, auszählung der Sätze mit "Ich/Wir" Extravertierte: Belohnung funktioniert besser (mehr Ich/Wir-Sätze) Introvertierte: Bestrafung funktioniert besser (weniger Ich/Wir-Sätze)  E → Belohnungssensitiv, I  → Bestrafungssensitiv
  • Befunde zur Überprüfung der BIS/BAS Theorie - Emotionsstudien Aufforderung sich pos. /neg. /neutrale Szenen vorzustellen →Stimmungsrating Extravertierte (BAS - reaktiv) : stärkerer pos. Affekt →emotional positiv reaktive Personen Emotional labile (BIS- reaktiv) : stärkerer neg. Affekt →emotional negativ reaktive Personen
  • Befunde zur Überprüfung der BIS/BAS-Theorie - psychophysiologische Studien EKP als Indikator für Belohnungs- /Bestrafungssensitivität Experiment: Pbn sollen tippen, ob nächster Ton niedrig/hoch wird → danach: info ob bei korrekter Antwort Gewinn oder falscher Antwort Geldverlust Extravertierte: reagieren auf Belohnungssignale mit höherer Amplitude als auf Bestrafungssignale (umgekehrt bei Introvertierten)   Aber: viele Befunde psychophysiologischer Studien inkompatibel mit RST!!
  • Welche biopsychologischen Persönlichkeitstheorien gibt es neben der BIS/BAS-Theorie und der Theorie von Eysenck noch? Cloninger: Biosoziale Persönlichkeitstheorie : 3 Persönlichkeitsmerkmale für Neuheit, Gefahr, u. belohnung →novelty seeking, harm avoidance, reward dependence affektiver Stil, pos. /negative Affektivität (v.a. Davidson): Forschungspropgramm zur Erklärung von Unterschieden in der Emotionalität aufgrund von Hemisphärenasymmetrie frontale Asymmetrie als stabile Disposition linksfrontal: Sensitiver für Annäherungsverhalten, pos. Emotionalität rechtsfrontal: sensitiver f. Rückzugsverhalten, neg. Emotionalität Zuckerman: Sensation seeking  →Interindividuelle Unterschiede in der Tendenz, neue Erfahrungen zu machen u. Risiken in Kauf zu nehmen
  • Probleme biopsychologischer Theorien keine durchgängig konsistente Ergebnisse: oft mangelnde Validität der Persönlichkeitsfragebögen (Grenzen des Selbstberichts) oft mangelnde Reliabilität und Validität physiologischer Maße komplexe biologische Variablen werden durch Vielzahl von Faktoren beeinflusst