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Steuern (Fach) / Einkommensteuer (Lektion)
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- 1. Wesen der Einkommensteuer Durch die Erhebung der ESt soll die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der natürlichen Person besteuert werden. Deshalb werden die persönlichen Verhältnisse des SP und besondere Umstände, die seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit beeinträchtigen können berücksichtigt. Als Personensteuer ist die ESt bei der Ermittlung der Einkünfte nicht abzugsfähig.
- 1. die Rechtsgrundlagen der ESt sind: das Einkommensteuergesetz (EStG) die Einkommensteuer-Durchführungsverordnung (EStDV)
- 1. Einkommensteuerrichtlinien... stellen lediglich Verwaltungsanweisungen dar, um eine einheitliche Anwendung des Steuerrechts zu gewährleisten. Sie sind für die Finanzbehörden bindend.
- 2. persönliche Steuerpflicht nur natürliche Personen können der ESt unterliegen
- 2. Arten der persönlichen Steuerpflicht (ESt) die unbeschränkte Steuerpflicht die beschränkte Steuerpflicht
- 2.1. unbeschränkte Einkommensteuerpflicht ist, wer im Inland einen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat bedeutet, dass der SP sowohl mit den inländischen als auch mit den ausländischen Einkünften der Einkommensteuer unterliegt es gilt das Welteinkommensprinzip
- 2.2. die beschränkte Steuerpflicht Nat. Personen, die im Inland weder einen Wohnsitz noch ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, sind beschränkt steuerpflichtig, wenn sie inländische Einkünfte im Sinne des §49 EStG beziehen. Es gilt das Territorialprinzip.
- 3. Bemessungsgrundlage ...für die ESt ist das zu versteuernde Einkommen, dass der SP innerhalb eines Kalenderjahres bezogen hat (§2 Abs. 5 und 7 EStG)
- 3.1. Einnahmen im Sinne des §8 Abs. 1 EStG sind alle Güter, die in Geld oder Geldeswert bestehen und dem SP im Rahmen einer der 7 Einkunftsarten gem §2 Abs. 1 EStG zufließen.
- 3.1. Einkunftsarten nach §2 Abs. 1 EStG Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft §13 Einkünfte aus Gewerbebetrieb §15 Einkünfte aus selbständiger Arbeit §18 Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit §19 Einkünfte aus Kapitalvermögen §20 Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung §21 sonstige Einkünfte §22
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- 3.1. nicht steuerbare Einnahmen Sind die Einnahmen im Rahmen der sieben Einkunftsarten angefallen? NEIN z.B. Lotto-, Rentengewinne, Schenkungen und Erbschaften, Einnahmen aus Liebhaberei (Hobby)
- 3.1. steuerbare Einnahmen Sind Einnahmen im Rahmen der sieben Einkunftsarten angefallen? JA Hierzu gehören: Betriebseinnahmen, Einnahmen im Sinne des §8 EStG
- 3.1. steuerbefreite Einnahmen §§3-3b Einnahmen, die innerhalb der sieben Einkuntsarten anfallen (=steuerbar), die aber aufgrund besonderer Befreiungsvorschriften nicht der ESt unterliegen häufig sogenannte sozial- und kulturpolitische Motive
- 3.1. Beispiele für steuerbefreite Einnahmen nach §3 EStG Nr. 1 Leistungen aus Kranken- und Unfallversicherung Nr. 2 Arbeitslosengeld Nr.13 Vergütung für Reise-, Umzugskosten, Verpflegungsmehraufwendungen Nr. 24 Kindergeld Nr. 44 Stipendien aus öffentlichen Kassen Nr. 62 Ausgaben des AG zur Zukunftssicherung des AN, gesetzl. AG-Beiträge zur SV (Kranken-, Renten-, Arbeitslosen-, Pflegeversicherung) nach §3b EStG: Lohnzuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit
- 3.1. Was ist bei steuerbefreiten Einnahmen zu beachten? mit steuerbefreiten Einnahmen in wirtschaftlichen Zusammenhang stehende Ausgaben sind nicht abzugsfähige Ausgaben, Vgl. §3c Abs. 1 EStG gilt für Betriebsausgaben und Werbungskosten
- 3.2. Einkünfte ...sind der Reinertrag einer Einkunftsart. Jede Einkunftsart kann mehrere Einkunftsquellen haben. Zusammengerechnet stellen sie die Einkünfte der betreffenden Einkunftsart dar.
- 3.2. Verlustausgleich hat ein SP sowohl positive als auch negative Einkünfte (Verluste) erzielt, werden die Verluste mit den positiven Einkünften ausgeglichen (Verlustausgleich)
- 3.2. horizontaler Verlustausgleich Verrechnung innerhalb einer Einkunftsart Verluste aus privaten Veräußerungsgeschäften nach §23 EStG können nur horizontal ausgeglichen werden, also mit Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften
- 3.2. vertikaler Verlustausgleich Verrechnung mit anderen Einkunftsarten
- 3.2. Gewinnermittlungszeitraum bei Land- und Forstwirten grundsätzlich vom 01.07. zum 30.06. Das Wirtschaftsjahr kann auch anders bestimmt werden, wenn dies aus wirtschaftlichen Gründen erforderlich ist §4a Abs.1 Nr.1 EStG)
- 3.2. Gewinnermittlungszeitraum bei Gewerbetreibenden ... deren Firma im Handelsregister eingetragen ist, ist das Wirtschaftsjahr der Zeitraum, für den sie regelmäßig Abschlüsse machen. Sie können die Umstellung des Wirtschaftsjahres auf einen vom Kalenderjahr abweichenden Zeitraum mit Zustimmung des Finanzamtes vornehmen §4a Abs. 1 Nr.2
- 3.2. Gewinnermittlungszeitraum Bei Land- und Forstwirten und Gewerbetreibenden ist der Gewinn nach dem Wirtschaftsjahr zu ermitteln §4a Abs. 1 Satz 1 EStG Bei allen übrigen Gewerbetreibenden stimmen das Wirtschaftsjahr grundsätzlich mit dem Kalenderjahr überein.
- 3.2. Betriebseinnahmen ..die bei Gewinneinkünften anfallen, nennt man Betriebseinnahmen, im Unterschied zu den Einnahmen im Sinne des §8 Abs. 1 EStG, die bei den Überschusseinkünften anfallen.
- 3.2. Betriebsausgaben Die Ausgaben, die bei den Gewinneinkünften zu berücksichtigen sind, nennt man Betriebsausgaben. Dazu heißt es in §4 Abs.4 EStG: Betriebsausgaben sind die Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind.
- 3.2. (Betriebs-)Gewinn Betriebseinnahmen ./. Betriebsausgaben ------------------------------------------------------- = Gewinn
- 3.2. Überschusseinkünfte Bei den Einkunftsarten wird der Überschuss der Einnahmen über die Werbungskosten oder der Verlust als Einkünfte angesetzt. Ermitlungszeitraum ist immer das Kalenderjahr.
- 3.2. Werbungskosten Ausgaben, die bei den Überschusseinkünften zu berücksichtigen sind. Sind nach §9 Abs. 1 EStG Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen.
- 3.2. Überschussermittlung 1. Anwendungsbereich §2 II Nr.2 EStG Einkünfte aus Nichtselbständiger Arbeit §19 Einkünfte aus Kapitalvermögen §20 Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung §21 sonstige Einkünfte §22
- 3.2. Überschussermittlung 2 Überschussermittlungsmethode Einnahmen §8EStG ./. Werbungskosten §9 EStG ----------------------------------------------------------------- = steuerpflichtige Einkünfte
- 3.2. Überschussermittlung 3. Definition der Einnahmen §8 EStG alle Güter in Geld oder Geldeswert, die dem SP im Rahmen einer Überschusseinkunft zufließen Zeitpunkt der Erfassung: > Grundsatz: Zuflussprinzip > Ausnahme: regelmäßig wiederkehrende Einnahmen innerhalb kurzer Zeit vor oder nach dem Ende des Kalenderjahres
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- 3.2. Überschussermittlung 4. Werbungskosten alle Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung von Einnahmen
- 3.2. Beispiele Werbungskosten soweit sie mit steuerpflichtigen Einnahmen im Zusammenhang stehen: Schuldzinsen Steuern und sonstige Grundbesitzabgaben Beiträge zu Berufsverbänden Mehraufwendungen für doppelte Haushaltsführung im Rahmen der Höchstbeträge Kosten für Arbeitsmittel Abschreibungen für Wirtschaftsgüter, die der Einnahmenerzielung dienen und die eine mehrjährige Nutzungsdauer haben Kosten für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte in Höhe von 0,30€/km max. 4.500€ je Kalenderjahr
- 3.2. Gesamtbetrag der Einkünfte Die Summe der Einkünfte aus den verschiedenen Einkunftsarten,vermindert um den Altersentlastungsbetrag §24a und den Freibetrag für Land- und Forstwirte §13 ergibt den Gesamtbetrag der Einkünfte §2 Abs. 3
- 3.2. Altersentlastungsbetrag Dem SP wird nach §24a EStG ein Altersentlastungsbetrag gewährt, wenn er vor Beginn des Kalenderjahres, in dem er sein Einkommen bezogen hat, das 64. Lebensjahr vollendet hat.
- 3.2. Einkommen ... ist der Gesamtbetrag der Einkünfte, vermindert um den Verlustabzug nach §10d EStG, die Sonderausgaben, die außergewöhnlichen Belastungen und die wie Sonderausgaben abziehbaren Beträge.
- 3.2. zu versteuerndes Einkommen Einkommen ./. Kinderfreibetrag §32 Abs.6 EStG ./. Betreuungsfreibetrag §32 Abs. 6 ./. Härteausgleich §70 EStDV -------------------------------------------------------------- = zu versteuernde Einkommen ist nach §2 Abs. 5 EStG
- 4.1. Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft Land- und Forstwirtschaft ist die planmäßige Nutzung der natürlichen Kräfte des Bodens zur Erzeugung von Pflanzen und Tieren sowie der Verwertung der dadurch selbstgewonnenen Erzeugnisse
- 4.1. Arten der Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft §13 Abs. 1 EStG Landwirtschaft Forstwirtschaft Tierzucht und Tierhaltung Binnenfischerei Teichwirtschaft Imkerei Wanderschäferei Jagd
- 4.2. Einkünfte aus Gewerbebetrieb nach §15 Abs. 2 EStG liegt ein Gewerbebetrieb vor, wenn folgende Merkmale erfüllt sind: Selbständigkeit Nachhaltigkeit Gewinnerzielungsabsicht Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr keine Land- und Forstwirtschaft, keine freie Berufstätigkeit, keine andere selbständige Arbeit
- 4.2. Arten der Einkünfte aus Gewerbebetrieb § 15 EStG Gewinne aus gewerblichen Einzelunternehmen Gewinne der Gesellschafter aus Personengesellschaften zu beiden Einkunftsarten gehören auch Gewinne aus Veräußerungen
- 4.3. Einkünfte aus selbständiger Arbeit §18 EStG selbständige Arbeit ist eine leitende udn eigenverantwortliche Tätigkeit auf eigene Rechnung und Gefahr unter Einsatz der persönlichen Arbeitskraft und aufgrund eigener Fachkenntnisse nachhaltig mit Gewinnerzielungsabsicht Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr
- 4.3. Arten der Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit selbständige, wiisenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende, erzieherische Tätigkeit selbständige Tätigkeit bestimmter Berufsgruppen (Ärzte, Rechtsanwälte) selbständige Tätigkeit den Katalogberufen ähnliche Berufe (Hebammen) Einkünfte aus sonstiger selbständiger Arbeit Testamentsvollstrecker Aufsichtsratsmitglied Vermögensverwalter
- 4.4. Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit §19 1. Kennzeichnung Einnahmen sind sämtliche Leistungen, die einem AN aus einem Dienstverhältnis zufließen. Ein Dienstverhältnis liegt vor, wenn der Angestellte (Beschäftigte) dem AG (öffentliche Körperschaft, Unternehmer, Haushaltsvorstand) seine Arbeitskraft schuldet.
- 4.4. Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit §19 2. Einnahmen in Geld (regelmäßig: Gehalt; unregelmäßig:Tantieme) nicht entgeltliche Leistungen (sog. geldwerte Vorteile) > Abgrenzungsproblematik zu sog. Annehmlichkeiten
- 4.4. Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit §19 3. Besonders geregelte Abzugsbeträge Versorgungsfreibetrag Arbeitnehmer-Pauschbetrag
- 4.5. Einkünfte aus Kapitalvermögen Hauptarten der Einkünfte aus Kapitalvermögen: Erträge aus Anteilen an bestimmten juristischen Personen Einnahmen aus der Beteiligung als (echter) stiller Gesellschafter und aus partiarischen Darlehen Zinsen aus Kapitalforderungen
- 4.5. Kapitalvermögen: Abgeltungssteuer Finanzanlagen im Privatvermögen §43 Abs. 5 EStG Steuertarif 25% grundsätzlich abgeltende Wirkung Abzugsverbot für Werbungskosten Sparer-Pauschbetrag Günstigerprüfung auf Antrag
- 4.5. Kapitalvermögen Teileinkünfteverfahren Finanzanlagen im Betriebsvermögen §20 Abs. 8 EStG - Zurechnung zu Gewinneinkunftsarten §3 Nr. 40 EStG - 60% der Einnahmen steuerpflichtig - 40% der Einnahmen steuerfrei Abzug von 60% der Betriebsausgaben Einbehalt der Kapitalertragsteuer hat keine Abgeltungswirkung
- 4.6. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung §21 EStG Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung von unbeweglichem Vermögen, insbesondere von Grundstücken und Gebäuden Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung von Sachinbegriffen
- 4.6. Einkünfte aus V und V Erhaltungsaufwand Aufwendungen für die Erneuerung von bereits vorhandenen Teilen, Einrichtungen oder Anlagen Bsp: Neuanstrich des Hauses Erneuerung des Dachs Austausch von Fenstern