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Psychologie (Fach) / 03454 - Psychologie und soziokulturelle Vielfalt (Lektion)
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- Double standard of ageing Frauen werden früher als „alt“ eingeschätzt als Männer
- Gründe Veränderung der demografischen Altersstruktur: Lebenserwartung steigt, Fruchtbarkeitsrate sinkt Zusätzliche Faktoren: Altern der geburtenstarken Jahrgänge aus den 50er und 60er Jahren (Babyboom) und entgegengesetzt die Zuwanderung von jüngeren Arbeit suchenden Migranten und Migrantinnen.
- Stereotype können anhand von „objektiven“ Forschungsergebnissen überprüft werden. der körperliche Verfall ist mit zunehmendem Alter eine Tatsachees lässt darauf schließen, dass sich die soziale Gruppe älterer Menschen hinsichtlich ihres körperlichen und psychischen Zustands sowie ihrer sozialen Integration und Lebenszufriedenheit sehr viel stärker ist, als aufgrund altersbezogener Stereotype gemeinhin angenommen wird. empirische Studien zum Identitätsverlust: Im Vergleich zu jüngeren Menschen sind ältere Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung sehr viel unterschiedlicher als angenommenallerdings: Stereotype sind durch gängige ideologische Auffassungen und kulturelle oder gesellschaftliche Normen geprägt: z.B. Wahrnehmung von Attraktivität (jung und schön vs. alt und hässlich) bspw. geht auf die relativ moderne Überbetonung von Körperkraft, äußerem Erscheinungsbild und Fitness zurück (Featherstone & Hepworth, 1994) zwischenzeitlich kultureller Wandel: dass die meisten älteren Menschen in Armut leben, wird heutzutage etwas differenzierter gesehen arme Alten (die von der Sozialhilfe leben) wohlhabenden, gut situierten Alte (die das Leben genießen und das Erbe ihrer Kinder aufzehren)Metaanalyen lassen darauf schließen, dass ältere Menschen nach wie vor im Vergleich zu Jüngeren eher in einem negativen Licht gesehen werden (Kite, Stockdale, Whitley, & Johnson2005)
- Paternalistische“ Stereotype Stereotype mit negativen und positiven Elementen werden als gemischte oder ambivalente Stereotype bezeichnet ältere Menschen werden im Vergleich zu Jüngeren vielfach für „warmherziger“ gehalten, aber auch für weniger „kompetent“. Ambivalente Stereotype dieser Art werden auch als „wohlwollende“ oder „paternalistische“ Stereotype bezeichnet, weil sie der Neigung Vorschub leisten, ältere Menschen zu bemitleiden, ihnen anmaßende bzw. unerwünschte Hilfe angedeihen zu lassen (Fiske et al., 2002): Fördert die Ausgrenzung aufgrund ihres angeblich niedrigen Kompetenzniveaus. Studien arbeiteten folgende Unterarten von altersbezogenen Stereotype heraus: • der Oma-Typ – freundlich, großzügig und hilfsbereit, aber altmodisch, • der ergraute Staatsmann – angesehen, aber intolerant, • der Senior – unflexibel, egozentrisch, körperlich geschwächt
- Impliziter Ageism: altersbezogene Stereotype können ihre Wirkung unbewusst entfalten automatische oder unbewusste Denkmuster, Gefühle und Urteile gegenüber älteren Menschen, können ihr Verhalten unterschwellig und automatisch beeinflussten (s. Perdue & Gurtman, 1990). „Project Implicit“ der Harvard University zeigt, dass implizite Vorurteile über ältere Menschen weit verbreitet sind. Beispielsweise legen über 80% der Besucher des virtuellen Labors eine implizit negative Haltung gegenüber älteren Menschen als gegenüber Jüngeren an den Tag.
- Funktionaler Ansatz Altersstereotype haben verschiedene psychologische Funktionen:... kognitive Funktion: besteht in der Systematisierung und Reduktion sozialer Informationen, um Rückschlüsse über die Person zu treffen, ohne dass sämtliche Informationen über die Person bekannt sind. (Schubladendenken) psycho-dynamische Funktion: Selbstschutz vor den negativen Folgen des Alterns: wir attribuieren die negativen Auswirkungen nicht auf das hohe Alter selbst, sondern auf bestimmte Eigenschaften von Menschen, die dieser Altersgruppe angehören. soziokulturelle Funktion: besteht in der Rationalisierung und Legitimation der sozialen Ordnung –„wir“ sind jung und leistungsfähig und haben einen größeren Anspruch auf gesellschaftliche Teilhabe als „die“.
- Soziale Auswirkungen des demografischen Wandels ab 85 Jahren steigt das Krankheitsrisiko deutlich an die Gesellschaft muss sich Fragen zu geriatrischer Versorgung und altersgerechter Infrastruktur stellenhöhere Lebenserwartung der Frauen führt zu Frauenüberhang in den älteren Generationen; alte Frauen haben im Vergleich zu alten Männern ein höheres Armutsrisiko, weil sie durchschnittlich weniger Rentenansprüche als Männer erworben habenAlleinleben erhöht das Risiko für physische und psychische Krankheiten, Altersarmut und gesellschaftliche Isolation; betrifft Frauen mehr als Männer, weil sie eine höhere Lebenserwartung haben und nach einer Verwitwung seltener eine neue dauerhafte Beziehung eingehen
- Altersdiskriminierung ( 3 Formen ) Übertriebene Fürsorglichkeit ist ein unangemessener Kommunikationsstil im Gespräch mit älteren Menschen, wobei eine Person einen älteren Menschen auf eine Art und Weise anspricht, die übereine rücksichtsvolle Sprachanpassung hinausgeht, welche die angesprochene Person als angemessen empfinden würde (Coupland, Coupland, Giles, & Wiemann, 1988).Patronisierende („beschützende“) Kommunikation ist gekennzeichnet durch:- besondere Langsamkeit- übermäßige Vereinfachung- übertriebene Höflichkeit und Wärme- Gebrauch von kindischen Ausdrücken und Verniedlichungen- Veränderung der Pronomina (z.B. der Gebrauch von „wir“ statt „du“ oder „Sie“)- Verwendung von Kosenamen wie „Schätzchen“ oder „Süße(r)“Nonverbale Formen der herablassenden Sprechweise:- Verstellung der Stimme (hohe Tonlage, übertriebene Betonung)- plump-vertrauliches Streicheln- übertriebene Gestik oder Mimik, um den verbalen Ausdruck zu unterstreichenGrund, für derartiges Verhalten: Stereotype bezüglich älteren Erwachsenen (d.h. senil und schwerhörig)
- Bezeichnungen für ältere Erwachsene, die von der National Academy for Teaching and Learning about Aging (NATLA, USA) zusammengestellt wurden. Alte: generell die Nebenbedeutung einer namenlosen, gesichtslosen Bevölkerung von armen und gebrechlichen älteren MenschenÄltere/r/ Älteste/r: beinhaltet Achtung und Weisheit, für einige Glaubensgemeinschaften bedeutet „Ältester“ ein Amt innerhalb der Gemeindeältere Bürger/Mitbürger/innen: bezeichnet eine etwas jüngere BevölkerungsgruppeSenior/in: neutralere Bezeichnung von Menschen mit mehr Lebenserfahrung, ohne dass diese Personen auch unbedingt entsprechend betagt sein müssen („Seniorchef“) alter Mann/alte Frau: wird generell als abwertend empfunden (grob, unverblümt, negativ) Golden Ager (keine deutsche Entsprechung): löst gemischte Gefühle aus (sorgenfreie, glücklich vs. Problematischer Lebensabschnitt) älterer Erwachsener/älterer Mensch: neutral, unverfänglich, „älter“ als relativer Begriff, „Erwachsener“ verlangt Respekt und suggeriert Unabhängigkeit und VerantwortlichkeitPrävention: Ageism überwinden Strategien zur Bekämpfung und Überwindung des Ageism (Projekt CIB „Cities in Balance. Active Cities for all Ages“). Wichtiges Anliegen hierbei ist die Teilhabe von Älteren am gesellschaftlichen Leben stärken.
- Seniorenintegration soziale, finanzielle und digitale Inklusion Seniorentreffpunkte (sog. Silver Hubs, „silberne Knotenpunkte“): Ziel ist es, vor Ort als auch virtuell leicht Informationen, Hilfe und Kontakt zu Jüngeren zu bekommenUnterstützung und vorantreiben seniorenrelevanter Angebote ältere Menschen in ehrenamtliche Tätigkeiten, generationenübergreifende Projekte, Mentoringprogramme etc. einbinden (z.B. generationenübergreifende Technikschulungen, eine Entlastung und psychische Betreuung von Älteren, die selbst andere Personen pflegen)Finanzberatung zur Bekämpfung der Altersarmut
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- WHO Definition „Behinderung“ Behinderung ist Überbegriff unter dem folgende Begriffe summiert werden: Beeinträchtigung - (impairment): Probleme der Körperfunktionen, z.B. Lähmungen als Folge eine Zerebralparese Aktivitätseinschränkung - (limitation of activities): Schwierigkeiten aktiv zu sein, z.B. beim Gehen oder Essen Mangelnde teilhabe ( limitation of participation): Schwierigkeiten am öfewntlichen Leben teilzunehmen z.B. Diskriminierung am Arbeitsplatz oder im Nahverkehr
- Komorbidität Komorbidität bezeichnet Begleiterkrankungen, die zusätzlich zu der Grunderkrankung auftreten. Diese Begleiterkrankungen können, müssen aber nicht ursächlich mit der Grunderkrankung zusammenhängen Kommen zu der Grunderkrankung noch weitere Begleiterkrankungen hinzu, sprechen wir von „Multimorbidität“.
- Prävention von Behinderung Die „primäre Prävention“ schließt alle Anstrengungen mit ein, mit denen versucht wird die mögliche Ursache eines Gesundheitsproblems anzugehen, bevor das Problem auftritt – sowohl auf individueller, als auch auf gesellschaftlicher Ebene. Ein Beispiel hierfür ist das Rauchverbot in Kneipen und Restaurants. Die „sekundäre Prävention“ beinhaltet alle Versuche, ein Gesundheitsproblem in einem frühen Stadium zu erkennen und zu behandeln, seine Verbreitung zu stoppen oder langfristige Schäden zu vermeiden. Hierunter fällt zum Beispiel die Unterstützung lernbehinderter Frauen, um an einem Brustkrebs-Screening teilnehmen zu können. Die „tertiäre Prävention“ umfasst alle Strategien, mit denen versucht wird ein schon bestehendes Problem zu behandeln. Hier geht es insbesondere darum, die körperliche Funktionsfähigkeit wieder herzustellen und Komplikationen, die durch eine Krankheit entstehen können, zu vermeiden. Ein Beispiel hierfür sind Reha-Aufenthalte für Schlaganfallpatienten/innen, bei denen sie lernen im Alltag zurechtzukommen.
- „spread effect” Es wird beim „spread effect” aufgrund eines auffälligen Merkmals (z.B. Spastik) fälschlicherweise auf andere Eigenschaften geschlossen (z.B. geistige Einschränkungen).
- Political Correctness: Sprache Die Verwendung von Adjektiven - Die Studienteilnehmenden lasen„John is a sexist“ (Nomen-Bedingung) oder „John is sexist“ (Adjektiv-Bedingung) Resultat: Nomen mehr Informationen über die Person boten, wichtiger wären und stabilere Merkmale der Person beschrieben. Eine weitere Studie von Markam zeigte zudem, dass Label zu einer höheren Attributionvon weiteren Persönlichkeitsmerkmalen führten als Adjektive. Das „Person-zuerst-Prinzip“ - Die Verwendung von Verben fördert also das „Person-zuerst-Prinzip“.