Kardiologie (Fach) / Untersuchungsmethoden des Herzens (Lektion)
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Definitionen
Diese Lektion wurde von Logisch erstellt.
- Definition Anamnese ist eine systematische Befragung, die den Gesundheitszustand eines Individuums zum Thema hat erfasst die aktuellen Beschwerden, die gesundheitliche Vorgeschichte, besondere Dispositionen (z.B. Allergien), die Lebensumstände und das genetische Risiko des Patienten ist wegweisend für Art und Umfang der weiterführenden diagnostischen Maßnahmen und führt häufig bereits zu einer Verdachtsdiagnose Synonym: Krankheitsgeschichte, Fallaufnahme
- Definition Dyspnoe Atemnot, Atemstörung, Kurzatmigkeit bezeichnet die subjektiv empfundene Atemnot beziehungsweise die erschwerte Atmung. Der Patient hat das Gefühl, nicht mehr genug Luft zu bekommen. Die vom Arzt wahrnehmbaren äußerlichen Zeichen einer Dyspnoe können eine flache und schnelle Atmung oder eine betont tiefe Atmung sein
- mögliche Ursachen für eine Dyspnoe pulmonale, kardiale, muskuläre, skelettale und zerebrale Faktoren Psyche oder andere Faktoren (z.B. Übergewicht)
- Einteilung der Dyspnoe Zusammenhang mit körperlicher Belastung belastungsabhängig (Belastungsdyspnoe) nicht-belastungsabhängig (Ruhedyspnoe) Zusammenhang mit Lage lageabhängig (Orthopnoe, Platypnoe) nicht-lageabhängig Art des Beginns plötzlich langsam
- Definition paroxysmale Dyspnoe nächtliche schwere Atemnot Linderung durch Aufsetzen im Bett oder aufrecht schlafen
- Definition paroxysmale paroxysmal entstammt dem Griechischen und bedeutet "anfallsartig"
- Definition Thoraxschmerz ist ein häufig auftretendes Beschwerdebild, das auf eine Vielzahl von Erkrankungen zurückzuführen ist. Die Ursache kann sowohl im Thorax selbst, als auch in Organen außerhalb des Brustkorbs, wie etwa im Bauchraum zu finden sein.
- mögliche Ursachen für Thoraxschmerzen kardiovaskulär pulmonal gastrointestinal muskuloskelettal psychogen
- Definition Angina pectoris bezeichnet einen häufig anfallartig auftretenden, thorakalen Schmerz, der durch eine Ischämie des Herzens ausgelöst wird. Die Angina pectoris ist das Kardinalsymptom der koronaren Herzkrankheit (KHK)
- mögliche Ursachen einer Angina pectoris Durchblutungsstörung aufgrund einer Verengung eines Koronargefässes (generalisierten) Arteriosklerose Spasmen der koronaren Blutgefäße
- Definition Arteriosklerose bezeichnet die Ablagerung von Fett, Thromben, Bindegewebe und Kalk in den Blutgefäßen. Synonym: "Arterienverkalkung" Wörtlich übersetzt heißt Arteriosklerose bindegewebige Verhärtung der Schlagadern
- Symptome der Angina pectoris retrosternal / hinter dem Brustbein lokalisiertes Unwohlsein, in Form von dumpfem Schmerz, Druck, Schweregefühl, Brennen oder Erstickungsgefühl kann in den li Arm, Rücken, Nacken, Schultern oder sogar in den Unterkiefer ausstrahlen Kälte kann Symptome auslösen nach dem Essen können Symptome auftreten tritt typischerweise unter Belastung auf → nach Abbruch der Belastung verschwinden die Beschwerden meist schnell (10 - 15 Min.)
- Unterschied Herzinfarkt - Angina pectoris Beim Herzinfarkt kommt es oft zu einer besonders schweren und länger anhaltenden Angina pectoris, oft verbunden mit einer Ausstrahlung in den linken Arm. Der Schmerz der Angina pectoris lässt sich durch Applikation von Nitroglycerin lindern.
- Definition Herzrhythmusstörungen Unter Herzrhythmusstörungen bzw. Arrhythmien versteht man Unregelmäßigkeiten der Herzaktion.
- Ursachen von Arrhythmien / Herzrhythmusstörungen Arrhythmien sind häufig Symptome oder Hinweise auf andere Erkrankungen des Herzens oder Ausdruck von neurovegetativer Dysregulation Ursache für Rhythmusstörungen des Herzens können unter anderem nervöse und vegetative Faktoren, toxische Einflüsse (Medikamente) und organische Myokardschädigungen (z.B. Myokarditis) sein. In einer Reihe von Fällen ist jedoch eine genaue Ursachenklärung nicht möglich.
- Einteilung von Herzrhythmusstörungen Reizbildungsstörungen = Sinusknotensyndrom Reizleitungsstörungen = AV-Block Störung geht vom Vorhof aus = supraventrikuläre Störung Störung geht vom Ventrikel aus = ventrikuläre Rhythmusstörung Bradykardie Tachykardie
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- Definition Bradykardie Bradykardie ist eine Unterschreitung der altersüblichen physiologischen Herzfrequenz (HF), z.B. weniger als 60 Schläge pro Minute bei einem Erwachsenen.
- Definition Tachykardie Die Tachykardie ist eine Überschreitung der altersüblichen physiologischen Herzfrequenz (HF) z.B. über 100 Schlägen pro Minute bei einem Erwachsenen.
- Definition Extrasystole Eine Extrasystole ist eine Herzaktion, welche außerhalb des normalen Sinusrhythmus auftritt. Extrasystolen gehören zu den Herzrhythmusstörungen.
- paroxysmale Tachykardie plötzliches Herzrasen
- Symptome von Herzrhythmusstörungen beschwerdelos verlaufen von Herzklopfen, -stolpern, -jagen und Herzrasen (Palpitation) begleitet sein oder zu Schwindelgefühlen und Beklemmungszuständen führen (Symptone ähnlich wie bei Angina pectoris). Es kann auch zu Bewußtseinsverlust und plötzlichen Stürzen (Synkope) kommen. Generell treten Beschwerden bei raschem Herzschlag (ab ca. 160/min), bei zu langsamem Herzschlag (ab ca. 40/min) und bei allen Unregelmäßigkeiten mit hämodynamischen Störungen auf.
- Wichtige Fragen zur Abklärung einer Herzrhythmusstörung Störungen in Ruhe oder unter Belastung einzeln oder gehäuft schubweise oder permanent
- Definition Herzinsuffizienz Eine Herzinsuffizienz liegt vor, wenn das Herz unfähig ist, das vom Organismus benötigte Herzzeitvolumen bei normalem enddiastolischen1 Ventrikeldruck bereit zu stellen. 1 am Ende der Entspannungsphase des Herzens
- Definition Nykturie Als Nykturie bezeichnet man das mehrmalige Wasserlassen während der Nacht.
- Definition Sinusrhythmus Der Sinusrhythmus ist eine im Sinusknoten durch Depolarisation der Zellen entstehende Folge von Erregungen, die bei regulärer Reizfortleitung die Herzfrequenz bestimmt (Schrittmacherfunktion des Sinusknotens).
- Risikofaktoren für eine Arteriosklerose chronischer Bluthochdruck Diabetes mellitus / erhöhter Blutzucker erhöhte Blutfette Nikotinkonsum Stress Bewegungsarmut und Übergewicht erhöhte Harnsäurenkonzentration familiäre Belastung
- Definition Kolorit Hautfarbe kann Auskunft geben über die Herzfunktion
- Definition Zyanose die bläuliche Verfärbung der Haut oder Schleimhäute. Im übertragenen Sinn wird der Begriff auch verwendet, um generell eine Minderdurchblutung zu beschreiben.
- Definition Blässe Unter Blässe versteht man die blasse Hautfarbe eines Patienten im Vergleich zu seiner normalen Hautfarbe. Blässe ist immer ein Zeichen von mangelnder Durchblutung der Haut.
- Definition Ödem Als Ödem bezeichnet man den Austritt von Flüssigkeit aus dem Gefäßsystem und deren Ansammlung im interstitiellen Raum vor allem die Schwellung eines Gewebes mit wahrnehmbaren Flüssigkeitsansammlungen in der Subkutis (geschw. Beine) oder Flüssigkeitsansammlungen in bestimmten Organen
- Definition Perkussion Die Perkussion gehört zu den ärztlichen Basistechniken. Sie versetzt durch das Beklopfen der Körperoberfläche das darunter liegende Gewebe in Schwingungen und löst dabei verschiedene Schallqualitäten aus. Dieser Klopfschall liefert Informationen1 über die Ausdehnung und die Eigenschaften der im Untersuchungsareal befindlichen Organe oder Gewebe. 1) Form, Lage und Grösse z.B. des Herzens
- Definition Herzdämpfung Als Herzdämpfung bezeichnet man die bei der Perkussion des Brustkorbes auftretende Dämpfung des Klopfschalles über dem Herzen. Sie ermöglicht es dem Untersucher die Herzgrenzen perkussorisch darzustellen, um auf die anatomische Lage und Größe des Herzens rückschließen zu können.
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- Definition absolute Herzdämpfung stärkste Schalldämpfung im medio- und links-parasternalen1 Teil des Herzens, der nicht durch die Lunge überlagert ist absolute Herzdämpfung = fehlende Schallresonanz Bereich, in dem das Herz direkt der Brustwand anliegt geht nach unten über den Rippenbogen in die Leberdämpfung über 1) parasternal = neben dem Brustbein / Sternum
- Definition relative Herzdämpfung kräftige Perkussionsschläge = so wird die Dämpfung durch den Lungenrand hindurch hörbar gibt die effektive Grösse des Herzens an weniger stark gedämpfter Klopfschall über den von der Lunge verdeckten Anteilen des Herzens, der im Übergangsbereich zum deutlich helleren Schall der Lunge die Herzgrenzen definiert
- Definition Palpation bezeichnet die manuelle Untersuchung eines Patienten durch Ertasten von Körperstrukturen mit einem oder mehreren Fingern bzw. Händen gehört zu den Basistechniken der klinischen Untersuchung Größe (Dimension): z.B. kirschgroß, pflaumengroß etc. Festigkeit (Konsistenz): weich, hart, derb Nachgiebigkeit (Elastizität): unnachgiebig, prall-elastisch, federnd Beweglichkeit (Mobilität): verschieblich, nicht verschieblich Schmerzempfindlichkeit (Druckdolenz): indolent, druckdolent
- Welche Infos erhält man durch die Herzpalpation? ob eine Verbreiterung des Herzens nach links vorliegt Herzspitze liegt normalerweise im 5. Zwischenrippenraum in der li Medioklavikularlinie Herzspitzenstoss beträgt weniger als 2 cm bei Linksherzhypertrophie = hebender, stärker pulsierender Herzspitzenstoss bei Linksherzinsuffizienz = Verbreiterung und Verlagerung des Herzspitzenstosses → li ausserhalb der Medioklavikularlinie evtl. im 6. Zwischenrippenraum und grossflächiger palpierbar beim Zwerchfellhochstand = Herzspitzenstoss weiter kranial und lateral der Medioklavikularlinie
- Definition Linksherzhypertrophie eine Gewebevergrößerung (Hypertrophie), die das Myokard des linken Herzventrikels betrifft
- Ursachen Linksherzhypertrophie entsteht durch vermehrte Arbeitsbelastung der Kammermuskulatur des linken Herzventrikels arterielle Hypertonie Herzklappendefekte (z.B. Aortenklappenstenose)
- Definition Hypertonie die Erhöhung eines Drucks oder einer Gewebespannung über die physiologische Norm hinaus Gegenteil = Hypotonie → Blutdruckwerte unterhalb von 100/60 mmHg meist ist der erhöhte Druck in den Blutgefässen gemeint
- Definition 1) arterielle Hypertonie 2) pulmonale Hypertonie hoher Blutdruck im Körperkreislauf hoher Blutdruck im Lungenkreislauf
- Definition Linksherzinsuffizienz unzureichende Pumpleistung des linken Herzens führt zu Blutrückstau in den linken Vorhof und in der Folge zu einer Druckerhöhung in der Lunge
- Definition Herzauskultation Abhören des Herzens dient der Erfassung der physiologischen Herztöne und zur Erkennung von eventuell vorhandenen pathologischen Herzgeräuschen, die z.B. auf krankhafte Veränderungen der Herzklappen hinweisen können
- Definition Stethoskop medizinisches Untersuchungsinstrument zum Abhören von Körpergeräuschen (Auskultation)
- Definition Herztöne Herztöne sind bei der Auskultation des Herzens hörbare Töne, die im Rahmen der physiologischen Herzaktion entstehen. Sie stehen damit im Gegensatz zu den pathologischen Herzgeräuschen, welche meistens durch Defekte der Herzklappen erzeugt werden. leiser erster Ton zum Beginn der Systole lauter zweiter Ton zum Beginn der Diastole
- Definition Herzgeräusche Herzgeräusche sind pathologische, d.h. krankhafte Strömungs- bzw. Klappengeräusche, die vom Herzen ausgehen Herzgeräusche liegen zwischen den Herztönen
- Definition Stenose bezeichnet in der Medizin jede Form von Verengung eines röhrenförmigen Körperabschnitts Bei extremer Verengung spricht man von einer Striktur. Teilweise werden die beiden Begriffe aber auch synonym verwendet kann angeboren oder erworben sein
- Definition ICR Inter Costal Raum Der Interkostalraum ist der Raum zwischen zwei benachbarten Rippen
- Auskultationsstellen liegen nicht immer direkt über der Klappe liegt an den Stellen der Körperoberfläche, an die der Blutstrom den entsprechenden Klappenton am deutlichsten leitet
- Auskultationsstelle Aortenklappe 2. ICR, parasternal rechts
- Auskultationsstelle Pulmonalklappe 2. ICR, parasternal links
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