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Sozialpsychologie (Fach) / Sozialpsychologie (Lektion)

Sozialpsychologie

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  • Was sind Stereotype? im Kontext automatischer Aktivierung Stereotype kognitive Strukturen mit Wissen und Überzeugungen über soziale Gruppen Inhalte werden über alle Mitglieder der Gruppen generalisiert
  • Mit welchen Aspekten von stereotypen beschäftigt sich die soziale Kognition? Mit welchen beschäftigt sie sich nicht? soziale Kognition beschäftigt sich mit Struktur und Aktivierung von Stereotypennicht: mit ihren spezifischen Inhalten
  • Wie können automatische Prozesse aktiviert werden? automatische Prozesse (bspw. Stereotype) werden automatisch aktiviert ⇒ sie treten bei bestimmten Hinweisreizen auf
  • Mit Hilfe welcher Paradigmen können automatische Prozesse erkannt werden? Wie funktionieren sie jeweils? Priming Aktivierung eines Stimulus erleichtert anschließende Aktivierung damit zusammenhängender Stimuli⇒ sich ausbreitende Aktivierung⇒ erhöhte Zugänglichkeit assoziierter Konzepte Lexikalische Entscheidungsaufgabe Messung wie schnell Versuchspersonen auf Wörter / Nichtwörter reagieren⇒ Nach Priming sollten assoziierte Wörter schneller erkannt werden
  • Was ist Enkodierung im Kontext der Aktivierung von Schemata? Enkodierung Transformation wahrgenommener Reize in innere Repräsentationen⇒ schneller wenn gewohnt
  • Wonach werden Situationen im Kontext der Aktivierung von Schemata bewertet? Situationen werden anhand von Schemata / Stereotypen interpretiert⇒ bspw. Werbeclip: "The Guardian", 1968
  • Wie waren Design und Vorannahme in den Untersuchungen von Corell et al., 2002 zur "Shooter Bias? Was waren die Ergebnisse? Shooter Bias, Correll et al., 2002 Annahme: durch das Stereotyp von Afro-Amerikanern als gewalttätig, werden bei ihnen Waffen eher erkannt Design: 2 x 2(Hautfarbe: schwarz / weiß) x (Waffe: vorhanden / nicht vorhanden) AV: Entscheidung: shoot / don't shoot Reaktionszeit Ergebnisse⇒ schnellere Reaktion bei Afro-Amerikanern mit Waffen⇒ häufigere Fehler bei Afro-Amerikanern ohne Waffen
  • Was sind nach Strack & Deutsch, 2002 Urteilsheuristiken? Urteilsheuristiken einfache "Faustregeln", die auf leicht zu erhaltende Informationen angewendet werden und unter geringem Verarbeitungsaufwand ein hinreichend genaues Urteil erlauben
  • Was sind drei wichtige Urteilsheuristiken? Repräsentativitätsheuristik Verfügbarkeitsheuristik Ankerheuristik
  • Wie werden der Repräsentativitätsheuristik, nach Kahnemann & Tversky, 1973 entsprechend, Urteile getroffen? Wozu dient sie? Was aktiviert sie? Welches Problem kann auftreten? Repräsentativitätsheuristiken Je typischer ein Objekt für eine bestimmte Kategorie, desto höher wird die Wahrscheinlichkeit eingeschätzt, dass es in diese Kategorie gehört⇒ dient kognitiver Entlastung⇒ aktiviert Schemata (Skripte) Fiske & Taylor, 2013bspw. Stereotype Studierender verschiedener FächerProblem: Vernachlässigung von Basisraten
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  • Was kann nach Kahnemann & Tversky, 1973 zur Vernachlässigung von Basisraten führen? Vernachlässigung von Basisraten Leichtigkeit des Abrufs von Beispielen ⇒ Vernachlässigung von Basisraten ⇒ falsche Schätzungen von HäufigkeitenBeispiele: - Wie viele Hollywood Schauspielerinnen haben sich in den letzten Jahren einer  Schönheits-OP unterzogen?- Wie wahrscheinlich ist es, dass Jack ein Anwalt ist?"
  • Was ist eine Basisrate? Information über Häufigkeit einer Kategorie in einer Population
  • Wie werden der Verfügbarkeitsheuristik entsprechend Urteile getroffen? Verfügbarkeitsheuristik erfahrungsbasiert⇒ (unmittelbare) eigene Erfahrungenbspw. Arbeitslosigkeit im Bekanntenkreis ⇒ Schätzung von Arbeitslosigkeit gedächtnisbasiert⇒ aus Medien oder anderen Fremderfahrungenbspw. Überschätzung von Unfällen als Todesursache
  • Wie war das Design der Untersuchung von Schwarz et al. 1991 im Kontext der Verfügbarkeitsheuristik? Was war das Ergebnis? Design: Versuchspersonen wurden gebeten, sich an selbstsicheres Verhalten zu erinnern a) Gruppe 1 ⇒ einnern an 6 Situationen b) Gruppe 2 ⇒ einnern an 12 Situationen AV: anschließende Selbstbeurteilung der SelbstsicherheitErgebnis ⇒ höhere Selbstsicherheit in Gruppe 1
  • Was sind Ankereffekte? Systematisches Annähern von Urteilen an Zahlenwerte, mit denen man den Urteilsgegenstand anfänglich vergleicht
  • Wie war die Operationalisierung des Experiments von Tversky & Kahneman, 1974 zu Ankereffekten? Was waren Ergebnisse? Experiment zu Ankereffekten Aufgabe: Schätzung des Anteils afrikanischer Staaten in der UNO Experimentelle Manipulation:drehen eines Glücksrades mit Zahlen von 0 bis 100 ⇒ zunächst komparatives Urteil in Relation zum (vermeintlichen) Zufallswerts⇒ danach absolutes UrteilErgebnis:⇒ Bei Ankerwert „10“ Durchschnittsschätzung 25%⇒ Bei Ankerwert „65“ Durchschnittschätzung 45%
  • Wie war die Operationalisierung des Experiments zu Ankereffekten in Verhandlungssituationen von Whyte & Sebenius, 1997? Was waren Ergebnisse? Ankereffekten in Verhandlungssituationen, Whyte & Sebenius, 1997 Simulation einer Verhandlung zwischen einem amerikanischen Autozulieferer und japanischen Kunden ⇒ Verhandelt wird Preis eines Zubehörteils Annahme: zufälig genannter Zahlenwert beeinflusst das Angebot in der Verhandlung VP: 105 MBA-Students UV: Textvorlage, nach der versehentlich ein Angebot der japanischen Verhandlungspartner von 12 § / 32 $ pro Teil gehört wurde / 3. Bedingung ohne versehentliches Angebot AV: Eröffnungsangebot der amerikanischen Verhandlungspartner Ergebnisse:Annahme bestätigt (s. Abb)
  • Funktionieren Ankereffekte in Verhandlungspersonen bei Laien und Experten? Ja
  • Wann sind Ankereffekte effektiver, wann schwächer? Ankereffekte effektiver, wenn Anker plausibel sind Ankereffekte schwächer bei Motivation und Fähigkeit, sich vom Ankerwert wegzubewegen
  • Was ist eine Einstellung per Definition? Einstellung per Definition Gesamtbewertung eines Objekts, die auf kognitiven Informationen, affektiven Informationen und Verhaltensbezogenen Informationen beruht
  • Aus welchen drei Komponenten besteht das Mukltikomponentenmodell der Einstellung von Zanna & Rempel, 1988? Kognitive Komponente Affektive Komponente Verhaltensbezogene Komponente
  • Was hat es mit der kognitiven Komponente im Mukltikomponentenmodell der Einstellung von Zanna & Rempel, 1988 auf sich? kognitive Komponente Überzeugungen, Gedanken und Eigenschaften, die wir mit einem Einstellungsobjekt assoziieren Abwägen positiver/negativer Aspekte
  • Was hat es mit der affektiven Komponente im Multikomponentenmodell der Einstellung von Zanna & Rempel, 1988 auf sich? affektive Komponente mit dem Einstellungsobjekt verbundene Gefühle und Emotionen "Mere Exposure Effekt", Zajonc 1968
  • Was hat es mit dem "Mere Exposure Effect", Zajonc, 1968 auf sich? Mere Exposure Effect positivere Einstellungen zu bekannten Objekten
  • Was hat es mit der Verhaltensbezogenen Komponente im Multikomponentenmodell der Einstellungen von Zanna & Rempel, 1988 auf sich? Verhaltensbezogenen Komponente Verhaltensweisen gegenüber einem Einstellungsobjekt Basis für Einstellungen Einstellungen können aus früherem Verhalten geschlossen werden(Selbstwahrnehmungstheorie, Bern, 1972) Einstellungen können geändert werden um mit Verhalten übereinzustimmen(Dissonanztheorie, Festinger, 1957)
  • Müssen Einstellungen auf allen drei Komponenten aus Zanna & Rempel's Multikomponentenmodell der Einstellungen, 1988 beruhen? nein, müssen sie nicht außerdem können kognitive, affektive und verhaltensbezogene Komponente unterschiedlich relevant sein
  • Wie werden Einstellungsobjekte der eindimensionalen Sichtweise zur Struktur von Entscheidungen zufolge bewertet? eindimensionalen Sichtweise zur Struktur von Entscheidungen (sehr) negativ - weder noch - (sehr) positiv
  • Welche Besonderheit gibt es der dreidimensionalen Sichtweise von Entscheidungen, Cacioppo et. al., 1997 zufolge bei der Bewertung von Einstellungsobjekten? Einstellungsambivalenz Zustand, in dem eine Person ein Einstellungsobjekt sowohl mag, als auch nicht mag
  • Welche vier Methoden gibt es zur Messung von Einstellungen? explizite Einstellungsmaße implizite Einstellungsmaße physiologische Indikatoren Hautleitfähigkeit EMG EEG ... Verhaltensbeobahtung Lost Letter ...
  • Wie werden explizite Einstellungen gemessen? explizite Einstellungen direkte Bitte, über eine Einstellung nachzudenken und diese zu berichten gebräuchlichstes Einstellungsmaß Beispiel: Likert Skalen
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  • Wie werden mit Likert-Skalen Einstellungen gemessen? Was ist ein Problem von Likert-Skalen beim Messen von Einstellungen? Zustimmung zu einer positiv oder negativ formulierten Einstellung anhand einer numerischen Skala Problem: Anfällig für soziale Erwünschtheit, gerade bei sensiblen Themen
  • Wie werden Implizite Einstellungen gemessen? Was ist ein Vorteil? Erfassung automatisch-evaluierter Assoziationen, die mit einem Einstellungsobjekt verbunden sind ⇒ Reaktionszeiten keine dirkete Frage nach der Einstellung notwendig Beispiel: Impliziter Assoziationstest (IAT) von Greenwald et al, 1998 Vorteil: kein Einfluss sozialer Erwünschtheit
  • Was wird mit dem impliziten Assoziationstest von Greenwald et al., 1998 gemessen? Wie funktioniert er? impliziter Assoziationstest misst: Implizite Einstellungen Funktionsweise: Darbietung von positiven/negativen Begriffen zusammen mit Einstellungsobjekten (bspw. Bilder von Schwarzen/Weißen in den USA)⇒ Messung von Reaktionszeiten
  • Wie war der "Versuchsaufbau" in LaPiere's Experiment zu Einstellungen und Verhalten, 1934? Was waren die Ergebnisse? LaPiere's Experiment zu Einstellungen und Verhalten Reise mit chinesischem Paar durch die USA in über 250 Hotels und Restaurants nur einmal abgelehnt Spätere schriftliche Anfrage, ob chinesische Gäste bedient werden⇒ über 90% Ablehnung
  • Welche Korrelationen ergaben sich bei Meta-Analysen zur Messung des Zusammenhangs von Einstellungen und Verhalten? Wicker, 1969 > 40 Studien r = .15 Kraus, 1995 > 100 Studien r =.38 Eckert & Six, 1994 > 500 Studien r =.36
  • Wie korrespondieren allgemeine Einstellungen und spezifisches Verhalten? Korrespondenz allgemeiner Einstellungen und spezifischen Verhaltens niedrige Korrelation ⇒ Aggregationsprinzip, Weigel & Newman, 1976 Korresponenz bezüglich, Handlung, Gegenstand, Kontext und Zeit (Ajzen und Fishbein, 1977)
  • Welche Korrelationen fanden Davidson & Jaccard, 1979 zur Korrspondenz von Einstellungen zur Schwangerschaftsverhütung und Verhalten: Verhütung durch durch die Pille in den letzten 2 Jahren Einstellungen (2 Jahre zuvor erhoben) gegenüber: Schwangerschaftsverhütung: r = .08  der Pille zur Schwangerschaftsverhütung: r = .32 der Einnahme der Pille zur Verhütung in den nächsten zwei Jahren: r = .57
  • Was stellten Eckes & Six, 1994 zu Verhaltensbereich und Korrespondenz von Einstellung und Verhalten fest? Eckes & Six, 1994 es gibt deutliche Unterschiede in der Korrelation in verschiedenen Bereichen: zwischen r = .20 für Altruismus (z.B. Bluspenden) und r = .68 für politisches Verhalten (Wahl einer Partei)
  • Welche Rolle spielt die Einstellungsstärke für die Vorhersage von Verhalten starke Einstellungen sagen Verhalten besser vorher als schwache
  • Mit welchem Verhalten korrespondieren jeweils explizite und implizite Einstellungen insbesondere? Explizite Einstellungen korrespondieren mit überlegtem (geplantem) Verhalten Implizite Einstellungen korrespondieren mit spontanem (automatischem) Verhalten(Dovidio et al., 2002)
  • Worauf beruhen "Einstellung zum Verhalten" und "subjektive Norm" in Fishbein & Ajzens Theorie des Überlegten Handelns? Einstellung zum Verhalten beruht auf Erwartungen einer erwünschten Konsequenz und dem mit dieser Konsequenz verbundenen Wert Subjektive Norm beruht auf normativen Überzeugungen (ob wichtige Andere dieses Verhalten erwarten) und der Motivation, dem zu entsprechen
  • Was meint "Wahrgenommene Handlungskontrolle" (syn. Selbstwirksamkeit, engl. self-efficiacy) in Ajzen's Theorie des geplanten Verhaltens, 1991? Selbstwirksamkeit Überzeugungen bestimmte Handlungen ausführen zu können
  • Ist die Theorie des geplanten Verhaltens von Ajzen, 1991 insgesamt gut bestätigt? ja, ⇒ bspw Studie zur Vorhersage von Impfverhalten durch TPB von Gerend & Sheperd, 2012⇒ Metaanalyse mit 185 Studien von Armitage & Conner, 2001
  • Was ist "Persuasion" per Definition? Persuasion = Veränderung von Einstellungen und Verhalten anderer durch den Einsatz von Botschaften
  • Was meint "systematische Verarbeitung", im Kontext von Einstellungsänderung durch Persuasion? systematische Verarbeitung = gründliche Informationsverarbeitung bei vorhandener Fähigkeit und Motivation (bspw. Aufmerksamkeit gegenüber Argumenten)
  • Was sind die 5 Schritte in McGuires Informationsverarbeitungsmodell der Persuasion, 1969? Informationsverarbeitungsmodell der Persuasion Aufmerksamkeit Verstehen Akzeptieren Beibehalten Verhalten
  • Was ist nach McGuire, 1969 notwendig, damit eine persuasive Botschaft erfolgt hat? durchlaufen der 5 Schritte zur Verarbeitung persuasiver Botschaften (Aufmerksamkeit, Verstehen, Akzeptieren, Beibehalten, Verhalten: Informationsverarbeitungsmodell der Persuasion)
  • Wozu ist McGuires Informationsmodell der Persuasion, 1969 hilfreich? Was erklärt es nicht? hilfreich zur Beschreibung erklärt nicht was Akzeptanz beeinflusst oder, wie daraus eine Einstellungsänderung entsteht
  • Sind Einstellungsänderungen ohne systematische Verarbeitung möglich? ja,bspw. durch bestimmte Werbung
  • Was ist "Elaboration", im Kontext der Verarbeitung persuasiver Botschaften? Wodurch wird sie beeinflusst? Elaboration = Ausmaß, in dem eine Person über Inhalte einer Botschaft nachdenkt beeinflusst, durch: Verarbeitungsmotivation und Verarbeitungsfähigkeit