Mechanische Hilfsmittel zur Rehabilitation (Fach) / 3 - Medizinische Aspekte der Behinderung und Rehabilitation nach Amputation (Lektion)

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Lektion 3

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  • Wie ist die Größenordnung der Anzahl von Amputationen in Deutschland? untere Extemitäten ca. 44 000 im Jahr 2001 (zusätzlich 4000 Revisionen) 78 000 statistisch erfasst (geschätzt ca. 300 000) obere Extremitäten zwischen 10 000 - 15 000 pro Jahr
  • Was sind die häufigsten Amputationsursachen? arterielle Durchblututnsstörungen (Arterkiosklerose, Diabetes) Trauma Tumor Infektionen angeborene Fehlbildungen
  • Grundsätze der Amputation bezüglich dem Amputationsniveau die beste Amputatione ist keine Amputation Amputation möglichst distal möglichst große Gelenke erhalten Stumpf sollte schmerzfrei und mechanisch belastbar sein an der oberen Extremität Sensibilität am Stumpf erhalten
  • Welche Rolle spielt die Amputationshöhe? Amputationshöhe und Stumpfqualität ist für den Amputierten entscheidender als die Prothesenversorgung und das Prothesentraining obere Extremitäten: wenn beidseitig oberhalb der Ellenbogen amputiert und Stumpfspitzen sich nicht berühren können -> auf lebenslange Hilfe angewiesen untere Extremitäten: beidseitig oberhalb des Knies -> nur motivierte, junge Patienten können Steh- und Gehfähigkeit erlangen
  • Durch welche falsche Annahme werden zu proximale Amputationen durchgeführt? falsche Annahme: hohe Amputation -> komplikationslose Wundheilung -> schnelle Reha richtig: höhere Amputation -> schwerer Eingriff -> größere Wundheilfläche -> höherer Blutverlust -> komplikationen nicht häufiger aber schwerer beherrschbar -> schlechtere Reha
  • Was ist das Ziel einer Gliedmaßenamputation? Befreiung von wertlosem bzw. schädlichem bis lebensbedrohlichen Gewebe
  • Welche Grundregeln sind beim Durchführen der Amputation zu beachten? asymetrische Operationstechnik: erhaltendes Gewebe möglichst schonend behandeln, Amputat egal minimale Wundfläche atraumatische Behandlung der Gewebe kein Fremdmaterial (z.b. Gefäßclips) darf in Wunde bleiben (Gefahr: lokale Druckempfindlichkeit, innerer Dekubitus) spannungsfreier Verschluß (Ausnahme: bei Kindern)
  • Was sind die Vor- und Nachteile der Krukenbergplastik am Unterarm? Vorteile: Elle und Speiche bilden Greifzange Sensibilität bleibt erhalten gute Funktionalität Nachteile: Patienten fühlen sich diskriminiert (häßlicher Anblick), lässt sich jedoch mit Prothese verdecken
  • Wie funktioniert die Kineplastik nach Sauerbruch? es wird ein mit Vollhaut ausgekleideter Kanal durch den Muskel gelegt über einen Stift durch den Kanal mit einem Steigbügel wird über ein Zugseil die Kraft des Muskels auf die Prothese übertragen dadurch entsteht eine Kraft parallel zur Kontraktionsrichtung des Muskel, eine direkte mechanische Übertragung von Bewegung und Kraft des Muskels auf die Prothesenhand mit sensorischer Rückmeldung
  • Was sind die Vor- und Nachteile der Kineplastik nach Sauerbruch? Vorteile: physiologischer Bewegungsablauf direkte Rückinformation geringes Gewicht kostengünstig Nachteile: operativer Eingriff nicht allgemein aktzeptiert prothesentechnisch überholt
  • Welche Formen von Schmerzen nach Amputation gibt es? prinzipiell ist Schmerz eine subjektive Empfindung, die nicht gemessen werden kann es gibt: intern bedingte Schmerzen (z.b. Knochen-, Gefäß-, Nerven-, Wundschmerzen) extern bedingte Schmerzen (z.b. durch Druck) Phantomschmerzen  
  • Welche Folgen können Schmerzen nach Amputation haben? durch Körperfehlhaltung kann es zu Kontrakturen führen eingeschränkte Leistungsfähigkeit -> längere Reha
  • Was sind die Merkmale von Phantomschmerzen? Phantomschmerzen werden durch das ZNS ausgelöst sind identisch oder stärker wie Schmerzen vor der OP stärker, je näher die Amputation am Rumpf war können operativ behoben/gelindert werden, durch Kürzung und Befreiung aus Verwachsungen von Nervenstumpf können auch durch ungenügende lokale Durchblutung hervorgerufen werden -> Hilfe durch äußeren Druck (z.b. Prothese)
  • Was versteht man unter Rehabilitation? "...koordinierter Einsatz medizinischer, sozialer, pädagogischer, beruflicher und technischer Maßnahmen zur Funktionsverbesserung, Schulung und Umschulung sowie Anpassung von Behinderten und ihrer Umwelt..." mit den Zielen: bestmögliche Funktionstüchtigkeit angemessener Platz in Gesellschaft Verringerung der Auswirkungen der Behinderung Förderung der sozialen Integration
  • Was sind die Ziele des Gehtrainings? funktionelle Unabhängigkeit Erlernen von Gebrauchsbewegungen
  • Wie ist der Ablauf des Gehtrainings? selbstständiges An- und Ablegen der Prothese Aufstehen, Hinsetzen mit/ohne Prothese Gleichgewichts- und Schrittübungen freies Gehen (Treppen, Unebenheit, Hindernisse, wieder aufstehen, Auto ein/aussteigen,...etc.)
  • Worauf ist bei der Stumpfpflege zu achten? Haut ist auf mechanische Belastung nicht vorbereitet -> durch therapeutische Maßnahmen Belastung langsam steigern auf Hygiene achten Pflege des Prothesenschafts keine Hohlräume zwischen Schaft und Stumpf (feuchte Kammern)