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M7
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- MMPI: Geschichte: Minnesota Multiphasic Personality Inventory: von Hathaway und McKinley: neuartiger Persönlichkeitsfragebogen. Items sind durch den Vergleich von normalen und psychiatrischen personen gewonnen. Das MMPI hat viele Skalen, die verschiedene Formen der Verfäschung erfassen. MMPI 2 heute noch verbreitet:
- Psychotechnik: Hugo Münsterberg als Begründer. Psychologie steht zur diagnostischen Anwendung ähnlich wie NW zu Technik. Psychotechnische Geräte kamen bei Milität, Eisenbahn, Straßenbahn, Spot und Arbeitspsychologie zum Einsatz: Kerzentest, Untersuchung zur Stabilität des Nervensystems (Auwahl Piloten, plötzliches Abfeuern von Pistole), Untersuchung der geistigen Leistungsfähigkeit in einem Rhönrad (Piloten in Deutschland lösen dabei Aufgaben)
- Gustav Lienert: Entwickelt Papier-Bleistift-Tests. Schreibt das Buch Testaufbau und Testanalyse als Grundlage von KTT. Beispiele seiner Tests: Mechnaisch-Technischer Verständnistest: Mit dem Test wird ein Teilbereichder Intelligenz, physikalisches und technisches Denken erfasst. Berufliche Eignungsdiagnostik. Drahtbiegeprobe: Draht soll nach Vorlage gebogen werden. Psychometrische Fähigkeiten für bestimmte Berufe Konzentrations-Leistungs-Test: Proband muss Rechenaufgaben durchführen und sich Zwischenergebnisse merken.
- Gesetzliche Grundlagen PD: Regelungen sind in einer Normpyramide=Ranghöheres Gesetz gilt. Recht der Europäischen Gemeinschaft: Artikel 8 (1): Jede Person hat das Recht auf Achtung ihres Privat und Familienlebens. Grundgesetz: Artikel 1 und 2: Keine herabsetzenden Formulierungen im Gutachten und Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Strafgesetzbuch: §203 Verletzung von Privatgeheimnissen: Strafe
- Schweigepflicht: Nicht geschützt sind Geheimnisse im privaten Bereich. Schweigepflicht gilt gegenüber jedem! Mündliche oder Stillschweigende Erlaubnis notwendig. Bei Kindern ist Schweigepflicht und Inforecht abzuwägen. In zivilrechtlichen Prozessen besteht ein Zeugnisverweigerungsrecht. Bei Strafprozessen besteht dies nur für Psychotherapeuten.
- Offenbarungspflicht: Wenn eine Straftat geplant ist oder ausgeführt wird besteht Offenbarungpflicht. (Betrifft alle) Ist die Straftat bereits geschehen besteht keine Offenbarungspflicht.
- Bei der Erstellung von Gutachten ist folgendes zu beachten DGPs: Sorgfaltspflicht: Sachliche und wissenschaftliche Fundiertheit Transparenz für Adressaten Einstichnahme dem Klienten gewähren. Keine Gefälligkeitsgutachten. Stellungnahme zu Gutachten von Kollegen sind zulässig. Vertrauensverhältnis zum Kienten Aufklärung und Einwilligung vom Patienten für alle wesentlichen Maßnahmen.
- Plato und seine Politeja Im antiken Griechenland hatte Plato bereits feste Vorstellungen über interindividuelle Differenzen, wobei er zu deren Registrierung insbesondere Beobachtungsverfahren vorschlug. Aus seinen Überlegungen zog er die praktische Schlussfolgerung, dass sich für bestimmte Berufe nur Menschen mit je spezifischen Eigenschaften eignen. In seinem Dialog Politeia schlug er ein Testprogramm für eine selektive Platzierung von Menschen für verschiedene Funktionen vor. Als diagnostisches Vorgehen empfahl er dabei die Verhaltensbeobachtung in kritischen Situationen, d. h. Menschen sollten in Situationen beobachtet werden, in denen Merkmale realisiert werden mussten, die für eine bestimmte Funktion als wesentlich erachtet wurden.
- PD in der Rennaissance. Erneut aufgegriffen wurden die Überlegungen und Erkenntnisse der Antike dann in der Renaissance. So gab der spanische Arzt Juan Huarte (1520- 1598) in seinem Buch "Prüfung der Köpfe zu den Wissenschaften" (Huarte, 1575/1968) Eltern Ratschläge für die Studien- und Berufswahl ihrer Söhne, wobei er sich an der antiken Temperamentenlehre des Hippokrates orientierte. Eine starke Blüte erlebten persönlichkeitspsychologische und diagnostische Betrachtungen dann im 18. Jahrhundert. Als wichtigste Vertreter sind dabei Lavater, Gall, Tetens und Knigge zu nennen Die heutige Idee interindividueller Differenzen verdankt ihre wissenschaftliche Ausarbeitung den in den letzten Jahrhunderten aufblühenden Naturwissenschaften. besonders die Evolutionstheorie Charles Darwins ( 1809- 1882), stellten den Begriff der Unterschiede zwischen Organismen ins Zentrum der Betrachtung. Für den in Darwins Evolutionstheorie zentralen Gedanken der Selektion ist die Vorstellung individueller Differenzen eine unverzichtbare Voraussetzung,
- 10 Testgütekrierien der Diagnostik: Objektivität Reliabilität Validität Skalierung Normierung Testökonomie Nützlichkeit Zumutbarkeit Unverfäschbrkeit Fairness
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- Objektivität: Wenn ein Test das misst, unabhängig vom Testleiter, Auswerter und der Interpretation. Es gibt keinen Verhaltensspilraum. Man unterscheidet: Durchführungsobjektivität: Egal welcher Testleiter den Test macht!: Durch Standardisierung ist sie höher. lediglich die Testperson und die Testsituation sind Variationsquellen. Die Testleistung hängt nur von der Merkmalsausprägung ab Auswertungsobjektivität: MC-Aufgaben, bei offenem Antwortformat detaillierte Auswertungsregeln nötig. Lässt sich durch Inter-Rater-Reliabilität angeben. Eine statistische Kennzahl dafür ist der Konkordanzkoeffizient W nach Kendall. Interpretationsobjektivität: Hilfestellung im Testmanual durch Angabe ausführlicher Eichstichprobe (Normentabelle)
- Was Beinhaltet ein Testmanual Beschreibung Testmaterial Bennenung von Zeitbegrenzungen Instruktionen Umgang mit Fragen
- Reliabilität: Ein Test misst exakt ohne Messfehler. Das Ausmaß wird über Reliabilitätskoeffizient erfasst, der zwischen und 1 liegen kann. 1 bedeutet Keine Fehler. Ein guter Test sollte 0.7 nicht unterschreiten. Reliabilität ist der Anteil der wahren Varianz an der Gesamtvarianz der Testwerte. Die wahre Varianz misst dabei die Merkmalsstreuung der wahren Werte. Der verbleibende Teil kommt aufgrund des Fehlers zustande. Man unterscheidet folgende Vorgehensweisen zur Bestimmung der Reliabilität im Rahmen der KTT: Retest Reliabilität Paralleltest Reliabilität Testhalbierungs Reliabilität Innere Konsistenz
- Retest Reliabilität Ein und derselbe Test wird zu 2 verschiedenen Zeitpunkten vorgelegt. Die Korrelation zwischen beiden Ergebnissen ist die Reliabilität. Die Reliabilität kann jedoch vom Zeitintervall zwischen beiden Testungen variieren. Übungs-/Erinnerungseffekte/Persönlichkeitsänderungen beeinflussen das Ergebnis. Veränderungen der gemessenen Testwerte über die zwei Situationen hinweg können als »Spezifität« mittels der sog. LatentStateTraitModelle (Steyer, 1987) explizit identifiziert und berücksichtigt werden
- Paralleltest Reliabilität Übungs/Erinnerungeffekte werden hierdurch eliminiert. KÖNIGSWEG. Korrelation zwischen Testwerten in 2 parallelen Testformen wird berechnet, die aus Itemzwillingen bestehen. Parallel sind zwei Tests wenn sie trotz nicht identischer Itemstichprobe zu gleichen Mittewerten und Varianzen führen.
- Testhalbierungsreliabilität: Wenn Wiederholungen und parallele Testformen nicht möglich ist bestimmt man die Korrelation von beiden Testhälften. Es wird zusätzlich ein Korrekturfaktor berücksichtigt, der die usprüngliche Länge wieder herstellt.
- Innere Konsistenz: Verallgemeinerung der Testhalbierungsmethode. Jedes Item als eigenständiger Testteil. Je mehr die Teile korrelieren, umso höher ist die Konsistenz. Cronbach Alpha Koeffizient.
- Validität: Der Test misst das Merkmal dass er soll. Wichtigste. Korrelation der Testwerte in der Testsituation mit einem korresponderenden Verhalten außerhalb der Testsituation. : Inhaltsvalidität: Test erfasst Merkmal repräsentativ. Augenscheinvaliditität: Erscheint einem Laien gerechtfertigt. Unwissenschaftlich, da keine Kennwerte. Konstruktvalidität: Wenn der Schluss vom Verhalten der Testperson innerhalb der Testsituation wirklich auf das Merkmal schließen lässt. Bei der Prüfung unterscheidet man Struktursuchende und Strukturprüfende Ansätze
- Skalierung Die Relaton der Leistungsfähigkeit soll sich auf in den Teswerten wiederspiegeln. Die Forderung der Skalierung bezieht sich auf interindividuelle Differenzen und auf intraindividuelle Differenzen (Persönlichkeitstests). Skalierung ist vorhanden, wenn die Werte die Merkmalsrelationen adäquat abbilden. Mindestens Ordinalskalenniveau ist erfoderlich. Intervallskala erlaubt eine Beurteilung der Größe inter und intraindividueller Differenzen. Verhältnisse zwischen den Leistungen können auf Rationalskalenniveau bestimmt werden, was nur selten erreicht wird. Während man sich im Rahmen der »Klassischen Testtheorie« damit zufrieden geben muss, z.B. die Anzahl der gelösten Aufgaben zu einem Testwert zu verrechnen, ist im Rahmen der »ItemResponseTheorie« das Gütekriterium der Skalierung empirisch überprüfbar, indem untersucht wird, ob das Verhalten aller Testpersonen einem ganz bestimmten mathematischen Modell folgt
- Nützlichkeit: Wenn die praktische Relevanz besteht und der Nutzen größer als der Schaden ist. Für einen Test besteht dann praktische Relevanz, wenn er erstens ein Merkmal misst, das im Sinne der Kriteriumsvalidität nützliche Anwendungsmöglichkeiten aufweist, und zweitens dieses Merkmal nicht auch mit einem anderen Test erfasst werden könnte, der alle übrigen Gütekriterien mindestens genauso gut erfüllt.
- Zumutbarkeit: Wenn ein Test eine Person in zeitlicher, psychischer sowie körperlicher Hinsicht nicht über Gebühr belastet. Sie betrifft nur die Testperson. Schwer zu entscheiden, ob zumutbar/nicht zumutbar.
- Unverfälschbarkeit: Person kann das Ergebnis nicht direkt steuern. Dies ist bei hoher Augenscheinvalidität der Fall. Besonders problematisch ist dies bei Persönlichkeitsfragebögen. Besonders bei Neurotizismus beeinflusst Soziale Erwünschtheit das Ergebnis. Alle anderen Kategorien nicht. Objektive Tests sind nicht durchschaubar.
- Fairness: Keine systematische Benachteiligung von bestimmten Personen. Unfairsein in Form eines Itembias liegt vor, wenn Aufgaben systematisch für unterschiedliche Gruppen unterschiedlich schwierig sind. Beispiel: CultureFairTest: Kaum sprachliche Kompetenz notwendig. Kultur-Konfundierung ist aber dennoch erhalten. Durchführungsfairness bezeichnet zB das alte Menschen mit Pcs nicht so vertraut sind. Routine (test sophistication) beeinflusst ebenfalls das zu messende Merkmal. Außerdem sind Normierung und Interpretation ebenfalls betroffen.
- strukturprüfenden Vorgehensweise inferenzstatistische Schlüsse bzgl. der Konstruktvalidität: Nur auf Basis von latenten Variablen möglich: Die in exploratorischen Faktorenanalysen gefundene Struktur kann an neuen Datensätzen mit Konfirmatorischen Faktorenanalysen (CFA) überprüft werden Die einzelnen Dimensionen können mit Hilfe von IRTModellen konfirmatorisch bezüglich der Homogenität der Testitems eines Tests inferenzstatistisch überprüft werden Eine weitere konfirmatorische Vorgehensweise der Konstruktvalidierung ermöglichen MultitraitMultimethodAnalysen im Rahmen latenter Strukturgleichungsmodelle. Dabei wird der Zusammenhang zwischen verschiedenen Merkmalen (traits) unter Herauspartialisierung der Methodeneinflüsse strukturprüfend untersucht.
- Kriteriumsvalidität Bzieht sich auf die praktische Anwendbarkeit eines Tests für die Vorhersage von Erleben und Verhalten. Also: Wenn das Verhalten der Testperson auf das Verhalten außerhalb des Tests schließen lässt. Die Enge dieser Bzeiehung ist das Ausmaß der Kriteriumsvalidität (Korrelationsschluss). Beispiel ist ein Schulreifetest. Überprüfen kann man das durch die Bestimmung der Korrelation zwischen Testvariable und Kriteriumsvariable. Man unterscheidet: Übereinstimmungsvalidität (konkurrente: Außenkritierium in der Gegenwart) und Vorhersage validität (prognostische:Außenkriterium liegt in Zukunft)
- Normierung: (Eichung). Zweck: Möglichst aussagekräftige Vergleichprobe erhalten, die bezüglich relevanter Merkmale ähnlich sind (Eichstichprobe). Eichung bezeichnet das Erstellen eines Bezugssystems. Man dokumentiert die Ergebnissein For einer Normtabelle. Oft wird der Prozentrang der Testwerte in der Eichstichprobe als Normwert verwendet. Weitere Normierungstechniken: Abstand des individuellen Wertes xi vom Mittelwert in der Eichstichprobe geteilt durch die Standardabweichung: zi=(xi-x´) / sd Man verwendet ausserdem folgende Normwerte: IQ-Werte, T-Werte, Centil-Werte, Stanine-Werte, Standardschulnoten. Bei der Interpretation der Normwerte ist zu berücksichtigen, ob das Merkmal in der Population normalverteilt ist. Andernfalls sind lediglich Prozentrangwerte zur Interpretation heranziehbar, da diese nicht verteilungsgebunden sind. Nichtnormalverteilte Merkmale können durch eine »Flächentransformation« normalisiert werden. Bei einer Normierung ist darüber hinaus der Geltungsbereich der Normtabellen eines Tests klar zu definieren. D.h., die für die Normierung erhobene Vergleichsstichprobe (Eichstichprobe) muss repräsentativ für die Grundgesamtheit von Personen sein, für die der Test prinzipiell anwendbar sein soll.
- Wann muss spätestens DIN 33430 der Eichwert überprüft werden: nach 8 Jahren spätestens
- Gründe für eine Neunormierung Lerneffekte, tatsächliche Veränderungen (Flynn Effekt=Intelligenz nimmt zu)
- Testökonomie: Betrifft den Testleiter. Wirtschaftlichkeit eines Tests. Möglichst wenig Aufwand (Objektivität und Reliabilität können darunter leiden) Insgesamt ist damit Zeit (Vom Planen bis zum Auswerten) und Geld gemeint. Oft nur im Vergleich mit ähnlichen Tests bestimmbar.
- Datenquellen ohne Erklärung: Biographische und Akturdaten, Verhaltensspuren Verhaltensbeobachtung Verhaltensbeurteilung Ausdrucksverhalten Interview Projektive Tests Objektive Tests Fragebogen Psychophysiologische Diagnostik
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- Biografische und Aktuardaten: Soziodemografische Daten (Alter, Geschlecht, Beruf, Familienstand), die reaktionsobjektiv erfasst werden können. Objektive Daten, die zur Lebensgeschichte, Bildung, Krankengeschichte zählen. Sie werden mit einem Fragebogen oder anamnestischen Interview erhoben. Pawlik: Modalität: Verhalten Erfassbar: Labor und Feld Reaktionsobjektivität: Gegeben
- Verhaltensspuren: Direkt beobachtbare Nachwirkungen menschlichen Verhaltens. Am äußeren Erscheinungsbild beobachtbar. Außerdem zählen Verhaltensprodukte in diese Datenquelle. Beispiel: Schwitzen, außer Atem=Laufen. Aufgeräumter Arbeitsplatz=Gewissenhaft. Dabei korrelierten in einem Experiment Fremdbeobachtung und Selbstbeobachtung in den Bereichen Offenheit/Extraversion und Ordentlichkeit. Datenmodalität: Verhalten Erfassbar: Feld Reaktionsobjektivität: Gegeben
- Verhaltensbeobachtung (Erklärung+Gegensatz zum Alltag) Wissenschaftliche ist im Gegensatz zum Alltag methodisch kontrolliert, systematisiert, lässt sich an Gütekritierien messen und ist mit weiterer Analyse verbunden. Umfasst alle visuell, akustisch wahrnehmbaren Aktivitäten und physiologische Reaktionen. Wissenschaftliche Beobachtungen sind reduktive Deskriptionen, die sich auf bestimmte Beobachtungseinheiten beschränken. Mehrere Beobachtungseinheiten bilden ein Zeichensystem, wenn nur bestimmte Verhaltensweisen interessieren und beobachtet werden. Modalität: Verhalten und mentale Repräsentationen Erfassbar: Feld und Labor Reaktionsobjektvitität: Mogück im Falle verdeckter Beobachtung Ein Kategoriesystem zielt darauf ab JEDE Verhaltensweise innerhalb einer Stichprobe zu erfassen. Beobachtung bedeutet dann durch die Systeme Verhalten zu identifizieren und den unterschiedlichen Kategorien zuzuordnen.
- Genauigkeit Psychometrischer Tests: Wie wird die Messgenauigkeit berücksichtigt: Nie zu 100% genau, somit ist der wahre Wert unebkannt. Die Messgenauigkeit wird berücksichtigt indem unter Berücksichtigigung des Standardmessfehlers/schätzfehlers: ein Vertrauensintervall angegeben wird: Bereich, der den wahrten Wert mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit einschließt. die Wahrscheinlichkeit wird auch Sicherheitswahrscheinlichkeit genannt. Vertrauensintervalle sind Teil des Qualitätsstandards von Gutachten
- Klassifikation einer Person: Erfolgt durch den Vergleich mit einer Normstichprobe. Die Kategorien werden anhand der Standardabweichung der Normstichprobe gebildet. Es gibt 5 Bereiche: Unterdurchschnittlich: Das VI ist unter der Standardabweichung (<SD) des Mittelwerts der Normstichprobe. Unter-Durchschnittlich: <SD bis +/- 1 SD Durchschnittlich: +/-SD; Wenn der Mittelwert der Normstichprobe in dem VI enthalten ist. Über-Durchschnittlich: >SD bis +/- 1 SD Überdurchschnittlich: >SD Wahl des Durchschnittbereich: In der Regel +/- 1 Standardabweichung um den Mittelwert. Manche nehmen den Interquartilsabstand (mittlere 50%). Jede Abweichung muss aber begründet werden.
- Umgang mit Sicherheitswahrscheinlichkeiten: Gerichtete Fragestellung: Frage nach dem Übertreffen der Grenze (Ist der Proband überdurchschnittlich intelligent). Die Vermutung sollte begründet sein, da das VI bei einseitiger Testung schmaler ausfällt. Ungerichtete Fragestellung: Frage, ob der Proband sich in den Grenzen eines Durchschnittbereichs befindet oder außerhalb (Gibt es Auffälligkeiten). In Extrembereichen sollte die Sicherheitswahrscheinlichkeit heraufgesetzt werden (Das VI ist unabhängig vom Messwert) Reliabiltiätsschätzung: Bei Querschnittsuntersuchungen (Ein Zeitpunkt) eher die interne Konsistenz, Bei Längsschnitten eher Retest-Reliabilität. Bei einer höheren Sicherheitswahrscheinlichkeit wird das VI breiter und somit steigt das Risiko die Person fälschlicherweise nicht als hochbegabt zu klassifizieren. β Bei einer niedrigeren Sicherheitswahrscheinlichkeit wird das VI schmaler und somit steigt das Risiko die Person fälschlicherweise als hochbegabt zu klassifizieren. Α Danach wird abgewägt welcher Fehler schlimmer wäre und die Sicherheitswahrscheinlichkeit entsprechend angepasst werden.
- Verhaltensbeurteilung: Bewertung von Häufigkeit, Intensität, Ausprägungsform des eigenen/fremden Verhaltens. Basiert auf mentalen Repräsentationen Im Labor und im Feld. Reaktionsobjektivität im Falle der Fremdbeobachtung eingeschränkt möglich
- Ausdrucksverhalten: Variationen der Mimik, Stimme, Sprechweise, Ganzkörpermotorik, in denen sich Gefühle, Stimmungen, Affekte äußern. Auch die Handschrift. Primäremotionen wie Angst, Wut und Ekel sind biologisch determiniert und gelten universell. Verhalten und mentale Repräsentation. Labor und Feld. Reaktionsobjektivität: Möglich bei verdeckter Beobachtung
- Interview als Datenquelle Am häufigsten eingesetzt. Zielgerichtete mündliche Kommunikation. Wortlaut, Anzahl und Abfolge der Fragen können standardisiert sein. Ebenso Auswertung und Antworten. Beurteiler und Beurteilter nehmen implizite Beurteilungen vor. Formen sind: Exploration, halbstrukturierte, standardisierte Interviews. Datenmodalität: Mentale Repräsentationen Erfassbare Varianz: Labor (primär) aber auch Feld. Reaktionsobjektivität: gering.
- Projektive Verfahren: Geben mehrdeutiges Reizmaterial vor, die von Probanden bearbeitet, interpretiert, ergänzt oder gestaltet werden. Sie sind durch Psychoanalyse, Tiefenpsychologie entstanden und sollen helfen, Abwehrmechanismen zu umgehen und Zugang zu wichtigen psychologischen Infos zu ermöglichen, die dem Proband nicht bewusst sind. Wert solcher Verfahren ist umstritten. Die klassischen Gütekritieren sind nicht gegeben. Gerade bei kindern sind sie durchaus sinnvoll. Zudem spielen projektive Verfahren, insbesondere der Thematische Apperzeptionstest, in der Forschung zur impliziten Machtmotivation eine wichtige Rolle. Mentale Repräsentationen, Labor, keine Reaktionsobjektivität
- Psychophysiologische Diagnostik: Veränderungen des Erlebens und Verhaltens kovariieren mit organismischen Variablen (Blutdruck, Herzfrequenz, Hormone, Hirnareale). Wer eine Rede hält ist automatisch aufgeregt. Solche Veränderungen werden mit elektrophysiologischen Registriermethoden oder biochemische Messgrößen gemessen. Erfassbare Varianz: Psychophysiologische Daten Labor und Feld Reaktionsobjektivität: gegeben
- Pawlik kassifiziert fogende Datenquellen: Datenmodalität: Erleben und Verhalten als mentale Repräsentation, als beobachtetes Verhalten oder physiologische Messung. Erfassbare Varianz: Feld und Labor Reaktionsobjektivität: Ausmaß in dem eine Datenquelle durch Ziele, Werte und Einstellungen eines Probanden beeinflusst oder sogar verfälscht werden kann.
- Klassifikation nach Cattel LQT: Frührere Klassifikation: von Raymond Cattel: L-Daten (Life Record Data): Objektive Lebensdaten (Geschwister, Lebensereignisse), Verhaltensbeobachtung, Fremdbeurteilung, Projektive Verfahren, Ausdrucksanalyse,Morphologische Methoden. Q-Daten (Questionnaire Data): Selbstbeurteilung des Individuums: Fragebogen, Interview T-Daten (Test-Data): Daten aus objektiven Tests (undurchschaubar für Probanden): Papier-Bleistift-Tests (Intelligenz), Apparative Anordnungen, Physiologische Messungen
- Fragebogen: Datenquelle: Festgelegte Antworten/keine offene Beantwortung. Zusammenfassung größere Zahl von Fragestellungen zu statistischen Messwerten. Typisch für Persönlichkeitstests. Einzelne Fragen werden nicht für sich ausgewertet, sondern zu einem Messwert zusammengefasst. Bevorzugte Methode zur Erfassung von Persönlichkeitsmerkmalen sowie Motivations-/Interessenvariablen. Bei Palik ist der Fragebogen eine Erhebungsmethode und keine Datenquelle. Mentale Repräsentationen im Labor und Feld. Reaktionsobjektivität ist gegeben, falls obejktive Bedingungen herstellbar sind.
- Objektive Tests: Leistungsaufgaben, Intelligenz-, Persönlichkeitstests. Bei Catell einfach undurchschaubare Tests. Verhalten und mentale Repräsentationen im Labor und Feld. Reaktionsobjektivität ist gegeben falls objektive Bedingungen herstellbar sind.
- Definition Test im engen und weiten Sinne und Definition nach Lienert und Raatz Weit: Methode zur Gewinnung von Daten. Eng: Verfahren mit dem Daten unabhängig von den subjektiven Urteilen und Einschätzungen erhoben werden. Nur Fähigkeits/Leistungs/Objektive Tests nach Cattell genügen diesem Kriterium. Lienert, Ratz: Routineverfahren zur Untersuchung eines oder mehrerer empirisch abgrenzbarer Persönlichkeitsmerkmale mit dem Ziel einer möglichst quantitativen Aussage über den relativen Grad der individuellen Merkmalsausprägung. Es ist wissenschaftlich da Durchführung, Auswertung, Interpretation (teils) standardisiert und wiederholt werden kann. Ein Test liefert quantitative Aussage über ein Merkmal, da die Antworten zu einem Gesamtscore zusammengefasst werden. Der relative Grad der individuellen Ausprägung kann aus diesem Gesamtwert ermittelt werden, indem er zu einer Vergleichsgruppe/einem Kriterium in Beziehung gesetzt wird.
- Klassen psychologischer Tests nach Brickenkamp: Leistungstests: Intelligenztest, Schul/Einschulungstest, Methematik-Lese/Rechtschreibtest, Eignungtest. Psychometrische Persönlichkeitstests: Persönlichkeitsstrukturtest, wie NEO-PI-R, BIP, klinische Tests Persönlichkeitsentfaltungs-Verfahren: Formdeutung (Rorschach), Zeichnerische und Gestalterische Verfahren.
- Kategoriesystem von Bales: Interaktions-Prozess-Analyse (IPA): historisch wichtigstes und grundlegendes System zu nicht-teilnehmenden, strukturierten Beobachtung. Theoretisch fundiert. Wurde entwickelt zur Untersuchung der Interaktion von Gruppen (2-10 Personen) im Labor. Ziel: Bildung von Aussagen über typische Gruppenprozesse durch die Beobachtung von sozialem, emotionalen Verhalten in Kleingruppen. Untersuchungsgegenstand: Problemlösende Labor-Diskussionsgruppen/Konferenzgruppen mit bis dato einander unbekannten Teilnehmern, die keinen persönlichen Bezug zum Thema hatten .
- Aufbau des Systems von Bales: Bereiche: Sozial-emotionaler-Bereich und Aufgaben-Bereich Kategorien (12 Stück IPA) in beiden Bereichen: Sozial-emotionaler Bereich: Zeigt Solidarität vs. 12. Zeigt Antagonismus (Pfad f) Entspannte Atmosphäre vs. 11. Zeigt Spannung (Pfad e) Stimmt zu vs. 10 Stimmt nicht zu (Pfad d) Aufgabenbereich: 4. Macht Vorschläge vs. 9. Erbitte Vorschläge (Pfad c) 5. Äußert Meinung vs 8. Fragt nach Meinung (Pfad b) 6. Orientiertheit vs. 7. Erfragt Orientierung (Pfad a) Interaktionsschlüssel: a) Probleme bei Orientierung b) Probleme bei Bewertung c) Probleme bei Kontrolle d) Probleme bei Entscheidung e) Probleme bei Spannungsbewältigung f) Probleme bei Integration 2 Beobachter stimmen nie in der Eintragungsanzahl völlig überein.
- Auswertungsmöglichkeiten: Bales: Profilerstelllung: Verteilung sämtlicher Interaktionshandlungen auf die 12. Kategorien. Lassen sich für Gruppen oder EInzelpersonen erstellen. Sequenzanalyse: Welche Interaktion folgt typischerweise auf eine andere. Analyse der Interaktion nach Sequenzen. Phaseneinteilung: Meist drei Zeitabschnitte, Aussage über typische Interaktionsverläufe. Matrizen: Wer interagiert mit Wem? Ermittlung zentraler Figuren.