Sucht (Fach) / Alkoholismus (Lektion)

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Was ist Alkoholismus Physische u. psychische Abhängigkeit Stufenmodell Alkoholismusentwicklung Trinktypen nach Jellinek Rauscharten

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  • Einteilungen des Alkoholismus TRINKFORM (Alkoholmissbrauch  Alkoholabhängigkeit   PHASEN (linear-progressive Entwicklung) TRINKERTYPEN
  • Psychische Alkoholabhängigkeit Unwiderstehliches Verlangen nach der Substanz
  • physische Alkoholabhängigkeit Toleranzentwicklung Dosissteigerung Entzugserscheinungen
  • Wer ist Alkoholkrank 3-5 % der Bevölkerung, ca. 2,5 Millionen in Deutschland Verhältnis Frauen/Männer: 1:3 Lebenserwartung ist um 15 % reduziert  
  • Stufenmodell der Alkoholismusentwicklung 1. Präalkoholische Phase   Erleichterungstrinken, weniger seelisch belastbar, Alkohol wird besser vertragen 2. Prodromalphase   Gedächtnislücken, heimliches Trinken, Denken an Alkohol, erstes Glas wird häufig schnell getrunken 3.  Kritische Phase   nach Trinkbeginn Kontrollverlust, Trinkpausen nach Kontrollverlust, Ausreden, Verhaltensänderung, fortschreitende Isolierung, körperliche Abhängigkeit und Folgeschäden 4. Chronische Phase   regelmäßiges morgendliches Trinken, tagelange Räusche, körperlicher - seelischer - sozialer Abbau/Zusammenbrüche, Merkfähigkeits- u. Konzentrationsverlust, evt. Entzugssymptome, Alkoholverträglichkeit nimmt ab, Organschäden, Demenz und Tod
  • 5 Trinktypen nach Jellinke KV = Kontrollverlust   FA = Fähigkeit zur Abstinenz  phyA = Physische Abhängigk. psyA = Psychische Abhängigk. Alpha  Konflikttrinker, KV nein, FA ja, psyA, 5 % Beta   Gelegenheitstrinker, KV nein, FA ja, Abhängigkeit nein, 5 % Gamma  Süchtiger Trinker, KV ja, FA teilweise, psyA u. phyA, 65 % Delta  Gewohnheitstrinker, KV nein, FA nein, phyA, 20 % Epsilon Episodischer Trinker, KV ja, FA ja, psyA, 5 %
  • Welche Symptome gibt es beim einfachen Rausch Enthemmung, Streitlust, Aggressivität, Affektlabilität, Störungen der Aufmerksamkeit, eingeschränkte Urteilsfähigkeit, Bewusstseinsbeeinträchtigung, verwaschene Sprache
  • Welche Symptome gibt es beim pathologischen Rausch F10.07 Zusätzlich Halluzinationen, verbale Aggressivität, körperliche Gewalttätigkeit, Wut, Angst, schwere motorische Erregung, anschließend Amnesie
  • Ursachen für den pathologischen Rausch Hirnverletzung Hirnateriosklerose Chronischer Alkoholismus aufgrund eingeschränkter Lebertätikeit Übermüdung seelische Erregung
  • Ursachen eines Delir F05 Fieberzustände Flüssigkeitsmangel Stoffwechselstörung Hirnentzündungen In Verbindung mit Alkohol gibt es das Alkoholdelir (bei Intoxikation) und das Entzugssyndrom mit Delir (Delirium tremens)
  • Symptome des Delir A. Bewusstseinsteintrübung B.  Störung des Ultra- u. Kurzzeitgedächtnisses, Desorientierung zu Zeit, Ort, Person C. Mind. 1 der folgenden psychomotorischen Störungen rascher Wechsel zwischen Hypo- und Hyperaktivität verlängerte Reaktionszeit vermehrter od. verminderter Redefluss verstärkte Schreckreaktion D. Mind. 1 der folgenden Merkmale des Schlafs Schlafstörung bis Schlaflosigkeit mit Umkehr des Schlaf-Wach-Rhythmus nächtliche Verschlimmerung der Symptome unangenehme oder Alpträume, die nach dem Aufwachen als Halluzination oder Illusion weiter bestehen bleiben können E. Plötzlicher Beginn und Änderung der Symptomausprägung im Tagesverlauf  
  • Gefahr beim Delir Delir ist ein lebensbedrohlicher Zustand Unbehandelt sterben 10 - 20 % aller Betroffenen Patient muss sofort ins Krankenhaus  
  • Prädelir Geht dem Delir schon Wochen voraus deutliche körperliche Probleme seelische Verstimmungen Schlaflosigkeit Unruhe, Angst Aufmerksamkeitstörungen Zittern geht unbehandelt in das Delir über
  • Dauer und Verlauf eines Delirs 2-7 Tage Klingt meist spontan ab evtl. folgt das Korsakow-Syndrom
  • Was ist ein Entzugssyndrom entsteht, wenn die Droge nicht mehr im Körper ist. Auftreten körperlicher Entzugserscheinungen ist kein Delir, kann aber mit einem Delir gemeinsam auftreten Entwickelt sich Tage nach dem letzten Alkoholkonsum
  • Symptome des Alkoholentzugssyndroms F10.3 Tremor der Hände, Zunge, Augenlider Schwitzen Übelkeit, Würgen, Erbrechen Tachykardie (Pulserhöhung) oder Hypertonie psychomotorische Unruhe Kopfschmerzen Insomnie Krankheitsgefühl oder Schwäche vorübergehende optische, taktile oder akustische Halluzinationen oder Illusionen Große Krampfanfälle
  • Was ist eine Alkoholhalluzinose Bei Chronischem Alkoholismus Halluzinationen, v. a. Akoasmen. Das Bewusstsein ist nicht gestört Akuter Beginn Dauerhafter Zustand Suizidgefahr
  • Unterscheidung Alkoholdelir - Alkoholhalluzinose AD = Delir    AH = Halluzinose Bewusstsein AD = eingetrübt, AH = nicht gestört Orientierung AD = gestört, AH = nicht gestört Halluzinationen AD = v. a. optische, AH = v. a. Akoasmen Dauer AD = 2 - 7 Tage, AH = Wochen bis Monate Schlaf AD = gestört, AH = nicht gestört Gefühle AD = Angst bis Euphorie, AH = Angst, Depressivität Vitalstörungen AD = Lebensgefährlich, AH nein, evtl. suizidal
  • Alkoholischer Eifersuchtswahn Dem Partner werden Seitensprünge unterstellt. Wird als Wahn bezeichnet, weil der Betroffene trot Gegenbeweis daran festhält Ursache: Die sexuelle Potenz ist geschwächt, die Libido dennoch vorhanden. "Versagen" wird auf den Partner projiziert.
  • Symptom-Trias des Korsakow-Syndroms 1) Merkfähigkeitsstörungen, (Kurzzeitgedächtnis stärker, Langzeitgedächtnis schwächer betroffen, Erinnerungslücken) 2) Desorientierung 3) Konfabulationen
  • Amnestisches Syndrom F1x.6 KORSAKOW-SYNDROM Kann bei Alkohol- und Drogenabhängigkeit vorkommen
  • In welchen Zusammenhang kann das Korsakow-Syndrom auftreten Alkohol- u. Drogenmissbrauch Hirnschädigungen, z. B. durch CO-Vergiftungen oder Hirnentzündungen
  • Verlauf eines Korsakow-Syndroms Kann sich in seltenen Fällen zurückbilden, wird dann Durchgangssyndrom genannt bei z. B. Kohlenmonoxid-Vergiftungen bei langjährigem und starken Alkoholmissbrauch irreversibel
  • Was ist eine Wernicke-Enzephalopathie Schädigung des Kleinhirns (Thalamus) durch punktförmige Einblutungen Grund: Thiaminmangel (Vitamin B1) bei chronischen Alkoholismus Tritt bei ca. 10 % der Abhängigen auf Heilungschancen sehr gering, überlebt der Patient, bleibt in der Regel ein Korsakow-Syndrom
  • Symptom-Trias bei Wernecke Enzephalopathie 1. Ophtalmoplegie (Augenmuskellähmung mit Nystagmus (Augenzittern) 2. Verwirrtheit (Desorientierung u. Bewusstseinsstörung 3. Gang-Ataxie