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Pädagogische Diagnostik I (Fach) / Pädagogische Diagnostik I (Lektion)

Lernkartein für das Teil-Modul Pädagogische Diagnostik

Diese Lektion wurde von kathykat erstellt.

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  • Reaktionskomponente [R] Das auffällige oder störende Verhalten Berücksichtigung verschiedener Komponenten (Aufstellung in Narciss, 2007, S.388): Behaviorale Aspekte (Zeitpunkt, Dauer, Häufigkeit…) Kognitive Aspekte (subjektive Bewertungen/ Erwartungen/ Prozesse der Informationsverarbeitung) Emotionale Aspekte (Gefühle, die mit der Handlung verbunden sind) Physiologische Aspekte (körperliche Begleiterscheinungen)
  • Kontingenzkomponente [K] „Der Kontingenzaspekt [K] beschreibt nicht, dass auf ein Verhalten Reaktionen folgen, sondern wie konsequent und wie systematisch die Verhaltensfolgen eintreffen. Ein wichtiger Aspekt von K ist der zeitliche Abstand zwischen Reaktion und nachfolgender Verstärkung oder Bestrafung.“ Informationen über folgende Bereiche können nach Schermer (2005) relevant werden: Häufigkeit der folgenden Konsequenzen Person oder Sache, die für Konsequenzen verantwortlich ist Zeitpunkt, zu dem die Konsequenzbedingungen eintreten
  • Konsequenzkomponente [C] Verstärkung: auf das Verhalten folgt eine befriedigende Konsequenz Bestrafung: auf das Verhalten folgt eine unbefriedigende Konsequenz Löschung: auf das Verhalten folgt keine Konsequenz und es wird abgebaut (un)befriedigende Verhaltenskonsequenzen können zustande kommen durch: Positive Verstärkung Negative Verstärkung Direkte Bestrafung Indirekte Bestrafung Mögliche Arten von Konsequenzen nach Schermer (2005): Materielle Konsequenzen Soziale Konsequenzen Handlungs- und aktivitätsbezogene Konsequenzen Internale Konsequenzen
  • Objektwahrnehmung Beobachtbare Merkmale Nicht sehr fehleranfällig Fehler leicht zu revidieren Meist unvoreingenommen
  • Soziale Wahrnehmung Oft erschlossene Merkmale Stärker für Fehler anfällig Fehler schwer revidierbar Meist voreingenommen Gefahr der „Sich selbst erfüllenden Prophezeiung"
  • Halo-Effekte Eindrucksverzerrung: da einem Menschen gute/schlechte Eigenschaften zugeschrieben wurden, werden weitere Merkmale auch positiv/negativ beurteilt
  • Primacy-/ Recency-Effekte: Primacy: am Anfang dargebotene Informationen haben den stärksten Einfluss auf soziale Wahrnehmung Recency: am Ende dargebotene Informationen haben den stärksten Einfluss auf soziale Wahrnehmung
  • Definition Stereotyp „eine Reihe von Überzeugungen über die Mitglieder einer sozialen Gruppe“ „Assoziation einer Reihe von Merkmalen zu einer Kategorie“ verstanden.“ (Petersen & Six(2008), S.21) „Je stärker das Gruppenstereotyp, um so schwieriger kann es sein, zwischen Angehörigen der betreffenden Gruppe individuelle Unterschiede wahrzunehmen.“ Reihe von Überzeugungen (Kategorisierung) stereotypisieren heißt somit generalisieren die Welt einfacher und verständlicher gestalten durch Kategorien automatischer Prozess; läuft unbewusst ab
  • Stereotype: Gefahren Übergeneralisierungen falsche Stereotype bewusste Prozesse erforderlich, um das Individuum unabhängig vom Stereotyp betrachten zu können Stereotypenbedrohung
  • Stereotypenbedrohung „Die Befürchtung von Mitgliedern einer Gruppe, ihr Verhalten könne ein kulturelles Stereotyp erfüllen.“ (Aronson, Wilson & Akert, 2008, S.224)
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  • Implizite Persönlichkeitstheorien Implizite Persönlichkeitstheorien können als „(…) die Summe unserer akkumulierten Erfahrungen und Hypothesen darüber, wie Attribute und Persönlichkeitszüge bei anderen Menschen organisiert sind.“
  • Klassische Studie von Rosenthal & Jacobson (1968) Studie an zwei Grundschulen Lehrern wurde nach Durchführung eines Intelligenztests mitgeteilt, bestimmte Schüler seien „Aufblüher“, d.h. bei diesen sei eine besonders günstige Intelligenzentwicklung zu erwarten tatsächlich waren diese Schüler zufällig ausgewählt nach einem Jahr waren bei diesen Schülern mit vermeintlich hohem Potenzial die gemessenen Leistungen im Intelligenztest tatsächlich höher als bei den anderen Schülern Pygmalioneffekt
  • Selbsterfüllende Prophezeiung Effekt durch mentale Antizipation zukünftiger Ereignisse (z.B. Intelligenzsteigerung)
  • sich selbst erhaltende Prophezeiung beruht auf faktisch beobachteten Leistungsunterschieden, welche dazu führen, dass sich Leistungsunterschiede innerhalb der Klasse verstärken
  • Allgemeine Bezeichnung: Erwartungseffekte Definition: „Unter dem Erwartungseffekt versteht man, dass eine Lehrkraft bestimmte Überzeugungen über das Potenzial eines Schülers hat und allein diese Erwartungen dazu beitragen, dass sich der Schüler so verhält oder Leistungen zeigt, wie die Lehrkraft es erwartet hat. Erwartungseffekte können in positive oder negative Richtungen gehen.“
  • Die Rolle von Erwartungen an den Schüler Antizipatorische und normative Erwartungen Mögliche Erklärungen:Stärkere sozio-emotionale Unterstützung der „Aufblüher“ „Die bisher eher durchschnittlichen Leistungen der „Aufblüher“ werden vom Lehrer auf mangelnde Anstrengung attribuiert.“ (Rosemann & Bielski, 2001, S. 166) => motiviert den Schüler zu mehr Anstrengung
  • Schülerkategorisierungen: Fragestellung und Vorgehensweise Fragestellung: Inwieweit nehmen Lehrer/innen die einzelnen Schüler/innen (individualisiert) wahr? Wie grob fallen Kategorien/Typologien aus? Vorgehensweise: Lehrer/innen beurteilen ihre konkreten Schüler/innen auf Eigenschaftsskalen. Clusteranalyse zur Gruppierung der Schüler/innen nach Ähnlichkeiten in der Einschätzung durch den Lehrer/die Lehrerin.
  • Schülerkategorisierungen: zentrale Befunde von Manfred Hofer Fazit: Lehrer/innen nehmen Kategorisierungen vor diese sind eine Vereinfachung sozialer Komplexität u.a. zeigen Hofers Folgeuntersuchungen: Schülerkategorien sind mit dem jeweiligen Lehrerhandeln verbunden (Häufigkeit des Aufrufens bzw. Tadelns, Wahl der Aufgabenschwierigkeit usw.).
  • Kategorisierung der Schüler/innen Einmal vorgenommene Kategorisierungen sind relativ stabil Risiken für die Schüler Nutzen der Kategorisierung für die Lehrperson: Reduktion der Komplexität der Wahrnehmungssituation Es besteht für die Lehrperson die Notwendigkeit, ihre Kategorisierungen zu reflektieren (gilt auch für andere Erziehungspersonen)
  • Pädagogisch-psychologische Diagnostik „Der Einsatz von pädagogischpsychologischer Diagnostik soll bei der Lösung praktischer Probleme und Fragestellungen helfen.“ Kann in verschiedenen pädagogischen Feldern eingesetzt werden => vor allem im schulischen Kontext bedeutsam Wird bei pädagogischen Entscheidungen eingesetzt: Laufbahnberatung & Einzelfallhilfe
  • Kompetenz Begriffsbestimmung Definition (Weinert, 2001):»… die bei Individuen verfügbaren oder durch sie erlernbaren kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten, um bestimmte Probleme zu lösen, sowie die damit verbundenen motivationalen, volitionalen (d. h. absichts- und willensbezogenen […]) und sozialen Bereitschaften und Fähigkeiten, um die Problemlösungen in variablen Situationen erfolgreich und verantwortungsvoll nutzen zu können«. Herkunft: lat. competere = „zusammenkommen, zu etwas fähig sein, zustehen, zuständig sein“ Begriff „Kompetenz“ erstmals durch Noam Chomsky in den Sozialwissenschaften verwendet: „linguistic competency“ (= angeborene menschliche Fähigkeit,Sprache zu erwerben) „Kompetenz“ ist aktuell im pädagogischen Kontext zentral wichtiges Konstrukt
  • Kompetenz verfügbare oder erlernbare kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten um Probleme zu lösen damit verbundene motivationale, volitionale und soziale Bereitschaften und Fähigkeiten variable Situationen erfolgreiche und verantwortungsvolle Nutzung
  • Merkmale von Kompetenz (Weinert, 1999) Kompetenz zeigt sich in der erfolgreichen Bewältigung komplexer Anforderungen. Zur Bewältigung dieser komplexen Anforderungen werden kognitive [fachlich-methodische], motivationale, ethische, volitionale [willentliche], und soziale Komponenten eingesetzt. Von Kompetenz spricht man bei komplexer Anforderung, von Fertigkeit bei niedriger Komplexität. ABER: Trennung unscharf! Lernprozesse sind notwendige Voraussetzung, um komplexe Anforderungen zu bewältigen. Schlüsselkompetenzen und Metakompetenzen sind konzeptuell zu differenzieren Schlüsselkompetenzen auf sehr unterschiedliche, aber gleich wichtige Anforderungen; im Alltag anwendbar; Metakompetenzen beziehen sich auf deklaratives und prozedurales Wissen über eigene Kompetenzen (z.B. lernmethodische Kompetenz).
  • Von der Wissensvermittlung zu Kompetenzzielen Durch Beschluss der KMK werden in den aktuellen Bildungs- und Lehrplänen bundeseinheitliche Bildungsstandards definiert, die in Form von Kompetenzzielen formuliert sind (KMK, 2003; vgl. http://www.kmk.org/bildung-schule/qualitaetssicherung-inschulen/ bildungsstandards/ueberblick.html). Lehrkräfte haben die Aufgabe, die Schüler/innen didaktisch, methodisch und fachlich zur Erreichung der entsprechend den Jahrgangsstufen formulierten Kompetenzziele hinzuführen. Die Bildungsstandards wurden nach Vorbild der internationalen Schulleistungstests (PISA, TIMMS, IGLU etc.) als empirisch überprüfbare Kompetenzen operationalisiert. Achtung: Reduktion auf kognitive Anteile!!
  • Probabilistische Testtheorie basiert auf Item-Response-Theorie Im Rahmen von PISA, TIMMS, IGLU zugrunde gelegtes Testmodell Im Kontext der Entwicklung der Bildungsstandards und deren empirischer Überprüfung bedeutsam Grundannahme: „Wahre Werte“ können nicht berechnet werden, aber aus Antwortverhalten in Tests kann auf Ausprägungsgrad des Merkmals geschlossen werden Antwort = f {Merkmalsausprägung, Itemschwierigkeit} je „schwieriger“ das gelöste Item, desto höher die Merkmalsausprägung Aktuell in PISA, TIMSS eingesetztes Messmodell wichtig für Entwicklung von Kompetenzstufenmodellen
  • Large Scale Assessments = Schulleistungsstudien Grundlage für Forschung zu Schul- und Unterrichtsqualität Kompetenzmodelle und -diagnostik Vergleichsstudien häufig kriteriumsorientiert national / international Gründe Evaluation Qualitätssicherung Bildungsmonitoring systematische & regelmäßige Erfassung von Indikatoren für die Qualität eines Bildungssystems / Teilsysteme
  • Ausgewählte Diagnoseverfahren Instrument Mündliche Befragung Darstellung: Diagnostische Gespräche, Lehr-Lern-Dialog Beobachtung/Befragung Befragung Vorteile/Nachteile + Erkundung der Innenperspektive (innnere Logik, Motive) - Gefahr der Manipulation, Beeinflussung, subjektive Deutung/Erzählung Vorschläge Verbesserung: Pädagoge: Achtung, Akzeptanz, Empathie Befragter: Offenheit, Ehrlichkeit
  • Ausgewählte Diagnoseverfahren Instrument Standartisierte Leistungstests Darstellung: Standartisierte Tests zur Erfassung eines bestimmten Ausschnittes der Persönlichkeit Beobachtung/Befragung Test Vorteile/Nachteile + statistisch normiert, Vergleichsmöglichkeit, Orientierungshilfe - Keine Erfassung des persönlichen Hintergrunds/Genese, Individuumszentriert Güte der Ergebnisse keine Verlässlichen Hinweise auf Ursachen von Lernproblemen Infos für Förderung Vorschläge Verbesserung: Langzeitstudien anlegen Test wiederholen, z.B. nach Fördrung Reflexion vom Befragten einholen
  • Ausgewählte Diagnoseverfahren Instrument Schülerarbeiten und Fehleranalysen Darstellung: Klassenarbeiten, Hausaufgaben, Werkgestalten, bildnerische Erzeugnisse, Präsentationen & Projektergebnisse Beobachtung/Befragung Beobachtung Vorteile/Nachteile + Anknüpfungspunkte für Förderung, Fehler sorgen für "Schutzwissen", Schülerverständnis für den Lerninhalt verbessern- Verunsicherung des Schülers, Gefahr des Vorführens Güte der Ergebnisse Analyseraster, suggieren hohe Güte, Individualität der Schüler sorgt für fehlgeleitete Ergebnisse Vorschläge und Verbesserung Nach Schwerpunktanalyse weitere Tests hinzuziehen Konstruktiver/feherfreundlicher Umgang