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Ernährungs- und Verbraucherpolitik (Fach) / Bla (Lektion)

Blaa

Diese Lektion wurde von Tobbe9191 erstellt.

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  • Öffentliche Güter: Nichtrivalisierend und Nichtausschließbar Begriffserklärung Sind Güter, die allen betroffenen Konsumenten im selben Ausmaß zur Verfügung gestellt werden müssen und ohne staatliche Eingriffe nicht oder nur in unzureichendem Maße zur Verfügung gestellt werden können.•Fixkosten des Gutes hoch;•Grenzkosten für einen weiteren Nutzer Null oder sehr gering;•Fixkosten übersteigen den Nutzen, für den einzelnen Nutzer (Einzelner wird das Gut nicht bereitstellen)•Beteiligen sich alle potenziellen Nutzer (z.B. entsprechend ihres Nutzens) an den Fixkosten, wäre dies für jeden Einzelnen lohnend (Beteiligung aller kommt aber nicht zustande, wegen Free-Rider Verhalten •Staat muss das gut bereitstellen und finanziert die Kosten über Steuern/Zwangsbeiträge. Grafik VL5, S. 8
  • Aggregation der Nachfrage bei privaten und öffentlichen Gütern Aggregierte Nachfragekurve bei privaten Gütern: Horizontale Summe der individuellen Nachfragekurven, d.h. bei gegebenem Preis werden die individuellen Mengen aufsummiert Aggregierte Nachfragekurve bei (reinen) öffentlichen Gütern: Vertikale Summe der individuellen Nachfragekurven, d.h. bei gegebener Menge (die allen zu gute kommt) werden Zahlungsbereitschaften (Grenznutzen) aufsummiert.
  • Öffentliche Güter und das free- rider Problem Es besteht keine Möglichkeit, einige Güter und Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen, ohne dass alle Verbraucher davon profitieren. Für die Haushalte besteht kein Anreiz, den Betrag zu zahlen, den der Artikel ihnen wert ist. Free Rider-, Trittbrettfahrer-oder Schwarzfahrerproblem: Mangelnde Bereitschaft der Individuen, freiwillig die Bereitstellung öffentlicher Güter zu unterstützen. Das Free Rider Problem führt dazu, dass nicht der wahre Wert eines Gutes sichtbar wird (nicht wahre Zahlungsbereitschaft wird offenbart). Free Rider zielen darauf ab, die Vorteile eines Gutes zu genießen (auf Kosten anderer), ohne dafür zu zahlen.
  • Mikrowellenbeispiel zu Free Rider VL 5, S. 12-15
  • Zusammenfassung öffentliche Güter (3) Öffentliche Güter sind nichtrivalisierend und nichtausschließbar im Konsum. Güter, die nichtrivalisierend und/oder nichtausschließbar sind lassen sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht effizient auf privaten Märkten produzieren. Ein öffentliches Gut wird in effizienter Menge zur Verfügung gestellt, wenn der Grenznutzen des Konsums (GN) gleich den Grenzkosten der Produktion (GK) dieses Gutes ist. Wichtig: Der Grenznutzen des Konsums wird durch die vertikale Summe der GN der einzelnen Verbraucher nach dem öffentlichen Gut ermittelt.
  • Rechtfertigung von politischen Eingriffen Marktversagen durch Vorliegen öffentlicher Güter Verbraucherpolitik: Staatliche Bereitstellung des öffentlichen Gutes. Staat kann zur Bezahlung Steuern und/oder Gebühren festlegen. Problem: Die Bestimmung der Menge des öffentlichen Gutes, die zur Verfügung gestellt werden muss, ist schwierig (Ermittlung der wahren Präferenzen der Verbraucher; Trittbrettfahrerproblem). Beispiel saubere Luft VL 5, S. 18-20
  • Rechtfertigung von (verbraucher-)politischen Eingriffen Zusammenfassung, wann diese gerechtfertigt sind (3) Wettbewerbliche Selbststeuerung der Märkte so wertvoll, dass sie nicht ohne Not beeinträchtigt werden sollte Marktversagen als Folge von Marktmacht, fehlender Markttransparenz, Existenz öffentlicher Güter oder externer Effekt führt aber potentiell zu wirtschaftspolitischen Handlungsbedarf. Wirtschaftspolitische Maßnahmen können jedoch neue allokative Verzerrungen und damit neue Probleme verursachen. •Einsatz verbraucherpolitischer Instrumente sollte evidenzbasiert sein.•Instrumente sollten stets von niedriger zu höherer Eingriffsintensität eingesetzt werden; erst wenn interventionsarme, marktkomplementäre Instrumente (Bildung, Information als auch Selbstverpflichtungen) nicht wirken sollten marktkompensierende Instrumente (Verbote) Anwendung finden.•Grundsätzliche gilt, dass die Kosten der Regulierung mit ihren Nutzen verglichen werden müssen.
  • Kriterien für die Beurteilung der Eignung eines verbraucherpoltischen Instrumentes (4) Wirksamkeit Konformität mit der wirtschafts- und verbraucherpolitischen Konzeption (ordnungspolitisch zulässig) Politische Durchsetzbarkeit Ökonomische Effizienz•Gegenüberstellung von Kosten für Verbraucherschutz und den potenziellen Schäden der Verbraucher bei Nichteingriff; Grundsätzlich sollten verbraucherpolitische Maßnahmen zu einem positiven gesamtgesellschaftlichen Wohlfahrtseffekt führen.•Hierbei gilt es Nebenwirkungen und nicht intendierte Folgen verbraucherpolitischer Eingriffe zu beachten.
  • Rolle der Verbraucherpolitik in der Verhaltensökonomie und Verbraucherpsychologie Fokus auf•Informationskosten•Informationsasymmetrien Konsequenzen für die Verbraucherpolitik•Reduzierung der Informationskosten•Verfügbar machen von Informationen
  • Homo Economicus Der Homo Oeconomicus bezeichnet einen (fiktiven) Akteur, der eigeninteressiert und rational handelt, d. h. seinen eigenen Nutzen maximiert, auf Restriktionen reagiert, feststehende Präferenzen hat und über (vollständige) Information verfügt.
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  • Grundannahme der Verhaltensökonomik Begrenzte Rationalität (inkl. begrenzterAufmerksamkeit) Begrenzte Willenskraft Begrenztes Eigeninteresse Begrenzte Markteffizienz
  • Kann die Verhaltensökonomik helfen? Nach Erkenntnissen der Psychologie 1. werden menschliche Entscheidungen mehr oder weniger beeinflusst vona)Heuristics (Heuristiken: Nutzung von einfachen Daumen- oder Faustregel, um Entscheidungen zu treffen) b) Framing effects (Art der Präsentation/Beschreibung der Entscheidungsalternativen beeinflusst die Entscheidung)c) Loss Aversion (Verlustaversion: Streben nach Verlustvermeidung)d) Biases (Verzerrungen: systematische Fehler aufgrund einer verzerrten Verarbeitung verfügbarer Informationen)2. unterliegen menschliche Entscheidungen systematischen emotionalen Erwartungsirrtümern (systematische Unterschätzung der eigenen Anpassungsfähigkeit an neue Bedingungen).
  • Was ist eine Heuristik Heuristiken = Heuristiken sind Entscheidungshilfen in komplexen, Entscheidungssituationen unter Zeitdruck. „Daumen- “ oder „Faustregeln“ , um Urteile bzw. Entscheidungen ohne großen Aufwand anhand einiger ‚Eckdaten‘ zu treffen (dienen der kognitiven Entlastung) Sie ermöglichen es, schnell und auf der Grundlage bruchstückhaften Wissens Schlussfolgerungen zu ziehen, - die obwohl nicht logisch zwingend – in vielen Kontexten angemessen und nützlich sind Heuristiken sind an bestimmte (Umwelt)- Bedingungen gebunden und können in anderen Kontexten zu systematischen Fehleinschätzungen (bias) führen
  • Repräsentativitätsheuristik Urteile über die Wahrscheinlichkeit, dass ein Ereignis in eine Kategorie gehört Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses steigt, je passende(repräsentativer) es erscheint. Zufälle werden nicht als solche erkannt, sondern als kausale Muster interpretiert; Neigung Beobachtungen einem uns bekannten Muster / Klischee zuzuordnen Beispiel: Bei einer Münze wird die Reihe Kopf-Zahl-Kopf-Zahl als repräsentativer für ein Zufallsereignis betrachtet als die Reihenfolge Kopf-Kopf-Kopf-Kopf
  • Heuristics: Availability (Verfügbarkeit) Urteile über Häufigkeiten oder Wahrscheinlichkeiten Basiert auf der Zugänglichkeit relevanter Erinnerungen; wahrgenommene Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses steigt mit Vorstellbarkeit. •Nutzung von Informationen, die leicht verfügbar und vorstellbar sind, diese werden übergewichtet; Vernachlässigung solcher, die schwerer zugänglich oder abstrakter sind •Übergewichtung von Informationen aus dem eigenen Bekanntenkreis•Übergewichtung von eigenen Beiträgen in Partnerschaften und •GruppenBedeutung des Medienverhaltens bei der Bildung von Urteilen Die Abrufbarkeit von Risikoereignissen bestimmt die Beurteilung von Risiken
  • Was ist für Medien interessant? (8) •Der Industrielle Robert Müller (Prominenz)•aus unserer Stadt (Nähe)•übergibt auf dem Sterbebett (Gefühl)•die Konstruktionspläne (Fortschritt)•einer Wunderwaffe (Folgenschwere, Wichtigkeit)•die er trotz wiederholter verlockender Angebote und Erpressungsversuche (Konflikt, Kampf)•und eines Einbruchs in seinen Safe (Dramatik)•bis heute verwahrt hat (Gefühl)•jetzt aber taugen sie, weil überholt, nur noch zum Bau von Kinderspielzeug (Kuriosität, ungewöhnlicher Ablauf)
  • Heuristics: Anchoring & Adjustment (Anker und Anpassung) Quantitative Schätzungen⇒Absolut für uns häufig sehr schwer ⇒Notwendigkeit eines Ankers an dem wir uns orientieren können Häufigkeit- und Wahrscheinlichkeitsschätzungen werden oft mit einem Ausgangswert (Anker) begonnen, der durch die Problemformulierung oder durch eine andere Person vorgegeben ist. Im Laufe der Schätzung werden Urteile an den Anker angepasst⇒Einschätzungen sind in Richtung des Ausgangswerts verzerrt
  • Probleme von Heuristiken Zusammenfassung Können in nicht geeigneten Kontexten zu systematischen Fehleinschätzungen führen Weisen Verzerrungen auf–Verfügbarkeit: basiert auf individueller Geschichte–Verankerung & Anpassung: ungeeignete Informationen können als Anker genutzt   werden und zu Schätzfehlern führen (Beispiel Spielrad)–Repräsentativität: Gefahr, dass nicht bestehende Kausalität unterstellt wird
  • Framing Effect Art der Präsentation/Beschreibung der Entscheidungsalternativen beeinflusst die Entscheidung (z.B. staatliche Vorgaben bei Organspende oder Altersversorgung).Bsp.: Eine Behandlung, die zu 50% erfolgreich ist, wird eher vom Patienten akzeptiert als eine Behandlung, die zu 50% keinen Erfolg hat Beeinflussung der Wahrnehmung durch „Einrahmen“ eines Ereignisses-Die Existenz einer nicht relevanten Alternative kann die Auswahl beeinflussen (decoy effect or Asymmetric Domination Effect)Bsp.:a) you receive $6, would you like to exchange the money... 1....for an elegant cross pen (well- known brand)? ⇒ 34% YESb)You receive $6, would you like to exchange the money... 1.... for an elegant cross pen (well- known brand)?⇒46% YES2.... for an elegant cross pen (brand with inferior reputation)?⇒2% YES
  • Loss Aversion Menschen bewerten einen Verlust höher als betragsmäßig gleichen Gewinn (etwa doppelt so hoch); Menschen gehen lieber hohe Risiken ein, als einen sicheren Verlust zu akzeptieren. (siehe Beispiel im Zusammenhang mit Framing- Effekt)
  • Loss Aversion und Framing Effect Verlustframe Gewinnframe Verlustframe: Betonung der mit dem Verzicht auf die Beachtung der Ernährungsempfehlung potentiell auftretenden Verluste. Gewinnframe: Betonung der als Folge einer gesunden Ernährung ergebenden Gewinne Menschen bewerten einen Verlust betragsmäßig als etwa doppelt so hoch wie einen Gewinn ( siehe auch Grafik VL 6, Folie 39 sowie Bsp. zu positivem/negativen Frame auf Folie 40)
  • Biases (3) Übersteigertes Selbstvertrauen und überzogener Optimismus:Risiken werden eingegangen, weil die Menschen unrealistisch optimistisch sind und das Ausmaß an Kontrolle, das sie auf den Ausgang einer Sache haben überschätzen; Confirmation bias:Menschen achten zu stark auf Informationen, die ihre bisherige Meinung stützen, da sie nur ungern ihre Auffassungen ändern – sog. Problem „kognitive Dissonanz“ verhindern zu wollen; Status Quo Bias (Besitzeffekt):-Verlustaversion-Präferenz/Trägheit für die Aufrechterhaltung des Ist- Zustands; -Opportunitätskosten (Kosten des Verzichts) spielen im Gegensatz zu „Out-of-pocket“- Kosten (zahlungswirksame Ausgaben) kaum eine Rolle.-Bsp.: VL5, Folie 42-43 Herdeneffekt:Leichte Beeinflussung durch Worte und Taten anderer
  • Systematische emotionale Entscheidungsirrtümer Menschen schätzen die Auswirkungen bestimmter objektiver Veränderungen auf das eigene Nutzenniveau oftmals ex ante falsch ein. „Entscheidungsnutzen“: erwartete Nutzenänderung im Zeitpunkt der Entscheidung und „Erfahrungsnutzen“:tatsächlich eintretende Nutzenänderung fallen auseinander, wobei die Menschen generell ihre eigene Anpassungsfähigkeit an sich verändernde Bedingungen unterschätzen.
  • Behavioral Economics: Zeitkonsistenz Hyperbolic discounting Ereignisse in der Gegenwart werden stark (über)bewertet (over) value und die in der Zukunft stark diskontiert (over)discount. Bsp.: Wahl zwischen einem gesunden und einem ungesunden Snack für nächste Woche und für sofort Nächste Woche: 74% Apfel, 26% SchokiJetzt: 30% Apfel, 70% Schoki
  • Behavioral Economics: Zeitkonsistenz und Zustände Zustände sowie Konstruktive un Inhärente Präferenzen Kalter Zustand „cold“: abstraktes Nachdenken über etwas (z.B: Vorsätze für das Neue Jahr, weniger zu essen, mehr Sport zu treiben); Heißer Zustand „hot“: konkrete Situation und Zeitpunkt der Verhaltensentscheidung (z.B. Angebot eines vorzüglichen Dessert vor dem Hintergrund des Vorsatzes abzunehmen, hier spielen die aktuellen Emotionen eine wichtige Rolle). Konsruktive Präferenzen:•Werden erst in der Entscheidungssituation gebildet•Kontextabhängig•Kurzfristig wandelbar•Leicht beeinflussbar Inhärente Präferenzen:•Sind unabhängig von der Entscheidungssituation•Kontextunabhängig•Längerfristig stabil•Beruhen auf erworbenen oder genetisch vorgegebenen Dispositionen
  • Schemata (7) •sind mentale Strukturen, die zur Strukturierung und Organisation des Wissens genutzt werden.•steuern und beeinflussen die Wahrnehmung von Informationen•steuern und beeinflussen die Verarbeitung von Informationen•beschleunigen die Verarbeitung von Informationen•basieren auf Erfahrungen•sind offen für Änderungen, wenn sich die Erfahrung ändert•sind oft persistent auch wenn sie als falsch identifiziert wurden Bsp.: VL 6 Folie 53-55
  • Behavioural Economics und Verbraucherpolitik Instrumente der Verbruacherpolitik ?????? Sanktionieren von Produkten Kultivieren von Anreizsystemen
  • Libertarian Paternalism Liberaler Paternalistmus Def., Hintergrund, Vorgehen und Ziel Bsp.: smart Lunch Room Libertarian paternalism should attempt to steer people’s choices on welfare- promotion directions without eliminating freedom of choice. Maßnahmen, die Individuen dabei helfen, Entscheidungen zu treffen, die für sie selbst besser sind als solche, die sie ohne paternalistische Hilfe treffen würden. Hintergrund:–Entscheidungsumfeld in der Regel zufällig gestaltet, und dabei oft nicht in einer     Weise, die das Wohlergehen des Entscheidungsträgers selbst zum Ziel hat;–Entscheidungsumfeld hat aber z.T. erheblichen Einfluss auf die Entscheidungen von Individuen Vorgehen:–Randbedingungen von Entscheidungen systematisch so zu gestalten, dass ein Anschubsen in die vom paternalistischen Planers als richtig erkannte Richtung erfolgt;–Beibehalten der Wahlfreiheit Ziel: Förderung des individuellen Wohlergehens des Entscheidungsträgers selbst. Smart Lunch Room: Anschubsen (nudging)‘ der Kinder in Richtung auf Lebensmittel, die besser für sie sind.. VL 6, Folie 65-67
  • Liberalismus Individuelle Freiheit und Selbstverantwortung betonende Gesellschaftskonzeption Menschenbild: Freiheitsfähige, Verantwortungsbereite Akteure Aufgabe des Staates: Schaffen eines Rahmen, in dem alle Bürger ihr individuelles Glück anstreben können Keine Behinderung bei der Verwirklichung des individuellen Glückes Sicherung, dass ein Bürger einen anderen nicht bei der Verwirklichung des individuellen Glücks beeinträchtigt Sicherung der Eigenverantwortung Wettbewerb statt Verstaatlichung
  • Paternalismus Gesellschaftsordnung, die auf einer vormundschaftlichen Beziehung zwischen Herrscher und Herrschaftsunterworfenen begründet ist (Handlung erfolgt auf das Wohl eines anderen gerichtet) Menschenbild: Unreife Wesen; Müssen zu ihrem Glück geführt und vor ihrem Unglück bewahrt werden Aufgabe des Staates Deckung der Grundbedürfnisse der Bürger Sicherung das Güter für Grundbedürfnisse produziert und verteilt werden Vorgabe, das Bürger als ihr Glück anstreben sollen
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  • Verbraucherpolitische Konzeption Gedankliches und längerfristig gültiges Leitblid einer anzustrebenden Wirtschaftsgestaltung in Hinblick auf verbraucherpolitische Fragestellungen Konsistentes System von Zielen, ordnungspolitischen Grundsätzen und Methoden, die den wirtschaftspolitischen Entscheidungsträgern als Orientierungsrahmen dienen und rationale Entscheidungen erleichtern Muss kompatibel mit gesamter wirtschaftspolitischer Konzeption sein Historische Entwicklungszusammenhänge als auch Rahmenbedingungen (internat. Verpflichtungen) berücksichtigenn Basis für politisches Handeln Ziel der Politik langfristige und kohärente Orientierung zu geben,aber zukunftsoffen für Weiterentwicklungen.
  • Die verschiedenen Konzeptionen (Leitbilder) der Verbraucherpolitik An der Marktmacht der Konsumenten/Produzenten orientierte Positionen Leitbild: Konsumentensouveränität- Ordoliberale Konzeption- (Liberales Wettbewerbs- und) Informationsmodell- Modell der Wettbewerbs- und Konsumfreiheit Leitbild: Konsumfreiheit- Das Gegenmachtmodell Leitbild: Produzentensouveränität- Partizipatorisch- emanzipatorischer Ansatz Nicht an der Marktmacht der Konsumenten/Produzenten orientierte Positionen Leitbild vom verantwortungsvollen Konsumenten
  • Ordoliberale Konzeption der Verbraucherpolitik 1940er/1950er Jahre Leitbild: Konsumentensouveränität Der Konsument kann im Rahmen der ihm zur Verfügung stehenden Mittel, frei gemäß seiner Präferenzstruktur entscheiden, welche Güter er in welchen Mengen kauft Ziel = Nutzenmaximierung D.h. die Beurteilung der individuellen Nutzenniveausobliegt den Individuen selbst Konsumentensouveränität bezeichnet somit die Freiheit von Konsumenten, allein zu entscheiden, wie sie ihre individuellen Bedürfnisse befriedigen wollen.
  • Ordoliberale Konzeption der Verbraucherpolitik 1940er/1950er Jahre Leitbild: Konsumentensouveränität Wie bewirkt der Konsument bei Produzent Verbraucher steuert durch sein Nachfrageverhalten die Produktion EXIT (Marktaustritt, Abwanderung, Käuferstreik) VOICE (Einspruch, Klage, Kritik)Versus LOYALTY optimale Bedürfnisbefriedigung wird erreicht Menschenleitbild: homo oeconomicus =>vertraut auf die Leistungsfähigkeit des Marktes Ordnungsleitbild: vollkommene Konkurrenz (u.a. atomistische Angebots- und Nachfragestruktur, Homogenitätsbedingungen, freier Marktzutritt ) Existenz von Marktalternativen für Konsumenten staatliche Eingriffe nur in Hinblick auf Sicherung des Wettbewerbs; weitere Eingriffe überflüssig oder sogar schädlich       =>Wettbewerbspolitik als einzige Verbraucherpolitik Kartell- und Monopolverbot sowie die Verhinderung von Missbräuchen
  • Konsumentensouveranität: Legitimation Unsichtbare Hand bringt Eigennutz und Gemeinwohl in Übereinstimmung„Nicht vom Wohlwollen des Metzgers, Brauers und Bäckers erwarten wir das, was wir zum Essen brauchen, sondern davon, dass sie ihre eigenen Interessen wahrnehmen. Wir wenden uns nicht an ihre Menschen, sondern an ihre Eigenliebe. [...]. [Der Mensch] wird von einer unsichtbaren Hand geleitet, um einen Zweck zu fördern, den zu erfüllen er in keiner Weise beabsichtigt hat. ”                                                                                                       Adam Smith (1776)
  • Ordoliberale Konzeption der Verbraucherpolitik: Kritik Unrealistische Prämissen Annahme des homo oeconomicus Zunehmende Produktvielfalt und- differenzierung z.T. bedingt durch Globalisierung führen zu unüberschaubaren Märkten. Dies erschwert es Verbrauchern ausreichende Markttransparenz zu erlangen (notwendige Bedingung für informierte Entscheidungen zwischen Wahlmöglichkeiten). Zunehmende Komplexität vieler Güter und Dienstleistungen (u.a. wachsender Technologiegehalt), erschwert die Beurteilung des Preis- /Leistungsverhältnisses und der anfallenden Gebrauchs-, Nutzungs- und Entsorgungskosten. Die Informationen der Anbieter sind häufig unvollständig und einseitig (economics of concealment). Annahme der vollkommenen Konkurrenz auf den Märkten Zunehmende Konzentration auf der Anbieterseite (Fusionen, Globalisierungsstrategien). Hohe mit Exit verbundene Transaktionskosten
  • (Liberales Wettbewerbs-und) Informationsmodell 1960er Jahre Leitbild: Konsumentensouveränität Auch hier Menschenleitbild:homo oeconomicus Marktversagen durch Kartelle und Monopole sowie Informationsdefizite (letztere auf Seiten der Verbraucher höher) Verbraucher in unterlegenen Position =>Verbraucherpolitik:Wettbewerbspolitik + Verbraucherinformationspolitik! Marktkontrolle sowie Informationsrechte der Verbraucher, beziehungsweise Informationspflichten der Anbieter
  • Modell der Wettbewerbs- und Konsumfreiheit Beginn der 1980er Jahre Leitbild: Konsumentensouveränität Interventionsskeptisch und marktoptimistisch Wettbewerb im Vordergrund Unterschied zu anderen marktoptimistischen Ansätzen: Kritik am neoklassischen Gleichgewichtsmodell Wettbewerb evolutionärer Prozess, wo temporäre Ungleichgewichte erwünscht sind Verbraucherpolitik:Wettbewerbspolitik (Privatisierung, Abbau staatlicher Monopole), Informationspolitik (Ausdehnung von Warentests; privates Angebot von Informationen); Entbürokratisierung ...
  • Das Gegenmachtmodell Mitte der 1970er Jahre Leitbild: Konsumfreiheit Menschenleitbild: nicht mehr homo oeconomicus, sondern ‚mündiger‘ bzw. ‚kritischer‘ Konsument Orientierung am Wettbewerb, aber Erkennen von Mängeln Ungleichgewicht zwischen Produzenten und Konsumenten bzgl. Kompetenz, Information und Macht Neben marktkomplementären auch marktkompensatorische VP Machtausgleich (Gegenmacht) für den Verbraucher durch den Staat notwendig: Stärkung der Verbraucher nicht nur als Individuum, sondern auch als Gruppe (vom Individualprinzip hin zum Sozialprinzip) Verbraucherpolitik:Marktkomplementärer Verbraucherpolitik (u.a. Informationspolitik, Wettbewerbspolitik); marktkompensatorische Verbraucherpolitik (u.a. Stärkung der Verbraucherrechte, Förderung von Verbraucherorganisation)
  • Leitbild: Konsumfreiheit Das Leitbild der Konsumfreiheit umfasst zwei Freiheitsbegriffe: die Freiheit, aus mehreren angebotenen Alternativen im Rahmen derdurch das verfügbare Einkommen begrenzten finanziellen Mittel nach eigenem Entschluss auszuwählen. die Freiheit, von äußeren Zwängen weitgehend unabhängig das Recht auf Selbst- und Mitbestimmung auch im Konsumbereich zu verwirklichen. Die Wahlfreiheit der Verbraucher auf die der Markt reagiert setzt ebenfalls auf Wettbewerb, berücksichtigt aber Beschränkungen der Konsumfreiheit. Wechselspiel zwischen Verbraucherbedürfnissen und Herstellerinteressen, wobei letztere durch den Wunsch nach Gewinnmaximierung gelenkt werdenBeschränkungen der Konsumfreiheit äußere Beschränkungen grenzen den Raum ab, in dem der Konsument seine Wahlfreiheit ausüben kann, u.a. durch Verbraucher ist den Anbietern aufgrund von Monopolen, Kartellenund Informationsasymmetrien unterlegen. innere Beschränkungen liegen im Konsumenten selbst, d.h. erverfügt nur über begrenzte Fähigkeiten, um die eigenen Bedürfnisse zu erkennen, Informationen über Güter zur Bedürfnisbefriedigung zu gewinnen und diese zu Kaufentscheidungen verarbeiten zu können
  • Partizipatorisch- emanzipatorischer Ansatz 70er Jahre (Wuppertaler Gruppe) Leitbild: Produzentensouveranität Herrschaft des Anbieters Marktwirtschaftskritische Konzeption Umgestaltung des marktwirtschaftlichen Systems Dieser „ex- ante -Ansatz“ setzt auf Diskurs, Verbraucherräte in den Betrieben, bürgernahe Planung, Bedürfnisforschung, aber auch auf direkte Intervention, Investitionslenkungen und Verstaatlichung =>Verbraucherpolitik nach Umsetzung wird unnötig Gemeinsamkeit mit der entgegengesetzten Konzeption der reinen Wettbewerbspolitik Ursprünglich kaum politischer Einfluss Gewinnt in modifizierter Form an Bedeutung(Konsumentenbeiräte in Unternehmen; Ethikräte–Unternehmensdialoge mit Verbraucherorganisationen)
  • Leitbild: Produzentensouveränität Unterlegene Stellung der Konsumenten in der marktwirtschaftlichen Ordnung Angebote dienen den Interessen der Anbieter Anbieter initiieren ‚künstliche‘ Bedürfnisse z.B. durch Werbung es herrscht ungleiche Machtverteilung zugunsten der Anbieter Ökonomische Macht und finanzielle Potenz steht einer zersplitterten Verbraucherschaft gegenüber Konsumenten rein reaktive Rolle (keine Gegenmacht) Forderung:Beteiligung der Verbraucher an den Produktionsentscheidungen (Verbraucherräte); ex-ante Direktsteuerung der zukünftigen Investitionen durch Verbraucherräte Feststellung der „echten“ Verbraucherbedürfnisse; Orientierung der Produktion an den echten Verbraucherbedürfnissen. Verbrauchererziehung bzw. -bildung damit Verbraucher an politischen Entscheidungsprozessen teilnehmen kann; Wahrnehmung eigener Bedürfnisse
  • Partizipatorisch-emanzipatorischer Ansatz: Kritik Verbrauchererziehung und - bildung Wissensvermittlung auch in Hinblick auf eigene Bedürfnisse beinhaltet auch die Gefahr der Manipulation Durchsetzung einer Bedürfnisskala bedingt die Gefahr der Freiheitseinschränkungen, da individuelle Bedürfnisse nicht von einer der Mehrheit dienenden Bedürfnisskala abgedeckt werden müssen. Widerspruch: Triebkraft für das Konzept ist die Abstellung der Manipulation der Bedürfnisse durch die marktwirtschaftliche Ordnung und die Herausarbeitung des "wahren" Verbraucher- Interesses Gleichzeitig werden Menschen durch eine von Bedürfnisskalen gesteuerte Produktion bevormundet. Lösung der Koordinationsprobleme bleiben offen hohe Organisationskosten bei diesem basisdemokratischen Ansatz hohes Konfliktpotential ( u.a. Property Rights, Haftung, Risikobeteiligung )
  • Leitbild der Verbraucherpolitik Bild Skript Leitbilder, Seite 26
  • Modell der nachhaltigen Verbraucherpolitik Ende des Milleniums.nVorläufe Diskurse in den 80er Jahren zum ‚politischen‘, ‚qualitativen‘ bzw. ‚ethischen‘ Konsum Intensive Diskussion um unterschiedliche Konzepte, insbes. Effizienz- Konzept: Beibehaltung des Ziels der Wohlstandsmaximierung und Erhöhung der Ressourceneffizienz Suffizienz-Konzept: Neben Erhöhung der Ressourceneffizienz auch Konsumverzicht =>Verbraucherpolitik: Gestaltung der Rahmenbedingungen, dass durch die Nachfrage nebenindividuellen auch gesamtwirtschaftliche Interessen gestützt werden Konsumenten beraten, informieren und motivieren (Effizienz und Suffizienz) Strukturwandel dahingehend beeinflussen, dass Konsumenten Optionen fürsuffizientes Handeln ermöglicht werden Leitbild: Nachhaltiger Konsum ethisch verantwortlicher Verbraucher lenkt die Wirtschaft über seineNachfrage auf ökologische Angebote hin Zeitperspektiven Nachhaltigkeit Ausgleich zwischen den heute lebenden Menschen („intragenerativ“) Ausgleich zwischen der heute und zukünftig lebenden Menschen („intergenerativ“) Dimensionen der Nachhaltigkeit Ökologie     \ Ökonomie --  >  Ausgleich zwischen diesen drei Dimensionen Soziales      /
  • Def. Nachhaltigkeit Eine nachhaltige Entwicklung, ist eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der gegenwärtig lebenden Menschen entspricht, ohne die Fähigkeiten zukünftiger Generationen zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse zu gefährden“ (World Commission on Environment and Development (1987), S. 43) (Ursprünglicher Begriff aus der Forstwirtschaft durch Holzmangel)
  • Ziel der nachhaltigen Verbraucherpolitik Veränderung der Präferenzen der Verbraucher und damit Beitrag zur Erhöhung der Nachfrage der privaten Haushalte nach umwelt-, sozial-und gesundheitsverträglichen Gütern und Dienstleistungen Das veränderte Konsumentenverhalten löst im Wirtschaftskreislauf einen ökologischer Strukturwandel in Richtung auf eine umweltgerechtere Wirtschaftsentwicklung
  • Maßnahmen zur Förderung der Informiertheit für einen nachhaltigen Konsum Beispiele Seit Seit 2002 müssen Elektrogeräte mit einer Energieeffizienz- Kennzeichnung versehen sein; Seit 2004 müssen Verbraucher über den Kraftstoffverbrauch und CO2- Emission neuer PKWs informiert werden; Im Lebensmittelbereich bestehen Kennzeichnungspflichten beispielsweise Seit 2004 müssen alle Eier der Güteklasse A miteinem Erzeugercode gekennzeichnet sein, aus dem die Haltungsform der Legehennen sowie die Herkunft (Herkunftsland und Betrieb) hervorgeht. Mit dem Bio- Siegel wurde ein einheitliches Kennzeichen geschaffen, das Produkte aus ökologischem Landbau auszeichnet Einrichtung der Label- Datenbank ‚label- online‘, die über die Wort- und Bildzeichen Auskunft gibt.
  • Verbraucherleitbild – Verbraucherpolitische Bericht der Bundesregierung 2012 Die Verbraucherpolitik der Bundesregierung gewährleistet Sicherheit und Selbstbestimmung, damit Verbraucherinnen und Verbraucher in unserer komplexen Wirtschaftswelt ihr Konsumverhalten eigenverantwortlich gestalten können. Entscheidend für selbstbestimmten Konsum ist es, dass Verbraucher die Angebote an Waren und Dienstleistungen verstehen und objektiv vergleichen können. Die Voraussetzung dafür ist ein Rechtsrahmen, der die Marktposition der Verbraucher stärkt, Irreführung und Täuschung verbietet sowie ihre Gesundheit und Sicherheit gewährleistet.
  • Verbraucherleitbild in der deutschen und europäischen Rechtsprechung Traditionelles Verbraucherleitbild in deutschen Rechtsprechung Leitbild des flüchtigen, unkritischen Verbrauchers, der sich allenfalls oberflächlich und unreflektiert mit der Werbebotschaft der Anbieter auseinander setzte. Kritik: Leitbild unterstellt einen ‚absolut unmündigen, fast schon pathologisch dummen und fahrlässig unaufmerksamen Durchschnittsverbraucher‘. Europäisches Verbraucherleitbild Zunächst Leitbild des unterrichteten Verbrauchers; später zusätzlich vom Leitbild des verständigen Verbraucher (1993) seit 1998: Durchschnittsverbraucher wird als ‚durchschnittlich informiert, aufmerksam und verständig‘ charakterisiert. Verbraucherleitbild in der EG Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken durchschnittlich informierte, verständige und situationsadäquat aufmerksame Verbraucher Zu berücksichtigen sind: soziale, kulturelle und sprachliche Faktoren. Gruppenspezifische Beurteilung, wenn eine Geschäftspraktik an eine bestimmte Gruppe adressiert ist Durchschnittliches Mitglied dieser Gruppe (z.B. Kinder,Ältere Menschen) als Durchschnittsverbraucher Seit 2008: Grundlage auch des deutschen Rechts