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Ernährungs- und Verbraucherpolitik (Fach) / Bla (Lektion)

Blaa

Diese Lektion wurde von Tobbe9191 erstellt.

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  • Def. Verbraucher (3) Marktteilnehmer und Konsumierende und damit das Gegenüber der herstellenden und dienstleistenden Anbieter im Markt. Bürger, deren Lebenswelt vom Ge- und Verbrauch von Waren und Dienstleistungen beeinflusst wird. Teilnehmer der informellen Lebenswelt außerhalb der Erwerbstätigkeit (Familien- und Haushaltsarbeit, Nachbarschaftshilfe bis hin zur Subsistenzlandwirtschaft).
  • Def. Verbraucherpolitik Verbraucherpolitik ist die Gesamtheit der Ziele von Personen und Institutionen, die in organisierter Form, Maßnahmen planen und durchsetzen, (Träger)so das Mitglieder privater Haushalt (Adressat) zu wirkungsvolleren Transformationen ihrer knappen Ressourcen, (Ziel)entweder über Kommunikation oder durch Setzen von Restriktionen befähigt und veranlagt werden‘. (Mittel)
  • Verbraucherpolitik im engeren Sinne (direkte VP) (3) d.h. alle für die Verbraucher relevanten Rechts-, Sicherheits - und  Wirtschaftsfragen, inkl. Fragen des gesundheitlichen Verbraucherschutzes und der Ernährung; hinzu kommen die Themen Verbraucherforschung, Verbraucherinformation und bildung sowie die Förderung der Verbraucherverbände und kooperativen Aktionen, um die strukturbedingte Schwäche der Verbraucherseite auszugleichen bei Informationsbeschaffung, Organisationsgrad und Interessenvertretung  und die Marktbalance zwischen den Marktteilnehmern herzustellen bzw. zu wahren .
  • Verbraucherpolitik im weiteren Sinne D.h. Berücksichtigung von Verbraucherinteressen in anderen Politikbereichen, wie z.B. Umwelt- und Sozialpolitik, sowie die Wahrung und Förderung von öffentlichen Gütern (z.B. intakte Ökosysteme, Verbraucherbildung);
  • Marktbezogene Verbraucherpolitik Setzung des Rahmens von Rechtssicherheit, Wettbewerbssicherung, Transparenz und klarer Verantwortungszuweisung, innerhalb dessen marktvermittelbare Konsumgüter und Dienstleistungen (oder „Leistungsbündel“) von privaten oder öffentlichen Anbietern in ausreichender Menge, gewünschten Qualitäten und zu bezahlbaren Preisen bereitgestellt werden;
  • Öffentliche Verbraucherpolitik d.h. die Förderung und Überwachung der Bereitstellung von Gütern in wettbewerblichen Ausnahmebereichen („natürliche Monopole“), in denen öffentliche (oder staatlich geschützte) Alleinanbieter den Markt versorgen, sowie von öffentlichen Dienstleistungen von Behörden.
  • Verbraucherpolitik: inhaltliche Beschreibung I Unwichtig • Marktkomplementärer Charakter:– Marktinformation, –Wettbewerbspolitik• Marktkompensatorischem Charakter:–Verbraucherrechte–Förderung wirksamer Verbraucherorganisation–staatliche Prävention und Vorsorge (Wahrnehmung der staatlichen Schutzverpflichtung für Leben und Gesundheit der Bürger und für die Erhaltung der Umwelt);• Gesellschaftlicher Mitwirkung der Bürger:–Beteiligungsrechte in politischen Foren–Mitwirkung und Zugang zur Gerichtsbarkeit.
  • Ernährungspolitik Schnittmenge aus Agrar-, Umwelt- und Gesundheitspolitik (Mit Einfluss aus Handels-, Finanz-, Ordnungs-, Rechts-, Forschungs- und Bildungspolitik)
  • Einordung deer Verbraucherpolitik –Teil der Wirtschaftspolitik –reagiert auf die spezifischen Mängel eines gegebenen Systems–muss dabei systemkonform sein, d.h. im Einklang mit dem Wirtschaftssystems, in dem sie angewendet wird–Soziale Marktwirtschaft ordnungspolitische Basis in Deutschland–Marktwirtschaftlicher Wettbewerb sorgt für Effizienz    •Dezentrale Koordination der Pläne von Haushalten und Unternehmen   •Preismechanismus ist das Medium, über welches Bedürfnisse und Knappheiten    mitgeteilt werden.   •die Versorgung des Marktes erfolgt zu minimalen Durchschnittskosten (Effizienz)
  • Marktwirtschaftlicher Wettbewrb sorgt für Effizienz Marktgleichgewicht (pareto-optimal) Angebotsüberhang⇒PreissenkungAngebotsdefizit⇒Preissteigerung Pareto- optimal: Der Nutzen eines Akteurs kann nicht erhöht werden, ohne den Nutzen eines anderen Akteurs zu senken. Problem: kein Anreiz zur Innovation. Die Produzenten produzieren ohne Gewinn. Es gibt keine Investitionsmittel für neue Produkte und Verfahren. Erfolgreiche Produkt - und/oder Prozessinnovationen würden sofort von der Konkurrenz kopiert. Damit besteht kein Anreiz für Innovationen.
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  • Langfristiges Marktgleichgewicht Marktwirtshaftlicher Wettbewrb sorgt für Effizienz. Annahme:-n identische Unternehmen-Freier Markteintritt bzw. - austritt-Anpassung der Kapazitäten entsprechend der Gewinnsituation möglich (Eintritt weiterer Unternehmen in den Markt) Bei Unternehmen:Durchschnittliche Variable Kosten, Durchschnittliche Totale Kosten und Grenzkosten sinken zuerst und steigen dann an. SP GK und DTK=Preis und Angebotsmenge (SP da wo DTK im Minimum) In Branche:Langf. Angebotskurve ist eine Gerade, weil langf. alle Kosten variabel (KA ob richtig)Nachfrage schneidet Angebot (Angebotsmenge= Anzahl Firmen*Menge)
  • Rechtfertigung von (verbraucher-)politischen Eingriffen (4) Bei Marktversagen durch:•Marktmacht (Monopol)•Fehlende Markttransparenz•Externe Effekte•Nicht- private Güter   -Öffentliche Güter  -Meritorische Güter
  • Volkswirtschaftliche Verluste und Umverteilungen durch Ausnutzung wirtschaftlicher Macht Preisbildung im Monopol im Vergleich zum Polypol (Referenzsituation) Bitte zeichnen Sie die entsprechende Grafik Skript 2, Seite 7
  • Natürliches Monopol •Kennzeichen eines natürlichen Monopols ist es, dass das betreffende Gut von einem einzigen Unternehmen kostengünstiger hergestellt werden kann als von mehrerenAnbietern-Fallende DK sind von Bedeutung, wenn die Fixkosten der Produktion hoch und die GK relativ niedrig sind-Beispiel: Bahnverkehr, Strom, Gas, Glasfasernetze,•Im natürlichen Monopol ist die Kostenfunktion über den relevanten Bereich subadditiv. Dies impliziert:K(x) < K(x1) + K(x2) + ... + K(xn) mit x1+ x2+ ... + xn= x •Sinkende Durchschnittskosten über den gesamten Mengenbereich sind hinreichend aber nicht notwendig für das Vorliegen von Subadditivität (zu restriktiv) Grafik VL2, Seite 9
  • Problem fallender DK •Wettbewerb zwischen mehreren Unternehmen kaum realisierbar: Jedes Unternehmen wird versuchen, die durch niedrige Durchschnittskosten bedingten Größenvorteile auszunutzen, um die Konkurrenten zu unterbieten: ⇒Ein Unternehmen bleibt übrig: Natürliches Monopol.•Aus allokativer Sicht macht es keinen Sinn, hohe Fixkosten z.B. für Investitionen in ein Schienennetz mehrfach zu tägigen.•Gleichzeitig beinhaltet ein natürliches Monopol die Gefahr überhöhter Preisfestsetzung
  • Natürliches Monopol: Regulierungsstrategien •Tolerierung des Marktversagens (optimal wenn die volkswirtschaftlichen Kosten der Regulierung über denen des Marktversagens liegen)•StaatlicheEingriffe u.a.:-Verstaatlichung des Monopols (potentielles Problem: Staatunternehmen operieren häufig nicht effizient; wenig Anreize Kosten zu senken bzw. Innovationen auf den Weg zu bringen)-Preisfestsetzung:→Monopolist muss zu Grenzkosten anbieten. Differenz zwischen Grenz- und Durchschnittskosten wird subventioniert→Monopolist muss zu Durchschnittskosten anbieten. (Schwierigkeit der Ermittlung,falsche Anreize).-Vergabe/VersteigerungvonLizenzen (Gewinner ist jene Firma, die sich bereit erklärt, die nachgefragten Mengen zu den niedrigsten Preisen zu verkaufen; Konkurrenz imBieterverhalten auf das Niveau der Durchschnittskosten)•Regulierung durch Verringerung der Integrationstiefe (unbundling) und durch Schaffungbestreitbarer Teilmärkte (Netz versus Dienstleistung)
  • Natürliches Monopol Beispiel Telekommunikation •Existenz von Netzwerkexternalitäten:–Wert eines Netzes steigt für den einzelnen Nutzer mit Anzahl der Nutzer im Netz: große Netze führen zu größerem Nutzen–Vorteil für Unternehmen mit großen Netzen (hohe Eintrittsbarrieren, da hohe Investitionen notwendig)•Existenz von Economies of Scale:–Hohe Kosten für den Aufbau eines flächendeckenden Breitbandnetzes aber zusätzliche Kosten die durch die tatsächliche Nutzung des Netzes entstehen relativ niedrig.•Telekommunikation als natürliches Monopol? –Ursprünglich: gesamte Bereich der Telekommunikation–Neue Technologien: Reduktion des natürlichen Monopols auf „letzte Meile“
  • Politische Eingriffe bei Marktmacht •Abbau von Marktzutrittsschranken•Fusionskontrolle•Zerschlagung von Monopolen•Aufdeckung von Kartellabsprachen•Deregulierung
  • Rechtfertigung von (verbraucher) politischen Eingriffen Marktversagen: Fehlende Markttransparenz(asymetrische Information) •Eine Annahme perfekt funktionierender Märkte ist das Vorhandensein vollkommener und kostenloser Information→Marktteilnehmer verfügen über vollständige Information bezüglich ihrer Möglichkeiten und der Eigenschaften der Güter→Information ist kostenlos (auch bzgl. Zeit)•Ist dies nicht der Fall kommt es zu Marktversagen•In der Realität gibt es keine (kaum) vollkommene Information•Häufig vorliegen asymmetrischer Informaiton:→liegt vor, wenn eine Marktseite mehr Informationen über das Produkt hat als die andere.→Kann der Akteur mit (Informations)vorteilen, diese zu seinen Gunsten ausnutzen = Opportunistisches Verhalten
  • Einteilung von Produktattributen (3) Prüf- bzw. Suchattribute: können vom Konsumenten vor dem Kauf festgestellt werden (Größe, Aussehen, Preis eines Produktes): keine/geringe Informationsasymmetrie. Erfahrungsattribute: lässt sich erst nach dem Kauf bei Verwendung des Gutes feststellen (Bedienungsfreundlichkeit eines Videorecorders; Geschmack eines Apfels): Informationsasymmetrie abhängig vom Produkt (bei Lebensmittel relativ geringes Problem)Vertrauens-/Glaubensattribute: auch nach dem Kauf und Gebrauch nicht bestimmbar (viele Prozessattribute; z.B. Kinderarbeit im Herstellungsprozess, Herkunft): hohe Informationsasymmetrie
  • Informationsasymetrie •Bei voller Qualitätskenntnis–Tausch von Gütern beider Qualitäten•Bei Informationsasymmetrie–Anbieter schlechter Qualitäten bieten ihre Produkte als Güter hoher Qualität an (Betrugspotential)–Die Nachfrage nach Gütern hoher Qualität sinkt (adverse Selektion)–Anbieter guter Qualitäten tauschen nicht: würden Verluste machen–Es werden nur noch schlechte Qualitäten gehandelt–Markt für gute Qualitäten bricht zusammen=> Marktversagen aufgrund adverser Selektion
  • Reduktion von Informationsasymetrie: Lösungen des Marktes (2) Screening:•Beschaffung von Informationen über die Qualität des Gutes oder über die Zufallsvariable→Optimaler Umfang der Informationssuche gegeben durch Grenzertrag = Grenzkosten•Einschaltung von Spezialisten mit Fachkompetenz (evtl. neue Marktversagensprobleme bspw. Interessenkonflikte bei Beratung)•Anreiz: Verbesserung der Kaufentscheidung•Problem:→Kosten des Screening→Verfügbarkeit von Informationen→Fähigkeit, die Informationen zu bewerten Signaling•Bereitstellung von (glaubhaften) Informationen durch die besser informierte Marktseite•Anreize: Produzenten hoher Qualität haben ein Interesse daran, dass die Marktgegenseite informiert ist•Problem: Glaubwürdigkeit der signalisierten Informationen•Lösungen: Glaubwürdigmachung von Qualitätsversprechen →Aufbau von Reputation →Markenartikel: Versprechen hoher und gleichbleibender Qualität: Marke = Warenzeichen (geschütztes Exklusivrecht)→Werbung →Einräumen von Garantieversprechen (freiwillige Selbstverpflichtung des Händlers oder Herstellers; unabhängig von gesetzlichen Mängelansprüchen )Vermindern das Risiko für den KäuferSignalisieren hoher Qualität
  • Verbraucherpolitik zur Reduktion von Informationsasymmetrie I Ziel: Sicherung von Wettbewerb und Transparenz •Maßnahmen: Abbau der Informationsasymmetrie unter Beibehaltung von Vertragsfreiheit durch z.B. -Staatliche Bereitstellung und Verbreitung von Informationen: z.B. Stiftung Warentest oder Verbraucherschutzorganisationen-Verpflichtung zu Mindestinformationen: z.B. Zutatenliste auf Lebensmitteln (Produkteigenschaften, Inhaltsstoffe, Verfallsdaten u.a.) oder Warnhinweise vor gesundheitlichen Gefahren, z.B. Zigaretten) Probleme:Konflikt zwischen Verständlichkeit und EindeutigkeitWirkung im Rahmen von Informationsüberflutung, begrenzter Rationalität und nicht eindeutiger Informationslage
  • Verpflichtende Lebensmittelkennzeichnung •Verkehrsbezeichnung (soll die wichtigsten Eigenschaften eines Lebensmittels nennen, damit die Art des Produktes leicht erkennbar ist und eine Verwechslung mit vergleichbaren Erzeugnissen ausgeschlossen wird. Pflicht für jedes verpackte Lebensmittel.)•Zutatenverzeichnis: (informiert über die Zusammensetzung des Lebensmittels. Es listet alle Zutaten in der Reihenfolge ihres Gewichtsanteiles auf.)•Mindesthaltbarkeitsdatum (MDH):(ist bis auf wenige Ausnahme wie Zucker, Kaugummi und Wein auf allen Lebensmitteln zu finden. Es gibt an, bis zu welchem Zeitpunkt das ungeöffnete und richtig gelagerte Lebensmittel seine maßgeblichen Qualitätseigenschaften wie Geschmack, Geruch und Nährwert behält. Auch nach Ablauf des MHD sind Lebensmittel nicht unbedingt „verdorben“ und dürfen, mit Ausnahme von Eiern, noch verkauft werden. Der Händler ist dann dafür verantwortlich, dass das Produkt noch einwandfrei ist.)•Füllmenge•Firmenanschrift•Preis- und Grundpreisangabe
  • Verbraucherpolitik zur Reduktion von Informationsasymmetrie II Ziel: Sicherung von Wettbewerb und Transparenz •Maßnahmen: Einschränkung der Vertragsfreiheit→Mindeststandards bzw. Genehmigungen: Staat erlässt Mindestvorschriften für Produkte   -Vermarktungsverbote    -Lebensmittelvorschriften, in denen die zulässigen Höchstgehalte schädlicher Stoffe,   Inhaltsstoffe oder Herstellungsarten etc. geregelt sind.   -direkte Genehmigung von Produkten.→Weitere Regulierungen:  -Gewährleistungspflicht (z.B. wenn Sache nicht vereinbarte Beschaffenheit gegeben  ist); Gewährleistungsansprüche existieren Kraft Gesetzes, gesetzliche Haftung des  Verkäufers; seit 2002: 24 Monate; nach 6 Monaten Umkehr der Beweispflicht)  -Haftung (Produkthaftung; gesetzliche Haftung i.d.R. des Herstellers für Schäden, die   dem Verbraucher aus der Benutzung eines Produkts entstehen)
  • Rechtfertigung von (verbraucher)politischen Eingriffen Marktversagen: Externe Effekte Externe Effekte liegen vor, wenn der Konsum oder die Erstellung eines privaten Gutes das Wohl (Nutzen/Gewinn) eines anderen Wirtschaftssubjektes beeinflusst, ohne dass hierfür eine (entsprechende) Gegenleistung erbracht oder empfangen wird.
  • Externe Effekte Pekuniäre Externalitäten Pekuniäre Externalitäten sind normale Folge von Marktbeziehungen: Angebots- als auch Nachfrageentscheidungen verändern Knappheitsrelationen für alle Marktteilnehmer und damit Marktpreise mit z.T. bedeutsamen verteilungspolitischen Effekten. ⇒Dies ist aber kein Marktversagen
  • Externe Effekte Technologische Externalitäten Technologischen Externalitäten treten auf, wenn ein direkter Zusammenhang zwischen den Produktions- oder Nutzenfunktionen mehrerer Akteure  besteht, der nicht in der Marktpreisbildung erfasst wird -Marktpreise, die den Angebots- und Nachfragemengen zugrundliegen bewerten die Externalitäten nicht. -Die privaten Grenznutzen und Grenzkosten weichen im Gleichgewicht von den gesellschaftlichen (sozialen) Grenznutzen und Grenzkosten ab.⇒Es kommt zu Marktversagen.
  • Negative Externe Effekte Der Nutzen der Haushalte oder der Gewinn der Unternehmen wird durch die Aktion Dritter gemindert ohne das eine wirtschaftliche Entschädigung durch den Verursacher erfolgt.
  • Positive externe Effekte Der Nutzen der Haushalte oder der Gewinn der Unternehmen wird durch die Aktion Dritter erhöht ohne das eine wirtschaftliche Entschädigung durch den Nutznießer erfolgt.
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  • Wohlfahrtstheoretische Bewertungskonzepte Rentenkonzept •horizontale Betrachtung•verteilungsorientierte Berechnung der Realeinkommenseffekte für einzelne Gruppen der Gesellschaft   -Verbraucher   -Erzeuger   -Steuerzahler•Gesamtgesellschaftliche Wohlfahrt = Konsumentenrente + Produzentenrente + Staatseinnahmen abzüglich Staatsausgaben ???
  • Wohlfahrtstheoretisches Bewertungskonzept Zahlungsbereitschftskonzept •vertikale Betrachtung•funktionale Zerlegung der Wohlfahrt nach volkswirtschaftlichen Komponenten   -Nutzen   -Variable Kosten   -Außenhandelswert•Gesamtgesellschaftliche Wohlfahrt = Maximale Zahlungsbereitschaft - variablen Kosten der Produktion + Deviseneinnahmen abzüglich Devisenausgaben
  • Zahlungsbereittschaftskonzept Maximale ZB •Maximale ZB ist der Betrag, den die Konsumenten für die letzte Einheit eines bestimmtes Guts zu zahlen bereit sind. •Mit dem Konzept der maximalen ZB wird der Nutzen der Konsumenten erfasst, den der Erwerb eines Produktes bewirkt - Fläche unter der Nachfragekurve. Grafiken Skript 4, Seite 9
  • Zahlungsbereitschaftskonzept Opportunitätskosten der Produktionsfaktoren •Fläche unter der Angebotskurve/Grenzkostenkurve = gesamte VK•Opportunitätskosten der Produktionsfaktoren entsprechen dem Nutzenentgang durch den Verzicht auf eine alternative Verwendung. Variable Kosten=Opportunitätskosten Grafik Skript 4, Seite 10
  • Zahlungsbereitschaftskonzept Deviseneinnahmen •Dritte Komponente des direkten Ansatzes•erfasst die Deviseneinnahmen bzw. Devisenausgaben sowie ihre Veränderung als Folge politischer und ökonomischer Veränderungen.
  • Private Kosten und soziale Kosten •Private GKPrivate Kosten der Produktion sind Kosten, die der Produzent trägt. Private Grenzkosten sind die privaten Kosten für die Produktion einer zusätztlichen Einheit des Gutes•Externe GKExterne Kosten der Produktion sind Kosten, die nicht der Produzent trägt, sondern die andere tragen müssen. Externe Grenzkosten sind die Kosten für die Produktion einer zusätztlichen Einheit, die von anderen (als dem Produzenten) getragen werden. Private GK+Externe GK=Soziale GK Siehe auch Grafik VL4, Seite 11
  • Wohlfahrtseffekte negativer externer Effekte landwirtschaftl. Produktion (z.B. Nitratbelastung des Grundwassers) Wann bestehen negative Externalitäten in der Produktion? Bestehen negative Externalitäten in der Produktion •sind die gesellschaftlichen Grenzkosten der Produktion (Gk*soz) höher als die privaten Grenzkosten (Gkpriv)•Wird ein gewinnmaximierendes Unternehmen eine Menge produzieren, die oberhalb der aus gesamtgesellschaftlicher Sicht optimalen Menge liegt•Entstehen gesamtgesellschaftliche Wohlfahrtsverluste im Vergleich zum sozialen Optimum Grafik VL 4, Seite 13
  • Rechtfertigung von (verbraucher-)politischen Eingriffen Marktversagen durch Vorliegen negativer externer Effekte in der Produktion Pigou Steuer: Abgaben, die private und soziale Grenzkosten zum Ausgleich bringen (Internalisierung externer Effekte) Pigou‘sche Steuer: Benannt nach dem Britischen Ökonom  Arthur Cecil Pigou Steuer auf die Produktion von Q müsste gerade so hoch sein, •dass sie den marginalen externen Kosten der Produktion entsprechen•dass Q* an Stelle von Q1 produziert wird.Aus Sicht des Produzenten sind die für die Produktion zu berücksichtigenden Grenzkosten dann Gkpriv zuzüglich Steuer wobei Steuer = Gkext. Schwierigkeit der Ermittlung der korrekten Höhe des Steuersatzes, da er im Optimum den externen Grenzkosten und somit dem gesellschaftlichen Grenzschaden entsprechen muss. Grafik VL4, S. 16
  • Rechtfertigung von (verbraucher-)politischen Eingriffen Marktversagen durch Vorliegen negativer externer Effekte in der Produktion (4) •Pigou Steuer: Abgaben, die private und soziale Grenzkosten zum Ausgleich bringen (Internalisierung externer Effekte)•Festlegung von Grenzwerten/Einschränkung der Produktion (z.B. Nachtflugverbot)•Coase – Theorem (Ronald Coase): Marktlösung des Problems•Vergabe von (handelbaren) Zertifikaten (Das Schadstoffniveau wird politisch festgelegt; Wettbewerb um Verschmutzungsrechte
  • Coase Theorem Verursacherprinzip (mit Bsp.) Verursacher ist für die vollständige Vermeidung des externen Effekts verantwortlich (d. h. Anspruch des Geschädigten auf  vollständige Vermeidung des externen Effekts). Beispiel: Ein Landwirt emittiert Nitrat in das Grundwasser, wodurch die Trinkwasserqualität beeinträchtigt wird. Folge: Erhöhte Aufwendung für die lokalen Wasserwerke Wasserwerke haben Anspruch auf unverschmutztes Wasser. Will der Landwirt zur Aufrechterhaltung seiner Produktion das Grundwasser weiter belasten, muss er den Wasserwerken eine Kompensationszahlung anbieten.
  • Coase Theorem Laissez-faire-Prinzip  Der Verursacher hat das Recht zur Emission (d. h. kein Anspruch des Geschädigten auf Vermeidung des externen Effekts).  Beispiel: Ein Landwirt emittiert Nitrat in das Grundwasser, wodurch die Trinkwasserqualität beeinträchtigt wird. Folge: Erhöhte Aufwendung für die lokalen Wasserwerke  Landwirt hat das Recht, uneingeschränkt das Grundwasser zu verschmutzen. Möchten die Wasserwerke zur Sicherung von sauberen Trinkwasser eine Emissionsverminderung erreichen, so müssen sie dem Landwirt Kompensationszahlungen anbieten.
  • Coase Theorem Voraussetzung und Ergebnisse Voraussetzungen:•Eindeutige Festlegung der „Eigentumsrechte“ an dem Medium, auf das sich der externe Effekt bezieht (sauberes Grundwasser)•Es fallen keine Transaktionskosten mit dem Handel an •Vollständige Informationen sind gegebenEffizienzhypothese:•Bei Vorliegen eines externen Effekts führen private Verhandlungen zwischen Erzeuger und Geschädigten unter obigen Annahmen zu einem pareto-optimalen Ergebnis. Invarianzhypothese:•Verteilung der Eigentumsrechte spielt für die optimale Lösung (Allokation) keine Rolle, wohl aber für die Verteilungseffekte.
  • Privater und Sozialer Nutzen •Privater Nutzen des Konsums ist der Nutzen, den der Verbraucher beim Konsum des Gutes erhält. Privater Grenznutzen ist der private Nutzen für den Konsum einer zusätzlichen Einheit des Gutes•Externer Nutzen (wenn negativ = externe Kosten) des Konsums ist (sind) der Nutzen (die Kosten), den (die) jemand anderes als der Konsument erhält (tragen muss). Externer Grenznutzen (externe Grenzkosten) ist (sind) der Nutzen (die Kosten) des Konsums einer zusätzlichen Einheit, die andere (als der Konsument) erhalten (tragen) müssen. Produzenten getragen werden. Sozialen Grenznutzen = Private Grenznutzen + Externer Grenznutzen/Grenzkosten Grafik VL 4, S. 21
  • Demeritorisches Gut (Meritorisches Gut) Meritorische Güter kommen auf Grund der Staatseingriffe in grösseren Mengen auf den Markt, demeritorische Güter hingegen in kleineren. Demeritorisches Gut: •private Nachfrage übersteigt das gesellschaftlich gewünschte Maß•Verbraucherpolitische Maßnahmen z.B.:   -Mineralölsteuer  -Auflagen (Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden) Meritorisches Gut: •Private Nachfrage bleibt hinter dem gesellschaftlich gewünschtem Maß zurück.•Verbraucherpolitische Maßnahmen u.a.  -Gesundheitliche Aufklärung  -Konsumgebote (Versicherungspflicht) Grafiken VL 4, S. 23-24
  • Externe Effekte: Zusammenfassung Externe Effekte können im Konsum und der Produktion auftreten und sowohl positiv als auch negativ sein Das Vorliegen externer Effekte führt zu Fehlallkokation (Marktversagen): -Güter, die negative externe Effekte auslösen, werden in zu großer Menge produziert und    nachgefragt;-Güter, die positive externe Effekte auslösen, werden in zu geringer Menge produziert und nachgefragt (häufig öffentliche Güter)
  • Problem (verbraucher-)politischer Eingriffe •Große Verbreitung technologischer Externalitäten und Marktversagen •Häufig verwendete Rechtfertigung für wirtschaftspolitische Eingriffe zur Korrektur  -Aber Messung von gesellschaftlichem Nutzen und Kosten problematischEntscheidung über staatlichen Eingriff:   -Vergleich der Grenzkosten der Intervention mit den Grenzschäden bei Nicht-Intervention  -Optimale Schadenshöhe, wo Grenzkosten der Schadensvermeidung = Grenzschaden
  • Staatlicher Eingriff bei Existenz negativer externer Effekte Grafik VL4, S.27
  • Rechtfertigung von (verbraucher) politischen Eingriffen Marktversagen: Vorliegen öffentlicher Güter Kategorisierung von Gütern Gemäß den zwei Eigenschaften: Ausschließbarkeit und Rivalität Privates Gut: Rivalität und Ausschließbarkeit (Stereo-Anlage)Allmende Gut: Rivalität und keine Ausschließbarkeit (Fische im Meer)Clubgut: keine Rivalität und Ausschließbarkeitrein öffentliches Gut: keine Rivalität und keine Ausschließbarkeit
  • Politikrechtfertigung gemäß der Art der Güter Private Güter:Konsumausschluss möglich und Rivalität gegeben⇒Effiziente Bereitstellung über den Markt möglichGruppengütern:Konsumausschluss möglich und Rivalität (bis zur Kapazitätsgrenze) nicht gegeben ⇒Bereitstellung über den Markt möglich, aber nicht notwendigerweise effizient (falls Kapazitätsgrenze nicht erreicht)Öffentliche Güter:Konsumausschluss nicht möglich und Rivalität nicht gegeben⇒Effiziente Bereitstellung über den Markt nicht möglich: müssen staatlich angeboten werdenAllgemeingüter (Allmendegüter):Konsumausschluss nicht möglich und Rivalität gegeben ⇒Bereitstellung über den Markt führt zur Tragödie der Allmende; Lösung:Festlegung von Verfügungsrechten unter staatlicher Kontrolle oder der Regulierung der Allmendegüter durch u.a. Fangquoten, Artenschutzauflagen, Umweltschutzauflagen.
  • Allgemeines Gut (Allmende) Begriffserklärung und aktuelle Bsp. Ursprung des Begriffs: •Nutzung der Weiden vor der Stadt, die niemandem/allen gehörten•Problem: mit zunehmender Tierhaltung Überweidung mit der Folge das das Gemeinschafteigentum nicht mehr nutzbar ist.•Potentielle Lösung: man einigt sich auf die Anzahl der Tiere pro Familie, aber häufig kommt es nicht zum Optimum (Max. des Eigennutzes) Aktuelle Beispiele:•Überfischung der Weltmeere•Saubere Luft, sauberes Wasser•Verstopfte Straßen