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Klinische Psychologie und Gesundheitspsychologie (Fach) / Vorlesungs-Prüfung 2014/15 (Lektion)
Bachelor Psychologie, Kristina Henning-Fast, Uni Wien
Stoff: Klinische Psychologie und Psychotherapie von Wittchen und Hoyer (2011)
Diese Lektion wurde von Quinn erstellt.
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- Merkmale pathologischer Zwänge - Person erlebt inneren, subjektiven Drang, bestimmte Dinge zu denken oder zu tun - Person leistet Widerstand gegen der Drang - Person erkennt Gedanken und Handlung im Prinzip als sinnlos - Person erlebt durch Gedanken oder Handlungen eine massive Beeinträchtigung des Lebensvollzugs
- Behandlung von Zwangsgedanken Kopplung mit externen Auslösern Konfrontation mit internen Auslösern Kognitive Therapie (Vermittlung eines plausiblen Modells, Klärung des Problems, Veränderung der Bewertung, Unterdrückung von Gedanken, Veränderung der Beliefs betreffend Verantwortung und Schuld)
- somatoforme Störungen Gruppe heterogener Störungsbilder mit der Gemeinsamkeit, dass organisch unklare Körperbeschwerden vorliegen Somatisierungsstörungen: mind. 8 somatoforme Symptome über mehrere Jahre, Beginn vor dem 30. Lebensjahr Undifferenzierte somatoforme Störung: ein oder mehrere somatoforme Symptome für mind. 6 Monate Konversionsstörung: Veränderung/Verlust von willkürmotorischen Funktionen (zB Lähmung) oder sensorischen Funktionen (zB Blindheit), welche einen neurologischen Krankheitsfaktor nahe legen (ohne dass dieser besteht) Schmerzstörungen: Schmerzen in einem oder mehreren anatomischen Bereichen, chronisch bei 6 Monaten oder länger, akut bei weniger als 6 Monaten Hypochondrie: übermäßige Angst/Überzeugung, eine schwere Krankheit zu haben, die auf Fehlinterpretatoin körperlicher Beschwerden beruht; Fortbestehen trotz angemessener medizinischer Abklärung und Rückversicherung; mind. 6 Monate Körperdysmorphe Störung: übermäßige Beschäftigung mit einem eingebildeten oder geringfügigen Mangel in der äußeren Erscheinung nicht näher bezeichnete somatoforme Störungen
- somatosensorische Verstärkung betroffene Personen neigen dazu, körperliche Funktionen und Empfindungen genau zu beobachten, sodass sie auch alltägliche, schwache und vorübergehende körperliche Reaktionen bemerken, die andere wegen ihrer mangelnden Bedeutung nicht beachten auf diese wahrgenommenen Änderungen reagieren sie mit katastrophisierenden Bewertungen die daraus resultierende Angst führt zu weiterer Aufmerksamkeitsfokussierung und einer weiteren Intensivierung der Körperreaktionen und der Symptomwahrnehmung
- dysfunktionales Krankheitsverhalten Schonverhalten Vermeidungsverhalten Rückversicherung Checking --> beteiligt an der Aufrechterhaltung somatoformer Beschwerden
- kognitive Prozesse bei somatoformen Störungen - organisch-somatische Kausalattributionen und katastrophisierende Bewertung der eigenen Beschwerden - negative Verlaufserwartung - niedrige Kontrollerwartung
- transaktionales Modell der Stressreaktion von Lazarus 3 stressrelevante Bedingungen: Schädigung/Verlust, Bedrohung, Herausforderung primary appraisal: Bewertung einer Situation als irrelevant, positiv oder Stress secondary appraisal: Abschätzung der Bewältigungsmöglichkeiten und deren Konsequenzen --> problemorientiertes Coping: aktiv an das Problem herangehen ("zupacken") --> emotionsorientiertes Coping: negative emotionale Konsequenzen eines Stressors regulieren
- Anorexia nervosa - Weigerung der Patientin, das minimale normale Körpergewicht zu halten/erreichen - Angst vor Gewichtszunahme trotz Untergewichts - Wahrnehmungsstörung bezogen auf Figur und Gewicht - übermäßige Bedeutsamkeit von Figur und Gewicht - Amenorrhoe - Reduktion der Nahrungszufuhr, selbstinduziertes Erbrechen, Laxanzien- oder Diuretikamissbrauch, exzessive körperliche Aktivität restriktiver Typus: keine regelmäßigen Essanfälle oder Purging-Verhalten Binge-Eating/Purging-Typus: regelmäßig Essanfälle und Purging-Verhalten
- Bulimia nervosa - "objektive" Essanfälle mit Kontrollverlust - unangemessene Maßnahmen der Kompensation zur Verhinderung einer Gewichtszunahme (Erbrechen, Diäten, Laxanzienabusus) - Menge der gegessenen Nahrung eindeutig größer als andere Menschen im gleichen Zeitraum essen würden - Figur und Gewicht haben übermäßigen Einfluss auf Selbstbewertung - mind. 2-mal pro Woche über 3 Monate Purging-Typus: regelmäßig induziertes Erbrechen oder Missbrauch von Laxanzien,... Nicht-Purging-Typus: andere unangemesene Maßnahmen zur Gewichtsabnahme wie Fasten oder übermäßige körperliche Betätigung
- Binge-Eating-Störung - regelmäßige Essanfälle wie bei Bulimia nervosa - 2 Tage pro Woche über 6 Monate - beeinträchtigte Kontrolle (schneller Essen als normalerweise, Essen bis zu unangenehmem Völlegefühl, große Nahrungsmengen ohne hungrig zu sein, allein Essen, Ekelgefühl, Traurigkeit, Schuldgefühle) - keine regelmäßigen Maßnahmen gegen Gewichtszunahme, keine Kompensationsmechanismen (Patienten sind meist übergewichtig)
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- sexuelle Störungen sexuelle Funktionsstörung: beinhalten Auffälligkeiten des sexuellen Verlangens (Inappetenz, Libidostörung) und Störungen des sexuellen Reaktionszyklus (Erektionsstörung, Lubrikationsstörungen, Orgasmusstörungen, Dyspareunie, Ejaculatio praecox) Störungen der Sexualpräferenz (Paraphilien): sexueller Drang nach einem unüblichen Sexualobjekt (zB Fetischismus, Pädophilie) oder nach unüblicher sexueller Stimulierung (zB Frotteurismus, Masochismus, Sadismus) Störung der Geschlechtsidentität: tiefe Unzufriedenheit mit dem eigenen Geschlecht mit dem Wunsch, die Rolle des anderen Geschlechts teilweise/vollständig anzunehmen (Transsexualismus, Transvestitismus, Störung der Geschlechtsidentität im Jugendalter)
- der sexuelle Reaktionszyklus 0. Appetenz: Phantasie über sexuelle Aktivitäten und Bedürfnis, sich sexuell zu betätigen 1. Erregungsphase: Zunahme an sexueller Lust mit multiplen physiologischen Veränderungen 2. Plateauphase: Verstärkung/Intensivierung der Prozesse der Erregungsphase 3. Orgasmusphase: Erleben höchster sexueller Lust 4. Entspannungsphase: muskuläre Entspannung (kann bei Männern stärker ausgeprägt sein als bei Frauen)
- Intersexualität die geschlechtsdifferenzierenden und geschlechtsdeterminierenden Merkmale des Körpers entsprechen nicht eindeutig dem gleichen Geschlecht
- Pfadmodell des sexuellen Missbrauchs nach Ward und Sorbello ätiologische Bedingungen: unsichere Bindung Gleichsetzung: Sex=Intimität mangelnde Fähigkeit Stress zu regulieren antisoziale Entwicklung Primärfaktoren: Defizite im Bereich von Intimität und sozialer Kompetenz verzerrte "sexual scripts" emotionale Dysregulation kognitive Verzerrungen multiple dysfunktionale Mechanismen (--> Entwicklung zur "reinen Pädophilie")
- Persönlichkeitsstörung - überdauerndes Muster des Denkens, Verhaltens, Wahrnehmens und Fühlens, das sich als durchgängig unflexibel und wenig angepasst darstellt - wesentliche Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit im privaten oder beruflichen Bereich - Leiden und gravierende subjektive Beschwerden
- ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung (vermeidend-selbstunsicher) Überzeugung, selbst sozial unbeholfen, unattraktiv und minderwertig zu sein Sorge, in sozialen Situationen kritisiert oder abgelehnt zu werden zwischenmenschliches Angst- und Insuffizienzerleben
- narzisstische Persönlichkeitsstörung Großartigkeit (in Phantasie oder Verhalten) Bedürfnis nach Bewunderung Mangel an Empathie
- histrionische Persönlichkeitsstörung übermäßige Emotionalität und Streben nach Aufmerksamkeit Dramatisierung theatralisch Verlangen nach Aufregung und Anerkennung
- emotional-instabile Persönlichkeitsstörung impulsiver Typus (emotionale Instabilität und mangelnde Impulskontrolle mit gewalttätigem und bedrohlichem Verhalten) Borderline Typus (emotionale Instabilität und Selbstbild, Ziele und Präferenzen sind unklar/gestört)
- dissoziale Persönlichkeitsstörung große Diskrepanz zwischen Verhalten und sozialen Normen fehlendes Schuldbewusstsein Neigung andere zu beschuldigen oder eigenes Verhalten zu rationalisieren
- schizotypische Persönlichkeitsstörung soziale und zwischenmenschliche Defizite akutes Unbehagen und mangelnde Fähigkeit zu engen Beziehungen Verzerrung in Wahrnehmung und Denken eigentümliches Verhalten
- schizoide Persönlichkeitsstörung Distanziertheit in sozialen Beziehungen eingeschränkte Bandbreite des Gefühlsausdrucks einzelgängerisch Mangel an engen/vertrauensvollen Beziehungen
- paranoide Persönlichkeitsstörung Misstrauen und Argwohn gegenüber anderen übertriebene Empfindlichkeit auf Zurücksetzung und Rückschlägen streitsüchtig und beharrlich Bestehen auf eigenen Rechten
- abhängige Persönlichkeitsstörung Unterordnung eigener Bedürfnisse eingeschränkte Fähigkeit, Alltagsentscheidungen allein und unabhängig zu treffen dependente Persönlichkeitsstörung: Bedürfnis, versorgt zu werden, unterwürfiges Verhalten und Trennungsängste
- anankastische Persönlichkeitsstörung übermäßiger Zweifel und Vorsicht ständige Beschäftigung mit Details, Regeln, Listen, Ordnung, Organisation, Plänen zwanghafte Persönlichkeitsstörung: Ordnung, Perfektion und zwischenmenschliche Kontrolle passiv-aggressive Persönlichkeitsstörung: negative Einstellungen und passiver Widerstand gegenüber Forderungen nach angemessener Leistung depressive Persönlichkeitsstörung: depressive Kognitionen und Verhaltensweisen mit negativistische, widerständige, kritische und pessimistische Grundeinstellug
- Diagnostikinstrumente für Persönlichkeitsstörungen strukturierte Interviews: - Strukturiertes Klinisches Interview für die DSM-Achse II (SKID-II) - International Personality Disorder Examination (IPDE) Fragebögen zur Selbstbeurteilung: - Personality Disorder Questionnaire (PDQ-4+) - Persönlichkeist-Stil- und Störungs-Inventar (PSSI)
- Ätiologie von Persönlichkeitsstörungen genetische Einflüsse psychologische Einflüsse auf Sozialisation belastende und traumatische Erfahrungen mangelnde soziale Integration biopsychosoziales Rahmenmodell