Tierphysiotherapie (Fach) / Untersuchungsgang Pferd (Lektion)
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Untersuchung und Befundung in der Physiotherapie Block2
Diese Lektion wurde von briscojac erstellt.
- Was bedeuten superior, inferior, anterior, posterior? superior = oben liegend (=dorsal) inferior = unten liegen (=ventral) anterior = vorne liegend (=cranial) posterior = hinten liegend (=caudal)
- Auf was achtet man bei der Ganganlyse im Schritt von hinten? Kruppenbewegung Schweifhaltung und -bewegung Bauchpendel Fessel- und Tarsalgelenke (path. wäre eine Außenrotationsbewegung) Fußung/Spur und das Aufsetzen des Hufs (schief, gerade) Zehenschleifen, Bewegungshöhe, Abfußen Je weniger Bauch- und Schweifbewegung, desto besser; ABER: klemmiger Schweif kann auf "fest im Rücken" hinweisen
- Worauf weisst ein starkes Schweifpendeln im Schritt hin? je stärker das Schweifpendeln ist, desto mehr geht das Pferd über eine Lateroflexion der Wirbelsäule und nicht über eine Rotation. es arbeitet mehr über die Rückenmuskulatur als über die Bauchmuskulatur zu sehen ist dies auch an einem breitbeinigeren Gang
- Was sind die 4 Grundsätze bei der Durchführung einer Ganganalyse? Kaltstart: Pferd direkt beim Gang aus der Box beobachten Pferd nicht Warmreiten lassen vorher Pferd nicht hinterherziehen, da das das Gangbild verändert Änderung der Führseite
- Was wird bei der Ganganalyse im Schritt von vorne beurteilt? Kopf-und Halshaltung, Kopfbewegungen Bauchpendel Buggelenk, Brustmuskulatur (Symmetrie) Karpalgelenk, Fesselgelenk Belastung linkes/rechtes Bein Auffußen des Hufs
- Was wird in der Bewegungsanalyse von der Seite beurteilt? Kopf-/Halshaltung und -bewegung Widerrist- /Rücken- und Kruppenbewegung (Oberlinie) Scheifhaltung Schultergelenk und -muskulatur, Scapula-Bewegung (Dorsalrand) Hüft- und Kniegelenk + Muskulatur Durchtrittigkeit in Fesselgelenken Untertreten/Raumgriff/Schrittlänge Ab-/Auffußen vom Boden (Trachten- oder Zehenfußung) Fußfolge, Bewegungsfluss
- Was wird in der Bewegungsanalyse beim Rückwärtsrichten beurteilt? Reflextätigkeit der HH Ausschluss Shivering, Ataxie und Aussage über neurologische Störungen Tragfähigkeit/Lastaufnahme der HH bei aufgewölbter WS Lateralflexion der WS Aufwölbung (Flexion) des Rückens/Sacrums Symmetrie links/rechts, gerades Zurückweichen
- Soll das Pferd bei der Palpation warm oder kalt sein? Besser ist warm (also nach der Bewegungsanalyse), da pathologische Veränderungen im erwärmten Zustand besser spürbar sind.
- Was wird bei der Palpation beurteilt? Beurteilung des Gewebes auf Konsistenz, Elastizität, Mobilität, Schmerz Haut und Unterhaut Muskulatur Sehnenansätze Sehnengleitlager und Schleimbeutel Knochen und GElenke Nerven und Gefäße
- Was wird bei einer Gelenkbefundung untersucht? Joint play (Gelenkspiel) Bewegungsausmaß und Harmonie der beiden Gelenkspartner (Rollgleitbewegung) Endgefühl Gelenkpartner selber Festigkeit von Kapsel und Bandapparat Unterschiede im Seitenvergleich
- Wie sollte sich der Hufknorpel anfühlen? sollte weich und elastisch sein Verhärtungen deuten auf Überlastung hin (z. B. durch asymmetrische Hufe Mehrbelastung auf der steileren Seite)
- Durchführung des Hufrollen-Tests? Kompression der Strukturen innerhalb des Hufes durch gezielten Druck in die Hufballen beim gebeugtem Hufgelenk (Vorsichtig sein und nur 1x durchführen!) bei pathologischem Geschehen würde das Pferd Schmerzreaktionen zeigen
- Was bedeutet Extensionsläsion? bedeutet, dass das Gelenk nicht gebeugt werden kann
- Mit welchem Handgriff wird die Bewegung des Hufgelenks überprüft? mit einer Hand Fessel umgreifen (nah am Kronsaum), mit der anderen Hand den Huf von unten ("Schraubglas-Deckel") greifen und mit leichter Traktion in alle Richtungen bewegen Durch die Traktion wird der Gelenkspalt und damit auch das Bewegungsausmaß vergrößert
- Wie werden die Gleichbeine überprüft? physiologische Bewegungsrichtungen sind nach oben-innen und nach unten-außen Fesselgelenk beugen um die Beugesehnen zu entspannen und dann die Gleichbeine leicht in die physiologischen Richtungen verschieben; weich elastisches Gefühl
- Aus welchen Strukturen besteht der Fesseltrageapparat? M. interosseus medius Lig. palmare (intersesamoideum) mit Knorpelplatte (Gleichbeine) Unterstützungsäste zur gemeinsamen Strecksehne Lig. sesamoideum obliquum (2) Lig. sesamoideum rectum
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- Wie verhält sich das Os carpi accessorium bei Flexion/Extension? bei Flexion weicht es nach medial aus bei Extension klappt es nach lateral
- Welches Gelenk wird bei der Testung des Tarsalgelenks automatisch mitbewegt? das Kniegelenk Achtung: die Hüfte darf sich aber nicht bewegen!!!
- Wo liegt eine Hand bei der Testung des Hüftgelenks? Auf dem Tuber coxae, um zu überprüfen, ob er sich mitbewegt (er soll nicht!)
- Nenne die Bewegungsmöglichkeiten aller Gelenke der Hintergliedmaße. Hüftgelenk = Nussgelenk: eingeschränkt Flex, Ex, Ab, Ad, IR, AR Kniegelenk = Walzengelenk: Flex, Ex; Patellabewegung! Tarsalgelenk = Schraubengelenk: Flex, Ex Fesselgelenk = Scharniergelenk: Flex, Ex Krongelenk = Sattelgelenk: Flex, Ex, Ab, Ad, (IR, AR) Hufgelenk = Sattelgelenk: Flex, Ex, Ab, Ad, (IR, AR)
- Nenne die Bewegungsmöglichkeiten aller Gelenke der Vordergliedmaße. Schulter-Rumpf = Synsarkose: Gleiten nach dorsal, ventral, cranial, caudal Schultergelenk = Kugelgelenk: Flex, Ex, Ab, Ad, IR, AR (eingeschränkt) Ellbogengelenk = Walzengelenk: Flex, Ex Karpalgelenk = Ellipsoidgelenk: Flex, Ex, (Ab, Ad, aber nur in Flexion) Fesselgelenk = Scharniergelenk: Flex, Ex Krongelenk = Sattelgelenk: Flex, Ex, Ab, Ad, (IR, AR) Hufgelenk = Sattelgelenk: Flex, Ex, Ab, Ad, (IR, AR)
- Wieviele Wirbel hat ein Pferd? Halswirbel: 7 Brustwirbel: 18 Lendenwirbel: 6 Kreuzwirbel: 5 Schwanzwirbel: 17 (ca.)
- Das Atlantooccipitalgelenk ist ein...? Ellipsoidgelenk Flexion, Extension, Adduktion, Abduktion (nur leicht, ist Stellung beim Reiten)
- Welche Wirbelsäulenabschnitte stehen physiologischer in einer Kyphose oder Lordose? C0 - C3 stehen in einer Kyphose (Flexion) C4 - Th11 stehen in einer Lordose (Extension) Th12-L6 stehen in einer Kyphose, wobei die höchste Stelle der L3 ist
- Welche Bänder gibt es an der WS? Lange Bänder: Lig. nuchae (aus Funniculus und Lamina) Lig. supraspinale (Fortsetzung des Lig. nuchae ab der BW) Lig. longitudinale ventrale Lig. longitudinale dorsale Kurze Bänder: Lig. interspinalia Lig. interarcuale (Lig. flavum) Lig. intertransversaria
- Wo muss eine Hand bei der Testung des Atlantooccipitalgelenks sein? eine Hand muss auf dem Genick am Gelenkspalt C0-C1 liegen um die Bewegung zu fühlen
- Wie wird die Halswirbelsäule getestet? Gesamttest:Biegung des gesamten Halses nach links und rechts; Kopf muss dabei gerade bleiben, also Ohren auf gleicher Höhe! Einzeltestung:segmentaler Shift nach links und rechts: Hand auf Wirbel legen und Hals biegen; wenn Wirbel Hand verlässt ist alles ok; (Testung C7 aber nicht möglich)
- Was bedeutet Atlas in Rotation links? das bedeutet, dass ein Wirbel (im Beispiel der Atlas) etwas rotiert ist, im Beispiel nach links, so dass er auf der linken Seite etwas höher ist als rechts
- Wohin zeigt der Dornfortsatz eines Wirbels der in Rechtsrotation steht? der Dornfortsatz zeigt nach links
- Wie kann die Bewegungsmöglichkeit von Brust- und Lendenwirbelsäule getestet werden? Aufwölben und Lateroflexion der Wirbelsäule testen
- Was sind die Referenzpunkte um die Stellung des Beckens zu überprüfen? Tuber coxe, tuber sacrale, tuber ischiadicum
- Wo befinden sich die Referenzpunkte des Beckens bei der Blockade "Ilium posterior rechts"? Das bedeutet, die rechte Beckenhälfte ist nach dorso-caudal verschoben. Damit sind: der rechte Tuber sacrale nach dorso-caudal (oben-hinten) verschoben; er ist also etwas höher als der linke der rechter Tuber coxae steht dorso-cranial, ist also etwas weiter vorne und etwas höher als der linke der rechte Tuber ischiadicum nach ventral verschoben; ist also etwas niedriger als links Das rechte Bein erscheint dadurch kürzer, da die Hüfte flexiert ist
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- Was versteht man unter Nutation? Nutation = Bewegung des Kreuzbeines im ISG Dabei bewegt sich das craniale Kreuzbein nach vorne-unten, die caudale Spitze nach hinten-oben. Zu sehen ist dies an einem höher getragenen Schweif. Die Gegenbewegung wird als Kontranutation bezeichnet.
- Welche Bewegungen aus Nutation und Kontranutation sind im ISG noch möglich? Rotation nach links oder rechts
