Neurologische Erkrankungen (Fach) / Meningitis (Lektion)
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Meningitis
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- Was ist eine Meningitis? Häufig lebensbedrohliche Infektion des ZNS mit (vorwiegendem) Befall der Hirnhäute (Meningen). Sterblichkeit ca. 15 % (abhängig u. a. von Erreger, Alter und Vorerkrankungen des Betroffenen, Zeitpunkt des Therapiebeginns), bei Neugeborenen über 50 %. Besonders bei Kleinkindern Dauerschäden möglich, z. B. Hör- und Sehstörungen, Konzentrationsschwäche.
- Wie entsteht eine Meningitis? Die häufigsten Erreger einer Meningitis sind: Bakterien: Bei Kindern wie Erwachsenen insbesondere Streptococcus pneumoniae und Meningokokken. Bei Neugeborenen vor allem Streptokokken der Gruppe B, E. coli und Listeria monocytogenes Viren: z. B. Herpes-simplex-Viren, Enteroviren (etwa Polioviren, meldepflichtig), Mumpsviren. Die Erreger gelangen meist im Rahmen einer generalisierten Infektion mit dem Blut ins Gehirn. Seltener werden sie von benachbarten Entzündungen fortgeleitet
- Wie äußert sich eine Meningitis? Meist setzen die Symptome einer bakteriellen Meningitis rascher ein und sind heftiger als bei einer viralen Meningitis. Oft kommt es bei einem Infekt innerhalb von Stunden zu einem schweren Krankheitsbild mit: Hohem Fieber Übelkeit und Erbrechen Teils unerträglichen Kopfschmerzen Licht-, Geräuschüberempfindlichkeit Nackensteife, Opisthotonus (Rückwärtsbeugung des Kopfes mit Überstreckung von Rumpf und Extremitäten) Bewusstseinsveränderungen bis zum Koma. Diese Symptomkombination, die typisch für Hirnhautreizung ist, wird als meningitisches Syndrom (oft kurz Meningismus) bezeichnet. Hinzu treten oft Hirnnervenausfälle und die Symptome der jeweiligen Grunderkrankung.
- Wie wird eine Meningitis diagnostiziert? Blutuntersuchungen: Blutbild, CRP, BSG, Blutkultur, evtl. serologische Untersuchungen, PCR zum Erregernachweis sowie evtl. Prokalzitonin, das nur bei bakteriellen Meningitiden erhöht ist. Je nach Untersuchungsbefund folgt eine Notfall-CT oder die Liquoruntersuchung. Vor Therapiebeginn wird möglichst eine Liquorkultur zum Erregernachweis angelegt, evtl. erfolgen direkte Antigennachweise oder PCR.
- Wie wird eine Meningitis behandelt? hoch dosiert Antibiotika i. v. und bei Erwachsenen Dexamethason Antibiotikabehandlung erfolgt zunächst kalkuliert und wird nach Erregeridentifizierung und Antibiogramm ggf. umgestellt. Ein Teil der Viren ist gegenüber Virostatika (z. B. Aciclovir, etwa Aciclovir ratiopharm ®) empfindlich Die zusätzliche symptomatische Behandlung umfasst eine ggf. notwendige Hirndruckbehandlung und medikamentöse Unterdrückung von epileptischen Anfällen Manchmal werden die Angehörigen des Patienten prophylaktisch mit Antibiotika behandelt, um weitere Erkrankungen und eine Keimausbreitung zu verhindern.
- Nenne Pflegemaßnahmen bei Meningitis Aufgrund ihrer schweren Erkrankungen werden Patienten meist intensivmedizinisch Betreut Engmaschige Kontrolle von Vitalzeichen, Temperatur, Bewusstsein und Symptomverlauf; Flüssigkeitsbilanzierung Bei Lichtempfindlichkeit Abdunkeln des Raums, bei Geräuschempfindlichkeit ruhige Umgebung Bei Kopfschmerzen Analgetikagabe nach Arztanordnung Unterstützung bei der Körperpflege je nach Zustand des Patienten Durchführung aller notwendigen Prophylaxen Ausreichende Flüssigkeitszufuhr (Infusionen), besonders wichtig bei hohem Fieber Isolierung bei Verdacht auf eine bakterielle Meningitis; Patienten mit Meningokokken-Meningitis gelten bis 24 Std. nach Beginn der antibiotischen Behandlung als infektiös
- Prävention und Gesundheitsberatung bei Meningitis Impfungen gegen Haemophilus influenzae Typ b, Pneumokokken und Meningokokken der Gruppe C werden für alle Säuglinge bzw. Kleinkinder empfohlen
