Entwicklung (Fach) / VL_08_ (Lektion)

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Soziale Entwicklung: Bindung

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  • Bindungsverhalten Ziel: Nähe zu einer bevorzugten Person zu erreichen/ zu erhalten
  • Bindungsverhaltensystem Aktiviert bei : z.B. Verunsicherung, Krankheit Beendet bei: Gefühl subjektiver Sicherheit
  • Lebenslaufkonzept Von Bindung zu Bezugspersonen zu Bindung zwischen Erwachsenen
  • Normative Bindungsentwicklung - Phasen der Bindungsentwicklung Unspezifische Kommunikation - 0 - 3 Monate (Noch keine zielgerichtetetn Muster. Säuglinge signalisieren ihre Bedürfnisse nicht personenspezifisch) Vorbindungsphase:Gerichtete Kommunikation - 3 - 6 Monate (Gezielterer Umgang damit, ihre Bedürfnisse und Emotionen sozial gerichtet auszudrücken) Phase der Bindungsentstehung a) 6 - 12 Monate b) Phase der tatsächlichen Bindung (1 - 3 Jahre) (Wenden sich bei emotionaler Belastung an spezifische Bezugspersonen) Zielkorrigierte Partnerschaft (3 - 5 Jahre) Die Theory of Mind wird mit einbezogen Beziehen die perspektiven, Absichten und Wünsche der Bezugsperson in ihre Situationsbewertung und Bindungsorganisation mit ein Bindungsverhaltener wird seltener ausgelöst Vorübergehende Nichtverfügbarkeit der Bezugsperson (erledigt Aufgabe) wird nicht als Zurückweisung interpretiert
  • Frende Situation (FST) nach Ainsworth Wird in acht Episoden durchgeführt - 1 Minute: Elternteil und Kind werden in den Raum geführt - 3 Minuten: Kind erkundigt die Umgebung, Elternteil hilft, wo es nötig ist - 3 Minuten: Fremder betritt den Raum, spielt in der letzten Minute mit dem Kind - 3 Minuten: Este Trennung - Elternteil lässt das Kind mit dem Fremden allein - 3 Minuten: Estes Wiedersehen - Elternteil kommt zurück während der Fremde geht - 3 Minuten: Zweite Trennung - Elternteil lässt das Kind alleine im Raum - 3 Minuten: Fremder betritt dem Raum, hilft dem Kind, wenn es nötig ist -  3 Minuten: Zweites Wiedersehen - Elternteil kommt zurück, Fremder geht. Aktiviert Bindungsverhaltenssystem Bindungsqualität als Verhaltenstrategie Kriterien: Bindungsverhalten und Explorationsverhalten
  • Bindungsmuster in der Kindheit sicher direkter Ausdruck von Emotionen Bindungsverhalten bei und nach Trennung Kontaktaufnahme bei Rückkehr der Bezugsperson Exploration nach Beruhigung wird nicht durch Fremde beruhigt unsicher-vermeidend kaum Ausdruck negativer Emotionen Kontaktvermeidung bei der Rückkehr der Bezugsperson Aufmerksamkeit bei Exploration Kaum Ausdruck, vor allem wenn Bezugsperson anwesend istHöherer Kortisolspiegel, Sind sehr auf das Spielen konzentriert, wirken nicht schmollend unsicher-ambivalent intensive neg. Emotionen/kaum beruhigbar Mischung aus Kontaktaufnahme und - widerstand bei Rückkehr der Bezugsperson Keine Exploration Weinen und drücken sich von Bezugsperson weg und sucher aber auch Nähe,keine Beruhigung
  • Bindungsdesorganisation - Kennzeichen 1. Aufeinanderfolgendes Auftreten widersprüchlicher Verhaltensmuster2. Gleichzeitige Auftreten widersprüchlichen Verhaltens3. Ungerichtete, fehlgerichtete, unvollständige oder unterbrochene Bewegungen und Ausdrucksformen4. Stereotypien, asymmetrische, zeitlich nicht abgestimmte Bewegungen, ungewöhnliche Körperhaltung5. Ausdruck und Bewegung wirken eingefroren, plötzlich erstarrt, verlangsamt6. Direkte Anzeichen von Ablehnung der Bezugsperson Zwei Beispielea) Sehr deutliches Bindungsverhalten oder ärgerliches Verhalten plötzlich gefolgt von Vermeidung, „Einfrieren“ des Ausdrucks bzw. Verhaltens oder Benommenheit Bsp: Direkt nach dem fröhlichen Begrüßen der Bezugsperson mit ausgestreckten Armen wendet sich das Kind ab und erstarrt mit benommenem Gesichtsausdruck b) Einem ruhigen, zufriedenen Spiel folgt plötzlich verzweifeltes und ärgerlichesVerhalten  Bsp: Kind spielt während beider Trennungen von dem Elternteil ruhig und unbelastet, aber direkt zu Beginn der der Wiedervereinigung zeigt es verzweifeltes und / oder ärgerliches Verhalten
  • Determinanten von Bindungsunterschieden Feinfühligkeit = Signale der Kinder wahrnehmen, korrekt interpretieren, promptreagieren und angemessen darauf eingehen ⇒ prüfen ob das was sie machendazu führt, dass sich das Kind beruhigt Mind-mindedness = internale Zustände des Kindes verbalisieren  Irritierbarkeit = schnelles Weinen
  • Determinanten der Bindungsdesorganisation Soziale Prozesse (meist bei Risikofamilien): Misshandlung/Partnergewalt verängstigtes/Angst induzierendes Verhalten der Bezugsperson eingreifendes Verhalten der Bezugsperson Feinfühligkeit: meist kein Effekt individuelle Dispositionen (kein soziales Risiko)  mangelnde Selbstregulation und Irritierbarkeit als Säugling Molekulargenetische Befunde: Dopaminrezeptor4 Polymorphismus (DRD4-7+) Serotonintransporter Polymorphismus (HTLLPR-5) Gen-Umwelt-Interaktion Studienergebnisse: Mütterliche Feinfühligkeit hat nur einen Effekt bei der Bindungssicherheit,aber nicht bei der Desorganisation ⇒ weniger Feinfühligkeit korreliertmit unsicherer Bindung Bei der Verhaltensregulation gibt es nur einen Effekt bei der Bindungsdesorganisation desorganisierte Kinder zeigen deutlich schlechtere Verhaltensregulation
  • Soziale Determinanten Die Art und Weise wie man aufwächst, beeinflusst die Bindungsmuster o Armuto Alleinerziehende Muttero Niedrige Bildungo Mutter im Jugendaltero Ethnische Minderheito Substanzmissbraucho Kindesmisshandlung zwischen 0.49 Armut und 2,1 (Kindesmisshandlung) Effektstärke
  • Erfassung von Bindung im Lebenslauf Wiedervereinigungssituation 3 - 6 Jahre ca. 80 Prozent Stabilizät der Bindungsmuster 1 - 6 Lebensjahr BISK (6- 20 Jahre) AAI (ab 16 Jahre)
  • BISK Fragen nach bindungsrelevanten Themen Art der Fragen: strukturierte Fragen: nach negativen Emotionen bzw. Situationen, die diese auslösen (können) offene Fragen: nach Emotionen und Reaktionen, wenn das Kind selbst berichtet Fragen nach: den beziehungsorientierten Strategien des Kindes Repräsentationen der emotionalen Verfügbarkeit der Eltern Belegen durch Beispiele
  • Bindungsinterview AAI Fragen zu: Bewertung der Bindungsbeziehung konkreten Bindungserinnerungen Erfasst Bindungsrepräsentation Kriterien: Kohärenz des Interviews Integration von Erfahrungen Wertschätzung von Bindung
  • Bindungsmuster bei Erwachsenen - sicher Kohärenz Integration von Bindungserfahrungen Wertschätzung von Bindung
  • Bindungsmuster bei Erwachsenen - unsicher ditsanziert Inkohärenz Idealisierung, kaum Kindheitserinnerung Keine Anerkennung negativer Erfahrungen Abwertung von Bindung
  • Bindungsmuster bei Erwachsenen - unsicher verwickelt Inkohärenz Irrelevante Details Osszillieren der Bewertung von Bindungserfahrungen Wertschätzung von Bindung
  • Bindungsmuster Kleinkind - sicher Ausdruck emotionaler Betroffenheit Nähe suchen oder Kommunikation mit Bezugsperson Rasche Beruhigung und Exploration
  • Bindungsmuster - Kleinkind - Unsicher-vermeidend Ausdruck negativer Emotionen gering Nähe und Kontakt vermeiden Aufmerksamkeit auf Exploration
  • Bindungsmuster Kleinkind - unsischer-ambivalent starke emotionale Betroffenheit Mischung aus Nähe suchen und ärgerlichem Kontaktwiderstand Passivität kaum Exploration kaum Beruhigung
  • Bindungsmuster - Kleinkind - Desorganisiert / desorientiert Bizzare Verhaltensweisen z. B. plötzliches Erstarren bei der Kontaktaufnahme widersprechende Bindungsverhaltensstrategien z.B. Unterbrechung des Nähesuchens
  • Bindungsmuster 6 Jahre - sicher Rasche Kontaktaufnahme mit Bezugsperson über Kommunikation entspannter Dialog
  • Bindungsmuster - 6 Jahre - unsicher-vermeidend vermeidende Kontaktaufnahme Ignorieren elterlicher Kommuniktationsinitiativen
  • Bindungsmuster - 6 Jahre - unsicher-ambivalent Übertriebener Emotionsausdruck unreifes, passives Verhalten Zurücksweisung der Bezugsperson
  • Bindungsmuster - 6 Jahre - desorganisiert / desorientiert Kontrollierend: a) Kind gibt Mutter Anweisungen b) kümmert sich überfreundlich um Mutter
  • Bindungsverhaltenssystem Grundlegendes zielkorrigiertes Steuerungssystem zur Regualation von Nähe und Sicherheit
  • Bindungsverhalten Verhalten mit dem Ziel, Nähe zur Bindungsperson herzustellen und das Gefühl von Sicherheit zu erreichen. Dies kann sich zeigen in a) Kommunikationsverhalten, das die Bezugsperson in die Nähe bringt, wie z. B. Schreien, Rufen b) Verjalten, das die Bezugsperson in der Nähe hält, wie z.B. Anklammern, c) direktes Nähesuchen, wie Nachfolgen
  • Bindungsorganisation Spezifische Art und Abfolge in der Bindungs- und Explorationsverhaltensweisen gezeigt werden. Unterschiede zeigen sich sowohl interindividuell als auch intraindividuell gegenüber verschiedenen Bindungspersonen und Abhängigkeit von spezifischen Erfahrungen mit der jeweiligen Bezugsperson (z.B. Feinfühligkeit)
  • Bindungsdesorganisation Fehlen bzw. Unterbrechung einer eindeutigen Organisation im Bindungsverhalten
  • Internale Arbeitsmodelle Steuern das Bindungsverhaltenssystem Die Informationsverarbeitungskomponente dient der Interpretation und Vorhersage der Reaktion von Bezugspersonen Die Emotionsregulationskomponente steuert im Kontakt zu den Bezugspersonen den Ausdruck und die Verhaltensstrategie bei emotionalen Belastungen, Konstrukt zur Erklärung der Steuerung von Verhalten, Kognition und Emotion in emotional belastenden Situationen
  • Bindungsqualität spezifische Organisation des Bindungsverhaltenssystems gegenüber einer Bezugsperson, die soch in spezifischen Verhaltensstrategien manifestiert (implizit-prozedurale Ebene). Wird in Trennungs- und Wiedervereinigungssituation erfasst.
  • Bindungsrepräsentation Organisation bindungsrelevanter Erinnerungen und Bewertungen von Erfahrungen mit den Bezugspersonen (evaluativ-deklarative Ebene).  Kann je nach Alter mit BISK und AAI erhoben werden: Wichtigstes Kriterium: Kohärenz und sprachliche Darstellung
  • Kontinuitätskonzept der Bindungstheorie Mit zunehmenden Alter nimmt die Stabilität der Bindungsorganisation zu Je älter man wird, desto weniger beeinflusst eine Betreuungsänderung die Bin-dungssicherheit Bowlby (1980): In früher Kindheit könnte Kontinuität eher von der Stabilität der Eltern- Kind-Beziehung abhängen
  • Welche Art der Kontinuität Kontinuität der individuellen Bindungsorganisation Sind Bindungsunterschiede ein beziehungsspezifischer trait? Sind Bindungsunterschiede ein individueller trait? Homotype vs. heterotype Kontinuität Bindungsverhalten: Nähe suchen bei emot. Belastung (implizit-prozedurale Ebene) Bindungsrepräsentation: Bewertung von Beziehungserfahrungen (evalu-ativ-deklarative Ebene) Kontinuität der Fürsorgeerfahrungen
  • Empirische Evidenz für Kontinuität und Diskontinuität US: Zwei Studien : signifikanter Zusammenhang Fremde Situation und AAI (Wa-ters; Hamilton) Zwei Studien: keine signifikanten Zusammenhänge (Lewis; Sroufe) Deutschland: (Längsschnitt; Grossmann & Grossmann) Zwei Studien: keine signifikanten Zusammenhänge FST und AAI mit 16 oder 22 Jahren Spezifische längsschnittliche Zusammenhänge auf Verhaltens- und Reprä-sentationsebene
  • Bindungskontinuität: Zwei Ebenen-Ansatz - Bielefelder Län Stabilität gegeben, aber nur dann, wenn man ebenenspezifisch misst Also kein Zusammenhang zwischen Bindungsverhalten im 1 Lj. Und Repräsentation im 10. LJ.  Kinder, die sicher gebunden waren, berichten dies nicht unbedingt im Alter von 10 Jahren Risikofaktoren beeinflussen die Kontinuität (z.B. Trennung der Eltern)
  • Regensburger Längsschnitt I Auf einer Ebene herrscht Kontinuität( homotype Messung) Bei verschiedenen Ebenen mit hetereotyper Messung ⇒ keine Kontinuität
  • Regensburger Längsschnitt IV Repräsentation zum gleichen Alter (10 LJ.) neben dem Bindungsverhalten im 1. Lj. Ist als zusätzliche Varianzquelle des Verhaltens zu sehen
  • Bindung und Persönnlichkeit - IAM Bindung in frühen Lebensjahren hat Effekte auf die späteren Lebensweisen  Die internalen Arbeitsmodelle steuern das Bindungsverhalten Durch das Elternverhalten entsteht Bindung, die als IAM abgespeichert wird, was wiederum das eigene Verhalten und das der Eltern beeinflusst IAM wirken sich auf Persönlichkeit aus und passen sich daran an
  • Warum wirkt Bindung auf Anpassung? Abfolge von Entwicklungsthematiken führen zu adaptiver Persönlichkeit Bindung als frühe Thematik beeinflusst spätere Kompetenzentwicklung Beeinflusst z.B. die Autonomie Kein früher Determinismus, sondern Entwicklungspfade Es ist keine Garantie, dass bei sicherer Bindung eine gute Entwicklung folgt, da noch andere Faktoren mit einfließen ⇒ die Wahrscheinlichkeit ist aber groß Bindung beeinflusst die spätere Entwicklung Entwicklungsthematik 6-12 Monate: Beginn des Aufbaus selektiver Bindungen
  • Warum beeinflusst Bindung Fähigkeit zu Bewältigung von Belastung und somit psychische Gesundheit? Regulatorische Persönlichkeitsmuster: sicher: moderat kontrollierte und resiliente Persönlichkeit unsicher: Defizit in Kontrolle mit Vulnerabilität
  • Struktur IAM - Zwei Ebenen Ansatz Funktion: Wahrnehmung; Evaluativ-Deklarative Organisationsebene: Bewusste Wahrnehmung;  Implizit-Prozedurale-Organisationsebene:  Intuitive Wahrnehmung Funktion: Interpretation und Vorhersage: Evaluativ-Deklarative-Organisationsebene: Bewusste Bewertung und Erwartung bzgl. Selbst und Andere; Implizit-Prozedurale-Organisationsebene: Intuitive automatisierte Bewertung und Erwartung (Gefühl, Gefühl des Wissens) Funktion:  Regulation von Emotion und Verhalten: Evaluativ-Deklarative-Organisationsebene: Wissen über Handlungsmöglichkeiten in Belastungssituationen; Implizit-Prozedurale-Organisationsebene: Prozedurale Regeln Wenn belastet, dann….(und wie macheich das)
  • Effek t von Bindung aufPersönlichkeitsmerkmale, die Ausdruck von Emotionsregulation sind Sichere Bindung: Unsicherheit löst das Bindungsverhaltenssystem aus (Nähe suchen), das bei Regulation gestoppt wird (Trost, keine Unsicherheit) ⇒ effektiv externale Regulation Vermeidende Bindung: eigenständiger Versuch der Regulation, der scheitert ⇒ ineffektiv internale Regulation Ambivalente Bindung: Wechsel zwischen Kontaktvermeidung und Nähe ⇒ ineffektive externale Regulation
  • Effekte von Bindung auf Persönlichkeitsmerkmale, die Ausdruck von Emotionsregulation sind Ergebnisse im Jugendalter Bei sicherer Bindung zeigt sich deutlichere Ich-Flexibilität als bei unsicherer Bindung
  • Bindung und Anpassung Effekt der Bindungsorganisation1. Übertragungshypothese: Die Kinder übernehmen das Verhalten der Eltern ⇒ „sind die Eltern nett zum Kind, so ist das Kind auch nett“2. Emotionsregulationshypothese: Bindung zeigt sich nur zu bestimmten Bedingungen, wie negative Emotionen Frage: Wirkt Bindung auch im Kontext, in dem es gar nicht um Bindung geht, sondern um Emotionen?
  • Interaktion von Freunden beim Problemlösen N=43 Jugendliche je mit bestem Freund Komplexe Problemlöseaufgabe (Dörner) Verhaltensbeobachtung: – Kooperatives und autonomes/ausgrenzendes Verhalten Emotionale Selbsteinschätzung im Verlauf der Aufgabe – Wohlbefinden, Verunsicherung, Ärger, Enttäuschung, Resignation, etc.  Ist die Emotion niedrig, also sie kaum auftritt, gibt es keine Unterschiede im Verhalten bei den verschiedenen Bindungsstilen ⇒Ist die Emotion hoch, zeigt sich ausgrenzendes Verhalten deutlich mehr bei Kindern mit unsicherer Bindung Fazit: Ergebnisse stützen Emotionsregulationshypothese⇒ Bindung wirkt auch über den Aufbau von unterstützenden Sozialbeziehungen und deren funktionaler Nutzung
  • Bindung und Trauerregulation N=106 junge Erwachsene (82% weiblich)  Erinnerung an Trennung vom Liebespartner Subjektive Einschätzung von:  Trauer, Ärger, Angst zur Zeit des Ereignisses und heute (Skala 0-8) Bindungsstil (Hazan & Shaver) Emotionsregulation als Basis der Bindungsmuster Bei der Trennung gibt es keinen Unterschied bei den Bindungsmustern in der subjektiv empfundenen Trauer Jedoch empfinden unsicher gebundene heute deutlich mehr Trauer als die sicher gebundenen ⇒ ineffektivere Emotionsregulation
  • Veränderung der Elternbeziehung Die Zeit, die Jugendliche mit allen Familienmitgliedernverbringen sinkt von 35% auf 14% Stattdessen wird zunehmend mehr Zeit mit Gleichaltrigen/Freunden und alleine verbracht Die Zeit mit Mutter und Vater allein bleibt gleich ⇒ zum Arzt gehen, Autofahrt ⇒ nur der Familienzusammenhalt ändert sich ⇒ Unterstützung: Die Unterstützung durch die Eltern sinkt bis zur 10. Klasse stetig ab und steigt dann wieder (Schulabschluss ⇒ Unterstützung bei Ausbildung/Berufswahl) Freunde stellen eine wichtige Unterstützung dar, die ab der 10. Klasse leicht sinkt Ein romantischer Partner als Unterstützung steigt mit der Zeit immer mehr ⇒ Konflikt:  Die Konflikte der Eltern steigen bis zu 7. Klasse an und bleiben bis zur 10. Klasse auf einem Niveau und sinken dann wieder leicht  Die Konflikte mit Freunde sinken ab der 7. Klasse stetig, während die Konflikte mit einem romantischen Partner ansteigen
  • Transgenerationale Tradierung von Bindung Die Bindungsrepräsentation der Bezugsperson sagt die Feinfühligkeit und die Bindungssicherheit voraus (70% kohärent) ⇒ sicheres Bindungsmuster in der Kindheit ⇒ Feinfühligkeit wird hoch sein, sowie ein sichere Bindung zum Kind Unverarbeitete Traumata und individuelle Disposition sind Prädiktor für Desorganisation