Systemanalyse (Dobner) MLU (Fach) / Systemanalyse (Lektion)

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Zusammenfassung der Vorlesung Systemanalyse und Vergleichende Politikwissenschaft (Frau Prof. Dobner) an der MLU

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  • A_Politische Kybernetik Modelle und Perspektiven nach Karl Deutsch 1. Das Klassische Modell des MechanismusZum Ende des Mittelalters erstmals Mechanistische Modelle die zur Beschreibung der Umwelt weniger unangemessen sind. Ein Mechanismus kann zerlegt und wieder zusammengesetzt werden. > Stichwort: Kugelschreiber 2. Das klassische Modell des OrganismusVersagen des Modell des Mechanismus trat am deutlichsten in Sozialwissenschaften und Biologie hervor (Edmund Burke, Jean J. Rouseau). Einen Organismus kann man nicht analysieren, jedenfalls nicht einige seiner wesentlichen Teile. Man kann ihn nicht zerlegen und unbeschädigt wieder zusammensetzen. Jeder Teil eines Organismus verkörpert eine ihm zugewiesene Funktion. Man kann den Teilen keine andere Funktion zuweisen ohne den Organismus zu zerstören > Stichwort: Maus 3. Hist. TheorienTheorien mit Gedanken über unwiderruflichen Wandel, Evolution durch Konflikte sowie fundamentale Konflikte zwischen Konflikt und Harmonie (Heraklit von Ephesos > Krieg als Vater aller Dinge, Immanuel Kant > Idee der allgemeinen Geschichte, Edmund Burke > Ideal vom kontinuierlichen Wachstum der Kultur, Gregor W. F. Hegel > Idee eines Dialektischen) > Stichwort: Dialektik
  • A_Allgemeine Systemtheorie (General System Theory) Bertalanffy erkennt, dass es in unterschiedlichen wissenschaftlichen Gebieten (Physik, Biologie, Medizin, Ökonomie, Sozailwissenschaften u.a.) gleiche Gesetzmäßigkeiten gibt. Er erkennt, dass es isomorphe Gesetze gibt, wie exponentielles Wachstum, Gestze der Dynamik etc. Er begründet, dass mit der Tatsache, dass die Anzahl allgemeiner Gesetze beschränkt ist. Systeme existieren über die verschiedenen Fächer und Gegenstände hinweg, weil es gleiche Gesetze gibt, die anwendbar sind und gelten.
  • B_Das politische System von David Easton... Input/Output Input - Demands+Support > Political System > Decissions - Output Feedbackschleife von Outputs zu Inputs Umwelt: Der Rahmen des politischen Systems
  • Schaubild Policy Zyklus... Problemdefinition > Agenda Setting > Politikformulierung > Implementation > Evaluation (>Terminierung) > Politikneuformulierung
  • Begriff Partizipation Alle Tätigkeiten die Bürger freiwillig mit dem Ziel ausführen, Entscheidungen in Organisationen zu beeinflussen Van Deth (2004) Andere wollen den Begriff nicht ausschließlich zur Bezeichnung organisationsbezogener Aktivitäten verwenden! ...alle Formen kollektiven Handelns, gleichgültig, ob sie im Rahmen von Freiwilligenorganisationen oder informellen Gruppen stattfinden.  Kerstin Völkl und Oscar Gabriel (2008)
  • Begriff Institution Göhler Institutionen Institutionen sind auf Dauer gestellte, Verhaltensmuster und Sinnorientierungen, die prinzipiell überpersöhnlich sind, menschliches Verhalten strukturieren und eine Ordnungsfunktion ausüben.
  • D_Gegenüberstellung Institutionen (Typologie) Entstehung  KuSO:Evolution, Verfestigung ohne PlanMuRO:Evolution, Verfestigung zunächst ohne PlanRegime:Bewußte Schaffung Organisation:Bewusste Schaffung, idR durch einen Unternehmer Art der RegelnKuSOAbhängig von Eigen- und FremdgruppeMuRO:VerboteR:Gebote nur in TeilbereichenO:Gebote Art der TeilnahmeKuSO: Bedingt freiwilligMuRO:Nicht freiwilligR:freiwilligO:bedingt freiwillig Art der FormalitätKuSO:Niedrige Formalität/ExplizitätMuRO:Mittel formal/explizitR:Mittel formal/explizitO:Hohe Formalität/Explizität Art der DurchsetzungKuSO: kein eigener Stab, alle Gemeinschaftmitglieder beteiligtMuRO: Staatlicher RechtsstabR: kleiner, oft schwacher StabO: Formale Mitgliedschaftsregeln, innere Revision
  • D_Alter Institutionalismus, Behavioralismus und Neuer Institutionalismus Alter InstitutionalismusKonzentration auf rechtliche, administrative und politische Aspekte von Instittutionen BehaviarolismusAllg. Theorientwicklung in den 50 und 60er Jahren, die personales Verhalten betont Neuer Institutionalismus (Rat. Choice Inst., Historischer Inst., Soziolog. Inst.) - Der Neoinstitutionalismus erklärt Strukturen und Operationsweisen von Organisationen durch den Bezug auf Normen, Erwartungen und Leitbilder der institutionellen Umwelt.Erweiterter Institutionenbegriff. Institutions matter! RCI: Akteure entscheidenInstitutionen enstehen aufgrund bewusster, rationaler individuell und aggregierter Entscheidungen HI: Reaktion auf Behavioralismus und StrukturfunktionalismusKonflikte sind politisch: Akteure spielen eine RolleInstitutionen sind elementarer Bestandteil des politischen SystemsPfadabhängigkeit SI:Individuelle Handlungen werden durch Institutionen gelenktEntscheidungen sind erklärbar durch das Befolgen von Normen Allgemeine Fragen der Zugänge zu Institutionen Warum Institutionen entstehen . Warum Institutionen sich wandeln Wie Akteure und Institutionen zusammenwirken Wie Institutionen sich auf Politics und Policies auswirken
  • I_Transformationen von Systemen/Regimen umfassen... Den System-/Regimewandel, der eine Funktions- und Strukturänderung umfasstDen System-/Regimewechsel, der die Herrschaftsform ändertDie Transitionsprozesse, die zumeist als Demokratisierung verstanden werden
  • G_Demokratien im Vergleich der Regierungssysteme HerrschaftslegitimationDemokratie - VolkssouveränitätAutoritäres System - Mentalitäten (Subjektive Ideologien)Totalitäres System - geschlossene/keine Gewaltenteilung HerrschaftszugangD - offen (universelles Wahlrecht)AS - eingeschränkt (eingeschränktes Wahlrecht)TS - geschlossen (kein Wahlrecht) HerrschaftsmonopolD - bei demokratisch legitimierten InstitutionenAS - bei Führern/Oligarchen über Mentalitäten legitimiert und über Repression gesichertTS - bei weltanschaulich legitimierten und durch Repression gesicherten Führern HerrschaftsstrukturD - pluralistisch (Gewaltenteilung)AS - semipluralistisch (eingeschränkte Gewaltenteilung)TS - monoistisch (keine Gewaltenteilung) HerrschaftsanspruchD - eng begrenztAS - umfangreichTS - unbegrenzt HerrschaftsweiseD - rechtsstaatlichAS - rechtsstaatlich bis nicht rechtsstaatlich, repressivTS - nicht rechtsstaatlich, systematisch repressiv, terroristisch Totalitäres RegimeKeine politische Freiheitekeine politische GleichheitKeine politische und rechtliche Kontrolle Autoritäres Regimepartielle politische Freiheitpartielle politische Gleichheitpartielle politische und rechtliche Kontrolle Demokratisches Regimegegebene politische Freiheitgegebene politische Gleichheitgegebene politische und rechtliche Kontrolle
  • I_Transformationen finden statt durch...wird ausgelöst durch... ...Evolutionen: Schrittweise, inkrementalistische Veränderungen...Revolutionen:Umstürze bei denen aber das neue schon im alten und das alte schon im neuen steckt ...Endogenen WandelWandel im System selbst...Exogenen WandelWandel in der politischen, gesellschaftlichen, natürlichen, wirtschaftlichen Umwelt des Systems
  • G_System und Regime gegenübergestellt... Ein System ist die Gesamtheit von Elementen, die so aufeinander bezogen sind und interagieren, dass sie als eine Einheit betrachtet werden können und sich von der Umwelt abgrenzen. Ein Regime ist ein institutionalisiertes Set von Prinzipien, Normen und Regeln, das die Umgangsweisen der Akteure in einem gegebenen Handlungszusammenhang grundlegend regelt. Unterschiedliche Perspektive-Der Systembegriff verweist auf ein grundlegendes Denkmodell zur Analyse realer Zusammenhänge-Der Regimebegriff bezieht sich auf ein Set von Regeln Inhalte-Der Systembegriff hat keinen speziellen Inhalt, er ist auf verschiedene Inhalte beziehbar.-Der Regimebegriff richtet sich auf Prinzipien, Normen und Regeln, also auf Handlungsanweisungen im weiteren Sinne. Ziele-Der Systembegriff soll ein grundlegendes, nämlich auf die Ganzheit gerichtetes Modell einführen. (Möglich wird das durch isomorphe Gesetze, die einen Erkenntnistransfer zwischen Wissenschaften versprechen.)-Der Regimebegriff verweist auf zusammengehörende Regeln und kann damit genutzt werden Strukturen zu erklären oder auch zu kritisieren.
  • B_Grundannahmen über Systeme Man kann vom Teil nicht auf das Ganze schließen und vom Ganzen nicht auf die Teile, aber es gibt: ...Einheitlichkeit/Ganzheitlichkeit (wholeness)  Wandel eines Elementes kann sich auf das ganze System auswirken. ...Segregation/Centralisation Segregation: Trend zur Spezialisierung Zentralisation: Gegenbewegung zur Segregation ...Gleichgewicht Statisches Gleichgewicht (Kräftegleichkeit, keine Änderungen) Dynamische Gleichgewichte (z.B. Thermodynamik (Verdampfung, Kondensation)) Fließgleichgewichte „Gleichgewichtszustand in offenen Systemen, wobei ein ständiger Strom von ausgetauschter Masse und Energie stattfindet. Das Ökosystem ist z.B. ein offenes System, in dem der Energiefluss von der Sonne die verschiedenen Stoffkreisläufe in Gang hält. Gleichgewicht aber insgesamt Wandel möglich ...Offene und geschlossene Systeme Offene Systeme unterhalten Austauschbeziehungen mit ihrer Umwelt Geschlossene Systeme sind von der Umwelt abgeschlossen ...Äquifinalität/Finalität Finalität: Zweckgerichtetheit, Zweckbestimmtheit - Eigenschaft komplexer Systeme, unabhängig von äußeren Störungen und Beeinflussungen immerwieder den gleichen Zustand (Sollwert finaler Zustand) zurückzukehren Äquifinalität: - Annahme, dass ein solcher finaler Zustand von unterschiedlichen Ausgangspositionen aus immer erreicht wird bzw. werden kann. ...Interconnectedness/Interaction Die Elemente des Systems sind miteinander verbunden. Sie interagieren. (...Subsysteme) (...Wettbewerb)
  • A_System als wiss. Erkenntisskonzept Unterscheidung von allgemeiner und spezieller (reiner und wissenschaftlicher T.) Theorie Eine Allgemeine Theorie: Bezeichnet das systematische, nach bestimmten Prinzipien geordnete Beobachten und Erklären der Realität. Theorie schafft Erkenntnisse, die als Instrument zur Ordnung und Bewältigung des Alltags (Praxis) eingesetzt werden können. Spezielle Theorie: Es wird unterschieden zwischen reiner Theorie, die auf keine Zwecke außerhalb des bloßen Erkennens gerichtet ist (auch abwertend gemeint), und einem wissenschaftlichen Aussagensystem, das (z. B. aufgrund empirischer Befunde) in der Lage ist, das Eintreten von Ereignissen (mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit) vorauszusagen. Eine große Streitfrage ist, was im Zentrum einer politik- /sozialwissenschaftlichen Theorie stehen sollte, wo sie gewissermaßen anfängt:Bei Akteuren? Bei Systemen? Sieht man eine Folge von Handlungen? Institutionen?
  • C_Der Begriff des Politischen Systems Der Begriff des politischen Systems beschreibt „die Gesamtheit der Strukturen (Institutionen) und Regeln (Verfahren), die politische und gesellschaftliche Akteure (Parteien, Verbände, Organisationen, Individuen) in regelgeleitete Interaktionen zueinander setzt, um die systemerhaltenden Funktionen zu erfüllen und in einem beständigen Kreislauf zu reproduzieren.“ Merkel, Bruckner, Wagener 2015,33 Unterschiedliche Analyseebenen • Akteure und ihre Beziehungen • Strukturen und Institutionen, Regeln der Interaktion • Funktionen und Prozesse, Systemerhaltung vs. Transformation Ziel: Verständnis für Systeme und deren Wirkungszusammenhänge
  • D_Fragen der Institutionenforschung sind... Warum Institutionen entstehen? Warum Institutionen sich wandeln? Wie Akteure und Institutionen zusammenwirken? Wie Institutionen sich auf Politics und Policies auswirken?
  • Begriff Responsivität Responsivität ist die weitgehende Übereinstimmung zwischen dem Handeln des politischen Personals und den Wünschen der Wähler!
  • Beispiel Policy Zyklus Problemdefinition: Global Gender Gap Report 2013 Agenda Setting: Arbeitsgruppe Gleichstellungspolitik Politikformulierung: Koalitionsverhandlungen!“CDU und SPD einigen sich auf Frauenquote in Aufsichtsräten.“ Implementierung: Gesetz - In Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen, die ab dem Jahr 2016 neu besetzt werden, müssen mindestens 30 Prozent Frauen vertreten sein
  • K_Gründe warum wir vergleichen? Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu erkennen Besonderheiten und Allgemeines zu identifizieren Erklärungen zu finden, z.B. für politischen Wandel Lernprozesse in Gang zu setzen Verallgemeinerbare Erkenntnisse zu erlangen Die Methode des Vergleiches zu verfeinern
  • K_Voraussetzungen des Vergleichs und Vergleichbarkeit Menge: Mindestens 2Verhältnis zwischen Objekten: Gleich - Nicht gleich Beobachter: Jemand muss den Vergleich anstellenPerspektive/Hinsicht: Dinge werden im Hinblick auf ETWAS verglichenVergleichbarkeit: Dinge müssen ETWAS gemeinsam haben - Das ET
  • K_Fragestellung im Vergleich Lauth/Wagner Am Anfang des Vergleichs steht das Erkenntnisinteresse, das sich in der Fragestellung konkretisiert. Diese Fragestellung ist die zentrale Ausgangsbasis für das gesamte Vergleichsprojekt. Damit wird sowohl das Objekt des Vergleichs als auch die Bestimmung des Falls als der zentralen Einheit des Vergleichs konstituiert. Deskriptive Fragen Eruieren einen Tatbestand: Wie ist etwas? Der Vergleich dient dazu, Besonderes und Allgemeines erkennen zu können,Dinge überhaupt in den Blick zurücken (Aufmerksamkeit zu erzeugen), um sie dann untersuchen zu können. Analytische Fragen fragen nicht nur danach, wie etwas ist (deskriptiv), sondern verfolgen ein Erkenntnisinteresse. Sachwissen wird damit nicht obsolet, aber es geht dann nicht mehr darum, nur zu wissen, wie es ist, sondern auch, warum es so ist.  
  • Begriffe Deskriptive und analytische Fragen Deskriptive Fragen ...Eruieren einen Tatbestand: Wie ist etwas? > Der Vergleich dient dazu, Besonderes und Allgemeines zu erkennen und Dinge überhaupt in den Blick zu rücken Analytische Fragen  … fragen nicht nur danach, wie etwas ist (deskriptiv), sondern auch danach Warum etwas ist (Erkenntnisinteresse)> Sachwissen wird damit nicht obsolet, aber es geht nicht mehr darum, nur zu wissen, wie es ist, sondern auch, warum es so ist.
  • K_Das politologische Dreieck POLITY Strukturen: Verfassung, Institutionen, Normen und Gesetze POLICY Inhalte: Programme, Lösungen und Inhalte POLITICS Prozesse: Entscheidungsprozesse, Konflikt und Konsens
  • K_Ergebnisse des Vergleichs ...Als untere Stufe gilt die Deskription, d.h. die Darstellung eines Phänomens unter Heranziehung aller relevanten Erkenntnisse ...Danach folgt die Klassifikation, d.h. die Betrachtung entlang einer Variablen, um Standardbeobachtungen von den Extremen zu unterscheiden oder um mehr oder weniger allgemeine Klassifikationsschemata zu entwerfen. ...Typologien gehen über diese immer noch beschreibende Form hinaus; sie sind komplexere Formen der Zuordnung und setzen zumindest zwei Variablen zueinander in Beziehung und werden häufig in idealisierender Form interpretiert. ...Theorien oder Modelle spezifizieren meist nur einige wenige ausgewählte Variablen, um diese zumindest in hypothetischer Form auf ihre Wirkungszusammenhänge hin zu analysieren
  • Begriff Governance Benz Governance bedeutet Steuern und Koordinieren mit dem Ziel des Managements von Interdependenzen zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren.
  • Vergleichenden PW (funktionale Gliederung) POLITY Strukturen Erkentnissinteresse: Ausprägung politischer StrukturenAusrichtung: InstitutionenorientiertErscheinungsform: Verfassungen, Gesetze, Normen, formale und informale SpielregelnUntersuchungsgegenstand: Verfassungsrecht, Staats- und Herrschaftsformen, Regime, Regierungssysteme, formale und informale Institutionen POLICY InhalteErkentnissinteresse: Inhalte von PolitikAusrichtung: OutputorientiertErscheinungsform: Ziele, Aufgaben und Ergebnisse der Politik, Einflussfaktoren auf Politikfelder, Tun und Lassen von Regierungen und anderen Akteuren, politische Steuerung Untersuchungsgegenstand: Politikfelder (Z.B. Umweltpolitik) POLTICS ProzesseErkentnissinteresse: Ausgestaltung politischer ProzesseAusrichtung: InputorientiertErscheinungsform: Einstellungen, Interessen, Verhalten, Konflikte, Handlungspotentiale, Entscheidungsfindung und -durchsetzungUntersuchungsgegenstand: Parteien, Interessengruppen, Verbände, Wahlen, politische Kultur und Prozesse, Zivilgesellschaft, Medien
  • K_Grundlagen des Vergleichs Die Begriffe...bilden die Grundlage für den Vergleich Struktur, Funktion, politischer Prozess, Policy, Institutionen (Ein weiteres Merkmal sind Typenbildungen und Typologien)
  • K_Grundlagen des Vergleichs Die vier gemeinsamen Charakteristika von politischen Systemen nach Almond sind.... ...Alle politischen Systeme haben eine politische Struktur, d.h. sie verfügen über eine Handlungsform mit der die politische Ordnung aufrecht erhalten werden soll ...Alle politische Systeme haben die gleichen Funktionen (Ähnlich wie Easton geht Almond davon aus, dass das politische System eines von vielen Subsystemen der Gesellschaft ist.) Unterschieden werden: 1. Input Funktionen: DEMANDS Forderungen und Leistungserwartungen, die aus der Umwelt an das politische System herangetragen werden und SUPPORT Unterstützung der Bürger für das politische System 2. Output-Funktionen: Handlungen mit denen das politische System auf seine Umwelt einwirkt bzw. Leistungen die es für sie erbringt ...Alle politischen Systeme haben multifunktionale Strukturen. Es besteht fast nie ein genaues Entsprechungsverhältnis zwischen einer bestimmten Struktur und einer bestimmten Funktion ...Alle politischen Systeme haben einen kulturellen Mischcharakter. Sie sind nie völlig traditionell oder völlig modern
  • K_Grundlagen des Vergleichs Die vier Input-Funktionen nach Allmond... INPUT FUNKTIONEN 1. Politische Sozialisation (Prozess mit dem die Individuen in die politische Kultur eines Landes eingeführt werden) und Rekrutierung (Prozess mit dem die Individuen in spezialisierte politische Rollen eingeführt werden) 2. Interessenartikulation (Prozess wie in einer Gesellschaft Bedürfnisse und Interessen im Rahmen des politischen Geschehens artikuliert werden.) 3. Interessenaggregation (Prozess der Bündelung einzelner gesellschaftlicher Interessen und deren Vermittlung gegenüber dem politischen System) 4. Politische Kommunikation (Prozess der Übermittlung von Informationen aus dem Bereich der Gessellschaft an das politische System und umgekehrt)
  • Begriff Kategorie ...Kategorien fungieren als Oberbegriffe, denen Variablen zugeordnet werden-Z.B. kann man unterschiedliche Regierungssysteme den Oberbegriffen Demokratie oder Diktatur zuordnen-Z.B. kann man die unterschiedlichen Handlungsformen Demonstration, Unterschriftensammlung, Wahl der politischen Partizipation zuordnen Die Variablen sind in diesen Fällen eine Spezifikation der Kategorie. Eine spezifische Form der Kategorie sind Typen und Typologien.
  • Begriffe Typen und Typologien Lauth/Wagner S. 110 ...Typologie ist eine Zuordnung von mindestens zwei Merkmalen, die zwei oder mehr Ausprägungen aufweisen, auf eine spezifische Kombination der einzelnen Merkmalsausprägungen Ein Merkmal oder eine Ausprägung kann dabei direkt messbar sein (Anzahl der Herrschenden) oder benötigt weitere Operationalisierungen mit entsprechenden Indikatoren (Qualität der Herrschaft) Beispiele der Typenbildung: Wohlfahrtsforschnung > Drei Welten des Wohlfahrstkapitalismus (Esping-Andersen)Politische Kulturforschung > Drei Typen politischer Kultur (Almond/Verba)Regierungssystemforschung > Vier Typen von Regierungssystemen im Spannungsfeld von Mehrheit und Konsensdemokratie (Lijphart)Regimeforschung > Drei Typen von Regimen (Lauth)
  • K_Grundlagen des Vergleichs Typen und Subtypen der Regimeforschung Regimeforschung > Typen: demokratsiche, autoritäre und totalitäre Regime (Lauth)> Subtypen: direkte und repräsentative Demokratie, Monarchie, Militärdikatatur Subtypenbildung dient dazu: Reduzierung der Komplexität der Realität und der Klassifizierung empirischer Befunde. Er wird durch das Hinzufügen eines weiteren Merkmals gebildet, das an der Ausprägung des grundlegenden Merkmals nicht ändert Verminderte Subtypenbildung: Hier sind die Grundlegenden Ausprägungen des Hauptyps nicht ganz ausgeprägt und es wird somit kein neues Merkmal hinzugefügt. Z.B. Defekte bzw. defizitäre Demokratie "Schweiz" (Frauenwahlrecht)
  • Begriff Vergleich Vergleichen bedeutet eine nachvollziehbare, systematische und auf geeigneten Methoden basierende Analyse, in der die ausgewählten Fälle in Beziehung gesetzt werden, um speziell die Zusammenhänge zwischen den relevanten Variablen zu untersuchen. Es kann die Anzahl der Fälle varieren und es können unterschiedliche Analyseverfahren eingesetzt werden. Zwei Analyseverfahren werden unterschieden1. Eine Vergleichsanlage mit einer mittleren Fallzahl, die eine kontrollierte Versuchsanordnung erfordert2. Eine Vergleichsanlage mit vielen Fällen, die eine statistische Auswertung erlaubt
  • A_Politische Theorien ...AllgemeinSammelbezeichnung für eine Vielzahl von Positionen und Erklärungen, die dazu dienen, die politische Realität und die politischen Werte so zu systematisieren, dass allgemeine Grundsätze und Regelmäßigkeiten sichtbar werden. 1) Was im Einzelnen als politische Theorie gelten kann, ist in der Politikwissenschaft umstritten. Eine Hauptunterscheidung betrifft normative und positive (bzw. empirische) Theorien, das heißt ob der Gegenstand der theoretischen Arbeit ein Sollzustand (Absicht, Wunsch, Ziel) oder ein Istzustand (Faktum, tatsächliches Ereignis) ist. Politische Theorien können auch als politikwissenschaftliche Hilfsmittel angesehen werden, die modellhaft die wichtigsten Elemente der politischen Wirklichkeit abbilden und dazu beitragen, Reaktionen, zukünftige Ereignisse, wahrscheinliche Folgen etc. einzuschätzen. Zu den modernen politischen Theorien zählen: ...die Staatstheorien z. B.: Was ist, was soll der Staat?...die politische Systemtheorie z. B.: Wie funktionieren politische Systeme?...die politischen Steuerungstheorien z. B.: Warum scheitert Reform A, gelingt Arbeitsmarktpolitik B?...die Konflikttheorien z. B.: Warum setzen sich bestimmte politische Interessen durch, andere nicht?...die politischen Tauschtheorien z. B.: Warum gehen Wähler und Wählerinnen zur Wahl?...Transformationstheorien z. B.: Wie entstehen »friedliche« Revolutionen, welche Folgen haben sie?)
  • K_Policy-Forschung oder dt. Politikfeldanalyse Perspektiven der Politikfeldanalyse Quelle: Wikipedia Im Rahmen der Politikfeldanalyse kommen verschiedene Perspektiven auf politisches Handeln zum Einsatz. So kann ein Fokus gelegt werden auf... ...Die Art der Politiken (beispielsweise regulativ, distributiv, redistributiv) ...Die Organisationsformen der Interaktionen politischer Akteure (beispielsweise Netzwerke, Hierarchien, Markt) ...Die Strukturen und Institutionen (beispielsweise Parteien, Ministerien, internationale Organisationen) (Mayntz/Scharpf 1995) ...Die Instrumentarien von Politik (beispielsweise Gesetze, Steuern, Förderungen)  ...Die Verwendung von Wissen in der Politik (beispielsweise als Argumentationsgrundlage, zur Legitimation, zum Politiklernen)
  • Begriff Akteur Ein Akteur ist der Urheber einer Handlung
  • D_Wesentliche Einsichten des Neoinstitutionalismus Der politikwissenschaftliche Neoinstitutionalismus trägt für eine Institutionentheorie drei wesentliche Einsichten bei 1. Institutionen schränken politische Akteure in ihrer Interessenverfolgung nicht nur ein, sondern leiten sie auch an. Sie definieren, worin die politischen Ressourcen eines Akteurs und worin seine Interessen liegen. So hängt z.B. die Rolle der Spitzenverbände der Tarifpartner in der Bundesrepublik von der verfassungsmäßig garantierten Tarifautonomie ab. 2. Heutige Institutionen sind oft das Produkt historischer Konstellationen, die mit aktuellen Erfordernissen oder Kräfteverhältnissen wenig zu tun haben. Sie sind nicht notwendig effizient. Institutionen frieren praktisch ein, sie haben eine längere Halbwertzeit als Akteurkonstellationen und Regierungsmehrheiten.3. Institutionen bestimmen, wie die Präferenzen der Akteure zusammengefasst werden. Erst mit ihrer Hilfe ist es möglich, aus ungleichartigen und widersprüchlichen Präferenzen eine kollektive Entscheidung zu machen. Dann sind Institutionen aber mindestens so entscheidend für das Ergebnis wie die individuellen Präferenzen. Sie bedürfen daher besonderer Aufmerksamkeit und Legitimierung.
  • Schaubild System Zeichne ein Schabild zur Darstellung eines allgemeinen Systems
  • B_Allgemeine Systemtheorie Wholeness Grundsätzliche Perspektive: Betrachtung der Ganzheit, nicht der Teile Man kann vom Teil (Element) nicht auf das Ganze schließen und vom Ganzen nicht auf die Teile (Elemente), aber: Wandel eines Elementes kann sich auf das ganze System auswirken. Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.
  • Begriff Kontingenz/kontingent Soziologie - Kontingenz ist ein in der Philosophie und in der Soziologie, vor allem der Systemtheorie (Niklas Luhmann, Talcott Parsons) gebräuchlicher Begriff, um die prinzipielle Offenheit und Ungewissheit menschlicher Lebenserfahrungen zu bezeichnen. „Kontingent“ bezeichnet den Status von Tatsachen, deren Bestehen gegeben und weder notwendig noch unmöglich ist.
  • E_Grundlegende Fragestellungen der Theorieentwicklungen Wie lassen sich politische Prozesse, politisches Handeln und politische Strukturen systematisch erfassen? Wie können sie erklärt werden? Wie bedingen sich die verschiedenen Dimensionen von Politik wechselseitig bzw. wie hängen sie von einander ab? AkteureWelche Akteure gibt es? Was treibt Akteure an? Was prägt Handlungsmuster? StrukturenWelche Strukturen haben welche Funktionen? Welche Strukturen fördern welche Funktionen? Wann/warum/welche Strukturen sind stabil? Alter Institutionalismus? Strukturfunktionalismus/Systemtheorie? Rational-Choice-Ansatz? Behavioralismus? Neuer Institutionalismus?
  • E_Akteurszentrierte Institutionalismus nach Fritz Scharpf Schaubild
  • F_Politikwissenschaftlicher Regimebegriff Politikwissenschaftlicher Regimebegriff Regimeist die neutral gemeinte Bezeichnung für eine Herrschaftsform (insbesondere: Autokratie (Totalitarismus, Autoritarismus) und Demokratie), d.h. für ein institutionalisiertes Set von Prinzipien, Normen und Regeln, das die Umgangsweisen der Akteure in einem gegebenen Handlungszusammenhang grundlegend regelt“ (Zürn) Internationale Regime sind vertragliche Regelwerke,d.h.völkerrechtlichbindende,vertraglich eingerichtete multinationale Mechanismen in der internationalen Politik, welche auf Regeln (Normen und Prinzipien) beruhen und Entscheidungsprozeduren festlegen, nach denen die Vertragspartner auf Basis dieser Regeln international zusammenarbeiten.
  • F_Autoritäre Regime - Hybride Regime - Demokratische Regime HerrschaftslegitimationAutoritäre Regime - Begrenzter PluralismusHybride Regime - freie und faire Wahlen, plebiszitäre politische RepräsentationDemokratisches Regime/Polyarchie - freie und faire Wahlen, repräsentative politische Repräsentation durch Parteien dominant HerrschaftsausübungAR - willkürlich und weitgehend unbegrenztHR - Herrschaft durch Recht (Dekrete, Verordnungen, Ermächtigungen,...)DR - Herrschaft durch Recht (Gesetz durch Parlament) HerrschaftsstrukturAR - formally ill-defined (starke und unkontrollierte Exekutive)HR - formally ill-defined (schwache horizontrale Kontrolle der Exekutive durch GewaltenteilungDR - definierte und funktionierende horizontale Kontrolle der Exekutive, vor allem durch Verfassungsgerichte HerrschaftsumfangAR - unbegrenztHR - entgrenzt, rechtsstaatliche Schranken und horizontale Kontrolle nur geringDR - begrenzt, Herrschaft des Rechts - Bindung der Gesetzgebung, Verwaltung und Exekutive an Rechte der Verfassung
  • G_Kennzeichen moderner Demokratien GewaltenteilungLegislative [gesetzgebende Gewalt]: Parlament Exekutive [ausführende Gewalt]: Regierung und Verwaltung Judikative [richterliche Gewalt]: Gerichte Verfassungregelt die Grundrechte der Einwohner und Einwohnerinnen sowie Organisation der staatlichen Organe, ihre Aufgaben und Befugnisse Gesetzeregeln die Einzelheiten (in mehreren Büchern): ein Zivilgesetzbuch: gegenseitige Rechte und Pflichten der Menschen ein Strafgesetzbuch: Verbote und Strafen  Gesetze zur Regelung der staatlichen Tätigkeiten z.B. Steuergesetz, Strafprozessordnung (wie funktionieren die Gerichte) usw. Gesetze zu einzelnen Themenbereichen z.B. Umweltschutz, Landwirtschaft, Energieversorgung,Eisenbahn, Strassenverkehr usw. VerordnungenAnweisungen der Regierung, wie die Gesetze anzuwenden sind Wahlen ParteienVolksentscheide oder Volksbefragungen
  • G_Staatsstrukturprinzipien (Art. 20 GG) DEMOKRATIE, BUNDESSTAATLICHKEIT, RECHTSSTAATLICHKEIT, SOZIALSTAATLICHKEIT Demokratie, Sozialstaat - (1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat. Republik - (2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt. Rechtsstaat - (3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden. Wehrhafte Demokratie - (4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.
  • G_Elemente der wehrhafter Demokratie im GG mögliche Verwirkung von Grundrechten (Art. 18 GG) • Einsatz bewaffneter Macht (Polizeihilfe der Länder; Bundeswehr) im Falle der Gefahr (Art. 91, 87a Abs. 4 GG) • Mögliches Verbot verfassungswidriger Parteien durch BverfG (Art. 21 Abs. 2 GG), Verbot sonstiger verfassungswidriger Vereinigungen (Art. 9 Abs. 2 GG) • Ausschluß vom öffentlichen Dienst (Art. 33 GG); Verfassungstreue trotz Forschungs- und Lehrfreiheit (Art. 5 Abs. 3 GG) • Recht zum Widerstand gegen jeden, der verfassungsmäßige Ordnung zu beseitigen versucht (Art. 20 Abs. 4 GG)
  • G_Rechtsstaat  Dauerhafte Bindung der öffentlichen Gewalt an das Recht („vollständige Verrechtlichung“)  Gesetzmäßigkeit von Exekutive und Judikative, Bindung des Gesetzgebers an Verfassungsprinzipien  Wahrung der Verhältnismäßigkeit und Widerspruchsfreiheit des Rechts  Kontrolle der Staatsorgane, Machtbegrenzung (sachlich, personal, inhaltlich)  Rückwirkungsverbot und Vertrauensschutz  Anerkennung und Durchsetzung des Rechts (Gewaltmonopol)  Unabhängigkeit der Gerichte, „Recht auf Richter“  Verständlichkeit und Öffentlichkeit des Rechts
  • I_Transformationstypen Transformationen von Systemen / Regimen umfassen System-/Regimewandel (Funktions- und Strukturänderungen) System-/Regimewechsel (Entstehung einer neuer Herrschaftsform) Transitionsprozesse (zumeist verstanden als Demokratisierung) Regimebegriff ist vielfältig. Im engeren politikwissenschaftlichen Sinne ist damit ein institutionalisiertes Set von Prinzipien, Normen, Regeln und Verfahren. Regimetypen: TR, AR, DR
  • I_Transformation  Evolution: Schrittweise, inkrementalistische Veränderung  Revolution: Umstürzung, aber: Das Neue steckte schon im Alten, das Alte steckt auch im Neuen (Tocqueville) Ausgelöst durch  Endogenen Wandel (im System selbst)  Exogenen Wandel (in der politischen, gesellschaftlichen, natürlichen, wirtschaftlichen. etc. Umwelt des Systems) Politischer Wandel entsteht Wenn das „zentrale politische Entscheidungssystem“ (Patzelt) nicht in der Lage ist, die Dissonanzen zwischen System und Umwelt auszugleichen, das heißt, das Gleichgewicht wiederherzustellen und politisch in Balance zu halten.