Entwicklungspsychologie 1 (Fach) / Gedächtnisentwicklung (Lektion)

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Welche Gedächtsnisbereiche unterscheidet man? Wie entwickeln sich Gedächtnisleitungen? Welche Faktoren beeinflussen die Gedächtnisleistung?

Diese Lektion wurde von alicekingsley erstellt.

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  • sensorischer Speicher nahezu unbegrenzte Informationsaufnahme sehr kurz (Millisekunden)
  • Kurzzeit-/ Arbeitsspeicher begrenzte Menge an Informationen (5-9 Chunks) kurze Zeit (einige Sekunden)
  • Langzeitspeicher unbegrenzt viele Informationen unbegrenzte Dauer
  • Gedächtnisentwicklung im Säuglingsalter Wiedererkennen (Rekognition) Reproduzieren
  • Wiedererkennung: Habituiationsmethode Orientierungsreaktion bei einem erstmalig präsentierten Reiz Habituation bei wiederholter Reizpräsentation Dishabituation bei Präsentation eines neuen Reizes
  • Wiedererkennensleistungen Wiedererkennung der mütterlichen Stimme bereits in den ersten Tagen visuelle Wiedererkennung sicher ab etwa 2 Mon. benötigte Habituationsdauer von Komplexität des Stimulus abhängig stetige Verbesserung über das erste Lebensjahr hinaus individuelle Unterschiede sagen spätere intellektuelle Entwicklung vorher
  • Wiedererkennung: Assoziation und Antizipation Mobile-aufgabe Assoziationsbildung zwischen eigener motorischer Aktivität (Strampelbewegung) und beobachtbarer Veränderung in der Umwelt (Bewegung des Mobiles)
  • Mobile-Aufgabe: Ablauf Baseline Erfassung der spontanen Strampelaktivität Strampeln hat keinen Effekt 3 Monate -> 2Minuten; 6 Monate -> 1 Minute Verstärkung direkt im Anschluss an Baseline Strampeln löst Mobilebewegung aus 3 Monat -> 6 Minuten; 6Monate -> 4 Minuten Test immediate retention test (direkt nach verstärkung) Strampeln hat keinen Effekt 3 Monate -> 2 Minuten; 6 Monate -> 1 Minute
  • Assoziationslernen Erkennen von Verknüpfungen zwischen verschiedenen Reizen (bspw. nach einem bestimmten Reiz folgt immer ein besonderes Ereignis) übliche Untersuchungssituation: ab 3 Mon. Paradigma der visuellen Erwartung Darbietung von Reizen im Links-Rechts-Wechsel wachsende Geschwindigkeit beim Bildwechsel von einer zur anderen Seite (sogar bevor neuer Reiz kommt)
  • Datenverarbeitung Assoziationslernen Reaktionszeit nimmt exponetial ab -> wir immer schneller Reduktion der Reaktionszeit
  • Untersuchungsparadigma der Verzögerten Imitation von Melzoff (1985) enntwickelt kindliche Fähigkeit eine Handlung, die von einem Modell ausgeführt wurde, nach einem Verzögerungsintervall selbst auszuführen cued recall Ablauf: Baseline Demonstration Verzögerung Imitationstest
  • Untersuchungsparadigma der verzögerten Imitation (Beispiel)                                       Baseline spontane Handlungen des Kindes am Objekt (6 Monate -> 2,5 Minuten; 9 Monate -> 4 Minuten)                                       Demonstration direkt im Anschluss an Baseline Model zeigt/demonstriert Zielhandlungen (6 Monate -> 6 mal; 9 Monate -> 5 mal)                                      Verzögerung (6 Monate -> 10 Minuten; 9 Monate -> 15 Minuten                                     Imitationstest Kind bekommt Objekte und kann demonstrierte Handlungen ausführen (6 Monate -> 2,5 Minuten; 9 Monate -> 4 Minuten)
  • Zusammenfassung: Gedächtnis im Säuglingsalter stetiger Zugewinn über die ersten Lebensjahre Gedächtnisintervall beeinflusst Leistung Kontextabhängigkeit Erinnerungshilfen verlängern behaltensintervall Diskrepanz zwischen Wiedererkennen und Reproduktion Phänomen der frühkindlichen Amnesie
  • Entwicklung des impliziten Gedächtnisses (perzeptuelles Priming/konzeptuelles Priming) perzeptuelles Priming zuvor gezeigte Bilder werden schneller (unvollständiger) erkannt in verschiedenen Kulturen relativ unabhängig vom Alter konzeptuelles Priming Aktivierung semantischer Kategorien abhängig von konzeptuellem Wissen (konzeptuelles Wissen = abstraktes Tiefenverständnis der Prinzipien und Relationen zwischen Aussagen in einer Wissensdomäne)
  • Entwicklung des impliziten Gedächtnisses sehr früh im Lebenslauf entwickelt Stabilität im Lebenslauf (weniger Leistungseinbußen im Alter) engere Beziehung zum semantischen als zum episodischen Gedächtnis (?)
  • Entwicklung des expliziten gedächtnisses direkte Abfrage bewusster Erinnerungsleitsungen junge Kinder lange Zeit unterschätzt Wiedererkennen besser als freie Reproduktion Problem beim Abruf nicht beim Einprägen bessere Erinnerungen bei regelmäßig wiederkehrenden Ereignissen (Skripts) Rolle der Eltern beim Abruf früher episodischer Gedächtnisleistungen ("shared remembering") signifikante Verbesserungen im Vorschulalter kaum Alterseinbußen beim Gedächtnis für Skripts (Nähe zum semantischen Gedächtnis)
  • explizites Gedächtnis: Erinnerungsdauer hängt ab von... Erinnerungsdauer hängt ab von... subjektive Bedeutsamkeit Intensität des Erlebens Häufigkeit der Ereignisreaktivierung Alter
  • explizites Gedächtnis: Fehlernfälligkeit    Fehleranfälligkeit: Vermischung des ursprünglichen Ereignisses und seiner späteren Interpretation (ähnlich wie hindsight bias?)
  • explizites gedächtnis: Erinnerungsgenauigkeit Erinnerungsgenauigkeit Anzahl korrekt erinnerter Einzelheiten nimmt während der Kindheit mit Alter zu gezieltes Nachfragen und geschlossenes Fragenfformat -> auch Vorschulkinder zuverlässige Zeugen von Behaltensintervall abhängig besonders stressvolle und schmerzhafte Erfahrungen besser erinnert
  • explizites gedächtnis: Vergessenraten Vergessensraten: höher bei jüngeren Kindern Fuzzy-Trace-Theorie (präzise Encodierungen erschweren Abrufversuche)
  • Determinanten der Gedächtnisentwicklung Verarbeitungsspanne Strategien Wissen Metagedächtnis
  • Verarbeitungsspanne Zahlenreihen nachsprechen Wortreihen nachsprechen Handbewegungen imitieren
  • Gedächtnisstrategien intentional eingesetzte kognitive Aktivitäten zur Optimierung der Lern- und Gedächtnisleistung zu allen Zeitpunkten der Informationsverarbeitung (Enkodierung, Speicherung, Abruf) möglich wichtigste Beispiele: Rehearsal (Wiederholen) Organisation Elaboration (Ausarbeitung, Assoziationen bilden) Gedächtnishilfen
  • Entwicklung der Gedächtnisstrategien erst ab Schulalter erfolgreich eingesetzt Mediationsdefizit Produktionsdefizit Nutzungsdefizit 3- bis 4-Jährige zeigen kein intentionales Memorierverhalten (erinnern sogar besser ohne Behaltensinstruktion) 7- bis 10-Jährige nutzen Wiederholugsstrategie 9- bis 10-Jährige nutzen Organisationsstrategien 12-jährige nutzen kumulatives Wiederholen
  • Rolle von Vorwissen: Expertise-Paradigma (Chi, 1978) 10-Jährige Schach-Experten erinnern Positionen von Schachfiguren besser als erwachsene Novizen Effekt spezifisch: nicht bei anderen Inhalten (z.B. Zahlenreihen) nur bei sinnvollen Schachstellungen
  • Metagedächtnis -Wissen über Gedächtnis und seine Vorgänge deklaratives Metagedächtnis (verbalisierbares Wissen über Person-, Aufgaben- und Strategiemerkmale) prozedurales Metagedächtnis (Fähigkeitzu Regulation und Kontrolle gedächtnisbezogener Aktivitäten) -Entwicklung bereits 3- bis 4-Jährige -> Idee dass Gedächtnis begrenzt istund manches leichter zu behalten ist als anderes, aber Selbstüberschätzung Ausweitung im Grundschulalter weitereZunahme bis ins Jugendalter -gemischte Befunde zum Zusammenhang mit Gedächtnisleistungen Trainingserfolg besser, wenn auch Metagedächtnis angesprochen wird