Psychologie (Wolfradt) MLU (Fach) / Skriptfragen (Lektion)

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Skriptfragen Allgemeine Psychologie

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  • Sprache bei Tieren... Versuche Primaten das Sprechen beizubringen, sind nur von begrenztem Erfolg (Gardner und Gardner, 1969): phonetische Sprache nicht möglich, Versuch Gebärdensprache beizubringen:- Schimpanse lernt etwa 130 Zeichen in 4 Jahren- gewisser Transfer - einige Neubildungen aber:- Inhalte auf Futter und unmittelbare Lebensumwelt beschränkt- Sprachvermögen nicht größer als bei zweijährigem Menschenkind- keiner Verwendung der Zeichen in der Affengruppe
  • Sprache (Kommunikation)... Faktoren im Prozess der Kommunikation (Organonmodell von Karl Bühler, 1934)Sender, Ausdruck, Gegenstand, Darstellung, Nachricht, Appell, Empfänger
  • Maxime der Sprachproduktion von Grice (1) Maxime der Quantität (Informationsgehalt)(2) Maxime der Qualität (Wahrheitsgehalt)(3) Maxime der Relation (Relevanz)(4) Maxime der Art und Weise (Klarheit)
  • Sprache: Quellen von Hinweisen nach Clark Gruppenmitgliedschaft, Sprachliche Kopräsenz, Physische Kopräsenz
  • Fehler bei der Sprachproduktionsplanung... (1) Auswahl von richtigen Inhaltswörtern, die ihren Gedanken am besten entsprechenFehler: Vermischung von Wörtern Fisch + Barsch zu Bisch(2) Einsetzung der ausgewählten Wörter an die richtige StelleFehler: den Topf auf den Herd stellen  den Herd auf den Topf stellen(3) Einsetzen von Lauten, welche die Wörter bilden, die sie äußern möchtenFehler: linkshändig  hinksländig
  • Sprache Struktur (1) Phonem (kleinste unterscheidbare Lauteinheit)(2) Morphem (kleinster Bedeutung tragender Baustein einer Sprache)(3) Grammatik (System von Regeln in einer Sprache)(4) Semantik (Gesamtheit aller Regeln)(5) Syntax (Regeln zur sinnvollen Aneinanderreihung von Sätzen)
  • Spracherwerb Stadien... Stufen der Sprachenentwicklung(1) Lallstadium (3-4 Monate): spontane Hervorbringung verschiedener Laute(2) Einwortstadium (1. Lebensjahr): Sprechen und Erkennen der Bedeutung einzelner Wörter(3) Zweiwortstadium (2. Lebensjahr): zwei Wörter werden gesprochen (Nomen + Verb)(4) Sprache entwickelt sich hin zur Bildung vollständiger Sätze (ab dem 3. Lebensjahr)
  • Spracherwerb Erklärungen... (1) Operantes Konditionieren (Skinner): Lernprinzipien (Assoziation, Imitation, Verstärkung)(2) Angeborene Universalgrammatik (Chomsky): Sprache ist angeboren, Menschen verfügen über Universalgrammatik(3) Kognitive Neurowissenschaft (Seidenberg): Sprache ist Ergebnis eines netzwerkartigen Lernens bereits im Säuglingsalter; Sprachmechanismen sind angeboren und werden durch Erfahrungen und daraus entstehende Veränderungen im Gehirn aktiviert
  • Definition Intelligenz Intelligenz ist die Fähigkeit des Individuums, anschaulich oder abstrakt in sprachlichen, numerischen oder raumzeitlichen Beziehungen zu denken. (Groffmann, 1964) Intelligenz ist der Leistungsgrad der psychischen Funktionen bei ihrem Zusammenwirken in der Bewältigung neuer Situationen. (Rohracher, 1965) Die Intelligenz ist eine durchaus formale Eigenschaft: sie bezieht sich auf eine Fähigkeit, die Geistesbewegung jeweiligen neuen Aufgaben anpassen zu können. (Stern, 1911)
  • Anfänge der Intelligenzforschung... (1) Francis Galton (1884): Annahme der Erblichkeit von Eigenschaften; erste Intelligenzprüfungen; Verwendung statistischer Methoden(2) James McKeen (1890): Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Intelligenz und Studienerfolg bei Studierenden; Ergebnis: Spezifische Sinnes- und Gedächtnisleistungen korrelieren sehr gering mit dem Studienerfolg(3) Alfred Binet (1903): Entwicklung des ersten psychometrischen Intelligenztests; Prinzip: Leistung eines Kindes mit der alterstypischen Leistung vergleichen(4) William Stern (1911): differentielle Psychologie in ihren Grundzügen; individuelle Unterschiede im Intelligenzalter nehmen mit dem Alter zu; Formel: IQ = 100 x IA / LA (IA = Intelligenzalter, LA = Lebensalter)(5) David Wechsler (1939): Problem der IA-Bestimmung bei Stern: Leistung würde im Test mit wachsendem Alter zunehmen; Wechsler: IQ bestimmt sich nach Verteilung der Intelligenz in einer Population
  • Modell von Spearman (1904, Zwei-Faktoren-Theorie der Intelligenz) Annahme: Unterschiedliche Intelligenzmessverfahren repräsentieren immer zwei Faktoren (gemeinsamer Faktor: g-Faktor/ spezieller Faktor: s-Faktor); Korrelationen werden nur durch das Ausmaß bestimmt, indem beide Verfahren den g-Faktor erfassen
  • Intelligenzmodell von Thurstone (Modell mehrerer gemeinsamer Faktoren, 1935) Identifikation von sieben Primären Fähigkeiten mittels Faktorenanalyse:(1) sprachliches Verständnis(2) Wortflüssigkeit(3) Zahlenverständnis(4) Räumliches Denken(5) Gedächtnis(6) Wahrnehmungsgeschwindigkeit(7) Schlussfolgerndes Denken
  • Intelligenzmodell von Cattell (1941) Synthese der Zwei-Faktoren-Theorie und dem Modell gemeinsamer FaktorenUnterscheidung:(a) Fluide Intelligenz: Fähigkeit, sich neuen Problemen oder Situationen anzupassen ohne frühere Lernerfahrungen (starker erblicher Anteil)(b) Kristalline Intelligenz: Kognitive Fertigkeiten, in denen sich die bisherigen Lernerfahrungen verfestigt haben
  • Intelligenzmodell von Guilford (1936) Facettentheoretisches Modell, welches theoriegeleitet und nicht datengeleitet erstellt wurde; Postulierung von 120 orthogonalen Faktoren der Intelligenz
  • Intelligenzmodell von Sternberg (1985) Triarchische (dreiteilige) Theorie der Intelligenz:(1) Kontexttheorie: Intelligenz als Anpassung an die gegenwärtige Umwelt oder Veränderung der Umwelt, dass diese den eigenen Fähigkeiten, Interessen oder werten entspricht(2) Erfahrungstheorie: Intelligenz als Erfahrungsbildung in zwei Bereichen: neue unbekannte Situationen oder automatisierter Umgang mit bekannten Situationen(3) Komponententheorie: Unterteilung von drei kognitiven Mechanismen der Intelligenz in Metakomponenten, Ausführungskomponenten, Wissenserwerbskomponenten; Intelligenzunterschiede resultieren aus der unterschiedlichen Effektivität der Ausführung der Komponenten
  • Intelligenzmodell von Gardner (Modell der multiplen Intelligenzen) (1) Logisch-mathematisch(2) Linguistisch(3) Naturalistisch(4) Musikalisch(5) Räumlich(6) Kinästhetisch(7) Interpersonal(8) Intrapersonal
  • Anlage-Umwelt Gruppenunterschiede und Umwelteinfluss: Varianz zwischen Mitgliedern derselben Gruppe spiegelt genetische Unterschiede wieder, aber: durchschnittlicher Unterschied zwischen verschiedenen Gruppen ist ausschließlich umweltbedingt;Personen mit größtmöglicher genetischer Ähnlichkeit haben die ähnlichsten Intelligenzwerte; Mit zunehmenden Alter nimmt der genetische Einfluss zu: Je länger Adoptivkinder in ihrer Adoptivfamilie leben desto stärker gleichen sich diese bezüglich des sprachlichen Intelligenztestwertes an ihrer natürlichen Eltern an (Plomin, DeFries, 1998) Schuleffekt: ältere Schüler erreichen höhere Werte in nicht-verbalen Intelligenztests als jüngere Schüler; Flynn-Effekt: IQ-Werte steigen von einer Generation zur nächsten für alle Länder. Dies betrifft eher fluide als kristalline Intelligenzleistungen; Tests geben keinen Intelligenzanstieg wieder sondern ein besseres abstraktes Problemlöseverhalten (bedingt durch Erziehung); Problem: Erziehung beeinflusst aber nur unerheblich fluide Leistungen weitere Erklärungen: Menschen können heute besser mit Zeitbegrenzungen umgehen, Ernährung ist heute besser, Testverfahren sind schlecht normiert;
  • Intelligenz und Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung Intelligenz lässt sich mit Wahrnehmungstest messen; Intelligenz als biologische Eigenschaft, die sich durch eine höhere neurale Effizienz auszeichnet; Wahlreaktionversuch von Hick (1952): Ergebnis: Personen mit höherem IQ brauchen weniger VerarbeitungszeitErklärungen (Jensen, 1982)Eine hohe Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung ist von Vorteil aufgrund:(1) begrenzter Kanalkapazität des Gehirns(2) schnellen Zerfalls von Stimulusinformationen(3) begrenzter Kapazität des ArbeitsspeichersNeurale Effizienz: Aktivierung von relevanten kortikalen Arealen und gleichzeitige Deaktivierung von weniger wichtigen Arealen bei HochintelligentenMyelinisierungshypothese: höhere Myelinschicht bewirkt höhere Leitungsgeschwindigkeit
  • Emotionale Intelligenz Fähigkeit Emotionen wahrzunehmen, auf diese zurückzugreifen und diese erzeugen zu können, um das Denken zu unterstützen, Emotionen und emotionales Wissen zu verstehen und Emotionen zu regulieren, um das emotionale und intellektuelle Wachstum zu fördern (Mayer, Salovey, 1990)Komponenten der emotionalen Intelligenz nach Mayer und Salovey:(1) Wahrnehmung Bewertung und Ausdruck von Emotionen(2) Emotionale Förderung des Denkens(3) Verstehen und Analysieren von Emotionen, Anwendung emotionalen Wissens(4) reflexive Emotionsregulation
  • Kreativität... Fähigkeit, Ideen oder Lösungen hervorzubringen, die neu und situationsangemessen sindKreativität als Eigenschaft (Guilford, 1950): divergentes Denken (Finden von neuen Regeln und Antworten: Nennen sie mir Möglichkeiten, für was man einen Ziegelstein benutzen kann?!)essentielle Komponenten:(1) Sensitivität gegenüber Problemen(2) Flüssigkeit des Denkens(3) Originalität des Denkens(4) Flexibilität des Denkens Kreativität aus systemischer Perspektive: Kreativität ist das Ergebnis eines Zusammenspiels verschiedener Komponenten (Gesellschaft, Kultur, persönlicher Hintergrund)Komponenten der Kreativität von Sternberg:(1) Expertenwissen(2) Phantasievolles Denken(3) Wagemutige Persönlichkeit(4) Intrinsische Motivation(5) Kreative Umgebung
  • Definition Emotionen Emotionen sind komplexe Muster von Veränderungen (physiologische Erregung, Gefühle, kognitive Prozesse und Verhaltensreaktionen als Antwort auf eine persönlich bedeutsame Situation)Konstrukt, das den Vorgang der Reaktion eines Organismus auf bedeutsame Ereignisse bezeichnet;Emotionen sind aktuelle Zustände von Personen, unterscheiden sich nach Qualität und Intensität, sind in der Regel objektgerichtet;Personen im emotionalen Zustand haben normalerweise charakteristisches Erleben, oft begleitet von physiologischen Veränderungen; Emotionen sind im sozialen Kontakt unabdingbar (liefern Informationen über Mitmenschen), sind adaptiv und liefern Informationen über die Bedeutsamkeit von Stimuli für persönliche ZieleEmotionen:(a) Motivations- und situationsgerechte Auslösung von Verhaltensweisen(b) emotionale Markierung von Ereignissen, um bedeutsame Ereignisse im Gedächtnis zu repräsentieren(c) Regulation der Intensität und Ausdauer spezifischer VerhaltensweisenGefühl (feeling): subjektive und bewusste Erfahrung einer Emotion oder emotionalen Erregung Stimmung (Mood): zeitlich variable Erregungszustände, aktuelle Stimmungen sind introspektiv zugänglich, oft keine klare Ursache, nicht intentional oder objektgerichtet Stimmungen unterscheiden sich hinsichtlich folgender Aspekte: geringe Intensität, geringere Objektbezogenheit, länger anhaltend
  • Acht Grundemotionen nach Plutchik (1980) Traurigkeit, Abscheu, Wut, Erwartung, Freude, Billigung, Furcht, Überraschung
  • Zentrale Aspekte der Emotionen Erlebnisaspekt, Physiologischer Aspekt, Verhaltensaspekt
  • Erregung und Leistung (Yerkes-Dodson-Gesetz) Die Leistung erreicht bei schwierigen Aufgaben ihren Höhepunkt, wenn die Erregung etwas niedriger ist, bei leichten oder gut geübten Aufgaben dann, wenn die Erregung höher ist.
  • Psychophysiologie der Emotionen Emotionen sind nicht nur vom subjektiven Empfinden, sondern sie sind auch von physiologischen Veränderungen begleitet (bei Angst beginnt unser Herz sehr rasch zu schlagen, unser Mund wird trocken und wir beginnen zu zittern) Das vegetative Nervensystem kontrolliert die physiologische Erregung
  • Emotionstheorien (1) James-Lange-Theorie (Peripheriebetonende Theorie)(2) Canon-Bard-Theorie (Zentralneuronale Theorie)(3) Schachter-Singer-Theorie (Theorie der kognitiven Bewertung)Die Theorien unterscheiden sich hinsichtlich der verschiedenen an der Entstehung von Emotionen beteiligten Komponenten;Befunde aus der neurophysiologischen Forschung stützen eher die Annahmen von (2);die (3) konnte nicht vollkommen bestätigt werden, sie zeigt aber wie stark Fehlattributionen Emotionen auslösen
  • Emotionaler Ausdruck (a) Der Gesichtsausdruck: ist angeboren und kann deshalb in aller Welt verstanden werden; das Erkennen von Emotionen im Gesicht hat eine evolutionsbiologische Funktion;Survival Value Hypothese: bedrohliche Gesichter werden schneller und genauer erkannt (Öhman, 2001)(b) Funktionen: der emotionale Ausdruck (Stimme, Gestik, Mimik) von Emotionen liefert unseren Mitmenschen Informationen über unseren Zustand (interpersonale Funktion); soziale Funktionen von Emotionen: notwendige Voraussetzung für Sozialkontakte, Gruppenprozesse, Empathie;(c) Kultur: Überprüfung der Universalitätshypothese – Gesichtsausdrücke werden weltweit korrekt eingeschätzt; die Emotionen Angst und Überraschung wurden häufig verwechselt, obgleich beide korrekt erkannt wurden; Kulturelle Übereinstimmung in sechs Grundemotionen (Ekamn, 1987): Ergebnis: bezüglich des emotionalen Gesichtsausdruck besteht zwischen verschiedenen Kulturen eine hohe Übereinstimmung(d) Erkennen von Lügen (Undichte Stellen): Gesichtsbewegungen, Körper, Stimmlage, sehr kurze Gesichtsbewegungen, Diskrepanzen zwischen den Kanälen
  • Wohlbefinden nach Diener und Diener (1996) Bei subjektivem Wohlbefinden unterscheidet man zwischen:(1) Kognitiven Komponenten (Lebenszufriedenheit)(2) Affektiven Komponenten (Hedonische Balance-Glücklich sein)Subjektives Wohlbefinden ist ein selbst wahrgenommenes Gefühl des Glückes im Leben oder Zufriedenheit mit dem Leben
  • Motivationskonzepte: Stufen der Motivation aufgrund der Internationalisierung von Zielen (von extrinsisch zu intrinsisch) (Ryan, Deci, 2000) Externale Kontrolle (Motivation aufgrund von Belohnung und Bestrafung) -Introjektion (Motivation aufgrund der Vermeidung von Angst- und Schuldgefühlen)-Identifikation (Motivation aufgrund der Selbstverpflichtung externe Ziele zu erfüllen)-Integration (Motivation aufgrund der Übernahme externer Ziele als eigene persönliche Ziele)
  • Motivationskonzepte Stufen der Motivation aufgrund der Internationalisierung von Zielen (von extrinsisch zu intrinsisch) (Ryan, Deci, 2000)Externale Kontrolle (Motivation aufgrund von Belohnung und Bestrafung) -Introjektion (Motivation aufgrund der Vermeidung von Angst- und Schuldgefühlen)- Identifikation (Motivation aufgrund der Selbstverpflichtung externe Ziele zu erfüllen)- Integration (Motivation aufgrund der Übernahme externer Ziele als eigene persönliche Ziele)Bedürfnishierarchie nach Maslow (1970)Bedürfnis nach SelbstaktualisierungBedürfnis nach SelbstwertBedürfnis nach Zugehörigkeit und LiebeBedürfnis nach SicherheitPhysiologische Bedürfnisse> Zuerst müssen die physiologischen Bedürfnisse erfüllt werden, bevor auf einer höheren Stufe das Bedürfnis nach Sicherheit und danach die psychologischen Bedürfnisse aktuell werden.Triebreduktionstheorie: physiologisches Bedürfnis erzeugt erregte Spannung  Motivation des Organismus, das Bedürfnis zu befriedigen Physiologisches Ziel der Triebreduktion: Homöostase als Erhaltung eines stabilen inneren Zustandes. Verhalten wird durch Anreize motiviert.Triebtheorie von Hull (empirische Belege)Feldtheorie (Kurt Lewin): Annahme, dass Verhalten durch das zu einem bestimmten Zeitpunkt existierende Feld bestimmt wird. Der Lebensraum (psychologische Realität) als Gesamtheit der Faktoren, die zu einem bestimmten Zeitpunkt das Verhalten bestimmen Valenz (Wertigkeit) als Spannungszustand zwischen Bedürfnis und Ziel, bei dem ein zur Bedürfnisbefriedigung als geeignet angesehenes Objekt positive anziehende oder negative abweisende Eigenschaften gewinnt. Eine Kraft führt eine Person zu einem Ziel hin oder von diesem weg. Die Kraft entscheidet, wie schnell sich die Person bewegt.Feldtheorie (Konflikte)(a) zwei positive Kraftfelder (zwei gute Filme im Kino)(b) zwei negative Kraftfelder (entweder Rasenmähen oder Hausarbeiten machen)(c) positives und negatives Kraftfeld (ins Kino gehen, aber nicht soviel Geld dafür ausgeben)Zieldiskrepanzen: Diskrepanz zwischen Ausgangs- und AnspruchsniveauLeistungsmotiv: Bestreben Hindernisse zu überwinden, um hohen Leistungsstandard zu erreichen; über sich selbst hinauswachsen; mit anderen konkurrieren und sie übertreffenMotivationstheorie nach McClelland mit drei dominierenden Bedürfnissen:(1) Leistungsmotiv(2) Machtmotiv(3) AnschlussmotivLeistungsmotivation nach Atkinson (1957, 1964) als resultierende Tendenz eines emotionalen Konflikts zwischen der Hoffnung auf Erfolg und der Furcht vor Misserfolg.Ergebnisse: Erfolgsmotivierte Personen sollten mittelschwere Aufgaben bevorzugen, misserfolgsorientierte Personen dagegen leichte oder schwere Aufgaben.Anstrengung ist eine Funktion von Aufgabenschwierigkeit und eigenen (wahrgenommenen) Fähigkeiten. Je schwieriger die Aufgabe und je geringer die eigene Fähigkeit ist, desto mehr Anstrengung muss aufgewendet werden, um die Aufgabe erfolgreich zu bearbeiten.
  • Motivationsförderung... Vorbedingungen(1) Person muss fähig sein, die Ergebnisse der eigenen Tätigkeit als Erfolg oder als Misserfolg zu klassifizieren(2) Person muss fähig sein, diesen Erfolg oder Misserfolg auf die eigene Person zu beziehen (ab drei Jahre möglich)(3) Person muss zwischen Fähigkeiten und Anstrengungen unterscheiden können (ab 10/11 Jahre) Einfluss der Familie(1) Familie mit hohem Anspruchsniveau und gleichzeitiger Atmosphäre von emotionaler Wärme und Anteilnahme fördert hohe Leistungsmotivation der Kinder(2) Erstgeborene sind leistungsorientierter als jüngere Geschwister(3) Kinder aus kleinen Familien der Mittelschicht sind leistungsmotivierterProgramm zur Motivationsförderung(1) direkte Verhaltensmodifikation: Belohnung und positive Verstärkung der Anstrengungsbereitschaft nicht der Leistungsergebnisse(2) Veränderung des Wahrnehmens und Denkens: Misserfolgsorientierte Schüler sollen lernen sich realistische Ziele zu setzen und die Beziehung zwischen Lernanstrengung und Lernerfolg deutlicher erkennen(3) ebenso sollen dem Schüler Erfolgserlebnisse vermittelt werden
  • Definition Persönlichkeit Menschen sind (Kluckhorn, Murray, 1953):(a) in einigen Hinsichten wie alle anderen Menschen sind;(b) in anderen Hinsichten wie einige andere Menschen sind;(c) in wieder anderen Hinsichten wie kein anderer Mensch
  • Konzepte der naiven Persönlichkeitstheorie (1) Persönlichkeitsdisposition: Disposition zu einem Verhalten, in der sich Menschen unterscheiden(2) Gestalteigenschaft: körperliches Merkmal, das von andern unmittelbar wahrgenommen werden kann und in dem Menschen sich unterscheiden (3) Persönlichkeitseigenschaft: überdauerndes Merkmal eines Menschen, in dem er sich von vielen anderen unterscheidet (Persönlichkeitsdisposition oder Gestalteigenschaft)(4) Gestalt: Gesamtheit aller Gestalteigenschaften eines Menschen(5) Persönlichkeit: Gesamtheit aller Persönlichkeitseigenschaften eines Menschen (Persönlichkeitsdisposition oder Gestalteigenschaft)
  • Definition Persona (lat. Maske) Funktionen: Verhüllen und Zeigen bestimmter Eigenschaften und Gefühle
  • Definition Disposition zeitlich relativ stabiles Merkmal, welches die Person dazu disponiert in bestimmten Situationen ein bestimmtes Verhalten zu zeigen. Dispositionen sind nicht direkt beobachtbar, sondern nur aus den beobachtbaren Verhaltensregelmäßigkeiten einer Person erschließbar.Man unterscheidet zwei Typen:(a) universelle Dispositionen (Fähigkeit zu laufen, sprechen)(b) Persönlichkeitsdispositionen (durchschnittliche Intelligenz, niedrige Ängstlichkeit)
  • Definitionen Persönlichkeit (1) mehr oder weniger feste und überdauernde Organisation des Charakters, des Temperaments, des Intellekts und der Physis eines Menschen (Eysenck, 1953)(2) einzigartige Struktur von Persönlichkeitszügen (machen Menschen unterschiedlich) eines Individuums. (Guilford, 1994)(3) einzigartiges relativ überdauerndes und stabiles Verhaltenskorrelat (Hermann, 1976)(4) Gesamtheit reliabler inter- und intraindividueller Unterschiede im Verhalten sowie deren Ursachen und Wirkungen (Pawlik, 1973) interdividuelle Unterschiede: Unterschiede zwischen Individuen bzgl. eines spezifischen Merkmalsintraindividuelle Unterschiede: Unterschiede bei einem Individuum in unterschiedlichen Situationen
  • Definition Persönlichkeitspsychologie (1) empirische Wissenschaft von den überdauernden, nichtpathologischen, verhaltensrelevanten individuellen Besonderheiten von Menschen innerhalb einer bestimmten Population (Asendorpf, 2004)(2) wissenschaftliche Untersuchung der psychologischen Kräfte, die Menschen zu einzigartigen Individuen machen (Friedman, Schustack, 2004)
  • Körpertypen und Persönlichkeit Körpertyp (dick): tolerant, sozial, humorvoll, entspannt, gemütlichKörpertyp (sportlich): dominant, kompetitiv, physisch aktiv, risikobereitKörpertyp (dünn): introvertiert, gehemmt, künstlerisch, sozial angstlichKritik: Die Beziehung zwischen Körpertyp und Persönlichkeit kann durch eine Drittvariable (z.B. Alter) beeinflusst sein. Oft haben Beurteiler Körperbau und Persönlichkeit zusammen beurteilt
  • Definitionen zur Identität Selbst als Symbole verwendendes Individuum, das die eigenen Verhaltensweisen reflektieren kannSelbstkonzept als die Gesamtheit der Gedanken und Gefühle einer Person, die das Selbst als Objekt definiert. zeitlich mittelfristige DispositionSelbstwertgefühl ist die Bewertung des eigenen Selbstkonzeptes; bereichsspezifisch organisiertIchbewusstsein ist die Fähigkeit, über den eigenen Gemütszustand zu reflektieren und das Vermögen, sich selbst als von anderen unterschiedene Entität zu sehen. Selbst-Identität: Jedermann erfindet sich früher oder später eine Geschichte, die er für sein Leben hält. (Max Frisch)Kinder (9-12 Monate) behandeln eigenes Spiegelbild als anderes Kind; Kinder ab dem 15.-18. Monat entwickeln ein Selbst (Wiedererkennen und Berühren von Punkt auf der Nase)
  • Paradigmen der Psychologie... Ein Wissenschaftsparadigma ist ein in sich einigermaßen kohärentes, von vielen Wissenschaftlern geteiltes Bündel aus theoretischen Leitsätzen, Fragestellungen und Methoden, das längere historische Perioden in der Entwicklung einer Wissenschaft überdauert. Änderungen können durch erwartungswidrige Befunde herbeigeführt werden, die den Kernannahmen widersprechen oder durch theoretische Schwachstellen aufgrund unklarer Begriffe die Beziehungen zu anderen Begriffen als ambivalent erscheinen lassen.(1) psychoanalytisches Paradigma: Mensch ist abgeschlossenes System mit bestimmter Menge Energie; Aktivitäten kosten Energie; seelische Energie hat Ursprung in angeborenen Trieben; Triebimpulse drängen auf direkte Befriedigung(2) Behavioristisches Paradigma: Persönlichkeit ist das Ergebnis einer spezifischen Reaktionsweise auf bestimmte Reizkonstellationen in der Umwelt; Mensch wird mit ungerichteter Spontanaktivität und einigen Reflexen geboren; unter dem Einfluss der Umwelt lernt er mit bestimmten Verhaltensweisen zu reagieren. Lernmechanismen des Paradigmas:(a) klassisches Konditionieren (Pawlow)(b) operantes Konditionieren (Skinner)(c) Beobachtungslernen (Bandura) Persönlichkeit ist das Resultat einer Individuellen Lerngeschichte.(3) Eigenschaftsparadigma: versucht ausgehend von der naiven Persönlichkeitstheorie den Eigenschaftsbegriff zu präzisieren. Betrachtung von Reaktionen auf Situationen (siehe (2)), aber die Quelle der Reaktion ist eine inhärente Eigenschaft oder Disposition innerhalb der Person Persönlichkeitskonzept: individuumszentrierter Ansatz / differentieller Ansatz(4) Informationsverarbeitungsparadigma: führt individuelles Verhalten und Erleben auf die Informationsübertragung im Nervensystem zurück. Verwendung von Informationen, die die aktuelle Situation überdauern – Wissen (LZG); Persönlichkeit ist hier zurückzuführen auf folgende Quellen:(a) Architektur des Informationsverarbeitenden Systems(b) Parameter informationsverarbeitender Prozesse(c) Wissen(5) dynamisch-interaktionistisches Paradigma: betrachtet Wechselwirkung zwischen Person und Umwelt; Frage: Warum entwickeln sich Personen über verschiedene Zeitpunkte unterschiedlich?Annahmen:(a) Organisation des Verhaltens einer Person ist mittelfristig konstant zur Organisation ihrer Umwelt(b) Person und Umwelt können sich langfristig ändern(c) Änderungen beruhen auf Änderungsprozessen innerhalb der Person und der Umwelt und auf Einflüssen der Umwelt auf die Person und umgekehrt(6) evolutionspsychologische Paradigma: menschliches Erleben und Verhalten ist das Resultat der Evolution, der genetischen Anpassung an die jeweils vorherrschenden Umweltbedingungen; durch natürliche Selektion werden bestimmte Gene begünstigt.(a) ultimate Erklärungen(b) proximate Erklärungen
  • Weitere Persönlichkeitstheorien... (1) Persönlichkeitstheorie von AdlerGrundannahme: Motivation von Individuen ist einzigartig und jede Person muss ihren Platz in der Gemeinschaft finden. Individualpsychologie: Streben nach Überlegenheit, Tendenz zu einem Gemeinschaftsgefühl, Betonung der Rolle der Geburtenfolge, fiktionaler Finalismusgrundlegende soziale Grundaufgaben der Lebensgestaltung:(a) Berufsaufgaben(b) Gesellschaftsaufgaben(c) LiebesaufgabenPersönlichkeitstypologie nach Adler:(a) herrschend-dominierend (aggressiv und herrschsüchtig)(b) empfangend-anlehnend (nimmt von anderen, ziemlich passiv)(c) vermeidend (löst Probleme durch weglaufen)(d) sozial nützlich (kooperativ, fürsorglich)Problem: die Typen von Adler wurden nicht empirisch überprüft(2) Persönlichkeitstheorie von Jung Analytische Psychologie: das bewusste ich (Selbstbewusstsein), das persönliche Unbewusste, das kollektive UnbewussteNach Jung ist die Persönlichkeit das Ergebnis eines Konfliktes zwischen gegeneinander wirkenden Kräften, die ein gewisses Gleichgewicht schaffen(3) kognitiv-affektive Persönlichkeitstheorie von MischelDer Mensch nimmt aktiv an der kognitiven Organisation seiner Interaktionen mit der Umwelt teil (Interaktionismus)(4) die klientenzentrierte Persönlichkeitstheorie von RogersDer Mensch strebt nach positiver Selbstverwirklichung (Tendenz des Organismus, sich aus einer einfachen Struktur komplex zu entfalten, von Abhängigkeit zu Unabhängigkeit, von Starrheit zu Veränderung)
  • Das Fünf-Faktoren-Modell der Persönlichkeit (Big Five) (1) Neurotizismus: (nimmt mit zunehmenden Alter ab)stabil, ruhig und zufrieden vs. ängstlich, instabil und launisch(2) Extraversion: (bleibt etwa gleich) gesprächig, energiegeladen und durchsetzungsfähig vs. ruhig, zurückhaltend und schüchtern(3) Offenheit für neue Erfahrungen: (bleibt etwa gleich)kreativ, intellektuell und offen vs. einfach, oberflächlich und nicht intelligent(4) Verträglichkeit: (nimmt mit zunehmenden Alter stark ab)mitfühlend, freundlich und herzlich vs. kalt, streitsüchtig, unbarmherzig(5) Gewissenhaftigkeit: (nimmt mit zunehmenden Alter ab)organisiert, verantwortungsbewusst, vorsichtig vs. sorglos, leichtsinnig, verantwortungslos