Strafvollzug (Fach) / Straftäter, Prognosen, Behandlung (Lektion)

In dieser Lektion befinden sich 36 Karteikarten

Gastvortrag

Diese Lektion wurde von anna_schramm erstellt.

Lektion lernen

Diese Lektion ist leider nicht zum lernen freigegeben.

  • was ist Aggression? besteht in einem gegen einen Organismus oder  Organismussurrogat gerichteten Austeilen schädigender Reize.
  • Aggression kann man unterteilen in: äußerlich formale Aggression und inhaltlich motivationale
  • äußerlich-­‐formale Unterteilung der Aggression: offene vs verdeckte dirkete vs indirekte Einzelaggression vs. Gruppenaggression Selbstaggression vs. Fremdaggression
  • inhaltlich motivationale Unterteilung der Aggression: positive vs. negative Aggression expressive  vs. feindselige vs. Instrumentelle Aggression spontane  vs.  reaktive vs.  auf Befehl spielerische  vs. ernste Aggression
  • was versteht man unter Aggressivität? Persönlichkeitsmerkmal, das die Aggressionsbereitschaft eines Menschen repräsentiert ist ein überdauerndes Merkmal Wechselspiel mit der Aggressionshemmung bei der Begutachtung von Gewalttätern wichtig
  • Strafrechtliche Bestimmungen von Gewalttaten: Strafbare Handlungen gegen: Leib und Leben: §§ 75-­‐95 StGB  die Freiheit: §§ 99-­‐110  fremdes Vermögen: §§ 125, 126, 129, 142-­‐145 StGB)  die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung: §§ 201-­‐220b Strauare Handlungen gegen die Staatsgewalt: §§ 269-­‐270
  • welche 3 Kategorien strafrechtlich sanktionierter Gewalttaten gibt es? Gewalt gegen Personen Gewalt gegen Sachen Gewalt als Begleithandlung anderer Delikte
  • PKS Polizeiliche Kriminalstatistik u. ihre Probleme: Hell-­‐Dunkelfeld-­‐Problematik Änderungen im Anzeigeverhalten Verfolgungs-­‐ und Auylärungsintensität der Exekutive Gewaltphänomene in der PKS nicht repräsentativ für die Strafvollzugspopulation
  • GKS Gerichtliche Kriminalstatistik und ihre Veränderung im Jahr 2012: Verurteilungsstatistik Ab dem Berichtsjahr 2012: •Anzahl der verurteilten Personen nach demographischen Merkmalen •für Deliktgruppen bleibt die Anzahl der Verurteilungen •für die Sanktionsart bleibt ebenfalls die Anzahl der Verurteilungen
  • GKS Gerichtliche Kriminalstatistik und ihre Veränderung im Jahr 2012: Verurteilungsstatistik Ab dem Berichtsjahr 2012: •Anzahl der verurteilten Personen nach demographischen Merkmalen •für Deliktgruppen bleibt die Anzahl der Verurteilungen •für die Sanktionsart bleibt ebenfalls die Anzahl der Verurteilungen
  • was sind wesentliche Prädikatoren für die Begehung von Straftaten? Geschlecht (Männer>Frauen) Alter (Jüngere> Ältere)
  • Was bedeutet Multifaktorialität in Bezug auf aggressives Verhalten? gesellschaftliche, familiäre und individuelle Bedingungen können verantwortlich sein: ▪Entwicklung des Menschen ▪Aspekte der Persönlichkeit ▪spezifische Umwelteinflüsse ≠ situative Merkmale Aggressives Verhalten ist das Resultat unterschiedlicher, miteinander in Beziehung stehender und sich gegenseitig beeinflussender individueller und sozialer, sowie situativer Fakto
  • aus was ergibt sich der Grad der Gewaltbereitschaft? Risikofaktoren Schutzfaktoren
  • welches Modell gibt es zur Ätiologie der Gewaltdelinquenz? das biopsychosoziale Modell der Aggression
  • aus welchen Faktoren besteht das biopsychosoziale Modell der Aggression? Biologische Faktoren -­Serotonindefizit Psychosoziale Faktoren -­geringer Selbstwert -­broken homes, Sozialisationsdefizite -­„crowding“-­‐Phänomen -­autorisierte Aggression -­legale und illegale Drogen -­psychische Störungen -­Situative Faktoren
  • in welche Gruppen kann man Sexualstraftäter einteilen? Vergewaltiger (inkl. sexuelle Nötigungen) §§ 201, 202 StGB -­Spontane Vergewaltigungen -­„Cruising“ Sadistische Sexualtaten §§ 201, 202, 205, 206, 207, 207b StGB -­Verdeckungsmorde-­Sadomasochismus (ICD 10: F65.5) Kindesmissbrauchstäter (Inzesttäter und Pädosexuelle) §§ 206, 207, 207b, 212 StGB -­Stabil Pädosexuelle (ICD 10: F65.4) -­Gelegenheitstäter Abnorme sexuelle Straftaten  (z. B. Exhibitionisten, ICD 10: F65.2) § 218
  • welche anderen Störungen mit sexuellen Impulshandlungen gibt es? Prävalenzrate ist steigend: Psychosen Psychoorganische Beeinträchtigungen Sucht & Angststörungen(30-­‐40 % Alkoholmissbrauch, 38 % Angstst.) ADHS Impulskontrollstörungen Affektive Störungen Persönlichkeitsstörungen Persönlichkeitsstörungen(80-­‐90 %)
  • was bedeutet in Bezug auf die Kriminalprognose falsch Positiv? es wird dem zubeurteilenden Menschen eine Gefährlichkeit unterstellt, die in Wirklichkeit aber nicht besteht.
  • was bedeutet in Bezug auf die Kriminalprognose falsch Negativ? es wird dem Zubeurteilenden keine Gefährlichkeit mehr unterstellt, er wird also als ungefährlich angesehen, aber in Wirklichkeit bestand die Gefährlichkeit weiter und es kam zu einem Rückfall. falsch Negativ ist meist höher als falsch Positiv
  • die Gefährlichkeit ergibt sich aus: Erfüllung eines Tatbestandes (qualitative Aussage) und die Wahrscheinlichkeit (quantitative Aussage)
  • was können Risikoeinschätzungen steuern? Bemessung von Sanktionen Modalitäten des Vollzugs
  • !!!was sind die Mindestanforderungen an eine Kriminalprognose? rational begründbare, transparent anwendbare, und nachgewisesene objektive Methodik systematischer Einbezug wissenschaftlich gesicherter Kenntnisse nachgewiesene Validität (Gültigkeit) der Methode Übersetzung relevanter Rechtsbegriffe in diagnostisch handhabbare Konstrukte individuelle, d.h. den Besonderheiten des Einzelfalls gerecht werdende Beurteilung
  • soll STATIC 99 alleine verwendet werden? nein es soll nicht alleine verwendet werden! Weil es beruht allein auf statische Variablen
  • !!! Nennen sie statische Faktoren (Variable)! Sozialisation Herkunftsfamilie (broken- home) Kriminalitätsentwicklung Opfer- oder Tatmerkmale individuelle Delinquentheorie Lebensalter nicht veränderbar, eher konstant, gehören zur Vergangenheit
  • !!! Nennen sie variabel (dynamische) Faktoren, in Bezug auf Krinimalprognosen! Entwicklung der Persönlichkeit individuelle, besondere  Lebensumstände deliktbegünstigende Einstellungen psychische Auffälligkeiten Änderungsbereitschaft Auseinandersetzung mit der begangenen Straftat sozialer Empfangsraum
  • was sind die Grundsätze der Straftäterbehandlung? und die wichtigen Zusatzbedingungen? risk principal (Risikoprinzip) need principal (Bedürfnisprinzip) responsivity principal (Ansprechbarkeitsprinzip) wichtige Zusatzbedingenen: Therapiebedürftigkeit Therapiefähigkeit Therapiemotivation
  • welche 2 Methoden der Bahandlung von Straftätern gibt es? Psychotherapeutische Methoden: Psychodynamische Psychotherapie Kognitiv- behaviorale Behandlung Somatische Behandlung: Suchttherapie Medikamentöse Behandlung (Kastration in Ö. verboten) (stereotaktische Gehirnoperationen)
  • was versteht man unter Tertiärprävention? setzt nach einer Straftat an zielt auf Verhinderung von Rückfall ab Strafen aber auch Behandlungen
  • was können Erfolge in Bezug auf Rückfälle sein? Verlängerung der Intervalle zw. den Rückfällen abnehmende Tatschwere Einstellungsänderugen
  • wie errechnet sich die Rückfallsquote? Rückfällige/ Rückfallfähige
  • was alles (verschiedenes) kann als Rückfallstat angesehen werden? jede Tat (Dunkelfeld + bekannt gewordene) allg. Rückfall vs. spezifischer Rückfall (einschlägige der Tat ) Wiederverurteilungsquote Wiederkehrerquote
  • Mehrdeutigkeit des Rückfallbegriffs: jede erneute Straftat jede erneute rechtskräftige Verurteilung jede erneute Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe
  • nenne sie Faktoren des Rückfalls: Delikt  (Diebstahl, Gewalt- und Drogendelikte) Geschlecht  (Männer) Familienstand Alter  (Jüngere eher als Ältere) Anzahl der Vorstrafen (je mehr Vorstrafen, desto höher ist die Rückfallwahrscheinlichkeit)
  • was sind die Probleme der Rückfallforschung? Bestimmung der abhängigen Variablen (forschungspragmatische Entscheidung) Bestimmung des Rückfallzeitraums ( Tilgungsfristen) Feststellen eines kausalen Zusammenhangs zw. Sanktion u. Rückfall niedrige Rückfallsrate ≠ positiver Einfluss der Strafe hohe Rückfallsrate ≠ Effekt der Strafe
  • Für was steht PSYBEG Psychologische Behandlungsprogramm für Gewaltstraftäter-innen
  • Ausschlusskriterien von PSYBEG: akute psychische Erkrankung akute Suchtproblematik Sexualstraftäter