Fachdidaktik Sprache (Fach) / Vorlesung Remi Frei 4.3.13 (Lektion)
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Wichtige Begriffe und Inhalte
Diese Lektion wurde von Eveline22457 erstellt.
- Definition Sprache und Kommunikation Sprache: symbolisches Zeichensystem komplexes Regelwerk notwendig für differenzierte Kommunikation indentitätsbildend (Dialekte) kulturelles Phänomen Kommunikation: besondere Form des Verhaltens intentional partnerorientiert symbolisch
- Bedeutung Spracherwerb wichtige Entwicklungsstufe im frühen Kindesalter Hineinwachsen in die menschliche Kultur gesellschaftliche und persönliche Indentitätsbildung Verarbeitung des vorbeiziehenden Lautstroms der Umweltsprache und Ableitung von Sprachregeln
- Aufbau von 6 teilweise eigenständigen Wissenssystemen (Weinert, 2008) Prosodische Fähigkeiten ("Sprachklanggestaltung") prosodische Komponenten der gesprochenen Sprache (1) Linguistische Fähigkeiten ("Anwendung von Lauten und Wortteilen und Umgang mit Worten") Phonologie (Organisation von Sprachlauten) (2) Morphologie (Wortbildung) (3) Syntax (Satzbildung) (4) Lexikon und Semantik (Wort- und Satzbedeutung) (5) Pragmatische Fähigkeiten und Fertigkeiten kontextangemessener und handlungsorientierter Gebrauch von Sprache "Wissen, in welchem Kontext, in welcher Weise, mit welcher Erwartung, welchem Gesprächspartner etwas gesagt oder nicht gesagt werden soll." (offensichtlich bei Missverständnissen)
- Zusammenfassung Verhältnis Sprache und Kommunikation Sicht der linguistischen und pragmatischen Kompetenz ist für das Verständnis von Sprache und ihrer Entwicklung sehr wichtig Funktion und Struktur der Sprache bedingen sich gegenseitig und machen zusammen Sprache aus. (Durch kommunikativen Gebrauch von Sprache wird die zugrunde liegende Struktur schrittweise erworben.) Diese Differenzierungen ermöglichen, bestimmte Schwierigkeiten in der Sprachanwendung zu orten und zu verstehen.
- Erklärungsansätze zum Spracherwerb a) Grundüberzeugungen (humanspezifisch mit biologischer Basis; Spracherwerbsprozesse nur in sprachlicher Umgebung möglich) b) "Inside-out"-Theorien (Ausdruck > angeborenes Sprachwissen) c) "Outside-in"-Theorien (Lernmechanismen) d) Interaktionistische Sichtweise
- Voraussetzungen und Bedingungen für einen erfolgreichen Spracherwerb (Auszug) Spracherwerb ist ein biologisch fundierter, eigenständiger Phänomenbereich humanspezifisch grundlegende Fähigkeit zum Spracherwerb ist robust (Kompensationsmechanismen: z.B. Rita) Sprachverarbeitung im Gehirn als Ergebnis einer Entwicklung Spracherwerb auch bei eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten möglich Sozial-kognitive Voraussetzungen des Spracherwerbs Nachahmung als Vorläuferfertigkeit Gesten (kontextabhängige/symbolische/konventionalisierte)
- Kommunikation und Partizipation (Antener, 2010) wie K. funktioniert, lernen wir in sozialen Situationen durch K. erhalten wir Einflussmöglichkeiten auf andere und können wir von anderen beeinflusst werden um kompetente K'partner zu werden, müssen wir an einer Vielzahl von unterschiedlichen Situation teilnehmen (Problematik Autismus: Sie können nur situationsgelernt kommunizieren in expliziten Situationen) durch Partizipation an sozialen Ereignissen wird die K. verbessert durch verbesserte K. wird die Partizipation an sozialen Ereignissen verbessert
- Partizipation Einbezogensein eines Individuums in eine Lebenssituation Erleben von Wohlbefinden, Zufriedenheit und Lebensqualität (Gesundheit in umfassendem Sinn) Ausübung von Aktivitäten und deren Wirksamkeit erfahren Zulassen von Selbstbestimmung und Autonomie konkretes Erleben von Zugehörigkeit und demokratischer Mitbestimmung
- Bedeutung von Partizipation für die Entwicklung menschliche Entwicklung vollzieht sich im sozialen Kontext und in Aktivitäten Kommunikation ist auf Partizipation angewiesen Implizites Lernen ist nur mit Partizipation möglich, d.h. fehlende P'möglichkeiten verhindern Entwicklung
- Partizipationsmodell (Beukelmann & Mirenda, 2005) (für Menschen mit schweren Kommunikationsbeeinträchtigungen) Partizipationsmuster identifizieren: Aktivitäten erfassen, bei denen Partizipation gefragt ist (zu Hause, in der Schule, usw.) Partizipationsmuster vergleichen mit denjenigen von Peers Partizipationsbarrieren identifizieren: Gelegenheitsbarrieren (durch andere Personen) Zugangsbarrieren (Fehlen von Fähigkeiten und Fertigkeiten oder eines unmittelbaren Unterstützungssystems)
