Psychologie (Fach) / Angst (Lektion)
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HS I
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- Angst und Furcht - Begriff Allg. sind Basisemotionen (Furcht -> Objektbezogen und mit Bezug zur Gegenwart; Angst -> zukunftsbezogen) sind Alarmreaktionen auf vorgestellte oder reale Bedrohungen Unterscheidung: Furcht und Angst = Emotionen (aktueller Zustand "state", normal/gesund/überlebenswichtig) Ängstlichkeit = Persönlichkeitsmerkmal (überdauernde Eigenschaft "traite") pathologische Angst / Angststörung = über das "normale" Maß hinaus, belastend, einschränkend
- Vier Komponenten von Angst / Furcht Gefühlsebene -> Gefühl des ausgeliefert-seins, Hilflosigkeit, ... Physiologische Ebene -> erhöhte Herzfrequenz, Schwitzen, Zittern, ... Kognitive Ebene -> Es wird etwas schlimmes passieren, Ich schaffe das nicht, ... Verhaltensreaktion -> Flucht, Vermeidung, Hilfe suchen, ...
- Erwerb von Furchtreaktionen (ohne Zwei-Faktoren-Theorie) über Klassische Konditionierung "Little-Albert"-Experiment (1920) -> Klassische Konditionierung einschl. Konditionierung können wir vor allem Ängste durch Konditionierung entwickeln? => "Preparedness"-Theorie (1970, Seligman): Angeborene Bereitschaft auf bestimmte Stimuli schneller und anhaltender Furcht-/Vermeidungsreaktionen zu erlernen als auf andere (Spinnen, Schlangen <=> Elektrogeräte, Blumen)
- Erwerb und Aufrechterhaltung einer Furchtreaktion - Zwei-Faktoren-Theorie (Mowrer) - Erwerb einer Furchtreaktion über klassische Konditionierung - Aufrechterhaltung einer Furchtreaktion durch operante Konditionierung; durch Vermeidung des Reizes kommt es zu einer negativen Verstärkung
- "Nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern die Vorstellung von den Dingen." (Epiktet) Angst und Vermeidung beruht auf (ungünstigen), kognitiven Prozessen und / oder Inhalten Nicht nur auslösende Ereignisse können eine Rolle für Angsterwerb/-aufrechterhaltung spielen, sondern auch Prozesse der Informationesverabeitung (Wahrnehmung, Interpretation und Bewertung von Ereignissen) ABC-Modell von Ellis: A(usgangssituation) Auftrag einen Vortrag zu halten ==>> B(ewertungssystem) Wahrnehmung und Bewertung der Aufgabe/des Ereignisses, vor dem Hintergrund der eigenen Fähigkeiten und Erfahrungen, Ansprüche, Normen, etc. ==>> C(onsequenzen) Angst, Unwohlsein, Vermeidung, Flucht, Stress
- Angst entsteht im Kopf: "Schlechte", automatische Gedanken - viele übertriebene, irrationiale und pathologische Ängste beruhen auf sog. irrationalen Überzeugungen oder logischen Fehlern Globale negative Selbstbewertung Katastrophisieren Gedankenlesen Alles-oder-Nichts-Denken
- Merkmale pathologischer Angst und Zusammenhang mit der Angststörung Unbegründete, unangemessen starke, lange oder häufige Angst Vermeidung und Kontrollverlust über die Angst Angstreaktion konsistent und überdauernd Beeinträchtigung der Lebensqualität => pathologische Angst ist das Leitsymptom einer jeden Angststörung
- Angststörungen Phobien (spezielle Phobien, soziale Phobien => beständige irrationale Angst vor öffentl. Situationen in denen man von anderen beobachtet werden kann/ Angst davor sich peinlich zu verhalten (self-fulfilling prophecies), Agoraphobien => Angst vor öffentl. Plätzen, großen Räumen, wo Rückzug oder Flucht nur schwer möglich/peinlich ist, Häufig mit Panikattacken verbunden) Panikstörung (schwere Panikattacken, andauernde Sorge eine Attacke zu bekommen) Generalisierte Angststörung (Über längeren Zeitraum -mind. 6 Monate- hinweg andauerndes Gefühl der Ängstlichkeit und Besorgheit - ohne reale Bedrohung; geht einher mit körperlichen Symptomen wie Schlafstörungen, Ermüdbarkeit etc.) Zwangsstörungen (Zwangsgedanken UND Zwangshandlungen) Akute und Posttraumatische Belastungsstörung
- Akute und Posttraumatische Belastungsstörung - Auslöser - Auslöser sind traumatische Ereignisse - Traumatische Ereignisse... ...konfrontieren mit einer existenziellen Bedrohung ...lösen Hilflosigkeit, Furcht, Entsetzen aus Bsp.: Kriminelle Gewalterlebnisse, Unfälle, Naturkatastrophen
- Akute und Posttraumatische Belastungsstörung - Symptome => Intrusionen: Flashbacks, Albträume, etc. => Vermeidungsverhalten (Unterdrücken von Gedanken, Verhalten, best. Orte meiden) => Starke Emotionen und Übererregbarkeit (Schreckhaftigkeit, Reizbarkeit, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen) => Dauer lässt Differenzierung zw. Akut (bis vier Wochen nach dem Trauma) und Posttraumatisch (ab vier Wochen nach dem Trauma) zu => Spontanremission möglich und erfolgreich therapeutisch behandelbar
- Was ist Mut? - Auf der Gefühlsebene, der physiologischen und der kognitiven Ebene zeigen sich Angstsymptome JEDOCH zielt die Verhaltensreaktion nicht auf Vermeidung ab => Mut ist Annäherungsverhalten (iSv keine Flucht oder Vermeidung) oder Persistenz (iSv Durchhalten) in einer gefährlichen Situation trotz subj. Angst auf kognitiver und Gefühlsebene und physiologischer Angstzeichen.
- Ist Mut angeboren oder erlernbar? - Studie mit Bombenentschärfern und Falklandveteranen: spezifisches Training/Ausbildung sehr bedeutsam für mutiges Verhalten bei einigen wenigen konnte situationsübergreifender Mut festgestellt werden (iS einer Persönlichkeitseigenschaft) => es scheint eine kleine Gruppe von Menschen zu geben die speziell "ausgestattet" sind, mutig zu handeln => ABER: Mut ist erlernbar (hierbei spielen Training, Gruppenkohäsion und Selbstvertrauen/Zuversicht eine wichtige Rolle)
