5 Intra- und interpersonelle ASpekte psychischer und psychisch mitbedingter Stör (Fach) / 5.2.2 Psychoanalytische/ tiefenpsychologische Modelle (Lektion)

In dieser Lektion befinden sich 6 Karteikarten

Objektbeziehungstheorie, Narzissmustheorie, Kollusion

Diese Lektion wurde von kristina83 erstellt.

Lektion lernen

Diese Lektion ist leider nicht zum lernen freigegeben.

  • Objektbeziehungstheorie Theorie geht davon aus, dass alle Beziehungen dadurch beeinflusst werden, wie frühe Erfahrungen des Selbst mit den Objekten verinnerlicht wurden. Je nachdem, durch welchen Modus die Triebbefriedigung geprägt wurde, entwickelt sich der orale, anal-retentive, anal-aggressive, phallisch-narzisstische oder ödipale Beziehungstyp, der auch das partnerschaftliche Beziehungsmuster bestimmt.
  • Narzissmustheorie Die narzisstische Störung äußert sich in einem übertriebenen Selbstwert- oder Minderwertigkeitsgefühl sowie in einer hohen Konfliktanfälligkeit in sozialen Beziehungen. Narzisstische Menschen nehmen den Partner nicht als eigenständige Person, sondern als Teil ihres Selbst wahr. Sie versuchen in den zwischenmenschlichen Beziehungen ihre subjektiv erlebten Defizite auszugleichen. Entzieht sich der Partner, besteht für diese Menschen die Gefahr der Dekompensation.
  • Zentraler Beziehungskonflikt Luborsky&Kächele, 1988zentrale Beziehungskonflikttheme (ZBKT) kann aus den vom Pat. geschilderten Beziehungsepisoden entnommen werden. Es ergibt sich aus den Beziehungswünschen des Pat. gegenüber einer anderen Person, der Reaktion dieser anderen Person und der darauf folgenden Reaktion des Pat. Diese Beziehungsmuster verfestigen und wiederholen sich immer wieder im Leben eines Menschen.
  • Zyklisch maladaptives Muster Strupp&Binder, 1991Das CMP ergibt sich aus der vom Pat. gewünschten Reaktion anderer, der erwarteten negativen Reaktion anderer, dem Verhalten des Pat. anderen gegenüber, dem Verhaten anderer gegenüber dem Pat. und dem Verhalten des Pat. gegenüber sich selbst (Introjektion).
  • psychoanalytische Bindungskonzepte der Partner hat bei Verunsicherungen eine sicherheitsspendende Funktion. Erlangt eine Person emotionale Bedeutung, wird sie intrapsychisch stärker repräsentiert. Das Selbst bemüht sich, diese Objektvorstellung zu beschützen. Wenn sich beide Partner um die Bindung bemühen, wird sie zu einer neuen Ganzheit. Es entsteht das Wir-System. Der Verlust von Bindungen bildet das größte Risiko für die Entwicklung von psychischen und psychosomatischen Störungen.
  • Kollusion Willi, 1990Bei der Kollusion entwickeln sich zwischen den Partnern gemeinsame unbewusste Konflikte. Der gemeinsame Grundkonflikt (narzisstisch, oral, anal, phallisch) wird in verschiedenen Rollen ausgetragen. Jeder Partner übernimmt eine Seite des Konflikts und delegiert die Gegenseite an den Partner.Auf der einen Seite entwickeln sich eher progressive, auf der anderen eher regressive Selbstheilungsversuche. Jeder Partner hofft, durch den anderen vom Grundkonflikt befreit zu werden. Weil die auf den Partner externalisierten Anteile im eigenen Selbst präsent bleiben, scheitert dieser Versuch. Ähnlich erklärt sich die interpersonelle Abwehr nach Mentzos, 1976.