5 Intra- und interpersonelle ASpekte psychischer und psychisch mitbedingter Stör (Fach) / 5.1.4 Determinanten von Partnerschaftsqualität und Scheidung (Lektion)

In dieser Lektion befinden sich 12 Karteikarten

Kommunikation und Problemlösen, individuelle Faktoren, soziodemografische Variablen

Diese Lektion wurde von kristina83 erstellt.

Lektion lernen

Diese Lektion ist leider nicht zum lernen freigegeben.

  • Kommunikation als Faktor für Partnerschaftsqualität Qualität und Dauer von Beziehungen werden davon bestimmt, wie ein Paar mit inhärenten Konflikten umgeht. Unzufriedene Partner kommunizieren oft durch destruktive Kritik, Defensivität, verächtliche Bemerkungen, Provokation und Rückzug.Sie tauschen hostil-dominante Verhaltensweisen aus und zeigen eher wenig Übereinstimmung zwischen verbaler und nonverbaler Kommunikation: oft wird eine verbal positive Botschaft mit einem nonverbalnegativen Signal verknüpft.Unzufriedene Partner können Kommunikationsinhalte oft nur mühsam entschlüsseln. Zufriedene Partner kommunizieren dagegen häufiger über positive Affekte, soziale Verstärkung und versöhnende Inhalte.
  • Problemlösen als Faktor für Partnerschaftsqualität Zufriedene Partner gelingt ihren Stress gemeinschaftlich zu bewältigen. Sie zeigen bei Problemen ein hohes Engagement und unterstützen sich, indem sie sich Hilfe anbieten, Aufgaben neu verteilen oder konstruktiv verhandeln.
  • individuelle Faktoren Insgesamt ist der Einfluss von Persönlichkeitsmerkmalen auf die Partnerschaftszufriedenheit eher gering.Allenfalls wirken sich das Vorhandensein von Persönlichkeitsstörungen und die Ausprägung der Faktoren Neurotizismus und Introversion/ Extraversion auf die subjektiv erlebte Zufriedenheit mit der Partnerschaft aus. Die Ausprägung der Faktoren Intelligenz, Bildung, Konformität oder Attraktivität nehmen kaum Einfluss.
  • Soziodemografische Variablen sagen nur wenig über die subjektive Güte der Paarbeziehung aus. Geringen Einfluss auf die Zufriedenheit mit der Partnerschaft haben die Religion (katholische Christen haben eine niedrigere Scheidungsrate), die Höhe des Einkommens (gut verdiendende Paare sind zufriedener), die Wohnlage (auf dem Land lässt man sich seltener scheiden) und das Vorhandensein eigener Kinder. Bei großer Ähnlichkeit zwischen den Partnern in Bezug auf Alter, Status, Religion, kulturelle Werte usw. kommt es seltener zur Trennung als bei Partnern, die sich in einem oder mehreren dieser Faktoren sehr unterscheiden.
  • familiäre Risikofaktoren für die Entwicklung von kindlichem Problemverhalten z.B. bestrafendes Erziehungsverhalten, negative Kommunikationsmuster in der Familie, Ehekonflikte, Trennungen und viele Geschwister - Merkmale der Elternpersönlichkeit: Aggressivität, Delinquenz oder Substanzmissbrauch - Erziehungsfehler: z.B. Ignorieren von wünschenswertem Verhalten, Vorleben inadäquater Modelle, Inkonsequenz oder der Gebrauch vieler Anweisungen
  • familiäre Schutzfaktoren für die kindliche Entwicklung z.B. elterliche Fähigkeit zur Unterstützung von autonomem Verhalten bei aufmerksamer Kontrolle, zur Herstellung von Grenzen, zum erfolgreichen Vorleben von Werten und zur Herstellung eines harmonischen Familienklimas mit Zusammenhalt und gemeinsamen Aktivitäten
  • (Def.) Gewalt in Partnerschaft und Familie, sexueller Missbrauch Gewalt ist ein Ausdruck der Unfähigkeit, mit den eigenen und fremden Bedürfnissen angemessen umzugehen. Unter Belastung steigt die Gefahr, dass sich die Aggression an den schwächeren Familienmitgliedern entlädt. Es gibt Hinweise, dass sich Gewalterfahrungen über die Generationen "vererben".
  • Gewalt in Partnerschaft und Familie, sexueller Missbrauch - Zahlen- In Deutschland werden mehrere Hunderttausend Frauen/ Jahr von ihrem Partner misshandelt. Prügel oder andere schwere körperliche Misshandlungen in der Familie erleiden 20-30% aller Kinder. Man schätzt, dass 6-18% der Mädchen und 2-7% der Jungen Opfer sexueller Gewalt werden. Lediglich bei jedem 4. Fall kommt der Täter nicht aus dem Umfeld des Kindes.
  • Gewalt in Partnerschaft und Familie, sexueller Missbrauch - körperliche Symptome Körperliche Symptome der Gewaltanwendung sind Verletzungen an untypischen Stellen (z.B. Genitalbereich), Handabdrücke, stumpfe Bauchtraumata oder Verbrennungen. Meist sind unterschiedlich alte, aber ähnliche Verletzungen nachweisbar.
  • Gewalt in Partnerschaft und Familie, sexueller Missbrauch - Wer hat ein erhöhtes Risiko? Kinder mit einem niedrigen Geburtsgewicht oder mit Missbildungen, Stiefkinder und unerwünschte Kinder
  • Gewalt in Partnerschaft und Familie, sexueller Missbrauch - psychische Folgen geringe Stressresistenz, Ängste, Schuldgefühle etc. Die Wahrscheinlichkeit für eine nicht zufrieden stellende Partnerschaft und für Trennung ist erhöht, wenn als Kind Gewalt erlebt wurde.
  • Missbrauch und Störung Kinder, die Missbrauch erleben, reagieren im Allgemeinen mit Abspaltung und Verdrängung. Als Erwachsene leiden sie gehäuft an Persönlichkeitsstörungen, Substanzmissbrauch, posttraumatischen Belastungsstörungen, Ängsten, selbstschädigendem Verhalten und Depressionen. Ihre Kontaktfähigkeit und ihre allgemeine Lebensqualität sind oft stark eingeschränkt.