84

Medizin (Fach) / Gastrointestinaltrakt (Lektion)

Anatomie, Pathologie...

Diese Lektion wurde von Rosenkranz erstellt.

Lektion lernen

Diese Lektion ist leider nicht zum lernen freigegeben.

Anzeige
  • Sekretin Führt zur Bildung und Sekretion von bikarbonatreichem Bauchspeichel --> Neutralisiernung des saueren Speisebreis. steigert Gallenbildung
  • Dickdarm Intestinum Crassum Der Dickdarm ist insgesamt etwa 1 m lang und hat einen Durchmesser von ca. 6 cm. Die drei Dickdarmabschnitte: Blinddarm (Caecum):Das Caecum ist ein beutelartiger Eingang in den Dickdarm. Seine Einmündungsstelle des Dünndarms ist durch die Ileozäkalklappe verschlossen. Periodisch lässt sie Darminhalt in den Dickdarm durch (Ventilfunktion verhindert Rückfluss). Der Blinddarm endet auf einer Seite blind im Wurmfortsatz (Appendix vermiformis). Dieser besitzt zahlreiche Lymphfollikel. Grimmdarm (Colon):Der Grimmdarm ist der größte Teil des Dickdarms.- Colon ascendens: aufsteigender Dickdarm (Knick unter der Leber)- Colon transversum: Querdarm; direkt unter dem Magen; durchquert den oberen Teil der Bauchhöhle- Colon descendes: absteigender Dickdarm- Colon sigmoideum: S-förmiger Dickdarm; letzter Abschnitt des Colons; geht mit seiner S-förmigen Biegung ins Rektum über Die Hauptaufgabe des Colons ist es, den flüssigen Speisebrei zur Speicherung und Ausscheidung als Kot einzudicken. Natrium, Chlorid und Wasser werden über die Colonschleimhaut in Blut und Lymphe resorbier, der Speisebrei wird fester. Natriumbikarbonat und Kalium werden von der Colonschleimhaut ausgeschieden. Im Colon befinden sich auch Milliarden symbiotischer "freundlicher" Mikroorganismen. Mastdarm (Rektum): Das Rektum ist normalerweise leer, außer vor und während der Darmentleerung. Unter dem Rektum befindet sich der ca. 4 cm lange Analkanal, in den das Rektum endet.
  • Colon Charakteristisch ist die äußere Längsmuskelschicht: Sie verläuft nicht gleichmäßig um den ganzen Darm, sondern ist zu drei bandförmigen Streifen zusammengebündelt, den Tänien. Außerdem bilden die Längsmuskeln Haustren, das sind Ausbuchtungen. Die Haustren sind keine starren Gebilde, sondern verändern ihre Form unter dem Einfluss der Peristaltik. Durch Muskelbewegungen (Peristaltik, kleine wellenartige Bewegungen), die je nach Verdauungsphase und Füllzustand des Colons in Geschwindigkeit, Intensität und Art variieren, wird der Inhalt des Colons vermengt und zum Rektum getrieben. Der Speisebrei bewegt sich durch das Colon langsamer als durch den Dünndarm, wodurch die Resorption von täglich bis zu zwei Litern Wasser ins Blut ermöglicht wird. Wandaufbau: - keine Zotten mehr - Drüsen mit vielen Schleimzellen, um die Dickdarmschleimhaut, um die Dickdarmschleimhaut gegenüber dem sich verfestigenden Stuhl gleitfähig zu machen - reich an Lymphfollikel (am Darmbeginn) Aufgaben: - Rückresorption von Wasser und Elektrolyten - Eindickung des Speisebreis (von 500 - 1.500ml auf 100 - 200 ml) - ist besiedelt von Bakterien die alle für den Menschen unverdauliche Nahrungsreste durch Gärungs- und Fäulnisvorgänge weiter abbauen - dient als Speicher (1. Speicher: Caecum und Colon, 2. Speicher: Rektum)
  • Mastdarm Rektum Das Rektum bildet den letzten Abschnitt des Verdauungstraktes und ist ca. 20 cm lang. Ampulle: Sammelbehälter, in dem der Stuhl gespeichert wird. Hämorrhoidalzone: arterio-venöser Schwellkörper zum Verschluss des Anus
  • Anus After Der Anus ist die Öffnung durch den der Darm an die Körperoberfläche mündet. In den Wänden des Analkanals sind zwei kräftige Ringmuskeln, der innere und der äußere Schließmuskel. Zwei Sphinktermuskeln: Musculus sphinkter ani interni: glatte Muskulatur, unwillkürlich kontrolliert Musculus sphinkter ani externus: quergestreifte Muskulatur und steuerbar (willkürlich kontrolliert)
  • Stuhlentleerung Defäkation Die Stuhlentleerung ist ein reflexartig ablaufender Vorgang, der willentlich beeinflusst werden kann. Der Stuhl wird peristaltisch in das Rektum getrieben. Dort befinden sich Dehnungsrezeptoren, die bei einer Füllung der Ampulle den Defäkationsreflex auslösen. Der innere Schließmuskel erschlafft (parasympathisch), der äußere Schließmuskel wird willentlich entspannt. Zwerchfell und Bauchmuskeln werden angespannt. Die Entleerung findet statt.
  • Zusammensetzung des Fäzes 75 % Wasser unverdauliche, teilweise zersetzte Nahrungsbestandteile (Zellulose) abgestoßene Epithelzellen der Darmschleimhaut, Bakterien, Schleim Gallenstoffe (=Farbe) Gärungs- und Fäulnisprodukte (=Geruch) Entgiftungsprodukte: Medikamente, Gifstoffe, Stoffwechselprodukte
  • Durchfall Diarhhoe zu häufiger Stuhlgang (> 3-mal/Tag) zu flüssiger Stuhl (> 75 % Wasser) vermehrte Menge (> 250 g /Tag) Zusätzlich können Bauchschmerzen, Übelkeit und Kreislaufbeschwerden auftreten. Ursachen: osmotische Diarrhoe: osmotisch aktive Substanzen bewirken, dass zuviel Wasser im Darm bleibt. Hört auf, wenn Einnahme beendet wird z.B. unverdaute Laktose, zuviel Sorbitol. Sekretorische Diarrhoe: vermehrte Elektrolytsekretion der Darmzellen z.B: Infektionen mit E.coli, Laxantien Exsudative Diarrhoe: Ausscheidung eines entzündlichen Sekrets bei Musosaschäden z.B. chronische Darmentzündungen, Infektionen Motilitärsstörungen: Darminhalt wird zu rasch weiter transportiert z.B. Reizdarm, Nervosität Therapie: Nicht medikamentös: Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust ausgleichen, Darmflora wieder aufbauen Medikamentös: - Antibiotika bei Infektionen - Obstipantien (z.B: Loperamid): hemmen die Darmbewegung NT: verzögern Ausscheidung von Keimen - eventuell krampflösende Mittel (z.B. N-Butylscopolamin)
  • Verstopfung Obstipation Symptome: zu seltener Stuhlgang (< 3-mal /Woche) zu harter Stuhl Man hat das Gefühl, unvollständig entleert zu sein und es scheint, als ob etwas im Enddarm blockiert Man muss stark pressen oder die Finger zu Hilfe nehmen, um des Stuhl zu entleeren Ursachen: Bewegung des Dickdarms ist stark verlangsamt z.B. bei ballaststoffarmer Kost, häufigem Unterdrücken des Stuhlganges, Hormone (Schwangerschaft) zu wenig Flüssigkeit Entleerungsstörung: Enddarm ist mechanisch blockiert z.B. Entzündungen, Karzinome Therapie: Nicht medikamentös: Ballaststoffreiche Kost, viel Bewegung und viel Flüssigkeit Medikamentös: - Füll- und Quellmittel (z.B. Leinsamen): wichtig viel Flüssigkeit, sonst eher stopfend - osmotisch wirksame Laxantien (z.B: Lactulose, Bittersalz) - Stimulierend wirkende Laxantien (z.B: Bisacodyl, Sennoside): verstärken die Darmbewegung. Nicht über einen längeren Zeitraum nehmen, da sie zur Hypokaliämie und Gewöhnung führen - Lokal wirkende Enleerungshilfen: Zäpfchen, Klysmen (Einläufe)
  • Malassimilationssyndrome Ungenügende Verdauung der aufgenommenen Nahrung. Symptome: Diarrhoe bzw. Steatorrhoe (Fettstühle) Gewichtsverlust Vitaminmangelsymptome Maldigestion: Störungen der Verdauung durch erniedrigte /fehlende Enzyme oder Gallensäuren z.B: bei Magenresektion, Pakreasinsuffizienz, Gallensäureverlustsyndrom Malabsorption: Mangelhafte Resorption der Nahrungsendprodukte bei intakter Verdauung, meist bedingt durch Schädigung der Darmschleimhaut z.B: Zöliakie (Glutenunverträglichkeit), Laktasemangel, Whippelkrankheit (bakterielle Infektion)
  • Anzeige
  • Nahrungsmittelunverträglichkeit Toxische: Lebensmittelvergiftungen Nicht-toxische: Nahrungsmittelallergie: Typ I Allergie mit Schwellung, Juckreiz, Durchfall, Erbrechen. Häufig gegen Sellerie, Steinobst, Kuhmilch, Hühnerei, Fisch, Nüsse, Getreide, Soja Nahrungsmittelintoleranz: nicht immunologisch Pseudoallergie: keine Antikörperbildung, aber Histaminausschüttung durch Stoffe in der Nahrung. Typische Auslöser: Salicylate, Konservierungsstoffe, Emulgatoren,... - pharmakologisch aktive Nahrungsbestandteile: z.B: Tryptamin in Tomaten, Phenylethylamin in Schokolade, Tyramin in reifem Käse und Schokolade, Serotonin in Bananen und Nüssen, Histamin in Fisch und Rotwein - Enzymdefekte: z.B. Laktase-Mangel, Galactose-Intoleranz, Phenylketonurie, Alkoholintoleranz
  • Enteritis Entzündung des Dünndarms
  • Colitis Entzündungen des Dickdarms
  • Entzündungen des Darms Akute Entzündungen: Typisch sind Durchfälle und krampfartige Bauchschmerzen. Häufigste Ursache sind Infektionen mit E-coli, Rota-Viren und Salmonellen. Chronische Entzündungen: Colitis ulcerosa und Morbus Crohn: Schubweise verlaufende, wahrscheinlich autoimmunologische Entzündungen mit genetischer Disposition. Führt zu lokalen Nekrosen und Ulzera  Colitis ulcerosa Im Mastdarm und Dickdarm breitet sich kontinuierlich von anal nach oral aus ist auf Darmschleimhaut beschränkt Blutig-schleimige Durchfälle mit Koliken Komplikationen: Blutungen, Perforation des Colons, Anämie, Karzinom Morbus Crohngesamter Darm breitet sich diskontinuierlich  von anal nach oral ausbetrifft die ganzeDarmwand flüssiger bis wässriger Stuhl mit Koliken Komplikationen: Fistelbildung, Abszessen oder Darmverschluss  Therapie: Konservativ: ballastfreie Diät, parenterale Ernährung Medikamentös: Anibiotika, Immunsuppressiva, Entzündungshemmer, Kortikosteroide, Obstipantien Operativ: Resektion des Darmabschnittes
  • Hämorrhoiden Knotenförmige Erweiterung der Venenwände im Plexus haemorrhoidalis. begünstigt durch: Obstipation, zu wenig Bewegung, sitzende Tätigkeit und Schwangerschaft (verstärktes Pressen) Symptome: hellrotes Blut bei der Defäkation, Juckreiz, Schmerzen im Rektum Therapie: Sitzbäder mit adstringierender (zusammendziehender)Wirkung, entzündungshemmende Salben (Kortison), eventuell Operation
  • Analekzem Unangenehme, rote, stark juckende Entzündung. Ursachen: Schließmuskelschwäche, Hämorrhoiden, Fisteln, Analfissuren, ungenügende Hygiene, starke Behaarung, starkes Schwitzen, häufiger Stuhlgang
  • Analabszess und Analfistel Eitrige Entzündungen bzw. eiternde Gänge zwischen dem unteren Enddarm oder Analkanal und der äußeren Haut rund um den After.
  • Analfissuren Längsrisse der Schleimhaut im Bereich des äußeren Enddarms, die sich durch Schmerzen beim Stuhlgang und Blutauflagerungen im Stuhl bemerkbar machen.
  • Analtrhrombose Blutgerinnsel in den kleinen Gefäßen des Anus.Plözlich auftretender schmerzhafter Knoten am Analrand, der Schmerz ist unabhängig vom Stuhlgang.
  • Darmpolypen Langsam wachsende, normalerweise gutartige Schleimhautgeschwülste, die aus der Darmschleimhaut hervortreten und in den Darmkanal hineinragen.Sie sind weitgehend symptomlos, können jedoch entarten. Eine operative Entfernung ist empfehlenswert.Darmpolypen treten im Alter sehr häufig auf. Einer von drei Menschen über 60 ist davon betroffen. Durch eine Kolonoskopie sind Polypen leicht aufzuspüren, da sie ein Risiko für Darmkrebs bedeuten, sind regelmäßige Kontrollen erforderlich.
  • Dickdarmkarzinom Maligner Tumor (bei Früherkennung und ohne Metastasierung 70%-ige Überlebensrate), bei Metastasierung nur mehr 5%. Ein Krebs in Colon oder Rektum ist in den Industrieländern eine der häufigsten Krebserkrankungen. Familiäre Disposition ist ein Risikofaktor.Beim Colonkarzinom wachsen maligne Tumoren mit der Zeit in die Darmwand ein. Von dort kann sich der Krebs über den Blutstrom auf andere Körperbereiche ausweiten. Begünstigt durch: erbliche Veranlagung, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, ballaststoffarme Ernährung Symptome: Blutauflagerungen auf dem Stuhl, Krämpfe, Wechsel zwischen Durchfällen und Verstopfung, Änderung der Stuhlgewohnheiten, Blähungen, Schmerzen Therapie: Operation und Chemotherapie
  • Pankreassekret pH-Wert: >8ca. 1-2 l / Tag Wasser und Bicarbonat Trypsin, Chymotrypsin zur Eiweißspaltung Amylase und Maltase Lipase und Cholinesterase Diese Enzyme werden im Pankreas als Vorstufe gebildet und erst im Dünndarm aktiviert, da sie sonst das Pankreasgewebe selbst angreifen und verdauen würden. Die Ausschüttung des Pankreassekrets wird durch den Nervus vagus und durch das Sekretin und Cholecystokinin angeregt.
  • Pankreatitis Bauchspeicheldrüsenentzündung Die Pankreatitis ist eine ernste Entzündung des Pankreas, die durch Gallensteine oder übermäßigen Alkoholgenuss verursacht werden kann. Sie ist durch einen Gewebsuntergang und Narbenbildung gekennzeichnet, da die Bauchspeicheldrüse bei einer Entzündung (v.a. akut) zur Selbstverdauung neigt. Eine Pankreatitis kann akut oder chronisch verlaufen. In beiden Fällen wird die Entzündung durch Verdauungsenzyme des Pankreas ausgelöst. Diese Enzyme, die normalerweise erst im Duodenum aktiv sind, werden bereits im Pankreas aktiviert und verdauen das Organgewebe. Für eine akute Pankreatitis gibt es verschiedene Ursachen, die häufigsten sind Gallensteine, Alkohol, bestimmte Medikamente und Infektionen wie Mumps. Eine chronische Pankreatitis steht meist mit Langzeitalkoholismus in Verbindung. Bei beiden sind das Leitsymptom Schmerzen, die bei akuter Pankreatitis besonders heftig sind und mit Übelkeit und Erbrechen einhergehen können. Akute Pankreatitis: Ursachen:Entzündung der Gallengänge, Gallensteine, Alkohol, chirurgische Eingriffe in der Bauchhöhle Symptome:Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Blutdruckabfall, Aszites, Nierenversagen und Schock, Letalität je nach Schweregrad (10 - 20 %) Therapie:Nulldiät, Magensonde, Hemmung der Pankreassekretion, Analgetika und Antibiotika Chronische Pankreatitis: Die akute Pankreatitis entwickelt sich schleichend in eine chronische. Ursachen:80 % Alkoholismus oder eine akute Entzündung die chronisch wird Symptome:kolikartige Schmerzen, Gewichtsverlust, Durchfall und Fettstühle, endokrine und exokrine Pankreasinsuffizienz Therapie:absolutes Alkoholverbot, kein Kaffee und Tee, fettarme Diät und Enzymsubstitution
  • Pankreaskarzinom Dieses Karzinom findet man vor allem im Pankreaskopfabschnitt. Es tritt häufig bei Männern zwischen 50 und 60 Jahren auf. Außerdem kommt es generell immer häufiger vor, vor allem bei Rauchern. Pankreaskopfkarzinome blockieren den Fluss der Galle und verursachen deshalb am ehesten eine Gelbsucht, während ein Tumor in Körper oder Schwanz des Pankreas eher Schmerzen im oberen Bauchraum verursacht. Der Bauchspeicheldrüsenkrebs hat eine sehr schlechte Prognose. Symptome:Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Schmerzen im Oberbauch, Gelbsucht im fortgeschrittenen Stadium Therapie:Operative Entfernung des betroffenen Gewebes und Chemotherapie. Die 5-Jahres-Überlebensquote liegt bei 10 %.
  • Funktionen der Leber Die Leber ist das zentrale Stoffwechselorgan des Körpers. führt Stoffe, die im Überschuss vorhanden sind, in eine Speicherform über (z.B. Glykogen. Fette) bei Mangel werden diese wieder aus ihrer Speicherform freigesetzt bzw. neugebildet (z.B. Gluconeogense) produziert Proteine (Albumin, Gerinnungsfaktoren, etc.) - Die Leber synthetisiert Proteine für die Blutgerinnung und Proteine für das Blutplasma. wichtigstes Entgiftungsorgan (v.a. schlecht wasserlösliche Stoffe) - Schädliche Substanzen im Blut (z.B. Alkohol und weitere Gifte) werden abgebaut, Abfallprodukte und unterwünschte Aminosäuren werden zu Harnstoff umgebildet. produziert Galle - Leberzellen geben Galle an kleine Kanäle ab, die in die Gallengänge zwischen den Lobuli münden. Diese Gallengänge vereinen sich zum Lebergallengang, der die Galle zur Speicherung in die Gallenblase leitet.
  • Leberläppchen (Lobulus hepatis) Sie bilden die funktionelle Einheit der Leber. Es befinden sich etwa 500.000/Leber. Sie sind sechsseitig, aneinandergeschmiegt und haben an den Außenseiten Blut- und Gallensammelgefäße. Sie sind 2 mm lang und haben einen Durchmesser von 1 mm ("Bienenwabe"). Periportalfelder:Sie stellen die Eckpunkte der "Waben" dar. Hier verläuft je ein Ast - der Pfortader: sammelt Blut der Bauchorgane --> enthält die im Darm resorbierten Nährstoffe - der Leberarterie (A. hepatica) - ein Gallengang Mitte: Zentralvene (Abfluss des Blutes) Die Zellentypen in den Leberläppchen sind: - Hepatozyten- Kupferschen Sternzellen: phagozytierende Zellen Funktion:Blut wird im Läppchen von außen nach innen geleitet. - 25% stammt aus der Leberarterie zur Versorgung der Leber - 75% aus der Pfortader: führt das "zu bearbeitende" BlutDie gebildete Galle fließt über die Gallenkapillaren ab (von innen nach außen).
  • Gallenblase Vesica Fellea Sie befindet sich an der Unterseite der Leber und ist ein birnenförmiger, aus glatten Muskelfasern gebildeter Sack. Funktion: Behälter für die von der Leber gebildeten Galle sie dickt die Galle auf ca. 50 - 80 ml ein (Wasserrückresorption) Galle: ca. 1 l/Tag. pH-Wert: 7,4 - 7,7 Bestandteile: Wasser und Elektrolyten Gallensäure die Fette emulgieren Gallenfarbstoffe (Bilirubin und Biliverdin) = Abbauprodukte des Häms anorg. Gallensalze, Cholesterin, Hormone Zwischen- und Endprodukte des Stoffwechsels Fremdstoffe Ihre Regulation untersteht dem vegetativen Nervensystem und gastrointestinalen Hormonen, die von der Schleimhaut des Duodenums freigesetzt werden, sobald saurer bzw. fettreicher Speisebrei in den Zwölffingerdarm gelangt: Sekretin: steigert die Gallenbildung in der Leber Cholezystokinin-Pankreozymin (CCK-PKZ): bewirkt ein Zusammenziehen der Gallenblase; gleichzeitig erschlafft der Schließmuskel des Gallenganges
  • Gelbsucht Ikterus; Die Gelbsucht stellt keine Erkrankung dar, sondern ein Symptom. Ursachen: Übertritt von Bilirubin in Blut und Haut (Konzentration >2mg/dl) --> hell- bis dunkelgelbe Färbung der Haut, Bindegewebe und Sklera des Auges. Stuhlfarbe hell, Harn dunkelbraun. Einteilung:nach Entstehungsort 1.) Prähepatischer Ikterus:durch erhöhten Erythrozytenabbau (hämolytische Anämien), Neugeborenenikterus 2.) Hepatischer Ikterus: durch Leberschädigungen (Hepatitis, Medikamente, Alkohol), familiäre Hyperbilirubinämie (genetische Defekte des Enzymapparates oder der Ausscheidungssysteme) 3.) Posthepatischer Ikterus: Störungen im Gallefluss (z.B: Gallensteine, Tumore,...) 4.) Schwangerschaftsikterus: durch idiopathischen Gallestau, Hyperemsis gravidum (Schwangerschaftserbrechen) mit Leberverfettung, HELLP-Syndrom (Hämolyse + erhöhte Leberwerte + erniedrigte Thrombozytenzahl) mit Lebersymptomatik
  • Leberzirrhose Die Leberzirrhose ist eine chronische Lebererkrankung mit Narbenbildung. Sie ist irreversibel. Ursachen: Alkoholabusus (ca. 160 g/d über 10-20 Jahre), Hepatitis,... Symptome: Oberbauchschmerzen, Tremor, Aszites Zur Info: Regelmäßiger, jahrelanger exzessiver Alkoholgenuss kann zu schweren Leberstörungen führen. Männer trinken im Allgemeinen mehr als Frauen und sollten deshalb statistisch häufiger von einer alkoholischen Leberkrankheit betroffen sein. Frauen bauen Alkohol jedoch nicht so effektiv ab wie Männer und sind deshalb empfänglicher für seine Nebenwirkungen.
  • akute Leberinsuffizienz Ikterus + Gerinnungsstörungen Ursachen: akute Hepatitis, Schock, Toxine (Knollenblätterpilze, Drogen) Therapie: kausal, eiweißarme Diät, Lebertransplantation
  • Anzeige
  • Hepatische Enzephalopathie Durch mangelhafte Entgiftungsfunktion sammeln sich neurotoxische Stoffe (vor allem NH3) die zu Bewusstseinsstörungen und zur Schädigung des ZNS führen. Ursachen: Schwere akute Hepatitis, Leberzirrhose, Alkoholabusus, Drogen, Medikamente (wie Sedativa und Narkotika) Symptome: Zittern, Apathie, Geruch nach roher Leber, Verwirrung, Koma Therapie: kausal, sonst eiweißarme Diät, Unterdrückung der Ammoniakbildung durch Darmbakterien (saurer pH-Wert durch Laktulose), Lebertransplantation
  • Leberzellkarzinom Maligne Erkrankung der Leberzellen, welche hauptsächlich in Afrika und Asien vorkommt (Europa nur 2-4%). Ursachen: Hepatitis B und C, Aflatoxinbefall von Lebensmittel (Nüsse, Kokos) Symptome: Gewichtsabnahme, Fieber, Schmerzen in Oberbauch Therapie: Entfernung von Leberteilen, Lebertransplantation, Chemotherapie
  • Leberentzündung Hepatitis ist eine Entzündung der Leber, die durch verschiedene Viren verursacht werden kann. Der häufigste Typ ist Hepatitis A, die durch den Verzehr kontaminierter Nahrung, auch Wasser, verursacht wird. Hepatitis B wird hauptsächlich über infiziertes Blut übertragen; das Virus befindet sich aber auch im Sperma. Hepatitis C wird ebenfalls über infiziertes Blut übertragen. Viele wurden durch Bluttransfusionen angesteckt. Die Krankheit ist unter Drogenabhängigen stark verbreitet (kontaminierte Nadeln) und zeigt Symptome von leichtem Unwohlsein über Gelbsucht bis zum Leberversagen. Die akute Hepatitis ist ein Entzündung des Leberparenchyms durch Hepatitis-Viren. Sie kann in einigen Wochen abheilen, aber auch in die chronische Form übergehen. Symptome:oft symptomlos (2/3 der Fälle) Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Erbrechen Muskel- und Gelenkbeschwerden Druckgefühl im rechten Oberbauch mit vergrößerter Leber und Milz Ikterus starker Juckreiz Komplikationen: Je nach Virus kann sich eine chronische Hepatitis mit Leberzirrhose und eventuell ein Karzinom entwickeln. Therapie: Bettruhe, Alkoholverzicht und fettarme, kohlenhydratreiche Kost (A, D, E) Medikamentös: für B und C: Interferone und Virustatica, im Spätstadium nicht heilbar Impfungen für A und B
  • Gallensteine Cholelithiasis In der Galle, meist in der Gallenblase und im Gallenwegsystem, können sich kleine, harte Steine aus eingedickter Galle bilden. Hierbei handelt es sich um eine Konkrementbildung, die sehr oft keine Schmerzen hervorrufen. Zu Schmerzen kommt es, wenn sie in einem Ausführgang stecken bleiben. Frauen erkranken 3-mal häufiger als Männer an Gallensteinen (selten vor dem 30. Lebensjahr). Bestandteile: Cholesterin (fettige Substanz, die in der Leber verarbeitet und als Bestandteil der Galle in der Gallenblase gespeichert wird), Calciumcarbonat und Bilirubin Steinformen: Cholesterinsteine (am häufigsten); Bilirubinsteine (entstehen bei hohen Bilirubingehalt); Kalksteine (Ergebnis von Entzündungen) Ursachen: Schwangerschaft, Entzündungen der Gallenwege, erblich Gallenblasenentzündung und Diabetes mellitus Symptome: Koliken, Oberbauchschmerzen, Blähungen und Fieber, Speisenunverträglichkeit (Fett, Gebratenes,....) Therapie: konservativ: fettarme Diätmedikamentös: Auflösung der cholesterinhaltigen Steineoperativ: Entfernung der Gallenblase