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3 Definition, Diagnostik, Differenzialdiagnostik und Indikationsstellung psychis (Fach) / 3.2 Diagnostische Grundprinzipien (Lektion)
3.2.1 Ziele/ Funktionen der Diagnostik (inklusive Indikation)
Diese Lektion wurde von kristina83 erstellt.
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- Screening Siebtest: Verfahren zur Selektion von Personen/ Items zwecks weiterer Analyse.Sensitivität: von Screening-Verfahren zeigt die Eignung eines Tests, Merkmalsträger zu erkennen Spezifität: bestimmt, inwieweit der Test geeignet ist, nicht Merkmalsträger zu entdecken
- Selektion Auslese einer begrenzten Zahl von Personen aus mehreren Bewerbern. stellt einen Spezialfall der Klassifikation mit den beiden Alternativen Zulassung und Ablehnung dar. Die Entscheidung kann einmalig oder sequenzell erfolgen und die verwendete Info kann ein- oder mehrdimensional sein (z.B. Berücksichtigung von Testwert und Lebenslauf).
- Klassifikation anhand gemeinsamer Merkmale werden Elemente einer Population in Klassen aufgeteilt. Jedes Element soll möglichst nur einer Klasse angehören. Die Klassifikation ist hierarchisch aufgebaut.
- Problemdifinition, -deskripton, -analyse die Problemanalyse ist ein Ordnungssystem für Informationen. Sie verläuft als kontinuierlicher Rückkopplungsprozess.Das Problem wird präzise definiert und operationalisiert.Die Auslöser, Verhaltensweisen und Konsequenzen werden erfasst. Maßnahmen zu deren Quantifizierung werden festgelegt. Die therapeutischen Verhaltensregeln werden spezifiziert und alle Maßnahmen zur Erfüllung der Ziele systematisch kontrolliert.
- Funktionale Diagnostik es wird beachtet, in welchen Zusammenhängen ein Merkmal (z.B. Symptom) steht. Sie basiert z.B. auf der Bedingungsanalyse zur Beziehung zwischen Reiz, Organismus, Reaktion, Konsequenz und Kontingenz (S-O-R-C-K nach Kanfer und Sasslow, 1965)
- Ätiologische Diagnostik bei der ätiologischen Diagnostik wie z.B. der Konflikt- oder Strukturdiagnostik wird der Entstehungshintergrund des Merkmals berücksichtigt.
- Klassifikatorische Diagnostik dem Symptomkomplex einer Person wird eine Diagnose zugewiesen
- Unterscheidung zwischen funktionaler, ätiologischer und klassifikatorischer Diagnostik die einzelen Arten benennen
- Kategoriale Diagnostik Die Einteilung erfolgt, indem die Personen mit bestimmten Merkmalen den Klassen eines möglichst erschöpfenden, logischen und überlappungsfreien Diagnosesystems zugeordnet werden.
- Dimensionale Diagnostik es wird von kontinuierlichen Übergängen zwischen "gesund" und "gestört" ausgegangen. Die Einteilung in das Diagnosesystem erfolgt nach Schweregraden, so dass die Unterschiede zwischen den Klassen quantitativ, aber nicht qualitativ sind.
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- Kategoriale versus dimensionale Diagnostik Benenne die einzelnen Arten
- Indikation, Zuordnung von Beispielen die Indikation dient dazu, die optimale Zuordnung zwischen Pat., Therapeut und Methode zu erreichen: Selektiv-differenzielle Indikation Prozessual-adaptive Indikation
- selektiv-differenzielle Indikation diese Indikationsentscheidungen spielen v.a. bei der Planung einer Therapie eine Rolle. Ihr Ziel liegt in der Auswahl der geeignetsten aus den verfügbaren Interventionen (z.B. Expositionsverfahren bei Höhenangst oder Paartherapie bei Ehekonflikten). Dabei wird berücksichtigt, welche Verfahren, bei wem, für was, durch welchen Therapeuten, unter welchen Umständen geeignet sind. Gegebenenfalls verweist man den Pat. weiter.
- prozessual-adaptive Indikation das Ziel dieser Indikation ist die Optimierung des Therapieverlaufs. Die Indikationsentscheidungen werden an die Veränderung des Pat. angepasst (z.B. Medikamente bei Aktuphasen der Schizophrenie, die bei Besserung der Symptomatik druch stützende Therapie und Psychoedukation ergänzt werden).
- Aufgaben der AWMF die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) hat u.a. auch eine Reihe von wissenschaftlich begründeten Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Psychotherapeutischen Medizin und Psychosomatik festgelegt in der AWMF sind derzeit über 140 wissenschaftliche Fachgesellschaften aus allen Bereichen der Medizin zusammengeschlossen.
- Störungsspezifische Diagnostik und Behandlung im Rahmen eines Gesamtbehandlungsplans entsprechend vorhandener Leitlinien Leitlinien nach AWMFLeitlinien werden störungsspezifisch in einem 3-Stufen-Prozess (Expertegruppe, formale Konsensfindung und endgültige Leitlinie) erarbeitet und sollen bei der Entscheidung über angemessene Maßnahmen der Krankenversorgung unterstützen.Sie dienen zur Beantwortung der Fragen:- Was ist notwendig?- Was ist in Einzelfällen nützlich?- Was ist obsolet?- Was muss stationär und was kann ambulant behandelt werden?Leitlinien werden möglichst einfach und umfassend definiert.enthalten Angaben über Diagnostik, Indikation, Gegenindikation und Therapiedabei wird berücksichtigt, dass die einzelnen vorgeschlagenen Maßnahmen in einen Gesamtbehandlungsplan eingebettet werden.
- Therapieziele Ziele werden fall- und störungsspezifisch formuliert.Man unterscheidet Personen-, Reaktions-, Symptom- und Konsequenzziele bei der Zielformulierung müssen auch soziale und ethische Normen berücksichtigt werden Ausdifferenzierende Ziele liegen z.B. in- Reduktion der Symptomatik- Aufbau gesundheitsfördernder Kompetenzen- Strukturänderung der Persönlichkeit- Gewinnung von Einsicht- Adäquaterem Umgang mit Emotionen- Stärkung des Selbsthilfepotenzials
- Therapeutischer Auftrag Auftrag der Psychotherapie liegt in der Feststellung, Heilung oder Linderung vo Störungen mit Krankheitswert mithilfe wissenschaftlich anerkannter psychotherapeutischer Verfahren. Wie dieser Auftrag im Einzelfall umgesetzt wird, muss mit dem Pat. in der Diagnostikphase besprochen werden.
- Erfassung von subjektiven Krankheitstheorien kann im Gespräch oder über Fragebögen (z.B. Pat.theorienfragebogen PATEF) erfasst werden. Dabei müssen Inkonsistenz, Instabilität, Dynamik und prozessuraler Charakter der subjektiven Krankheitstheorie beachtet werden.
- Beurteilung von Therapieverlauf und -erfolg Zur Bestimmung können- Maße zu Beginn und am Ende der Therapie verglichen werden - Störungsspezifische Maße - Störungsübergreifende Maße - Maße zur Störungsfolgen - Maße für individuelle Ziele - retrospektive Befragungen durchgeführt werden (z.B. VEV Veränderungsfagebogen des Erlebens und Verhaltens) - Überlegungen über Kosteneffektivität und Kosten-Nutzen-Analysen angestellt werden Erfassung des Therapieerfolges sollte möglichst auf verschiedenen Datenquellen (z.B. Pat., Bezugsperson) und verschiedenen Methoden (z.B. Fragebogen, Beobachtung) beruhen. Die verschiedenen Erfolgsmaße korrelieren nur mäßig miteinander.
- Störungsspezifische Maße z.B. BDI-Werte [Beck-Depressions-Inventar] zur Veränderung der Depressivität
- Störungsübergreifende Maße z.B. SCL-90-R-Werte [Symptom-Checkliste] zur Veränderung der subjektiven Beeinträchtigung
- Maße zu Störungsfolgen z.B. Kontrollverlust, Selbstwert oder Krankenrolle
- Mape für individuelle Ziele z.B. goat attainment scaling GAS
- Prognose Psychotherapie wird von Kostenträgern nur genehmigt, wenn die Prognose einen ausreichenden Behandlungserfolg erwarten lässt. von einer guten Prognose wird z.B. bei hohem Leidensdruck, hoher Veränderungsbereitschaft, hoher Introspektionsfähigkeit, hoher Frustrationstoleranz, erhaltenden Ich-Grenzen, guten Ressourcen, fehlender Chronifizierung und präzisem Auftrag ausgegangen
- Therapiebeendigung Therapie ist dann beendet, wenn entweder das Therapieziel erreicht wurde oder als nicht erreichbar erkannt wird. Das Therapieende müssen Pat. und Therapeut zusamme klären. Zum Abschluss der Behandlung wird eine Evaluation durchgeführt.
- 3.2.2 Inhaltsbereiche von Symptomen auf der Symptomebene wird die Auffällgikeit beschrieben, aber nicht interpretiert.Bei psychischen Störungen gelten als wichtige Symptomkomplexe:- Affekte (z.B. Angst, Suizidalität)- Kognitionen (z.B. formale oder inhaltliche Denkstörung, unrealistische negative Gedanken)- (psycho-) motorisches Verhalten (z.B. Aggression, Verlangsamung)- somatische/ physiologische Symptome (z.B. Müdigkeit, Herzrasen)- Motivation/ Antrieb (z.B. Hyperaktivität, Hemmung)- äußere Erscheinung (z.B. gebeugte Haltung, Adipositas)- Sprache (z.B. Logorrhö, leises Sprechen)- Wahrnehmung (z.B. Illusionen)- soziales Verhalten (z.B. Rückzug, Unsicherheit)- Bewusstsein (z.B. Benommenheit, Schläfrigkeit)- Orientierung (z.B. zur Person, zur Zeit, zum Ort)- Konzentration und Gedächtnis (z.B. Zerfahrenheit, Vergesslichkeit)- Selbsterleben (z.B. Depersonalisation)Innere Symptome (z.B. Grübeln) werden vom Pat. berichtet, äußere Symptome (z.B. Verlangsamung) sind von außen beobachtbar.