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Agrarwissenschaften (Fach) / Nutztierwissenschaften 2 (Lektion)
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- 1) Was beeinflusst den Phänotyp? Genotyp + Umweltbedingungen (G+E)
- 2) Nenne die Grundsätze zur Durchführung von Leistungsprüfungen! - 1. Auswahl der Merkmale für die Leistungsprüfungen sollen nach züchterischen & wirtschaftlichen Gegebenheiten erfolgen - 2. Der für die Zuchtauslese gewählte Maßstab muss biologisch begründet sein - 3. Die LP’s sind so einzurichten, dass ihre Ergebnisse nach genetisch-statistischenMethoden ausgewertet werden können - 4. Die LP’s können sowohl in der züchterischen Praxis, als auch in Prüfungsanstaltendurchgeführt werden - 5. Die LP’s sind auf dem wirtschaftlich optimalen Zuchterfolg abzustellen - 6. Die Durchführung der LP’s kann sowohl privat als auch durch öffentlich rechtliche & staatliche Einrichtungen erfolgen - 7. Die Bestimmungen für die Durchführung von LP’s sollen möglichst anpassungsfähig sein
- 3) Nennen Sie die Ziele der Tierzucht - Tiere züchten, mit denen qualitativ hochwertige Nahrungsmittel effizient, ressourcenschonend & tiergerecht erzeugt werden können - Fortwährende Erzeugung von Nachkommen, die besser als die Tiere der Elterngeneration sind durch▪ Auswahl von Elterntieren, deren genetische Anlagen für wirtschaftlich bedeutende Merkmale überlegen sind ▪ Bevorzugten & breiten Einsatz dieser Tiere unter Nutzung biotechnischer Verfahren -> KB Rind: bis zu 100.000 Töchter je Bulle
- 4) Was gewährleistet Zuchtprogramme? - Sie gewähleisten, dass die vorhandenen genetischen Ressourcen effizient & nachhaltig eingesetzt werden
- 5) Wodurch zeichnet sich die Tierzucht früher & heute aus? - Früher: Produktionskostensenkung, Quantitätssteigerung - Heute: marktgerechte Produktion, Qualitätssteigerung, Image der Produktion -> Umweltbelastung->Tierschutz
- 6) Durch wen begann die moderne Tierzucht? Robert Bakewell
- 7) Wodurch zeichnet sich moderne Tierzucht aus? - Formulierung des eindeutigen Zuchtziels - Auswahl - Prüfung der ersten Nachkommen, bevor ein Vatertier weiter zur Zucht verwendet wurde - Einengung des Zuchtziels durch Inzucht
- 8) Definiere Rasse! Unter einer Rasse versteht man eine Gruppe von Haustieren, die aufgrund ihrer▪ Gemeinsamen Zuchtgeschichte ▪ Ihres Aussehens ▪ Bestimmter physiologischer Merkmale ▪ Leistung ....einander weitgehend gleichen!
- 9) Wie können Rinderrassen entsprechend ihrer Nutzungseinrichtung eingeteilt werden? - Einrichtungsrind auf Milchleistung selektiert: ▪ Milchmenge: Holstein – Fresian ▪ Fettgehalt: Jersey - Zweinutzungsrind▪ Fleisch-Milch-Rassen: Weiß-blau- Belgier ▪ Milch-Fleisch-Rassen: Fleckvieh, Pingauer, Rotbunte - Einnutzungsrind auf Fleischleistung▪ Mastrassen: Beef Shorthorn , Angus ▪ Fleischrassen: Charolais, Limousin
- 10) Nenne Schweinerassen & deren Besonderheiten! - Deutsche Landrasse (DLS): große Mastleistung, als Mutterrasse reinerbig, stressstabil gutes Fleisch - Deutsches Edelschwein (DE): mittlerer Muskelfleischanteil & hohe Mastleistung - Piétrainschwein (Pi): sehr hohe Fleischleistung, sehr stressstabil - Hampshire (Ha) & Duroc (Du) : mittlerer Muskelfleischanlage, Gut für die Mast
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- 11) Krezungszuchtverfahren: Was sind Gebrauchskreuzungen? Diskontinuierliche Gebrauchskreuzungen ▪ Kreuzungen aus 2 oder mehr Populationen ▪ Produkt der letzten Kreuzung stellt Endprodukt dar ▪ Kombination guter Leistungseigenschaften der Elternpopulationen ▪ Nutzung der Heterosis (Mastferkel sind robuster, weniger Abgänge während der Mast)
- 12) Nenne Vor- & Nachteile der Gebrauchskreuzungen! - Vorteile: großer (aber einmaliger) Zuchtfortschritt bei den Nachkommen - Nachteile: großer Aufwand für die Organisation & Sicherstellung der organisatorischen Abläufe
- 13) Nenne Kreuzungen in offenen Populationen! - Veredlungskreuzung - Kombinationskreuzung (synthetische Rassen) - Verdrängungskreuzungen
- 14) Was ist der Gesamtzuchtwert (RZG) ? - Auf das Zuchtziel ausgerichtet - Berücksichtigt alle wirtschaftlichen wichtigen Merkmale - Berücksichtigt die genetischen Beziehungen der Merkmale - Ausgerichtet auf die Maximierung des wirtschaftlichen Gesamtnutzens - Ausgerichtet auf die zukünftigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen
- 15) Definiere Population! - Populationen: bestehen aus Individuen, deren Zusammengehörigkeit in der Möglichkeit der Paarung besteht (Paarungsgemeinschaft). -> In der Praxis wird heute von Sorte, Rasse, Zuchtlinie gesprochen
- 16) Definiere Genpool! - Genpool: Gesamtheit der Erbanlagen aller Individuen einer Population
- 17) Definiere Genotyp! - Genotyp: um die genetische Zusammensetzung einer Gruppe von Individuen zu beschreiben, braucht man ihren Genotyp & deren Anzahl in der Gruppe
- 18) Definiere Genfrequenz! - Genfrequenz: relativer Anteil eines Gens (Allels) in der Population
- 19) Definiere Genotypfrequenz! - Genotypfrequenz: relativer Anteil einzelner Genotypen (AiAj) in der Population
- 20) Was sind quantitative (polygene) Merkmale? - Quantitativ oder metrisch sind Merkmale, die von vielen Genorten beeinflusst werden - Dazu gehören alle wichtigen Leistungseigenschaften in der Tier- und Pflanzenproduktion - Metrische Merkmale zeigen eine kontinuierliche & phänotypische Verteilung in der Population, weil die genetischen Effekte der vielen Einzelgene auf den quantitativen Phänotyp klein sind & zusätzlich durch kontinuierliche Umwelteffekte überdeckt werden
- 21) Nenne ein Beispiel für quantitative Merkmale! - 8 Loci mit 2 Allelen beeinflussen -> Anzahl der Gameten: 28 = 256 Gameten -> Anzahl der Genotypen: 38 = 6561 Genotypen
- 22) Was lässt sich zur Leistungsprüfung allgemein sagen? - Ziel ist die Ermittlung des Zuchtwertes - Am Ende der LP erfolgt die Zuchtwertschätzung - Allgemeiner Zuchtwert: nur additive Effekte- Spezieller Zuchtwert: Abweichungen von additiven Effekt der Gene - Indexzuchtwert: bei der Schätzung auf mehrere Leistungen - Bei allen wirtschaftlich wichtigen Nutztieren
- 23) Was wird bei der Leistungsprüfung geprüft? - Geprüft wird das Tier selbst - Oder: bei geschlechtsgebundenen Merkmalen verwandte Tiere -> Eigenleistung-> Geschwister, Nachkommen, Eltern -> Halbgeschwister
- 24) Nenne Beispiele für geschlechtsgebundene Merkmale! - Milchleistungsprüfung eines Bullens: Erfassung seiner Leistung über die Töchter - Fruchtbarkeit beim Zuchteber: Zuchtleistungsprüfung der Mutter -> Schwein: Zucht- & Fleischleistung Zuchtleistungsprüfung im Züchterstall: Bei allen Zuchtsauen▪ 1. Anzahl geborener Ferkel ▪ 2. Anzahl aufgezogener Ferkel ▪ 3. Ferkelgewichte
- 26) Woraus setzt sich die Fleischleistung vom Schwein zusammen? - Mastleistung → Zunahme - Schlachtkörperqualität → Fleischanteil → Fleischqualität
- 27) Was ist das Ziel einer Fleischleistungsprüfung? - Ziel ist die Selektion des Jungebers für die Zucht (Besamungsstationen)
- 28) Welche dazugehörigen Prüfungen gibt es noch? - A) Eigenleistungsprüfung (ELP)▪ 1. Im Feld (Betrieb) ▪ Auf der Prüfstation - B) Geschwisterprüfung auf Station
- 29) Beschreibe die ELP von Jungebern / Jungsauen im Feld (Betrieb) - Ort: Zuchtbetrieb - Zeitpunkt: Kurz vor der Zuchtbewertung - Merkmale:▪ Lebenstagszunahme = (Gewicht am Wägetag)/ (Anzahl der Lebenstage) ▪ Äußere Erscheinung ( 1 – 9 Punkte) unter Berücksichtigung der Rasse / des Alters ▪ Ultraschall Rückenspeckdicke an 3 Messstellen
- 30) Welche Vor- und Nachteile gibt die ELP im Feld? - Vorteile:große Anzahl geprüfter Tiere Prüfumwelt = Produktionsumwelt (keine genotypische Umweltinteraktion) kurzes Generationsintervall geringe Kosten - Nachteile:starke Umweltabhängigkeitschwierige Umweltkontrolle Geringe durchschnittliche Bestandsgröße Innerbetrieblicher EbereinsatzGeringe Erblichkeit
- 31) Beschreibe die ELP von Jungebern / Jungsauen auf Station - Aufstallung in einer Prüfstation:▪ Vergleichbare Umweltbedingungen, Prüfstation als neutraler Prüfort - Prüfabschnitt: 30 kg -> Gewichts- und zeitabhängigHaltung: Gruppenhaltung Fütterung: ad libitum ALZ (= Ausschuss für Leistungsprüfungen & Zuchtwertfeststellung beim Schwein) Gruppe mindestens 10 Tiere der selben Herkunft (Gewicht, Geschlecht,...) Prüfungsabschnitt; Beginn bei 30 kg – letzter Wiegetag: ->Gewichts- oder zeitabhängig, bei Eberschlachtung: Schlachtendgewicht: 85 kg Merkmale: tägliche Zunahme & Futterverwertung im Prüfungsabschnitt,Ultraschall Rückenspeckdicke
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- 32) Nenne Vor- & Nachteile der ELP auf Station - Vorteile: standardisierte Umwelt zuverlässige Erfassung von - täglicher Zunahme: h2 = 0,4 – 0,5 - Futterverwertung: h2 = 0,3 – 0,5 standardisierte Erfassung der Konstitution -> Hoher Selektionserfolg ist zu erwarten - Nachteile: hohe Mastintensität (> 1000 g/Tag) nachteilige Wirkung auf : Fundament & Fruchtbarkeit höhere Verluste: 50 – 60 % Zuchttauglichkeit geringer Verkaufspreis der Eber hoher Anteil der Eber wird in die Ferkelerzeugung & nicht in die Herdenzuchtbetriebe verkauft -> Geringe züchterische Bedeutung
- 33) Was ist die sogenannte „Geschwisterprüfung“? - Prüfgruppe: zwei weibliche Tiere Piétrain oder Kastrate - Prüfungsabschnitt: 30 – 105 kg; Berechnung der Mastleistung - Ziel: Schlachtendgewicht, warm 85 kg - Fütterung: ad libitum mit pelletierten Futter -> Standartmastfutter (16 % Rohprotein) - Haltung: Gruppen- oder Einzelhaltung, Temperatur 16 – 22 °C, relative Luftfeuchte 60 – 70 %
- 33) Was ist die sogenannte „Geschwisterprüfung“? - Prüfgruppe: zwei weibliche Tiere Piétrain oder Kastrate - Prüfungsabschnitt: 30 – 105 kg; Berechnung der Mastleistung - Ziel: Schlachtendgewicht, warm 85 kg - Fütterung: ad libitum mit pelletierten Futter -> Standartmastfutter (16 % Rohprotein) - Haltung: Gruppen- oder Einzelhaltung, Temperatur 16 – 22 °C, relative Luftfeuchte 60 – 70 % - Erfasste Merkmale: tägliche Zunahme, Futterverwertung, Alter bei Mastende, Mastendgewicht, Ausschlachtung (in %) , Rückenspeckdicke(Widerrist, Mitte, Lende), Fleischfläche, Fettfläche, Seitenspeckdicke
- 34) Erläutere die Ziele der Milchleistungsprüfung beim Rind! - Verbesserung der Betriebskontrolle (Managementhilfe) - Individuelle quantitative Erfassung der qualitätsbestimenden Inhaltsstoffe - Fütterung (Wiederkäuergerecht, umweltschonend, wirtschaftlich) - Gruppenbildung & leistungsgerechte Fütterung - Erkennen, Ausschöpfen der genetischen Leistungsvermögens - Selektion auf Leistung, Fruchtbarkeit, Langlebigkeit, Eutergesundheit - Verbesserung von Milchqualität & Hygiene (Verbraucherschutz) - Erhaltung & Förderung der Tiergesundheit
- 35) Was versteht man unter der Steigerung des Zuchtfortschritts? - Leistungsfähigkeit der Gesamtpopulation - Grundlage der Zuchtwertschätzung & Selektion - Erfassung systematischer Umwelteffekte - Objektivität der Leistungserfassung
- 36) Was lässt sich zu Markttransparenz & agrarstatischen Daten sagen? - Grundlage Strukturverbesserungsmaßnahmen - Grundlage der Abschätzung der Wirtschaftlichkeit der tierischen Erzeugung - Bessere Vermarktung von Zucht- und Nutztieren durch Leistungsnachweis
- 37) Was wird als mittelbares Ziel betrachtet? - Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit - Exportsteigerung in den letzten Jahren - Zuständigkeit für die Durchführung der MLP - Landeskontrollverband, Milchprüfring - MLP – Organisation muss unabhängig sein - Milchinhaltsstoffbestimmung & Datenauswertung kann durch andere Organisation, Rechenstelle erfolgen
- 38) Wozu Zuchtwertschätzung (ZWS) ? - Züchten: Population gezielt verändern ( → abhängig vom Zuchtziel) - Zuchtwertschätzung hilft, genetische & Umwelteffekte zu trennen → für Zucht nur genetische Effekte interessant - Zuchtwertschöpfung ist ein Merkmal der Züchtung -> Je besser die Trennung von Genetik & Umwelt funktioniert, umso größer derZuchtfortschritt!
- 39) Nenne die Ziele der ZWS! - P=G+U → P: messbare Komponente → G: erbliche Komponente → U: umweltbedingte Komponente - Ziel: Trennung zwischen angeborener bzw. vereinbarer Leistungsfähigkeit & umweltbedingter Leistung
- 40) Wie kann der Zuchtwert geschätzt werden? - Der Zuchtwert eines Individuums kann anhand seiner Eigenleistung oder des Mittels seiner Nachkommen aus zufälliger Anpaarung in der Population geschätzt werden
- 41) Was berücksichtigt die ZWS? - Genetische Faktoren → h2 genetische Korrelation, etc. - Ökonomische Faktoren → je nach Rasse & Zuchtziel - Mittelwert = 100; 1. Standardabweichung = 20
- 42) Was ist BLUP? - Tiermodellzucht-Wertschätzung beim Schwein → Verknüpfung der Daten aus Herdenbuch & LP - Merkmale: jeweils Tierzuchtwerte, Tageszunahme, Futterverwertung, Fleischanteil, LF in Kotelett
- 43) Nenne ein statistisches Modell! - Pi=μ+gi +ei (Pi=Piétrain) → μ : Populationsmittel gi : Effekt des i-ten Genotyps ei : für die auf diesen Genotyp eiwirkende Umwelteffekte
- 44) Welche Faktoren beeinflussen die Milchleistung? - Genetische Veranlagung (Rasse, Genotyp) - Zufällige Umweltfaktoren (subklinische Erkrankungen, individuell bevorzugteBehandlung) - Systematische Umweltfaktoren (Betrieb, Laktationsnummer, Kalberate, Kalbesaison,jährliche Zwischenkalbezeit, Laktationsdauer, Melkhäufigkeit)
- 45) Was versteht man unter Selektion? - Unter Selektion versteht man die Auswahl von Individuen oder Familien aufgrund bestimmter Eigenschaften
- 46) Was ist das Ziel der quantitativen Genetik? - Ziel ist es, die besten Tiere zu selektieren & auf diesen Zuchtfortschritte zu erzielen
- 47) Was versteht man unter Selektionsdifferenz (S) ? - Unter Selektionsdifferenz (S) versteht man die mittlere Leistungsüberlegenheit der selektierten Eltern gegenüber dem Mittel der gesamten Elternpopulation
- 48) Was versteht man unter Selektionserfolg (R) ? - Unter Selektionserfolg versteht man die durch die Selektion hervorgerufene mittlere Leistungssteigerung
- 49) Was ist die Heritabilität? - Erblichkeitsgrad - Anteil der additiv genetischschen Varianz an der phänotypischen Varianz - Wichtigster Populationsparameter in der quantitativen Genetik - h2=Vg /Vp - gibt an die wie stark ein Merkmal von der Genetik und der Umwelt beeinflusst wird - Maß der Stärke der Beziehung zwischen Phänotyp & Genotyp (Zuchtwert) - Prognose von Zuchtfortschritt - Relative Bedeutung von Eigenleistung & Verwandschaftsinformation zur Schätzungdes Genotyps- Populationsspezifisch - Körpermaße: 0,3 – 0,8 - Fruchtbarkeit < 0,1
- 50) Nennen Sie Zuchtziele beim Pferd - 1. Sportpferd → Reiteignung, Springveranlagung - 2. Exterieur - 3. Gesundheit