Allgemeine Psychologie 1 (Fach) / VL 12 (Lektion)

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klassisches Konditionieren

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  • Lernen = Verhaltensänderung „Ein Prozess, der als Ergebnis von Erfahrungen relativ langfristige Änderungen im Verhaltenspotential erzeugt.“  – Ergebnis von Erfahrungen -> also nicht aufgrund von Reifung / Entwicklung (z.B. Greifprozess also biologische Reifung) – relativ langfristige Änderungen -> also nicht kurzfristige, z.B. aufgrund von Ermüdung – im Verhaltenspotential -> müssen also nicht gleich manifest werden (z.B. Wissen aus dem Erstehilfekurs bei Anwendung)
  • klassisches Konditionieren US (z.B. Futter)         ->    UR (z.B. Speichelfluss) Unbedingter Reflex US (z.B. Futter) + CS (z.B. Glocke ‚neutraler Reiz‘)   ---->    UR (z.B. Speichelfluss) Konditionierung CS (z.B. Glocke)         --->     CR (z.B. Speichelfluss) Test
  • Klassische Konditionierung Pavlov 2 Messmethoden der Ergebnisse (a) CR tritt immer früher auf (schliesslich vor US) (Latenz gemessen [s]) (b) CR tritt auch in Abwesenheit von US auf (Reaktionsstärke (magnitude) gemessen [ml Speichel] oder Reaktionswahrscheinlichkeit)
  • Verstärkung/Erwerb kklassische Konditionierung Je öfter US und CS gepaart, desto stärker CR
  • Spontanerholung klassisches Konditionieren CS allein‘ am nächsten Tag CR tritt nach Löschung wieder auf  (nur gehemmt? Hemmung verfällt schneller als die ursprüngliche Assoziation.)
  • Löschung Unverstärkte trials: CS allein Reaktion verschwindet jedoch: Spontanerholung
  • Geschmacksaversionen Garcia, Ervin & Koelling (1966) – Ratten trinken sacharingesüßtes Wasser – 5-22 min später übelkeitsauslösendes Mittel gespritzt -> Geschmacksaversion oftmals schon in 1 trial gelernt (1-trial learning) -> sehr viel längere Zeitintervalle zwischen CS und US/UR möglich
  • Preparedness biologisch vorbereitetes Lernen Seligman (1970): bestimmte Kombinationen biologisch vorbereitet, z.B. – Geschmack – Übelkeit – Licht/Ton – Elektroschock
  • Äquipotenzannahme Alle CS (neutrale Reize) und US gleich gut miteinander assoziierbar wurde in den 70ern widerlegt
  • Pavlov Reizsubstitution Durch wiederholte Präsentation wird der CS zum Ersatz für den US. Aber: Was wird gelernt?
  • Rescorla-Wagner-Modell – Klass. Kond. beruht auf Assoziationen zwischen mentalen Repräsentationen von CS und US. – Stärke der CS – US Assoziation sagt die Fähigkeit des CS voraus, die US-Repräsentation zu aktivieren und damit die CR auszulösen. – Diese ist quantitativ vorhersagbar und ändert sich mit jedem Lerndurchgang
  • Eigenschaften des Riscorla-Wagner-Modells – Assoziative Stärke wächst an bis zu einem Maximum. – Zuwachs ist nicht linear, sondern folgt einer Sättigungskurve. – Die Differenz (λ1 – Vn) ist als Grad der „Überraschung“ durch den US interpretierbar (oder der Grad an ‚Information‘, der im CS=Glockenton steckt). -> Diese Differenz ist anfangs groß, später geringer – Lernrate α kann variieren (Glockenton- vs. Geschmacksaversion; Eigenschaft des CS) – Intensität des US (β) hat ebenfalls einen Einfluss
  • Was kann das Rescorlar-Wagner-Modell vorhersagen? – Form der Akquisitionskurve (Lernkurve) oder Löschungskurve (λ1=0) – Lernen mit mehreren CS – Blockierung (blocking) – Überschattung (overshadowing) – Konditionierte Hemmung (conditioned inhibition)
  • klassisch konditionierte Alltagsphänomene – Angst/Schmerz auf Hören des Zahnarztbohrers – Übelkeit bei Anblick von nicht durchgebratenen Spiegeleiern – Positive Konditionierung von Emotionen in der Lifestyle-Werbung
  • Entstehung von Phobien – Watson & Rayner (1921) ‚Kleiner Albert‘ – Flugangst, Aufzugangst, Spinnenphobie (aufgrund realer und durch Vorstellungen ausgelöster physiologischer Reaktionen) F: Wie könnte man – aufgrund des Gelernten – Phobien behandeln?
  • Verhaltenstherapie von Phobien und konditionierten Angststörungen – Löschung (flooding, controlled exposure) – Gegenkonditionierung (counterconditioning, systematische Desensibilisierung) – Angsthierarchie – Entspannungstraining – Abarbeiten der hierarchisierten Situationen in der Vorstellung
  • Zusammenfassung • Klassisches Konditionieren = Lernen von Assoziationen • Grundphänomene: Erwerb, Löschung, Spontanerholung, Generalisierung, Diskriminationslernen • „Preparedness“ führt dazu, dass bestimmte (biologisch wichtigere) Assoziationen leichter gelernt werden als andere • Mechanismus des klass. Kondition.: S-S eher als S-R-Assoziation • Zeitliche Kontiguität nicht so wichtig wie Kontingenz • Quantitative Beschreibung/Vorhersage vieler Phänomene durch das Rescorla-Wagner-Modell (1972) möglich (v.a. Effekte mehrerer CS) • Klinische Anwendung in (basalen Methoden) der Verhaltenstherapie (Behandlung von Phobien durch Systematische Desensibilisierung)
  • Generalisierung VP lernen die Reaktion auf ähnliche Objekte zu übertragen z.B little Albert...reagierte nicht nur auf Raten, sondern auch auf teddybären usw
  • Diskriminationslernen VP diskriminiert Objekt auf gelernten Reiz, so dass es nur auf spezifischen Reiz reagiert
  • S-R-Lernen – Assoziation zwischen CS und Reaktion wird gebildet durch CS (Glocke) wird an US (Futter) gedacht und der CR wird ausgelöst
  • S-S-Lernen CS (Glocke) ersetzt US (futter) und löst allein die Reaktion aus Reizsubstitution (CS wird zum Ersatz für US)