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Politische Soziologie (Fach) / Politische Soziologie (Lektion)

Pimbusch

Diese Lektion wurde von LauraKraemling erstellt.

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  • Beschreibe kurz das Beispiel eines Staates der Dritten Welt (Nigeria) „Scharfe Gegensätze sind in einem Land wie Nigeria nichts Ungewöhnliches – doch die Kontraste zwischen den Jubel- und Schreckensmeldungen der vergangenen Tage deuten darauf, dass etwas tief im Inneren des Systems faul ist. Ja, das Land verzeichnet … seit Jahren ein starkes Wirtschaftswachstum mit Zahlen, von denen Europa kaum mehr zu träumen wagt. Doch dieses Wachstum speist sich noch immer, wie in anderen afrikanischen Ländern, hauptsächlich aus dem Export von Rohstoffen, im Falle Nigerias von Erdöl. Davon profitiert nach wie vor hauptsächlich eine korrupte Elite, die Mehrheit der Menschen bleibt arm. Wer diese Mechanismen in Frage stellt, wird aus dem Weg geräumt. … In Nigeria ist es besonders der muslimisch geprägte Norden, der vom Rohstoffboom nichts hat. Dieses ständige Gefühl der Demütigung durch einen fernen und korrupten Staat, verbunden mit absoluter Perspektivlosigkeit, treibt reihenweise junge Männer … auf Boote in Richtung der Mittelmeer-insel Lampedusa – oder in die Arme von Killertruppen wie Boko Haram… Der Staat reagiert seinerseits mit oft maßloser Gewalt, auch gegen Zivilisten, und treibt die Spirale der Radikalisierung so noch rasanter voran.“ (SZ 17/18.4.2014)
  • Beschreibe ein Beispiel für einen Staat in der Dritten Welt (Myanmar) „2008 lösten (die Generäle) ihre Militärdiktatur durch eine ‚dis-cipline-flourishing democracy‘ ab, eine Staatsform, deren genaue Verfasstheit auch heute noch so obskur ist wie ihr Name … Man sieht auch nicht die Bodenschätze, an denen das Land so reich ist wie kaum ein anderes. Man sieht nur die Armut. Außerhalb der Viermillionenstadt Yangon sind Strom und fließendes Wasser Luxus. Ein Prozent der Menschen haben Zugang zum Internet. Nicht einmal über den Namen des Landes herrscht Einigkeit … Es ist ein Land wie ein Vexierbild … Zensur, die nach 60 Jahren britischer Kolonialherrschaft und 50 Jahren Militärdiktatur weitgehend überflüssig ist. So tief stecken die Sprech- und Denkverbote den Menschen in den Knochen … Myanmar, so meint sie trocken, sei kein Staat im üblichen Sinne, eher eine Staatssimulation, in der durch Unterdrückung das erreicht werde, was anderswo Gesetze schaffen. ‘Wir haben kein wirkliches Rechtswesen, kein Steuersystem, niemand zahlt Einkommenssteuer.‘ Und wer keine Steuern zahlt, ist auch niemand. Der Staat, der von den Boden-schätzen üppig lebte, brauchte seine Bürger nicht.“ (SZ 13.3.2014)
  • Das Resümee zu dem Niedergang bzw. Aufstieg des Staates! Staat als Herrschaftsform und Herrschaftsinstrument par excellence Sehr unterschiedliche Ausformungen von Staatlichkeit Funktionen und Aufgaben des Staates variieren mit historischen Konstitutions- und Entwicklungsbedingungen Demokratisierung des Staates als Ausnahme, deren Gelingen an Sonderbedingungen geknüpft ist Gleichwohl: Weltgesellschaft als Staatengesellschaft „Starke Staaten“ / „schwache Staaten“ und die Rolle und Bedeutung der Zivilgesellschaft
  • Was findet Imbusch an der Elitenthematik so Wundersam? Elitenthematik gegenwärtig wieder höchst aktuell Seltsame Diskrepanz zwischen Ablehnung von Eliten und Sehnsucht nach Eliten Eliten und Demokratie begriffslogisch ein Gegensatz Neues Interesse begründet sich durch Gesellschaftliche Umbruchprozesse Wandel des dominanten Entwicklungsmodells Versagen traditioneller Eliten Sehnsucht nach neuen Eliten Gesellschaftliche Machtgruppen sind eine erstaunlich wenig untersuchte Gruppierung
  • Welche Fragen hat man an Eliten? Wer und was ist das, eine Elite? Was zeichnet Eliten aus, warum verdienen sie diesen Namen überhaupt? Was ist die richtige Denomination? Eliten – Herrschende Klassen – Oberschichten – Führungsgruppen? Wer bestimmt eigentlich, wer zur Elite gehört? Bedeutender historischer Wandel in Bezug auf die Begrifflichkeit Der Elitenbegriff ist ein ambiguitärer Begriff Dilemmata des Begriffs und Alternativen
  • Grundlegendes über Eliten... Kein Konsens über die richtige Bezeichnung der höchsten Ränge der Gesellschaft Häufig werden normative und ideologische Definitionen miteinander vermischt Zuschreibungen an die Eliten und reale Leistungen der Eliten werden beizeiten verwechselt Eliten lassen sich gleichwohl anhand einer Reihe von Merkmalen typologisch ordnen
  • Untergliederung der Eliten typischerweise nach... gesellschaftlichen Teilbereichen oder gesellschaftlichen Subsystemen gesellschaftlichen Positionen oder Funktionen Leistung, Bildung, Geburtsstatus oder Werten Verfügung über Macht und Einfluss Mix unterschiedlicher Aspekte
  • Die Begriffsgeschichte der Eliten Ursprung des Wortes: eligere, elire (auswählen, im folgenden auch auserwählt sein), Berufung der Besten und Geeignetesten in Ämter Phänomen der Eliten geht dem Begriff von Eliten voraus Elitebegriff tritt erstmalig in der Aufklärungs- und Revolutionszeit im Frankreich des 17. Jahrhunderts auf Aus kritischem Begriff wird im 19. Jahrhundert mit der Massengesellschaft ein Ab- und Ausgrenzungsbegriff Klassische Elitetheorien von Mosca, Pareto und Michels betonen die Notwendigkeit und Natürlichkeit von Eliten und liefern Legitimationen für die Elitenherrschaft Indienstnahme des Elitenbegriffs durch die Nationalsozialisten mit der langfristigen Folge der Diskreditierung von Eliten (in D) In den 1950er und 1960er Jahren erneutes Anknüpfen am Eliten-begriff mittels des Begriffs der Wert- und Funktionseliten In den 1960er und 1970er Jahren Infragestellung traditioneller Kategorien und Wandel hin zu klassentheoretischen Termini Seit den späten 1980er Jahren Relegitimierungen von „Eliten“
  • Was sind die Folgen der Elitengeschichte? Positive Zuschreibungen und Erwartungen an Eliten nehmen stark zu Herauslösung des Elitenbegriffs aus seiner unauflösbaren Dichotomie zur Masse Ansatzweise Entnormativierung des Elitenbegriffs Versöhnung von Eliten und Demokratie Elite wird zum „Allerweltsbegriff“ Diskreditierung anderer Verständnisse der Mächtigen in einer Gesellschaft Nicht-Reden-Wollen über Herrschaft De-Thematisierung und Unsichtbarmachen der Eliten in weiten Bereichen der Soziologie
  • Ländertypische Aspekte der Eliten in Deutschland: (Präfix-)Eliten Führungsgruppen Oberschichten
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  • Ländertypische Aspekte der Eliten in Frankreich: Elites Classe dominante Bourgeoisie
  • Ländertypische Aspekte der Eliten in den USA/Großbritannien: Ruling Class Power Elite Upper Classes Dominant Class
  • Wer denkt wie? Kritische Argumente zu Eliten! C. Wright Mills: Eliten als mächtige Gruppen, die untereinander verbunden sind und interagieren > Konzept der „power elite“ Robert Dahl: Tendenz zur Oligarchisierung von Machtstrukturen in politischen Systemen aller Art feststellbar Robert Putnam: Gesetz der zunehmenden Disproportionalität Michael Hartmann: Eliten sind aufgrund von Abschottung und Selbstrekrutierung ein Problem Pierre Bourdieu: Eliten reproduzieren ihre Macht dank der besseren Kapitalausstattung und verstetigen soziale Ungleichheit Ursula Hoffmann-Lange: Eliten als kleine, gut vernetzte soziale Gruppen mit überdimensionalen Einfluss und bedeutenden Machtpotenzialen
  • Empirische Elitenfortschung: Deskriptive Tradition: Grundannahmen Deutsche Elitestudien (Mannheimer und Potsdamer Elitestudie) Heterogene und differenzierte Führungsgruppen oder pluralistische Eliten Partiell Mächtige, aber keine Herrschenden Historische Tradition: Mosca, Pareto, Michels, pluralistische Theorien Gesellschaftbild: Offene Gesellschaft mit hoher sozialer Mobilität und schichtmäßiger Durchlässigkeit (hohe Elitenzirkulation) Eliten kompatibel mit Demokratie (Demokratie als Elitenherrschaft) Macht- und Herrschaftspotenziale sind gerecht in der Gesellschaft verteilt, da sie auf Leistung beruhen
  • Empirische Elitenfortschung: Kritische Tradition: Grundannahmen Klassentheoretisch angeleitete Untersuchungen (Mills, IMSF, PKA, Bourdieu, Hartmann) Herrschende Klassen als dominante Gruppen in der Gesellschaft Herrschende Gruppen, deren Macht strukturell determiniert ist Historische Tradition: Marx/Engels, Neomarxismus Gesellschaftsbild: Klassengesellschaft mit eingeschränkter sozialer Mobilität und klassenspezifischer Undurchlässigkeit (hohe Selbstreproduktion von Eliten) Herrschende Klassen als Problem für die Demokratie Macht- und Herrschaftspotenziale aufgrund sozioökonomischer Vorrechte höchst ungleich verteilt
  • Deskriptive Traditon der Elitenforschung: Identifizierung von Eliten, Methode und Problematik! Identifizierung von Eliten als einer distinkten Gruppe stellt ein beträchtliches Problem dar Methodisch möglich z.B. über Positions- und Funktionsmethode, Reputationsmethode, Entscheidungsmethode Problematik: Vermischung von Sein- und Sollensaussagen; Methodik präformiert Resul-tate; Ergebnis pluralistisches Elitengefüge
  • Kritische Traditon der Elitenforschung: Identifizierung von Eliten, Methode und Problematik! Identifizierung von herrschen-den Klassen stellt ein geringes Problem dar Methodisch möglich z.B. über Strukturalistische Methode, Netzwerkanalyse, Cleavage Approach Problematik: Nachweis, dass herrschende Klassen wirklich herrschen; „Charaktermasken“-Problematik; Ergebnis nicht-pluralistisches Klassengefüge
  • Schaue dir nochmal das Schaubild zum normativen Prozess der Elitenherrschaft an! Von Art und Typus der Elite, über Werte, Normen, Einstellungen, die durch ihre Mittel und Interessen Bedingt werden zum Nachhaltigen Wandel und den Gesellschaftlichen Akteueren und Strukturen sowie dem internationalen Kontext als Handlungsrestrektionen
  • Ein Ausblick auf die Elitenthematik: Kein Konsens über Begriff und Inhalte des Terminus Eliten Common Sense sieht Eliten als leistungsorientierte Funktionseliten, die ihre Qualifikationen und Fähigkeiten zum Wohl der Gesellschaft einsetzen Solche Charakterisierungen von Eliten sind jedoch Schönwetterbeschreibungen, die mit der Realität nur schwer in Übereinstimmung zu bringen sind, und tendenziell eurozentrisch Widersprüchliche Selbst- und Fremdzuschreibungen zwingen zu differenzierter Betrachtung der Eliten Gegenüber der Frage, ob wir Eliten brauchen, muss zunächst das Faktum betont werden, dass wir Eliten (in der ein oder anderen Form) haben Gegenüber einem weitverbreiteten Wunschdenken in Bezug auf die Eliten, sollte die empirische Analyse von Eliten in den Vordergrund rücken Ansonsten verkommt der Begriff der Eliten zu einer „catch all-Kategorie“, deren sozialwissenschaftliche Semantik inhaltsleer wird
  • Was bedeutet die Thematik Desintegration/Integration? Die Thematik und die Gegenwart! Desintegrationsprozesse sind auch in modernen Gesellschaften ein Thema Angesichts ambivalenter Entwicklungsprozesse ist die Integrationsfrage zunehmend von Bedeutung Krisenanfälligkeit der Vergesellschaftungsmuster steigt Traditionelle Integrationsmechanismen moderner Gesellschaften geraten zunehmend unter Druck Untersuchung gesellschaftlicher Integrations- und Desintegrationsprozesse wichtig für die Identifizierung von Integrationspotenzialen Desintegrationserscheinungen werden unter den gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklungstendenzen und Machtverschiebungen zunehmen
  • Was bedeutet die Thematik Desintegration/Integration? Die Thematik und die Moderne Gesellschaft! Integration und Desintegration sind graduelle Konzepte Moderne Gesellschaften haben einen hohen Integrationsbedarf Moderne Gesellschaften verfügen über vielfältige Integrationsmechanismen Keine Garantien für eine gelingende Integration Grundlegende soziologische Fragen: Wie ist Gesellschaft möglich? Was hält eine Gesellschaft zusammen? Was treibt eine Gesellschaft auseinander?
  • Welche Probleme entstehen durch Modernisierungsprozesse im Bezug auf Desintegration der Gesellschaft? Modernisierungsprozesse führen zur Auflösung herkömmlicher Vergemeinschaftungsformen Modernisierungsprozesse fördern Rationalisierung und gesellschaftliche Differenzierung Modernisierungsprozesse fördern Globalisierung Aufgrund dieser Entwicklungsprozesse ist die ökonomische Integration gefährdet ist die politische Integration gefährdet ist die kulturelle Integration gefährdet Folgen: „Kolonialisierung der Lebenswelt“, Durchsetzung des „flexiblen Menschen“, Entstehung von „Überflüssigen“
  • Was ist Integration? System- und Sozialintegration, soziale Inklusion Starker sozialer Zusammenhalt der Bürger Vergemeinschaftungsmuster über soziales Kapitel Kohäsion eines Gemeinwesens über geteilte Werte und Normen Kohärenz einer sozialen Ordnung Starker Bezug auf den Nationalstaat bzw. seine Verfassung Symbolische Integration „Imagined Communities“
  • Definiere Integration: „Integration ist das – bestimmten Kriterien genügende – Zusammenspiel systemspezifischer Steuerungsmechanismen und Modi der Sozialintegration im Rahmen eines ineinander verschachtelten Gefüges von Gesellschaften, das von der lokalen Ebene bis hin zur Weltgesellschaft reicht.” (Imbusch/Heitmeyer 2008: 12)
  • Was ist Desintegration? Desorganisation und Unordnung Anomie und Zerfall einer sozialen Ordnung Soziale Fragmentierung und Exklusion Auflösung von sozialen Bindungen Missachtungserfahrungen und soziale Deprivation Sinnverluste, Orientierungslosigkeit Identitätsverluste, Entfremdungen Starke sozio-ökonomische Polarisierungstendenzen und damit einhergehende unterschiedliche Teilhabechancen
  • Definiere Desintegration! „Desintegration soll hier … verstanden werden als ein auf unterschiedlichen Ebenen angesiedeltes Phänomen, dass die nicht eingelösten Leistungen von gesellschaftlichen Institutionen und Gemeinschaften anzeigt, in einer Gesellschaft existentielle Grundlagen des Zusammenlebens, gegenseitige soziale Anerkennung und die persönliche Unversehrtheit der Gesellschaftsmitglieder zu sichern. Grundsätzlich gilt dabei, dass mit dem Grad der Desintegrationserfahrungen und der Desintegrationsängste das Ausmaß und die Intensität von Konflikten zu-, deren Regelungsfähigkeit aber gleichzeitig abnimmt.“ (Imbusch/Heitmeyer 2008: 13)
  • Integrationstheorien: Kriterium: Wertorientiert Basiseinheit Gelungene Integration Garant Bedrohung Misslungene Integration Blinder Fleck Individuum, GruppeWertgemeinschaft, SolidaritätWerte, Sozialisation, Soziale SanktionWertezerfallSozialkrise, AnomieInstitutionelle Kontrolle
  • Integrationstheorien: Kriterium: vertragsorientiert Basiseinheit Gelungene Integration Garant Bedrohung Misslungene Integration Blinder Fleck Individuum,Institution VertragstreueVertrauen, Institutionelle Sicherungen (rechtliche Sanktion) Vertragsbruch, VertrauensverlustSozialkrise und SystemkriseKollektive Identität
  • Integrationstheorien: Kriterium: funktionalistisch Basiseinheit Gelungene Integration Garant Bedrohung Misslungene Integration Blinder Fleck Subsystem und SystemArbeitsteilungSystemische Leistungen, Interpenetrations-mechanismenDysfunktionSystemkriseKreatives soziales Handeln
  • Integrationsmechanismen: Kriterium: konfliktorientiert Basiseinheit Gelungene Integration Garant Bedrohung Misslungene Integration Blinder Fleck GruppenkonstellationenAnerkennung von DifferenzEmpathie, Anerkennung von Recht, VerfassungspatriotismusGewalteskalationSozialkrise (Segregation, Repression)Systemische Integration
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  • Nenne die 3 Ebenen der Integrationsproblematik! Sozialstrukturelle Ebene: Teilhabe an materiellen und kulturellen Gütern Institutionelle Ebene: Ausgleich konfligierender Interessen ohne die Integrität einzelner zu verletzen Personale Ebene: Herstellung emotionaler Beziehungen zwischen Personen zur Sinnstiftung und Selbstverwirklichung Kautelen:Differenzierung von Vergemeinschaftung, Vergesellschaftung und funktionaler SystemintegrationDifferenzierung von positiver und negativer IntegrationDifferenzierung von positiver und negativer DesintegrationUnterscheidung primärer und sekundärer Integrationsmecha- nismen
  • Dimensionen, Ziele und Kriterien erfolgreicher Integration: Die Individuell-funktionale Systemintegration! Operationalisiert als Lösung folgender Aufgabenstellung:Teilhabe an den materiellen und kulturellen Gütern einer Gesellschaft Beurteilungskriterien: Zugänge zu Teil­systemen, Arbeits-, Wohnungsmärkten etc. (objektive Subdimension) Wertschätzung [der beruflichen und sozialen Position] (subjektive Subdi­mension) Anerkennungsform: Positionale Anerkennung
  • Dimensionen, Ziele und Kriterien erfolgreicher Integration: Kommunikativ-interaktive Sozialintegration! Operationalisiert als Lösung folgender Aufgabenstellung:Ausgleich konfligie­render Interessen ohne die Integrität anderer Personen zu verletzen Beurteilungskriterien:Teilnahmechancen [am politischen Dis­kurs und Entschei­dungsprozess] (objek­tive Subdimension) und Teilnahmebereit­schaft (subjektive Subdimension) Einhaltung von Interessenausgleich und moralische Anerken­nung sichernden Grundnormen [Fair­ness, Gerechtigkeit, Solidarität] Anerkennungsform: Moralische Anerkennung
  • Dimensionen, Ziele und Kriterien erfolgreicher Integration: Kulturell-expressive Sozialintegration! Operationalisiert als Lösung folgender Aufgabenstellung: Herstellung emotio­naler Bezie-hungen zwischen Personen zwecks Sinnstiftung, Selbst-verwirklichung und Sicherung sozio-emotionalen Rück­halts Beurteilungskriterien:Anerkennung der personalen Identität durch das Kollektiv und die soziale Um­welt Anerkennung und Akzeptanz kollekti­ver Identitäten und ihrer jeweiligen Symboliken durch andere Kollektive Anerkennungsform: Emotionale Anerkennung
  • Problembereiche der Integration: Übergang zur Weltgesellschaft bei institutioneller Unterentwicklung des internationalen Systems Neoliberale Modernisierungsprozesse befördern soziale Ungleichheit und erhöhen Konfliktivität Renaissance marktliberaler Prinzipien verschiebt Grundwerte und lässt soziale Verantwortung wichtiger gesellschaftlicher Gruppen erodieren Transnationale Migration verstärkt ethnische, religiöse und kulturelle Konfliktpotenziale Stärkung von Vorurteilen, Abwertung bestimmter gesellschaftlicher Gruppen, Menschenfeindlichkeit, Rassismus und Autoritarismus Integration als eine prekäre Ressource, Desintegration als Gefahr Neue Konfliktmuster nicht ohne funktionierende Integrationsmechanismen zu beheben Integration durch Konflikt als voraussetzungsvoller Prozess, der an Voraussetzungen geknüpft ist
  • Was sind die Problematiken bei der Globalisierung? Prozess der Globalisierung führt aus Sicht einer Politischen Soziologie zu einem einschneidenden Wandel im Verhältnis von Sozialstruktur, Politik und Verortung des Individuums Politische Soziologie bislang überwiegend national-staatlich oder nationalgesellschaftlich ausgerichtet Globalisierung bricht das Verhältnis von Sozial- und Systemintegration auf Damit gehen Machtverschiebungen innerhalb und zwischen Gesellschaften, Machtverlust des Staates, Aufstieg neuer Akteure sowie Neubewertungen von Ungleichheitsmustern einher Mit Globalisierung Aufstieg eines Kapitalismus neuen Typs Ortlosigkeit der globalisierten Ökonomie, Entbettung des Kapitals → Ungleichgewichte zwischen „Arbeit“ und „Kapital“ TNK als neue Machtzentren außerhalb der Reichweite staatlicher Politik, aber mit Rückwirkungen auf diese Neue Dimension der Entgrenzung von Politik → „Entscheidungen, die außerhalb der nationalstaatlichen Reichweite vor allem in den verselbständigten Sphären der globalisierten Ökonomie gefällt werden, wirken massiv auf die nationalstaatliche Politik und die nationalen Vergesellschaftungsprozesse zurück.“ (Böhnisch 2006: 117) Menschen sehen sich unübersichtlichen und kaum begreifbaren Strukturen gegenüberWeltpolitisch relevante Gegenmacht nicht in Sicht
  • Beschreibe die "Neue Qualität" der Globalisierung! Globalisierung an sich kein neues Phänomen, lange Geschichte der Internationalisierung Aber: Seit 1980er Jahren durch technologische Revolution neue Qualität der (neoliberalen) Globalisierung → Dualisierung der Welt des Ökonomischen und des Politischen mit ihren je eigenen Logiken lösen konträre politische und soziale Dynamiken aus Arbeitnehmer, Arbeitsmärkte, Sicherungssysteme bleiben nationalstaatlich krisenhaft gebunden; entbettete Unternehmen, Märkte und Kapital florieren weltweit Spaltung der Gesellschaften in Globalisierungsgewinner und Globalisierungsverlierer
  • Welche Machtverschiebungen treten im Laufe der Globalisierung auf? Machtveränderungen zu Lasten des Staates und zu Gunsten der Wirtschaft Machtverlagerungen innerhalb der Wirtschaft (Auf-stieg des „Finanzmarktkapitalismus“) verstärken diesen Prozess Machtverluste von Arbeitnehmern und Gewerkschaften und Machtgewinne der Arbeitgeber und Unternehmen Rückgang der Macht des Staates (Reichweite möglicher Intervention und Regulierung nimmt ab) und Aufstieg neuer machtvoller Akteure (TNK, NGO‘s, Regime) in der Weltpolitik teils ohne demokratische Legitimation
  • Was sind die Folgen der Globalisierung im Sinne der daraus resultierenden Machtverschiebungen? Veränderte Rolle und Funktion des Staates Prekäre Widerstandsmöglichkeiten der Gewerkschaften durch Rationalisierungs-, Deregulierungs-, Fragmentierungs- und Flexibilisierungsstrategien der Unternehmen Verstärkte und rücksichtslosere Gewinnorientierung der Unternehmen (shareholder value-Orientierung) mit Hinweis auf internationale Konkurrenz Wandel des unternehmerischen Selbstverständnisses und unternehmerischer Verantwortung Ortlose Unternehmen und ortsansässige Bürger Neuartige Legitimationen sozialer Ungleichheit
  • Politische Soziologie der Globalisierung bedeutet… Hinterfragen der scheinbaren Unausweichlichkeit bestimmter Entwicklungsprozesse und Widerspruch gegen das TINA-Prinzip Durchsichtigmachen von Macht- und Herrschaftsverhältnissen, ökonomisch-politischen Interessen und Akteurskonstellationen in der Entgrenzung der Märkte Verstehen der Implikationen von politischen Entscheidungen der Eliten für einzelne Länder Erkennen der neuen Dimensionen der Verselbständigung und sozialen Entbettung von Eliten Verdeutlichung der engen Beziehungsgeflechte von Staat und Unternehmen und von deren politischen Einflussnahmen Schlussfolgerungen aus der Gefährdung des demokratisch und sozialstaatlich verfassten Nationalstaats ziehen und den Prozess hin zu einer entleerten Post-Demokratie oder Konsumenten-demokratie kritisieren