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FernUni Hagen L1 (Fach) / Literaturwissenschaften (Lektion)

Glossar zu wissenschaftlichen und literaturtheoretischen Grundbegriffen

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  • Zitat Wörtlicher oder annähernd wörtliche wiedergegebener Teil aus einer Rede oder einem anderen Text, der im Schrifttest meist konventionell durch Anführungszeichen markiert wird.
  • Zeichen semiotischer Grundbegriff für sinnlich wahrnehmbare Gegenstände die aufgrund von gesellschaftlichen Verabredungen Träger einer bestimmten Information sind und daher auf etwas von ihnen verscheidenes verweisen.
  • Verifikation Wissenschaftstheoretischer Begriff für die Bestätigung einer wissenschaftlichen Aussage oder Theorie dirch ein Beispiel.
  • Unterhaltungsliteratur Abwertende Bezeichnug für nicht mit Bildungsanspruch konsumierte Literatur.
  • Trivialliteratur Auch niedere Literatur, Massenliteratur oder Popliteratur im Gegensatz zu hoher Literatur. Abwertende Bezeichnung für nicht dem Bildungs Kanon zugerechnete literarische Texte.
  • Thema / Rhema Textlinguistische Bezeichnung für bekannte Information (Thema) / noch unbekannte Information eines Textes (Rhema).
  • Thema Allgemeine Bezeichnung für den Leitgedanken eines Textes im Unterschied zu Anspielung, Motiv oder Stoff.
  • Textualität Umfasst ganz allgemein alle Merkmale, die das Wesen eines Textes ausmachen.
  • Textsorte Moderner literaturwissenschaftlicher Begriff, der anstellt des gattungsbegriffe die klassifikation von Texten bezeichnet.
  • Text zentraler, unterschiedlich gebrauchter Begriff der Literaturwissenschaft für kohärente, gegliederte und hierarchisch geordnete Zeichenfolgen.
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  • Systematik Planmäßige Darstellung und Gliederung eines Forschungsfeldes, besonders in den Naturwissenschaften, zugleich Bezeichnung für eine von der jeweiligen Disziplin eingeforderte Arbeitsweise.
  • synchron / diachron Strukturalistische Bezeichnung für Querschnitt (zu einem bestimmten Zeitpunkt) vs. (historischer) Längsschnitt
  • Struktur Allgemeine Beziechnung für die Gesamtheit der Zwischen den Elementen einer gegebenen Menge bestehenden Beziehungen und der sie bestimmenden Regeln.
  • Stoff 1. Allgemeine Bezeichnung für den umfangreicheren, hierarchisch gegliederten und erzählbaren Inhalt eines Textes im Unterschied zum Motiv. 2. Ältere und narratologisch weniger prägnante Bezeichnung für die histoire/plot (Ordnung für die Geschehenspartikel in ihrer logischen, chronologischen und psychologischen Abfolge) einer Erzählung im Unterschied zu discourse/story der tatsächlichen Anordung in einer Erzählung.
  • septem artes liberales Sieben frei Künste, Mittelalterliches Grundstudium 1.Trivium= Grammatik, Rhetorik, Dialektik 2. Quadrivium= Arithmetik, Geometrie, Musik, Astronomie
  • Semiotik Auch Semiologie, Bezeichnung für die allgemeine Theorie vom Zeichen. Sie umfasst: Semantik = Bedeutung von Zeichen Pragmatik = Gerbrauch von Zeichen Syntax= Verknüpfung von Zeichen Sigmatik= Verhältnis von Zeichen und Referent
  • Semantik Linguistische Teildisziplin für die Forschung der Bedeutung sprachlicher Zeichen und Zeichenfolgen innerhalb des Sprachsystems
  • Schriftlichkeit Auch Literalität, Kommunikationszustand, der sich bei der Weitergabe immaterieller Wissensbestände schriftlicher Notationssysteme bedient. Kennzeichen ist vor allem die "zerdehnte" Kommunikationssituation.
  • Querelle des anciens et des modernes Streit der Alten (Antike) und der Neuen (Moderne) Ein 1687 von Charles Perrault vor der Academie Francaise ausgelöster Streit um den kulturellen Vorrang der Antike vor der Neuzeit, um die Möglichkeit, von den tradierten Mustern abzuweichen bzw, diese übertreffen zu können.
  • Prätext Bezeichnung für die einem Text vorausgehende und von ihm aufgegriffenen Text.
  • Pragmatik Bezeichnung einer linguistischen Teildisziplin, die, die Relation zwischen natürlichsprachlichen Ausdrücken und ihren spezifischen Verwendungsituationen untersucht.
  • Plagiat Nachahmung bzw. Abschreibung eines Textes durch einen anderen im juristischen Sinne der Fälschung d.h. ohne die verwendeten Vorlage kenntlich zu machen.
  • Phonologie Teilgebiet der Linguistik, der die Systeme von Phonemen, den kleinsten bedeutungsunterscheidenden Elementen von Sprache, untersucht.
  • Phonetik Teilgebiet der Linguistik, der die konkreten, artikulatorischen, akustischen und sensorischen Eigenschaften der kleinsten lautlichen Einheiten, den Phonen untersucht.
  • Paratext Begriff der Narrativistik für die Gesamtheit derjenigen Texte, die aus einem Manuskript ein Buch machen und dessen Rezeption steuern. Gerard Genette unterscheidet: Peritexte: die mit dem Buch zusammen erscheinen (Reihen und Verlagsbezeichnung, Titel, Vor und Nachwort) Epitexte: sind auf das Buch bezogen jedoch räumlich getrennt. (Entwürfe, Briefe, Prospekte usw.)
  • Paradigma / Syntagma Strukuralistische Bezeichnung für linguistische Grundrelationen, die, die komplexe Struktur des Sprachsystems beschreiben, nämlich die vertikale Klasse möglicher Zeichen gegenüber der horizontalen Verknüpfung von Zeichen.
  • Objektsprache / Metasprache Sprache und Begrifflichkeit , die bereits in einem zu untersuchenden Text verwendet werden im Unterschied zu dem an Texte herangetragenen Begrifflichkeiten, mit denen diese Untersuchung durchgeführt wird.
  • Nationalliteratur / Weltliteratur Diese Dichotomie bezeichnet seit dem 19. Jahrhundert den Gegesatz von Literatur, die innerhalb der Grenzen einer Sprache oder Kultur entwickelt und Literatur, deren Genese und Rezeption sich im Dialog verschiedensprachiger Literaturen und transfer verschiedener Kulturen ereignet.
  • Nationalliteratur / Weltliteratur Diese Dichotomie bezeichnet seit dem 19. Jahrhundert den Gegesatz von Literatur, die innerhalb der Grenzen einer Sprache oder Kultur entwickelt und Literatur, deren Genese und Rezeption sich im Dialog verschiedensprachiger Literaturen und transfer verschiedener Kulturen ereignet.
  • Mündlich Auch "Oralität"  kommunikativer Zusatnd, in denen die Weitergabe immaterieller Wissensbestände in erster Linie mündlich erfolgt, vor allem bezogen auf nicht schriftlich verfasste Kulturen. Ihre Kennzeichen sich Formelhaftigkeit, Redundanz, physische Anwesenheit der Kommunikationspartner.
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  • Morphologie Teilbereich der Linguistik, der die Erforschung der kleinsten bedeutungs - oder funktionstragenden Elemente einer Sprache, der Morpheme, zum Gegestand hat.
  • Methode Auf einem Regelsystem aufbauendes Verfahren zur Erlangung wissenschaftlicher Ereignisse.
  • Mediengeschichte Literaturhistorisches Beschreibungsverfahren, das den Wandel der Medien und ihres Einsatzes untersucht (Buch - und Buchhandelsgeschichte, Bibliotheksgeschichte, historische Leserforschung, neue Medien usw.)
  • Medien Sammelbezeichnung für die Aufzeichnungs - Übertragungs - und Verarbeitungsformen von Literatur vom Buch bis CD-Rom innerhalb eines Kommunikationsprozesses. Eingeschränkte Begriffsverwendung (Nur im Plural) für moderne Massenmedien seit 1880 vom Kolportageroman über Zeitschriften bis hin zum Film, Schallplatten, Computer etc.
  • Literaturwissenschaften Gesamtheit der philologischen, methodischen und literaturtheoretischen Institutionen.
  • Literaturtheorie Die explizite Thematisierung von Grundlagenproblemen der Literaturwissenschaften und Entwicklung begrifflicher und methodischer Verfahren zur Lösung.
  • Literaturmarkt Allgemein für seit 18. Jahrhundert an die Stelle des Tauschhandels und des Mäzenalentums getretene Form des Literaturdistribution.
  • Literaturkritik Vornehmlich wertende Beurteilung von allem der Gegenwartsliteratur in Zeitungen u.ä. oft mit dem Anspruch der Vermittelung zwischen Autor und Publikum
  • Literaturgeschichte Die im 19. Jahrhundert durch den Historismus entstandene Form der Anordnung von Autoren und ihren Texten nach histographischen  Mustern (Nationalgeschichte, Sozialgeschichte, Ideengeschichte..). Löst die annalistische und additive "Litterärgeschichte" frührere Zeiten ab. 
  • Literarisches Leben Allgemein für die Gesamtheit aller Handlungen und Äußerungen der Literaturproduktion - distribution und - rezeption.
  • Leser Bezeichnung für die textrezipierende, empirische - historische beobachtbare Person oder textinterne, fingierte Figur. Der "intendierte" oder "implizite" Leser ist der von einem Autor idealtypisch vorgestellte Leser seines Textes, der "ideal" Leser derjenige, der einem Text angelegten Bedeutungsangebot realisiert.
  • Lesen / Textverstehen Bezeichnug für den emotiv - kognitiven Pruzess bei der Textrezeption.
  • langue / parole Strukturalistische Bezeichnung für Sprache als abstraktes Zeichensystem gegenüber Sprache als konkrete Srachrealisierung.
  • Kohäsion Bezieht sich auf die äußere Gestalt des textes, das heißt die syntaktisch - grammatischen Mittel.
  • Kohärenz bezeichnet den inhaltlichen semantisch - thematischen Zusammenhang eines Textes.
  • Kanon 1. Ein Korpus von Werken, die in einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe für eine bestimmte Zeit als algmeingültig und verbindlich gelten soll. Materialer Kanon.   2.Ein Korpus von Interpratation, in dem festgelegt wird, welche Bedeutung und Wertvorstellung mit den kanonisierten Text verbunden werden. Deutungskanon.  Kanona erfüllen die Funktion der Identitätsstiftung, Legitimation und Handlungorientierung.
  • kulturelles Wissen das historisch variable und kulturabhängoge Wissen, das in jedem Sinnbildungsprozess (z.b. Interpretation) mit eingeht und ihm erst ermöglicht.
  • Kommunikation Informationsvermittelung mit Hilfe sprachlicher oder außersprachliche kodierter Botschaften.
  • Institution Im weiteren Sinn regelhafte Verfestigung menschlichen Handelns, die es verbindlich erwartbar und berechenbar machen. Insitutionen sind mit konkreten Handlungsnormen und Rollenerwartungen verknüpft, die von all denjenigen erfüllte werden müssen, die an den jeweiligen Formen der Interaktion und Kommunikation teilnehmen möchten.(Autor, Kritiker, Verleger, Lesr..) Literatursoziologisch relevante Institution sind diejenigen Einrichtungen (oft rechtlich verfasste Körperschaften), die , die Produktion, Distribution und Rezeption von Literatur regeln.
  • Immunisierung Wissenschaftstheoretischer Begriff für Theorien und Methoden, die sich gegenüber einer Überprüfung abschotten.