Diagnostik 1 (Fach) / 20.April (Lektion)

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Diese Lektion wurde von Estellla erstellt.

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  • Skalierung Ist erfüllt im Falle „angemessener“ Verrechnungsvorschriften der Testleistungen zu einem Testwert,   denn in diesem Fall werden die aus einem Test resultierenden Testwerte die empirischen Verhaltensrelationen adäquat abbilden Ø  Um es kurz zu fassen: Wenn Person A einen besseren Testwert hat, sollte sie verdammt noch mal auch besser sein!   Zur Illustration Hawie-R...
  • Klassische Testtheorie und Skalierung Es ist nicht möglich die Skalierung eines Tests mittels KT zu überprüfen und   Das Gütekriterium Skalierung existiert in der Klassischen Testtheorie auch nicht. 
  • Methoden, die in der Klassischen Testtheorie dazu dienen sollen, eindimensionale Messungen zu erzielen: -    große Innere Konsistenz -    Faktorenanalyse, die Items eines Tests sollen gemeinsam auf einem Faktor laden   -    Interkorrelation aller Items eines Tests soll 1 sein (damit beweisen sie dass sie alle dasselbe messen vermute ich)      > Die Methoden der KT sind stichprobenabhängig und daher manipulierbar.  Durch geeignete SP-Auswahl kann praktisch jeder gewünschte Wert erreicht werden!
  • Welche Forderungen, außer der nach eindimensionaler Messung stellt die Klassische Testtheorie respektive der Itemkonstruktion eines Tests? -    Die Schwierigkeiten der Items sollen sich gleichmäßig innerhalb des Intervalls 0,5 und 0,95 verteilen   -    Trennschärfeindizes = Korrelationen des Testwerts pro Item und dem Testwert aus allen anderen Items – sollen hoch sein > Es soll einen Zusammenhang geben zwischen dem erzielten Wert im einzelnen Item und dem Gesamttestwert. Wahrscheinlich ist die Idee, dass man nicht als verrechnungsfair betrachtet wird, wenn man in einer Testaufgabe völlig versagt und dennoch ein überragend gutes Testergebnis erhält (es soll sich im Gesamttestergebnis wiederspiegeln).
  • Eindimensionale Messungen (und Bsp.) -    Testwerte, die nur durch ein einziges Merkmal/Eigenschaft erklärt werden -    Eindimensionalität ist also vom Ding her super, aber nur Voraussetzung für Skalierung   Bsp. Speed und Power-Testung, hier gibt der Testwert die Fähigkeit von Person A an, eine bestimmte Aufgabe unter Zeitdruck/schnell zu bewältigen; er macht keine Aussage über die Fähigkeit von Person A alleinig die Aufgabe zu bewältigen 
  • Der einfachste Verrechnungsmodus eines Tests und das Modell, mit dem seine Verrechnungsfairness geprüft wird: -    Der einfachste Verrechnungsmodus: Testkennwert ergibt sich aus der Anzahl gelöster Items (Bsp. HAWIE-R) -    Wenn das Rasch-Modell gilt, so ist ein solcher Test verrechnungsfair (und vice versa!) -    Voraussetzung ist, dass jedes einzelne Item nur eine einzige Eigenschaftsdimension misst (Eindimensionalität) -    Zweite Bedingung ist „lokale stochastische Unabhängigkeit“ = ob eine Tp ein Item lösen wird, ist unabhängig davon, ob sie ein anderes Item gelöst hat/noch lösen wird   Wenn Person A nicht die Anzahl der Bundesländer kennt, wird sie auch nicht alle ihre Namen wissen. 
  • Das Rasch-Modell Beschreibt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Tp v ein Item i löst, in Abhängigkeit des Personenparameters Ev und des Itemparameters oi der Fähigkeit der Tp und der Schwierigkeit des Items
  • Wie testet man mittels Rasch-Modell, ob ein Test verrechnungsfair ist? Ø  Es wird getestet, ob die Itemschwierigkeit Sp-Unabhängig ist! Wie? Bsp. Wenn Mädchen im selben Item (SP1) deutlich höhere Werte erreichen als Jungen (SP2) -    Es werden die geschätzten Itemparameter/Itemschwierigkeiten zweier SPs miteinander verglichen über ihre Parameterdifferenzen -    Die Parameterdifferenzen zwischen zwei Items des Tests müssen in den beiden SPs ident sein   -    Dies kann man grafisch oder auch inferenzstatistisch mittels Likelihood-Quotienten-Test überprüfen
  • Was ist der Vorteil des Rasch-Modells zu anderen Modellen? Es ist prüfbar. (vgl. Faktorenanalyse, ein Anpassungsmodell, goodness of fit, S. 87)
  • Was ist mit anderen Verrechnungsmodi als der Anzahl gelöster Items? Es gibt andere Modelle als das Rasch-Modell für diese. (teilweise angelehnt an das Rasch-Modell)
  • Was ist mit…dem IQ? -    entspricht für gewöhnlich dem durchschnittlichen Testwert seiner Untertests, wenn du überall mittelmäßig abschneidest, hast du einen mittelmäßigen IQ zb. somit kann ein schlechtes Abschneiden in einem Untertest den IQ (Gesamttestwert) ein gutes Abschneiden in einem anderen Untertest ausgleichen. Aber kann ein schlechtes Abschneiden im abstrakten Denken praktisch ausgeglichen werden durch ein Hoch im Puzzle-Legen?   Ich bin unsicher ob sich dieser Fehler in Skalierung beheben lässt. Ich vermute nicht, denn es ist schließlich ein philosophischer/ein Ansatz“fehler“.
  • Grundsätze = Reglementierungen zum Schutz des Konsumenten (der Begutachtete, Tp, Klient, Patient)
  • 4 Quellen zum Konsumentenschutz -    Im Grundgesetz verankerte Rechte der „Menschenwürde“ -    Gesetzliche Einzelregelungen -    In der Berufsordnung festgelegte ethische  Verpflichtungen (Psychologengesetz, BGBl, DIN 33430 – wie Vereinbarungen oder Qualitätsstandards von Norminstituten) -    „Apelle“ von Fachpersonen    
  • Wer ist den Reglementierungen durch Vereine/Norminstitute unterworfen? -    Bsp. BDP -    Ihnen unterliegen nur Angehörige dieser Vereine bzw. Personen, die sich freiwillig zur Beachtung ihrer Richtlinien verpflichten (wie DIN 33430)   -    Die Verpflichtungen aus der Berufsordnung können gesetzlich theoretisch bei Verstoß dagegen auch als „Verstoß gegen das Anstandsgefühl aller billig und gerecht Denkenden“ geahndet werden (Sittenwidrigkeit, dt. Recht)
  • Was ist der DIN 33430? -    Deutsches Institut für Normierung -    Regelt Anforderungen an Verfahren und deren Einsatz bei berufsbezogener Eignungsbeurteilung (auch im Ausland)   -    Viel Gewicht auf Gütekriterien
  • Wofür gibt’s den DIN 33430? -    Schutz der Tps vor unsachgemäßer Anwendung der Testverfahren   -    Qualitätsoptimierung bei Personalentscheidungen
  • Wie setzt der DIN 33430 seine Ziele um? Er fordert -    Eine Arbeits- und Anforderungsanalyse VOR der Testung auf Eignung -    Das Vorliegen ausführlicher Manuale zu jeder Testung -    Die Festlegung der Regeln zur Auswertung der Testergebnisse vor der Testung usw.   -    Dass psychologisches Diagnostizieren nur den Personen vorbehalten ist, die eine Lizenzierung vorweisen können, die eine entsprechend qualifizierte Ausbildung bestätigt
  • Welche Reglementierungen sollte man kennen? -    Psychologengesetz -    BGBl -    Berufsordnung des BDP (Berufsverband dt. Psychologen)   -   DIN 33430
  • Das Psychologengesetz/BGBl -    Setzt berufsständige, ethische Richtlinien fest Ø  Ausübung des Berufs nach bestem Wissen und Gewissen und unter Beachtung der Entwicklung der Erkenntnisse der Wissenschaft (Weiterbildung!) Ø  Ausübung des Berufs nur mit Zustimmung des Behandelten oder dessen Vormund Ø  Ausübende sollen sich auf die ps. Arbeitsgebiete beschränken, auf denen sie nachweislich ausreichend Kenntnisse erworben haben   Ø  U.a.
  • Ethische Richtlinien BDP Ø  Der Klient muss über alle Maßnahmen und Behandlungsabläufe unterrichtet werden und seine Einwilligung dazu geben Ø  Persönl. Beziehungen zu den Patienten sind während der therapeut. Beziehung tabu Ø  Psychologen haben darauf hinzuwirken, dass ihnen ethische Anforderungen zuwiderlaufende oder nicht fachgerecht auszuführende Aufgaben nicht abverlangt werden   Ø  U.a.
  • Bsp. für einen fachautorisierten Appell „Haubl“ Ø  Der Psychologe soll nur eine ps. Untersuchung durchführen, wenn er selbst, anstelle des Klienten, der Begutachtung zustimmen würde
  • Was ist Geld? Was ist Zeit? Bsp. Geld: Kauf des Tests, Personalkosten, Kosten PCs u.a.   Zeit: für Tp, für Tl, für Hilfskraft; ist Aufsichtsperson in Aktion oder nur für Fragen etc. verfügbar?
  • Psychologisches Diagnostizieren verfehlt seinen Zweck, wenn aus Gründen der Aufwandsminimierung: (6) -    eine nicht ausreichend ausgebildete Person als Tl fungiert -    auf einen Test verzichtet wird, wo dieser wertvolle diagnostische Information liefern würde -    ein Test, statt einer Verhaltensbeobachtung verwendet wird, obwohl diese relevante diagnostische Information liefern würde -    alleinig Tests verwendet werden, die dem Tl gut vertraut sind, aber weniger diagnostische Information liefern als andere -    alleinig Tests verwendet werden, die von der Krankenkasse gezahlt werden   -    unabhängig vom diagnostischen Wert des Tests, eher solche verwendet werden, die per Computer durchführbar /auswertbar sind
  • Ökonomie = das Gütekriterium ist erfüllt, wenn ein Test, gemessen am diagnostischen Informationsgewinn, relativ wenig Ressourcen (Zeit und Geld) beansprucht.   Bei der Entscheidung für einen Test ist stets Sachlichkeit vorrangig, Aufwandsminimierung nachrangig.