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BWL 1 Marketing (Fach) / Grundlagen (Lektion)
Marketing
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- Nenne die 4 P's (absatzpolitische Instrumente) Produkt- und Programmpolitik Preispolitik Distributionspolitik Kommunikationspolitik
- Extensive Kaufentscheidungen Phasen: Anregungsphase, Suchphase, Bewertungs- und Auswahlphase, Kaufaktphase, Nachkaufphase Merkmale: hohe kognitive Steuerung, große Bedeutung, Neuartigkeit Bsp: Kauf eines Hauses
- Limitierte Kaufentscheidungen - bewährte Problemlösungsmuster/Entscheidungskriterien - reduzierte Such-, Bewertungs- und Auswahlphase Bsp: Kauf eines PKWs
- Habitueller Kauf - gewohnheitsmäßig getroffene Produkt- bzw. Markenwahl - stark verkürzte Such-, Bewertungs- und Auswahlphase - Markentreue Bsp: wiederholter Kauf deselben Waschmittels
- Impulskauf - Spontanhandlung, ungeplanter Kauf - sehr geringe kognitive Steuerung Bsp: ungeplanter Kauf von Schokolade
- Psychologische Ansätze zur Erklärung des Konsumentenverhaltens - aktivierende Variablen: Stimmungen, Emotionen, Bedürfnisse, einstellungen, Werte - kognitive Variablen: Wahrnehmung, Denken, Lernen, Gedächtnis
- Auslösung der Aktivierung - innere Reize (zB Stoffwechsel) - äußere Reize: > emotionale Reize (Kindchenschema, erotische Reize) > kognitive Reize (gedankliche Konflikte, Widersprüche, Überraschungen) > physische Reize (Größe und Farbe eines Werbemittels)
- Aktivierungswirkungen - Minimalaktivierung: Mindestmaß, Vorraussetzung für jede Leistung - Normalaktivierung: mit zunehmender Aktivierung steigt Leistung proportional - Überaktivierung: zu hohe Aktivierung wirkt leistungsmindernd - Maximalaktivierung: bei extremer Überaktivierung ist keine Leistung mehr möglich
- Was sind kognitive Prozesse? gedankliche Vorgänge, die das Verhalten kontrollieren und willentlich steuern z.B. Wahrnehmung, Denken, Lernen, Gedächtnis
- Definition Wahrnehmung? Kognitiver Vorgang aktiver und selektiver Verarbeitung der von den Sinnesorganen aufgenommenen Reize (Subjektivität, Selektivität, Aktivität)
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- Nenne die zwei Wahrnehmungstheorien Filtertheorie: Reizaufnahmeschwellen, Empfindungsschwellen, Wahrnehmungsschwellen Hypothesentheorie: Wahrnehmung als Kompromiss zwischen Erwartung und Realität => Wahrnehmungsverzerrung
- Marketing Konsequenzen? das subjektiv wahrgenommene ist entscheidend Werbung muss ins Auge springen, also prägnant gestaltet sein Schlüsselinformationen (z.B. Marke) und Bilder erleichtern die Wahrnehmung Anzeigegestaltung muss dem Blickverlauf entsprechen
- Einflussfaktoren des Konsumverhaltens: Definition Kultur, Subkultur, soziale Schicht und soziales Milieu Kultur: Übereinstimmung der Werte und Verhaltensmuster vieler Individuen in größeren sozialen Einheiten Subkultur: Teil innerhalb einer Kultur; Personenmehrheit mit übereinstimmenden Werten und Verhaltensweisen soziale Schicht: Personnemehrheit mit gleichem sozialen Status (= Stellung im gleichen sozialen System) soziales Milieu: Kombination der Schichtzugehörigkeit der Personen mit der für sie typischen Werthaltungen Globales Marketing ist nur möglich, wenn die Kulturen einander ähneln (Beispiel Barbie)
- Marketing Anwendungen: - Marktsegmentierung? - Produktpolitik? - Werbung? Marktsegmentierung: Zielgruppenbildung nach Kultur-, Subkultur-, Schicht- und Milieuzugehörigkeit des Konsumenten Produktpolitik: Kulturunterschiede u.U. Misserfolgsfaktoren für "Global Marketing" Werbung: z.B. mit Bezug auf Subkulturen / Kulturen / Milieus
- Das Kaufverhalten von Organisationen: Organisationaler Beschaffungsprozess Kollektiventscheidungen höherer Formalisierungsgrad höhere Rationalität vom Konsumentenverhalten abweichende Entscheidungskriterien abgeleitete Nachfrage Buying Center Buying Center: 5 Rollen Einkäufer Benutzer Beeinflusser Informationsselektierer ("Gate-Keeper") Entscheider
- Typen organisationaler Kaufentscheidungen Erstkauf (neue Anschaffung, genau Erwartungen) Modifizierter Wiederholungskauf (schon Erfahrungen) Reiner Wiederholungskauf (Zulierferungsvertrag)
- Auswirkungen hoher Kundenzufriedenheit Erzeugung von Kundenbindung (Kundenloyalität) Wiederkauf Zusatzkauf ("Cross Buying") Weiterempfehlung höhere Preisbereitschaft des Kunden Steigerung des Unternehmenswertes ("Shareholder Value") Kundenzufreidenheit zahlt sich ökonomisch aus
- Marketing Forschung - 3 Unterteilungen (intern/extern) Erforschung betriebsinterner Marketingsachverhalte = interne Marketing-Forschung Marktforschung: Absatz und Beschaffungsmärkte (Umwelt 1) = externe Marketingforschung Erforschung der weiteren Umwelt (Umwelt 2) = externe Marketingforschung
- Welche Informationen stellt die Marketing-Forschung bereit? Informationen über die Umwelt (Nachfrager, Konkurrenten, etc.) Informationen über Instrumente und Strategieoptionen Informationen über innerbetriebliche Sachverhalte
- 5 Ds der Marketingforschung - Definitionsphase - Designphase - Datenerhebungsphase - Datenanalysephase - Dokumentationsphase
- Sekundär- und Primärforschung Sekundärforschung: Auswertung bereits vorhandenen Datenmaterials aus internen und externen Quellen Primärforschung: Erhebung orginärer, bisher nicht vorhandener Informationen mittels Befragung, Beobachtung, Experiment, etc...
- schriftl. Befragung (Datenerhebung) Vorteile/Nachteile + Kostenvorteile, keine Interviewereinfluss, schnelle Durchführbarkeit - Rücklaufproblem, Identitätsproblem, Stichtagsproblem
- mündl. Befragung (Datenerhebung) Vorteile/Nachteile + Flexibilität, höhere Antwortquote - Interviewereinfluss, Kostennachteil
- telefonische Befragung (Datenerhebung) Vorteile/Nachteile + zeitlich felxibel, schnelle Durchführbarkeit, Erläuterung möglich, reduzierter Interviewereinfluss, Kostenvorteil - Auskunftsbereichtschaft aufgrund unpersönlicher Situation beeinträchtigt, Telefonanschlüsse nicht in allen Ländern in gleichem Umfang vorhanden
- online Befragung (Datenerhebung) Vorteile/Nachteile + hohe internationale Reichweite, sehr schnelle Durchführbarkeit, große Kostenvorteile - Spam-Risiko bei Email-Befragung, Repräsentanzproblem, Selbstselektionsproblem
- Nenne die zwei Grundformen der Datenerhebung Befragung Beobachtung: teilnehmend, nicht-teilnehmend, Feldbeobachtung, Laborbeobachtung => Spezialfall: "Mystery Shopping" (verdeckte Testkäufer)
- Nenne die zwei Sonderformen der Datenerhebung Experiment: Real-, Simulations-, Feld-, Labor-, Webexperiment => Besonders relevant: Proukttest, Store-Test, Markttest Panel (permanente Befragung/Auswertung): Verbraucherpanel, Handelspanel, Spezialpanel (z.B. Ärztepanel, Fernsehpanel), Onlinepanel => aber: Paneleffekte: unvollständige Marktabdeckung, Panelsterblichkeit, Panelerstarrung
- Datenanalyse - 3 Variablentypen unabhängige Variablen (Einflussgrößen): Bsp. Verpackungsgröße, Einkommen etc. abhängige Variablen (Zielgrößen): Bsp. Umsatz, Einstellungen, Markentreue Störvariablen (exogene Größen): Bsp. Konkurrenzaktivitäten, konjunkturelle Einflüsse
- Marketing-Ziele - Sachziel: Leistungsprogramm - Formalziel: angestrebter Erfolg, zB in Gestalt von Umsatz, Gewinn, Marktanteil, Deckungsbeitrag, ....
- Sind die Marketingziele aus den Unternehmenszielen abzuleiten? Ja!
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- Formalzielplanung - Zielsubstanz bzw -inhalt (Was soll erreicht werden?) - Zielausmaß (Wie intensiv soll Ziel erreicht werden?) - Zielhorizont (Bis wann/Für welchen Zeitraum soll Ziel erreicht werden?) - Zielgeltungsbereich (Für welchen Unternehmens-, Produkt- oder Marktbereich ist das Ziel gültig?)
- 3 Basisformen möglicher Zielbeziehungen Zielharmonie Zielkonflikt Zielneutralität bzw. Zielindifferenz
- Zielarten - 5 Oberbegriffe Marktstellungs- und Marktleistungsziele (ökonomische- und ausserökoniomische Ziele) Rentabilitätsziele Finanzwirtschaftliche Ziele Soziale Ziele Macht- und Prestigeziele
- Marketing-Basisstrategien: Def. Marketingstrategie Marketingstrategie: relativ langfristig gültige Entscheidung über Wege und MIttel zur Erreichung der Marketing-Ziele Abgrenzungen: Basisstrategie: legt mehrere/alle Marketinginstrumente langfristig fest Instrumentbezogene Strategie: legt nur ein Maretinginstrument langfristig fest
- Primär kundenorientierte Strategien Marktfeldstrategien: Marktdurchdringung, Marktentwicklung, Produktentwicklung, Diversifikation Marktstimulierungsstrategie: Präferenzstrategie, Preis-Mengen-Strategie Marktparzellierungsstrategie: Massenmarktstrategie, Marktsegmentierungsstrategie, vollständige oder teilweise Marktabdeckung Marktarealstrategie: nationale Strategien, internationale Strategien
- Definition Marktsegmentierung + Kernfragen Marktsegmentierung: Aufteilung eines Marktes in klar abgegrenzte Untergruppen von Kunden (Marktsegmente), von denen jede als Zielmarkt angesehen werdeb kann, der mit einem bestimmten Marketing-Mix erreicht werden soll. Kernfragen der Marktsegmentierungsstrategie: 1. Anhand welcher Kriterien können versch. Marktsegmente indentifiziert und voneinander abgegrenzt werden? 2. Welche und wie viele Segmente werden bearbeitet und wie sieht der optimale Marketing-Mix dafür aus?
- Def. Marktaufteilung Abgrenzung von Marktsegmenten anhand geeigneter Segmentierungskriterien
- Anforderungen an Segmentierungskriterien? Beispiele für Segmentierungskriterien? Anforderungen: Kaufverhaltensrelevanz, Aussagefähigkeit für den Einsatz der Marketing-Instrumente, Zugänglichkeit, Messbarkeit, zeitliche Stabilität, Wirtschaftlichkeit Beispiele: Soziodemographische Kriterien (Einkommen, Bildung), psychographische Kriterien (Interessen, Einstellungen), beobachtbares Kaufverhalten (Markenwahl, Kaufmenge)
- Auswahl und Bearbeitung der Marktsegmente a) Undifferenziertes Marketing: Massenmarktstrategie; Bearbeitung des Gesamtmarktes mit einheitlichem Marketing-Mix b) Differenziertes Marketing: Für jedes Segment spezifischer Marketing-Mix c) Konzeintriertes Marketing: Nur für ein(ige) Segment(e) spezifischer Marketing-Mix
- Customer Relationship Management (CRM) Aufbau und Pflege dauerhafter Geschäftsbeziehungen zu einzelnen Zielkunden - Zielpersonenmarketing statt Zielgruppen - Marktindividualisierung statt Segmentierung - Individualisierung des Angebots auch auf Massenmärkten (Mass Customization)
- Primär konkurrentenorientierte Strategien Was bedeutet KKV? Der Komparative Konkurrenzvorteil ist ein Leistungsvorteil, der - vom Kunden wahrgenommen wird und - für ihn wichtig ist, der zugleich - dauerhaft und für das Unternehmen - effizient (lohnend) ist
- Wettbewerbsstrategien nach Porter drei Strategiealternativen: 1. Umfassende Kostenführerschaft - Ziel: umfassender Kostenvorsprung gegenüber Konkurrenz in der gesamten Branche (Preiswettbewerb) 2. Differenzierung - Ziel: eine in der gesamten Branche als einzigartig angesehene Leistung (Qualitäts- & Imagewettbewerb) 3. Konzentration auf Schwerpunkte (Fokussierungsstrategie) - Ziel: Differenzierungs- oder Kostenvorteile in einem Branchensegment
- Übergreifende Strategieansätze: Kooperationsstrategie & strat. Partnerschaft Kooperation: freiw. Zusammenarbeit selbstständiger Betriebe zur Erreichung gemeinsamer Ziele => strategische Partnerschaft als langfristiger Spezialfall der überbetrieblichen Kooperation Vertikale strat. Partnerschaft: Betriebe unterschiedlicher Wirtschaftsstufen kooperieren (Bsp. Industriebetrieb mit Zulieferer) Miest im Rahmen von Supply-Chain-Management oder Efficent Consumer Response. => z.B. Franchising
- horizontale strategische Partnerschaft Betriebe gleicher Wirtschaftsstufe kooperieren
- Spezialfall strategische Allianz (trifft nur zu wenn die Betriebe Konkurrenten sind) weniger auf Dauer ausgelegt gemeinsame Zielerreichung Bezug oft nur auf einzelne Geschäftsbereiche des Unternehmens
- Franchising Form der Vertriebskooperation zwischen Unternehmen veschiedener Handels- bzw. Wirtschaftsstufen Mermale: Einräumung eines Nutzungsrechts durch den Franchise-Geber gegen Gebühr Weisungs- und Kontrollrecht durch den Franchise-Geber Basis ist ein meist langfristiger Franchisevertrag
- Instrumente der Absatzmarktgestaltung 4 Marketing Instrumente: "Submixes" zur Beeinflussungdes Verhaltens der Marktteilnehmer Ursprung: "absazpolitisches Instrumentarium" nach Gutenberg (1954) Produktgestaltung Preispolitik Werbung Absatmethoden
- Grundelemente des Marketing-Mix 4 Ps nach Mc Carthy SEHR WICHTIG! - Product (Produktpolitik): Qualität, Ausstattungselemente, Styling, Markenname, Kundendienst, Garantieleistungen - Price (Preispolitik): Listenpreis, Rabatte, Nachlässe, Zahlungsfristen - Promotion (Absatzförderung bzw. Kommunikationspolitik): Werbung, persönlicher Verkauf, Verkaufsförderung, Public Relations - Place (Distributionspolitik): Distributionskanäle, Marktabdeckungsgrad, Lage der Bezugsorte, Warenbestände, Warenlogistik
- Das 3er-System (Becker) 1) Angebotspolitik = Produktleistung (d.h. Produkt- oder Preispolitik) 2) Kommunikationspolitik = Profilleistung 3) Distributionspolitik = Präsenzleistung
- Def. Produkt und Produktprogramm Produkt: Leistungsergebnis Produktprogramm: Gesamtheit der angebotenen Leistungsergebnisse