66

Persönlichkeitsdiagnostische Verfahren (Fach) / Vor(un)wissenschaftliche und wissenschaftliche Methoden der Persönlichkeitsdiagn (Lektion)

Physiognomik etc.

Diese Lektion wurde von WhiteHeart erstellt.

Lektion lernen

Diese Lektion ist leider nicht zum lernen freigegeben.

Anzeige
  • Vorwissenschaftliche Ausdrucksdiagnostik Physiognomik Hand- und Fußanalyse sowie Stimmanalyse Äußerungen Gestik, Mimik und Körpersprache
  • Chirologie = Handlesekunst
  • "Äußerungen" Zeichnungen Träume bevorzugte Farben Kleidung Lieblingstier
  • weitere Informationsquellen Sternzeichen (Astrologie) Körperbau (Konstitutionstypologien) Blutgruppe Pulsschlag Muttermale
  • Was steht vor den wissenschaftlichen Methoden? der erste Eindruck, den jemand auf den Diagnostiker macht
  • Synonyme für Eindrucksbildung in der Literatur Personenwahrnehmung (person perception) Informationsintegration (integration of information) implizite Persönlichkeitstheorien (implicit personality theories)
  • Definition Eindrucksbildung = Urteilsvorgang, bei dem eine Person über eine andere Person Informationen in Form von einzelnen Merkmalen erhält, die dann zu einem Gesamteindruck integriert werden
  • Graphologie = Ausdeutung zweckbestimmter feinmotorischer Leistungen der Hand Ludwig Klages
  • Physiognomik = Lehre von den statischen Ausdrucksgehalten des Gesichts und i.w.S. des gesamtes Körpers gegenüber den dynamischen (Pantomimik) von der äußeren Erscheinungsform auf innere Eigenschaften schließen Kopfform und Gesichtsausdruck
  • physiognomische vs. pathognomische Zeichen physiognomische Zeichen kontinuierlich prägen das dauerhafte Bild eines Menschen pathognomische Zeichen Indizes diskontinuierlich (Erbleichen, Erröten) Versuch, an den äußeren Erscheinungen des menschlichen Körpers die nicht unmittelbar sichtbaren, sondern nur in ihren Wirkungen spürbaren und erkennbaren Regungen der Seele abzulesen
  • Anzeige
  • Was ist von diagnostischer Valenz bei der Personenwahrnehmung? Gestalteigenschaften (Körpergröße und - haltung, Gesichtsform) Selbstpräsentation (Frisur, Gepflegtheit, Kleidung) Mimik Gestik und Motorik Stimme und Sprechweise
  • Vorteile Persönlichkeitsfragebogen für viele Persönlichkeitsmerkmale verfügbar nicht Beobachtbares kann erfasst werden Mittels Normen Vergleich mit anderen ökonomisch
  • Nachteile Persönlichkeitsfragebogen Selbsteinsicht nötig anfällig für Selbsttäuschung verfälschbar
  • Vorteile Diagnostisches Interview auf alle Persönlichkeitsmerkmale anwendbar nicht Beobachtbares kann erfasst werden mangelnde Selbsteinsicht kann erkannt werden
  • Nachteile Diagnostisches Interview Selbsteinsicht nötig anfällig für Selsbttäuschung verfälschbar Vergleich mit anderen nur bedingt
  • Vorteile Verhaltensbeobachtung auf alle Persönlichkeitsmerkmale anwendbar unabhängig von Selbsteinsicht
  • Nachteile Verhaltensbeobachtung nur für wenige Merkmale standardisierte Verfahren verfälschbar Beschränkung auf beobachtbares Verhalten Vergleich mit anderen nu bedingt Konstruktionsaufwand hoch
  • Vorteile Objektive Persönlichkeitstests unabhängig von Selbsteinsicht teils mittels Normen Vergleich mit anderen
  • Nachteile Objektive Persönlichkeitstests nur wenig Tests verfügbar Validität meist nicht hinreichend geklärt
  • Vorteile Projektive Verfahren unabhängig von Selbsteinsicht mittels Normen vergleich mit anderen
  • Nachteile Projektive Verfahren nur für wenige Merkmale Verfahren vorhanden Validitätsprobleme
  • Objektive Tests Sonderform der objektiven Leistungstests (Leistungsmerkmale) paper-pencil oder apparativ Zielmerkmal ist Persönlichkeitskonstrukt im engeren Sinn und nicht ein Leistungsmerkmal! Bsp.: Tapping der MLS (Anstrengungsbereitschaft)
  • Beispiele für Objektive Tests Tapping der MLS (Anstrengungsbereitschaft) Arbeitshaltungen Objektive Leistungsmotivations Test (OLMT) von Schmidt-Atzert Rückwärtsschreiben (Rigidität)
  • Kennzeichen der Meßmethode Objektive Tests Undurchschaubarkeit des Messprinzips
  • Definition Objektive Tests (Schmidt) T-Daten =Verfahren, das unmittelbar das Verhalten eines Individuums in einer standardisierten Situation erfasst, ohne dass dieses sich in der Regel selbst beurteilen muss keine Augenscheinvalidität (durch Aufgabenauswahl, Auswertemethoden)
  • schreibmotorische Analysen (Downey) erste als psychologisch zu bezeichnende Testentwicklung Objektiver Verfahren Techniken auf ihre Validität als Prädiktoren für Persönblichkeitsvariablen zu untersuchen: Rorschach kognitive Stile (Gottschaldt) Interferenzneigung (Stroop) Perseveration (R.B. Cattell)
  • habituelle Rigidität (Cattell) = die Unfähigkeit, Verhaltensweisen, die von der Person einmal angenommen sind, umzustrukturieren
  • Warum wurden Objektive Tests entwickelt? weil man etwas gegen Verfälschungstendenzen unternehmen wollte (50er 60er)
  • neuere Verfahren Objektive Tests Testbatterie Arbeitshaltungen Testbatterie zur Erfassung der emotionalen Belastbarkeit in sechs Aspekten Hyperkinetisches Syndrom Diagnostikum (HKSD) Lexikon-Wissens-Test (LEWITE) Gestaltwahrnehmungstest Wiener Risikobereitschaftstest Verkehr Objektiver Leistungsmotivations Test (OLMT)
  • Impliziter Assoziations Test (IAT) = über die Messung von Reaktionszeiten wird dabei auf die Assoziationsstärke von unterschiedlichen Konzepten geschlossen Objektiver Persönlichkeitstest
  • Anzeige
  • Projektionen von aus dem Außensystem Welt aufgenommene wieder nach außen gebracht werden (bewusst oder unbewusst), nachdem diese ursprünglichen Infos durch Gedächtnisinhalte angereichert und durch mentale Verarbeitungsprozesse transformiert worden sind keine psychopathologischen Phänomene! Proband verlegt eigene Vorstellung, Wünsche, Bedürfnisse in Gestalten, die er entwirft
  • Gütekriterien Projektive Verfahren Objektivität, Reliabilität und Validität niedrig liefern dennoch Infos, die durch strukturierte Tests nicht zu gewinnen sind
  • Klassifizierung von Projektiven Verfahren nach Psyndex Projektive Zeichentests (Familie in Tieren, Baumtest) Projektive Spieltests (Sceno-Tests) Projektive Verbal-thematische Verfahren (TAT) Projektive Farbtests (Lüscher) Projektive Formdeutevrfahren (Rorschach) Graphologische Verfahren (Marburger Graphomotorische Übungen) Sonstige projektive Verfahren (Symbolon Personality Profile)
  • Projektive Zeichentests Aufgabe, vorgegebene Themen zeichnerisch darzustellen Baumtest (Koch) Familie in Tieren (Brem-Gräser)
  • Baumtest (Koch) Setting: psychologische Praxis, Schulpsychologie, Berufsberatung, Aufnahmeverfahren, Psychiatrie Proband stellt sich in der Baumzeichnung dar Baum auf weißem Papier zeichnen, ihn nach Belieben gestalten paper-pencil, 5-10 min
  • Familie in Tieren (Brem-Gräser) Setting: Erziehungs- und Schulberatung Proband (meist Kind) soll die Mitglieder seiner Familie in Tieren darstellen, auch sich selber für Deutungen wird Hilfe angegeben (aus Befragungen gewonnen)
  • Formen graphischer Gestaltungstests athematisches Zeichnen (= inhaltliche Freiheit) thematisches Zeichnen (=vorgegebene Aufgabe)
  • Warum die indirekte Methode? heikle Fragen rufen oft Antworten hervor, die nicht denTatsachen entsprechen
  • Gütekriterien Familie in Tieren keine Objektivität, Reliabilität oder Validität Spontanhypothesen ergaben kaum Zusammenhänge
  • Ziel des Sceno-Test (Gerhild von Staabs) subjektiv gefärbte Vorgeschichte erhellen ermitteln, wie der Patient bewusst und unbewusst seine Umgebung erlebt und zu ihr Stellung nimmt Hinweise, wo im seelischen Bereich die Probleme zu suchen sind weitere Beobachtungen zusätzlich nötig
  • Scenotest (Gerhild von Staabs) projektiver Spieltest tragbarer Kasten Inneneinsatz 52x36 cm (auch Spielfläche) Puppenfiguren, biegsam, 8-15 cm wie ein Regisseur Puppenfiguren auf Bühne in einer Art Szene auszustellen Wer hat es am besten? Wer hat es am schlechtesten? Welche Rolle würdest du übernehmen?
  • Ansätze zur Interpretation des Sceno-Tests Ansatz des szenischen Verstehens (Diagnostiker erfasst problemstellung intuitiv) mechanistisch-analytischer Ansatz (einzelne Sceno-Materialien haben eine symbolische Bedeutung)
  • Thematischer Apperzeptionstest (Murray) projektives verbal-thematisches Verfahren 31 Tafeln: 30 schwarz-weiß-Bildern und 1 leere Tafel eine/zwei Personen in mehrdeutigen Situationen Testperson soll Geschichten erzählen (2 Sitzungen a 10 Bilder, 1 Stunde pro Sitzung) Zusammenhang mit der Lebensgeschichte (vor dem Test Gespräch)
  • Ziel des TAT (Murray) unbewusste Tendenzen wie Wünsche, Ängste, Konflikte, Abwehrmechanismen und Objektbeziehungen aufdecken
  • Auswertung des TAT (Murray) Identifikation/Quantifikation von Themen, die in der Geschichte auftreten Bsp.: Angst, Aggression, Eifersucht, Hoffnung auf Erfolg, Furcht vor Misserfolg
  • Lüscher-Farbtest 8 Farbvariationen sind nach persönlicher Präferenz zu ordnen Reihung von beliebtester zu unbeliebtester Farbe Farben symbolisieren einen Gefühlsbereich
  • Zuordnung Gefühl - Farbe (Lüscher-Farbtest) Helles Rot: Aktivität, Dynamik, Leidenschaft Dunkelblau: Harmonie, Zufriedenheit, Geborgenheit Blaugrün: Kontrolle, Sicherheit, Beharrlichkeit, Selbstachtung Reines Gelb: Freiheitssuche, Vorwärtsstreben, Veränderung Helles Violett: Selbstbezogenheit, Sensibilität Mittleres Braun: körp. Bedürfnisse, Sinnlichkeit, Bequemlichkeit Grau: Distanz, Neutralität Schwarz: Negation, Auflehnung, Anarchie
  • Bedeutungskategorien (Lüscher-Farbtest) 1./2. Stelle: Lebensziele 3./4. Stelle: aktuelle Lebenssituation 5./6. Stelle: latente Neigungen 7./8. Stelle: abgelehnte Gefühle
  • Interpretation (Lüscher-Farbtest) Rot, Blau, Grün, Gelb: positive Grundbedeutung Schwarz, Braun, Grau, Violett: negative Grundbedeutung
  • optimale Abfolge nach Lüscher Blau Rot Grün Gelb Violett Grau Braun Schwarz