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Innere Medizin (Fach) / Nephrologie (Lektion)

Examensvorbereitung

Diese Lektion wurde von ju89li erstellt.

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  • Was sind Komplikationen der akuten Niereninsuffizienz? Lungenödem Hyperkaliämie metabolische Azidose, HRST Urämie
  • Was ist histologisch für die akute Niereninsuffizienz pathognomonisch? akute Tubulusnekrose
  • Wie stellt sich die Pathogenese bei akutem Nierenversagen dar? Auslöser -> Vasokonstriktion -> ↓Nierendurchblutung -> ↓GFR-> Ischämie -> akute Tubulusnekrose
  • Was sagt die in der Sono ermittelte Nierengröße über die Genese einer Nierenerkrankung aus? große Nieren -> eher akutes Nierenversagen kleine Nieren -> eher chronisches Nierenversagen
  • Wie ist die Prognose für das postoperative, posttraumatische oder septische oligo-/anurische akute Nierenversagen? 50-70% Letalität
  • Was ist eine chronische Niereninsuffizienz? über Jahre chronische Destruktion der Nephrone -> irreversible progrediente Abnahme der GFR  
  • Welche Symptome gehen mit einer chronischen Niereninsuffizienz mit einem Abfall der GFR < 60 ml/min einher? renale Anämie arterieller Hypertonus renale Osteopathie metabolische Azidose periphere Polyneuropathie harnartiger Foetor ex ore gestörte Gonadenfunktion, Impotenz urämisch bedingte Thrombozytenfunktionsstörung -> Hämatome
  • Wie kommt es bei der chronischen Niereninsuffzienz zu einer peripheren Polyneuropathie und was sind Symptome? Urämiegifte -> Schädigung der Myelinscheiden ↓Vibrationsempfinden Gangstörungen ↓Muskeleigenreflexe restless legs
  • Wie stellt sich das Vollbild einer Urämie dar? lebensbedrohlich! Allgemeinsymptome Hyperhydratation -> Ödeme, fluid lung, Halsvenenstau urämisch bedingte Pleuritis, Perikarditis -> typisches knarrendes pleuroperikardiales Reibegeräusch HRST urämische Enzephalopathie
  • Was ist eine Isosthenurie? = Verlust jeglicher Konzentrations- oder Verdünnungsfähigkeit der Niere im Rahmen des chronischen Nierenversagens
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  • Wie erfolgt die Stadieneinteilung der chronischen Niereninsuffizienz? Stadium I - V I: Nierenschaden bei normaler/erhöhter GFR II: normale Retentionswerte, ggf. Hypertonie, sekundärer Hyperpara III: erhöhte Retentionswerte IV: Urämiesymptomatik V: GFR < 15 ml/min
  • Was sind Folgen einer verminderten Aktivierung von Vitamin D bei chronischer Niereninsuffizienz? chronische Niereninsuffizienz: verminderte Aktivierung von 25(OH)-Vitamin-D3 zu 1,25(OH)2-Vitamin D3 -> ↓Resorption von Calcium-> ↑PTH = sekundärer Hyperparathyreoidismus -> ↑Freisetzung von Calcium und Phosphat aus dem Knochen -> renale Osteopathie -> Arteriosklerose
  • Was sieht man bei chronischer Niereninsuffizienz im Urin? Isosthenurie = fehlende Konzentrationsfähigkeit der Niere -> ↓Urinosmolalität ↓spezifisches Gewicht
  • Bis zu welchem Stadium einer chronischen Niereninsuffizienz kann einer konservative Therapie erfolgen und was ist Bestandteil? bis Stadium IV, Stadium V: Nierenersatztherapie RR-Einstellung ≤ 125/75 mmHg mit ACE-Hemmern/AT-I-Antagonisten BZ-Einstellung eiweißrestriktive Diät
  • Wie wird im Rahmen einer chronischen Niereninsuffizienz einer Hyperphosphatämie und ein sekundärer Hyperparathyreoidismus behandelt? phosphatarme Diät orale Phosphatbinder orale Substitution von Vitamin D3
  • Wie ist das terminale Stadium IV der chronischen Niereninsuffizienz definiert und was ist dann unumgänglich? GFR < 15 ml/min Nierenersatztherapie
  • Was sind die beiden prinzipiellen Methoden der Dialyse? 1. extrakorporale Verfahren: Hämodialyse, Hämofiltration, Hämodiafiltration 2. Peritonealdialyse
  • Was sind physikalische Prinzipien der intermittierenden Hämodialyse? physikalische Prinzipien1. Stoffdiffusion im Gegenstromverfahren an einer semipermeablen Membran entlang eines Konzentrationsgradienten2. Ultrafiltration von Flüssigkeiten entlang eines Druckgradienten3. Konvektion =  Mitschwemmen kleiner Moleküle mit der filtrierten Flüssigkeit
  • Wie wird bei der intermittierenen Hämodialyse die Gerinnungsaktivierung im extrakorporalen Kreislauf verhindert? 1. systemische Antikoagulation mit Heparin 2. lokale Antikoagulation durch Komplexierung des Kalziums durch Zitrat an der Entnahmestelle und anschließende Substitution von Kalzium vor Rückgabe des Blutes in den Patienten
  • Wie ist die Behandlungsfrequenz bei der intermittierenden Hämodialyse? 3x 4-5h/Woche Mo - Mi - Fr oder Di - Do - Sa
  • Was ist Voraussetzung für die Durchführung einer intermittierenden Hämodialyse? geeigneter Gefäßzugang z.B. arteriovenöse Cimino-Brescia-Fistel am Unterarm = Anastomose zwischen der A. radialis und einer Unterarmvene (V. cephalica), die End-zu-Seit auf die Arterie anastomosiert wird -> Teil des arteriellen Blutes fließt über Shuntvene direkt zum Herzen
  • Wie viel kg Wasser und damit Gewicht nimmt ein durchschnittlicher anurischer Patient zwischen zwei Dialysebehandlungen etwa zu? 1,5 bis 4 kg
  • Was sind Komplikationen der intermittierenden Hämodialyse? Blutdruckabfall während der Dialyse Shunt-Komplikationen Dysäquilibriumsyndrom: Hirnödem bei zu schneller Entfernung des Harnstoffs
  • Was ist das Dysäquilibriumsyndrom? Komplikation während der Hämo- oder Peritonealdialsye Hirnödem bei zu schneller Entfernung des Harnstoffs
  • Was ist der Vorteil von Hämodiafiltration? größermolekulare Urämietoxine werden besser entfernt kreislaufverträglicher aber auch teurer
  • Was ist Prinzip und Vorteil von der Peritonealdialyse und was ist Voraussetzung? Voraussetzung: Nierenrestfunktion - GFR von mind. 3-5 ml/min Prinzip: Peritoneum wird als semipermeable Membran genutzt Einbringen von 2 Litern Dialysat steril in die Bauchhöhle über implantierten Katheter, Belassen von 4-8 h, 4-5x Austausch/d Vorteile: nicht kreislaufwirksam, selbstständige Durchführung zu Hause, Mobilität des Patienten
  • Was sind Komplikationen bei der Peritonealdialyse? 1. Infektionen des Katheters 2. Peritonitis ->Antibiotikagabe
  • Wie wird in Deutschland die Organspende und die Organvergabe geregelt? Organspende: Deutsche Stiftung Organtransplantation Organvergabe: Eurotransplant
  • Wo hat Eurotransplant seinen Hauptsitz und welche Länder sind Mitglieder? in Leiden/Holland Benelux-Staaten: Belgien, Niederlande, LuxemburgÖsterreichDeutschlandSlowenien
  • Anhand welcher Kriterien erfolgt die Organvergabe über Eurotransplant? Histokompatibilität: Blutgruppe, HLA Prioritätskriterien: Dringlichkeit, Wartezeit, Entfernung
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  • Warum ist die Prognose für die Lebenspende einer Niere in der Regel besser als für die allogene Leichenspenderniere? kürzere Ischämiezeit
  • Wo wird die Spenderniere im Situs implantiert und was passiert mit der Eigenniere? retroperitoneal in der Fossa iliaca Eigennieren verbleiben i.d.R. in situ
  • Was sind absolute und relative KI für eine Nierentransplantation? absolute-Krebs-Ulkus-zytotoxische AK des Empfägers gegen Spenderlymphozyten-chronische Infektion-fortgeschrittene Arteriosklerose relative-Alter > 70-mangelnde Compliance-schwere psychiatrische Erkrankungen
  • Welches Geschlecht ist häufiger von Harnsteinen betroffen und wo liegt der Häufigkeitsgipfel? Männer doppelt so häufig 20. - 40. Lebensjahr
  • Was sind Prädilektionsstellen für Obstruktionen bei Nephrolithiasis? 3 physiologische Engstellen des Ureters-pyeloureteraler Übergang-Gefäßkreuzung mit den Iliakalgefäßen-Blaseneingang
  • Wie stellt sich die Klinik bei Urolithiasis dar? Mikrohämaturie und Allgemeinsymptome (Übelkeit, Erbrechen, Subileussymptomatik) Makrohämaturie v.a. bei Steinabgang
  • Was sind die wichtigsten Komplikationen bei Urolithiasis? Infektionen Urosepsis chronische Niereninsuffizienz bei rezidivierenden Infekten
  • Was ist das pathogenetische Prinzip bei Neprolithiasis? Dysbalance von lithogenen und alithogenen Substanzen Nukleation: initiale Kristallisationskeimbildung -> weitere Anlagerung an präformierte Kristallisationskeime -> Aggregate von Kristallen -> sichbare Steinbildung
  • Was sind alithogene Substanzen im Urin? Zitrat, Pyrophosphate, Mukopolysaccharide
  • Inwieweit hat der Urin-pH Einfluss auf die Steinbildung? neutralisierter pH (6-7) erhöht Löslichkeit für Harnsäure, senkt jedoch die für Kalziumphosphat
  • Warum sind bakterielle Infektionen der Harnwege ein RF für Nephrolithiasis? gesteigerte Lithogenität durch die Ureaseaktivität einiger Bakterienstämme
  • Was ist die häufigste Nierensteinart und was sind Ursachen? 60% Kalziumoxalatsteine Hyperkalziurie, Hyperoxalurie primärer Hyperparathyreoidismus
  • Welche Harnsteinarten begünstigen HWI durch harnstoffspaltende Bakterien v.a. Proteus-Spezies? Kalziumphosphatsteine 20% Struvitsteine 10-20% Magnesiumammoniumsteine
  • Was sind Ursachen für Harnsäuresteine? Gicht idiopathische Hyperurikosurie Dehydration Lesch-Nyhan-Syndrom Tumorlysesyndrom
  • Was ist ein Beispiel für Medikamentensteine? Sulfonamidsteine
  • Worin besteht die Therapie bei Nephrolithiasis? Steine < 6mm: symptomatische Maßnahmen-Analgesie-körperliche Bewegung + Flüssigkeit wenn erfolglos: medikamentöse Litholyse urologische Steinentfernung
  • Welche Analgetika sind bei Nierenkolik kontraindiziert? Morphinderivate -> Tonuserhöhung an der glatten Sphinktermuskulatur
  • Welche Medikamente werden bei einer Nierenkolik zur Schmerzbekämpfung eingesetzt? stark wirkende Analgetika: Metamizol, Pethidin Spasmolytika: Butylscopalamin
  • Wie lässt sich der Steinabgang fördern? ausreichend Flüssigkeit Diuretika Wärme intensive körperliche Betätigung
  • Was sind Verfahren der urologischen Steinentfernung? extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL), 90% Erfolg perkutane Ultraschall- oder Laserlithotripsie durch kleine Flankeninzision zystoskopische Ultraschall- oder Laserlithotripsie endoskopische Entfernung mit Fasszange oder Schlinge