Allgemeine Psychologie (Fach) / Allgemeine Psychologie - Lernen (Lektion)

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Lernen

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  • Was versteht man unter "Lernen"? Unter Lernen versteht man die relativ überdauernde (nicht nur vorübergehende) Veränderung von Verhalten oder Verhaltensmöglichkeiten aufgrund von Beobachtung und Übung.
  • Iwan Petrowitsch Pawlow erarbeitete wichtige Grundlagen für die Verhaltensforschung und legte damit einen Grundstein für die behavioristischen Lerntheorien Überzeugung: Verhalten kann auf Reflexen beruhen (unkonditionierte vs. konditionierte Reflexe) entdeckte das Prinzip der klassischen Konditionierung
  • Wie funktioniert klassisches Konditionieren? ein unkonditionierter/natürlicher Reiz ruft eine unkonditionierte/ natürliche Reaktion (Reflex) hervor: UCS (Futti) --> UCR (Speichel) der unkonditionierte Reiz wird in engem zeitl. Zusammenhang mit einem neutralen Reiz gekoppelt: UCS (Futti) + NS (Glocke) --> UCR (Speichel) nach mehrmaliger Wiederholung ruft allein der vormals neutrale (nun konditionierte) Reiz die vormals natürliche (nun konditionierte) Reaktion hervor: CS (Glocke) --> CR (Speichelfluss) Legende: UC = unconditioned  S     = Stimulus R = Response C = conditioned N = Neutral
  • Welche Bedeutung hat die zeitliche Folge beim klass. Konditionieren? Variationen der Zeitspanne zwischen UCS (Futti) und NS (Glocke) beim Erwerb haben einen Einfluss auf das Gelingen/die Wirksamkeit der Konditionierung (d.h. die Anzahl der erforderlichen Wiederholungen erhöht sich).
  • Wie lässt sich die klass. Konditionierung wieder löschen? NS/CS (Glocke) ohne UCS (Futti) präsentieren
  • Was bedeutet "Reizgeneralisierung" in Bez. auf die klass. Konditionierung? Es ist nicht der exakt selbe Reiz erforderlich, um die (dann allerdings entsprechend schwächere) Zielreaktion hervorzurufen (z.B. höherer Glockenton).
  • Was bedeutet "Reizdiskrimination" in Bez. auf klass. Konditionierung? Die konditionierte Reaktion tritt nur exakt bei dem Reiz auf, der in der Lernsituation mit der Reaktion gekoppelt wurde.
  • Was ist eine Konditionierung zweiter Ordnung? Die Kopplung des CS (Glocke) an einen neuen NS (z.B. Lampe), der schließlich als neuer CS den ursprünglichen CS ersetzt.
  • John Broadus Watson begründete die psychologische Schule des Behaviorismus übertrug das Prinzip der klassischen Konditionierung auf die Psychologie des Menschen 1920: Studie/Experiment "Der kleine Albert" mit Assistentin Rayner
  • Experiment: "Little Albert" belegt die Möglichkeit klassischer Konditionierung von Menschen, speziell die Erlernbarkeit und Generalisierbarkeit von Angstreaktionen These: die erlernten Reaktionen bleiben das ganze Leben lang bestehen und verändern die Persönlichkeiten dauerhaft. Vorstudie: L.A. (9 Monate alt) bekam jeweils kurz und zum 1. Mal in seinem Leben versch. Tiere und Dinge gezeigt. Reaktion: keine Furcht, neugieriges Greifen unabhängig davon: lautes Geräusch (Hammer+Eisenstange) ruft Furcht hervor eigentliches Experiment: L.A. (11 Monate) bekommt eine weiße Ratte gezeigt, gleichzeitig ertönt das unangenehme Geräusch (s.o.) Reaktion: bereits nach wenigen Wiederholungen weigert sich L.A., die Ratte anzufassen, bald zeigen sich massive Angstreaktionen bis hin zu einer generalisierten Angststörung, die sich auch auf flauschige Gegenstände, andere Tiere und weiße Bärte bezieht.  
  • Inwiefern lässt sich die Little-Albert-Studie kritisieren? dünne empirische Basis vermutlich fundamentale Prinzipien der Methodologie verletzt keine Langzeitstudie durchgeführt ethische Bedenken z.T. falsche Angaben in der Literatur
  • Burrhus Frederic Skinner prominetester Vertreter der Behaviorismus in den USA prägte die Bezeichnung "operante" Konditionierung erfand die sog. Skinner-Box
  • Was ist eine Skinner-Box? Ein äußerst reizarmer Käfig für ein Testtier, in der Lernexperimente komplett automatisch durchgeführt werden können. Sie enthält: Vorrichtungen zur Reizerzeugung (Lichter, Lautsprecher) einen Hebel Belohungs- und Bestrafungseinrichtungen (Futterfach bzw. elektrisches Gitter) Dadurch lässt sich z.B. eine Ratte darauf konditionieren, nur bei Aufleuchten eines bestimmten Lichts den Hebel zu betätigen. 
  • Was unterscheidet operantes Konditionieren vom klassischen Konditionieren? Das Lernen beruht auf Effekten, die ein bestimmtes Verhalten nach sich zieht. ei der klass. Konditionierung wird unwillkürliches Verhalten (Reflexe) betrachtet, das durch einen äußeren Reiz ausgelöst wird. Im Gegensatz dazu befasst sich die operante Konditionierung mit willkürlichen/spontanen Verhaltensweisen, die durch Belohnung und Bestrafung modifiziert werden können.
  • Verhaltensaufbau und -abbau durch Verstärkung, Bestrafung und Nichtbeachtung   positive Verstärkung: angenehmer Reiz wird hinzufügt negative Verstärkung: unangenehmer Reiz wird entfernt Bestrafung Typ 1: unangenehmer Reiz wird hinzugefügt Bestrafung Typ 2: angenehmer Reiz wird entfernt Nichtbeachtung: Verhalten hat keine Konsequenzen Verstärkung = ein Ereignis, das die Auftretenswahrscheinlichkeit eines Verhaltens erhöht Bestrafung = ein Ereignis, das die Auftretenswahrscheinlichkeit eines Verhaltens verringert  
  • Was bedeutet "intermittierende" Verstärkung, welche Vorteile bietet sie und was ist ein Verstärkerplan? intermittierende Verstärkung = nicht regelmäßige Verstärkung des Zielverhaltens Vorteil: Bei kontinuierlicher Verstärkung (= es wird bei jeder gewünschten Reaktion verstärkt) gibt es zwar eine steile Lernkurve, es kommt aber auch zu einem schnellen Vergessen, sobald nicht mehr verstärkt wird. Durch intermittierende Verstärkung soll dieser Effekt abgemildert werden. Ein Verstärkerplan ist eine Regel, unter welchen Bedingungen, d.h. wie und wann verstärkt wird. 
  • Welche Verstärkerpläne gibt es? Es wird verstärkt, wenn... eine bestimmte Anzahl von gewünschten Reaktionen erfolgt ist: Quotenverstärkung (fixed ratio, variable ratio) nach dem letzten Verstärten ein bestimmtes Zeitintervall verstrichen ist: Intervallverstärkung (fixed/variable) das Zielverhalten mit hoher/niedriger Frequenz gezeigt wird: Ratenverstärkung
  • Operante Konditionierung: Was ist ein diskriminativer Reiz? exakt der Reiz, der das Zielverhalten auslösen soll, z.B. bestimmtes Licht (Wellenlänge) in der Skinner-Box
  • Operante Konditionierung: Was ist Reizgeneralisation? auch ein dem diskriminativen Hinweisreiz ähnlicher Reiz kann die Rate des Zielverhaltens erhöhen
  • Operante Konditionierung: Was ist Extinktion? Löschung eines konditionierten/erlernten Verhaltens durch Bestrafung oder fortgesetzte Nichtbeachtung
  • Operante Konditionierung: Was ist ein konditionierter Verstärker? ein sekundärer, durch Konditionierung (= Kopplung an einen primären, d.h. angeborenen Verstärker) entstandener Verstärker, d.h. ein Reiz, der einen primären (= angeborenen) Verstärker ankündigt
  • Operante Konditionierung: Was ist Chaining? schrittweises Erlernen einer komplexen neuen Verhaltensweise durch Verkettung einfacherer Teile
  • Operante Konditionierung: Was ist Shaping? macht sich die natürliche Variabilität des Verhaltens zunutze, indem zunächst jedes Verhalten verstärkt wird, das dem Zielverhalten ähnlich ist; mit der Zeit wird das Kriterium immer weiter verschärft
  • Was ist die Bobo doll study? eine Experimenteserie des kanadischen Kognitionspsychologen Alfred Bandura zum Modell- bzw. Beobachtungslernen: 4jährige sahen einen Kurzfilm, in dem ein Erwachsener aggressive Verhaltensweisen gegen eine Puppe ausführt. 3 Gruppen: der Erwachsene wird belohnt der Erwachsene wird bestraft keine Konsequenzen (Kontrollgruppe) Ergebnis A: mehr imintatives Verhalten in Gruppe 1 Ergebnis B: nachdem für die Nachahmung eine Belohnung (Süßigkeit) in Aussicht gestellt wurde, verstärkte sich in allen drei Gruppen die Nachahmungsrate. Bandura schloss daraus: alle Kinder haben das Vorbild-Verhalten erlernt, aber je nach Folgen unterschiedlich reproduziert es besteht demnach ein Unterschied zwischen Erwerb (Akquisition/ Kompetenz) und Ausführung (Performanz) des beobachteten Verhalten
  • Was ist Modell-Lernen und welche Prozesse sind nach Bandura daran beteiligt? Modell-Lernen: kognitivistische Lerntheorie Lernvorgänge, die auf der Beobachtung des Verhaltens von menschlichen Vorbildern beruhen vier Prozesse müssen ablaufen: Aufmerksamkeitsprozesse (das Gesehene muss aufgenommen werden) Gedächtnisprozesse (das Gesehene muss erinnert werden) motorische Reproduktionsprozesse (das Beobachtete zeigt sich in einer Handlung) Motivations- und Verstärkungsprozesse (Handlung tritt erst ein, wenn das Individuum entsprechend motiviert ist) 
  • Was ist Modell-Lernen und welche Prozesse sind nach Bandura daran beteiligt? Modell-Lernen:   kognitivistische Lerntheorie Lernvorgänge, die auf der Beobachtung des Verhaltens von menschlichen Vorbildern beruhen stellvertretende Verstärkung/Bestrafung vier Prozesse müssen ablaufen: Aufmerksamkeitsprozesse (das Gesehene muss aufgenommen werden) Gedächtnisprozesse (das Gesehene muss erinnert werden) motorische Reproduktionsprozesse (das Beobachtete zeigt sich in einer Handlung) Motivations- und Verstärkungsprozesse (Handlung tritt erst ein, wenn das Individuum entsprechend motiviert ist)   
  • Nenne einige Einflussfaktoren auf die Imitationshäufigkeit. Ansehen, Status des Modells (hoch) Geschlecht, Alter (ähnlich) "belohnte" Modelle Aufmerksamkeit des Beobachters wird verstärkt Verhalten des Modells ist auffällig und markant
  • Nenne einige Kennzeichen des Lernens durch Einsicht. Plötzlichkeit der Problemlösung glatter Verlauf einer zum Ziel führenden Handlungsreihe Verhaltens- und Ausdrucksänderung kurz vor der eigentlichen Endhandlung (das Aha-Erlebnis begleitend) subjektive Neuartigkeit der Problemlösung 6 Phasen: Auftauchen des Problems Probierverhalten Umstrukturierung Einsicht und Lösung Anwendung Übertragung
  • Nenne zwei Kennzeichen impliziten Lernens. Lernen geschieht inzidentiell, d.h. beiläufig und nicht intendiert Lernen führt nicht zu einer bewussten Wissensbasis