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Persönlichkeitsdiagnostische Verfahren (Fach) / Verflechtung psychol. Diagnostik & Persönlichkeitspsychologie (Lektion)

Typenlehren, Charakterologien, etc.

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  • Entwicklung des Persönlichkeitsstudiums (Phasen) literarische Phase (Sophokles, Shakespeare) klinische Phase (Freud, Jung) analytisch-empirische Phase (R.B. Cattell, Eysenck)
  • Herausbildung wissenschaftlicher Theorien... ...erst mit der systematischen klinischen (letzte 2 Jhdt.) und der systematischen experimentellen Methode (letztes halbes Jhdt.).
  • Ziel der Klassifizierung von Persönlichkeiten Die Vielfalt der individuellen Unterschiede sollte durch Reduktion auf wenige Typen oder Merkmale überschaubar gemacht werden.
  • Was ist ein "Typus"? = durch einen bestimmten Merkmalskomplex charakterisierte Gruppe, wobei die Einzelmerkmale in sehr verschiedenem Grad vorhanden sein können Merkmalsverbindung hervorstechende und häufig vorkommende Merkmale werden einem Komplex von Merkmalen zugeordnet
  • ältester Vorläufer einer psychologischen Typenlehre "Charaktere" des Theophrast Geizhals Feigling Schwätzer
  • "Charaktere" des Theophrast Geizhals Feigling Schwätzer
  • Idealtypus reiner Typus = Idealpersönlichkeit bzw. Konstruktion
  • Problem des "Typus" Wo sind die "Klassengrenzen"? realistischer sind Mischtypen
  • Prinzip der Polarität Zum Typus gehört immer auch der "Gegentyp" (z.B. Choleriker - Phlegmatiker) Es hängt von der Anzahl der Pole ab, in welche Dimensionen sich die polare Spannung von Typ zu Typ bewegt Zweipoligkeit vorherrschend
  • Realtypus vs. Idealtypus Realtypus: mehr oder minder erreichbar Idealtypus (Annäherungsbegriff): immer nur Annäherung, kann nie restlos erreicht werden
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  • Beispiele für Realtypen Konstitutionstypologien (Kretschmer, Sheldon) Typen von Eysenck Rassetypen
  • Beispiele für Idealtypen Grundtypen (C.G.Jung) Sprangersche "Lebensformen" Rassenseelentypen
  • Konstitutionstypologie (Kretschmer) Zusammenhänge zwischen Merkmalen des Körperbaus und Charakter pyknische Menschenform (zyklothyme Wesensart) -> normal leptosome Menschenform (schizothyme Wesensart) -> normal athletische Menschenform (visköse Wesensart)
  • Wovon geht Ernst KRETSCHMER aus? zwei neue Typen und ihre Abwandlungen: zirkuläres und schizophrenes Irresein (große Formen der Geisteskrankheit) zyklothym & schizothym: normal zykloid & schizoid: zwischen krank und gesund
  • Geisteskrankheit (Kretschmer) = besteht lediglich in einer extremen Überzeichnung von Eigentümlichkeiten (Spielarten, die sich auch im Bereich des Normalen finden lassen) Geisteskranke unterscheiden sich von Gesunden im Erleben und Verhalten nur quantitativ!
  • Hauptkritikpunkte Theorie Kretschmer Mängel an der methodischen Durchführung nicht repräsentative Zusammensetzung der Stichproben fehlende Kontrolle des Alterseinflusses (Leptosome und Athletiker werden oft zu Pyknikern) nur wenige reine Typen (eher Mischformen)
  • drei psychische/physische Typen (Sheldon) physisch Endomorph (weich, rundlich) Mesomorph (muskulös, hart) Ektomorph (mager, dünnhäutig) psychisch Viszeroniker (gutmütig, gesellig) Somatotoniker (angriffslustig, extravertiert) Zerebrotoniker (überempfindlich, introvertiert)
  • Psychologische Typen (C.G. Jung) bipolare Funktionstypologie in jedem Menschen enthalten, eine Seite verdrängt die andere (Konflikte) Extravertierte (positiv zur Umwelt) vs. Introvertierte (defensiv, passiv)
  • Auf welcher Theorie basiert der Myers-Briggs-Typindikator und die Sozionik? der Myers-Briggs-Typindikator und die Sozionik basieren auf der bipolaren Funktionstypologie von Jung (Extraversion vs. Introversion)
  • Typenlehre der Lebensformen (Spranger) sechs Idealtypen möglicher Wertausrichtungen: theoretische (Wahrheit) ökonomische (Nützlichkeit) ästhetische (Harmonie) soziale (Liebe) politische (Macht) religiöse (mystische Einheit)
  • Charakterologien (Historisches) Höhepunkt der Typenlehren in 20er und 30er 20.Jhdt. abgelöst durch charakterologische Schichtenlehren (bis 50er) Erste Ansätze einer Schichttheorie bei Platon, Aristoteles & Thomas von Aquin
  • Aristoteles das gesamte Sein ist fünfschichtig Materie, Dinge, Lebewesen, Seele Geist
  • Platon das Seelische ist in übereinander gelagerten Schichten aufgegliedert
  • Zwiebelmodell (Rothacker) erste ausgearbeitete Schichttheorie Tiefenperson (Triebe und Emotionen) Personschicht (Ich mit Wollen und Denken)
  • Aufbau des Charakters (Lersch) introperspektiv erlebbare Schichten der Person Lebensgrund (vorpsychisch) endothymer Grund (Tiefen des Ichs: Gefühle, Affekte, Strebungen) personeller Oberbau (höhere Schicht des Denkens und Wollens)
  • Klages Graphologe Ausdrucksprinzip: Das Leben drückt sich aus, drängt nach Ausdruck und schafft Ausdruckserscheinungen Schrift ist Ausdruck der Persönlichkeit Jede ausdrückende Körperbewegung verwirklicht das Antribeserlebnis des in ihr ausgedrückten Gefühls
  • Persönlichkeitsmodell (Freud) Es Ich Über-Ich
  • Systematik der Charaktere (Fromm) entfremdete Charakterorientierungen vs. produktive Charakterorientierungen angelehnt an Freuds Charakterlehre und Existenzphilosophie
  • Integrationstypologie (Jaensch) aus Untersuchung verschiedener Formen des Wahrnehmungsverhaltens entwickelt nach außen vs. nach innen integrierte Typen und Projektionstypen
  • faktorenanalytische Persönlichkeitsmodelle (Namen) R.B. Cattell, Eysenck, Guilford
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  • Forschungsziel Differentielle Psychologie Verhaltensbereiche mit großer systematischer, interindividueller Varianz auf latente Variablen (Faktoren, Komponenten, Dimensionen) hin zu analysieren, als deren mathematische Funktion die manifesten Verhaltensvariationen darstellbar sind
  • Was wurde aufgrund der Differentiellen Psychologie eingeführt? interindividuelle Variationsbreite vieler Verhaltensmerkmale bestimmt auf eine kleine Zahl latenter Variablen statistisch zurückgeführt in Strukturtheorien der Intelligenz und Persönlichkeit aufgearbeitet
  • Wann greift die Diagnostik auf das Eigenschaftskonzept zurück? wenn nicht Aussagen über ein konkretes Verhalten gemacht werden sollen, sondern Aussagen auf einem höheren Abstraktiosniveau verlangt werden
  • Definition Eigenschaftskonzept = gedankliche Konstruktionen oder hypothetische Gebilde, die entwickelt wurden, um bestimmte beobachtbare, aber unterschiedliche Verhaltensweisen in mehr oder minder breite Kategorien zusammenzufassen
  • Wann spricht man von einer hohen Merkmalsausprägung? je nach Intensität und / oder Häufigkeit der einer Kategorie zugeordneten Verhaltensweise
  • Definition Eigenschaften = Annahme bzw. Zuschreibung von relativ breiten und zeitlich stabilen Dispositionen zu bestimmten Verhaltensweisen, die konsistent in verschiedenen Situationen auftreten
  • Kritik an Persönlichkeitseigenschaften inwieweit ist menschliches Verhalten tatsächlich über die Zeit stabil und über vergleichbare situationen konsistent? Walter Mischel: zweifelt an zeitübergreifenden und transsituativen Persönlichkeitsdispositionen (theor. Mittelstellung zwischen Traitisten und Situationisten)
  • Interaktionismus (Walter Mischel) zweifelt an zeitübergreifenden und transsituativen Persönlichkeitsdispositionen theor. Mittelstellung zwischen Traitisten und Situationisten Verhalten und Erleben kann durch die Kenntnis von Situationsparametern und Teilstrukturen erklärt werden
  • konventionelle Persönlichkeitsmodelle nehmen an, dass das Verhalten eines Menschen davon abhängt, welche Eigenschaften/Charakter er hat/zu welchem Typus er gehört Lerntheoretiker kritisieren das Ignorieren der Situation
  • Argumente für die Stabilität des Verhaltens Paul Wachtel: es kommt darauf an, wie die äußere Situation vom Individuum wahrgenommen und interpretiert wird kognitive Personenvariablen müssen bei der Verhaltensvoraussage berücksichtigt werden (aber aus exp. Untersuchungen ableiten) Langzeit-Untersuchung von Jack Block (Konsistenz von Persönlichkeitsmerkmalen) Epstein: durch Aggregation von widerholt gemessenen Verhaltensweisen deutlich höhere Reliabilitäten erziehlt (durchschnittliches Verhalten)
  • Kritik an Epsteins Aggregation Mischel und Peake Verhaltensstabilität wird von Epstein mit situationsübergreifender Konsistenz verwechselt
  • Singer es gibt immer Beispiele für Gleichförmigkeit als auch Variation des Verhaltens Wahrnehmung: Wir nehmen sowohl Konsistenz des Verhaltens wahr als auch Variabilität über Zeit und Situationen hinweg (positiv und negativ)
  • Untersuchung von Hartshorne & May Schachteln mit Geld an Kinder Kinder behielten einen Teil des Geldes Kinder waren durchgängig ehrlich oder unehrlich (so aber nicht korrekt)
  • In welchen Untersuchungen sprechen die Ergebnisse für Konsistenz? Untersuchungen, in denen das Verhalten durch Beobachter anhand von Ratingskalen oder durch den Betreffenden selbst eingeschätzt wird
  • In welchen Untersuchungen sprechen die Ergebnisse für Situationsspezifität? in Untersuchungen, in denen tatsächliches Verhalten in verschiedenen Situationen erfasst wurde
  • Self-Monitoring (Snyder) unterscheidet Personen, die sich selbst weniger oder mehr überwachen weniger überwachen = situationsabhängiger unterschiedliche Personengruppen, die mehr oder minder von ihren Eigenschaften bzw. mehr oder minder situativ gesteuert werden
  • Was ist für eine psychol. Erforschung von Persönlichkeitsmerkmalen besonders von Bedeutung? situationsübergreifende Unterschiede Besonderheiten im Verhalten
  • Warum machen die modernen Persönlichkeitstests von der Selbstbeschreibung Gebrauch? da es unökonomisch wäre, Persönlichkeitstests auf Verhaltensproben und -beobachtungen aufzubauen
  • Vorteil von Selbstberichten so gut wie jeder denkbare Verhaltensbereich wird erfasst Informationen werden ökonomisch erhoben Selbstberichtsdaten in standardisierter Form
  • reaktive Messinstrumente alle Verfahren zur Messung von Persönlichkeitsmerkmalen sind anfällig gegenüber "subjektiven" Einflüssen auf das Untersuchungsergebnis Reaktionstendenzen (response sets)