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Psychologie (Fach) / Themen und Problembereiche (Lektion)

Einführung in die Psychologie, ihre Geschichte, Ziele und Perspektiven. Gastreferate zu verschiedenen Tätigkeitsbereichen der Psychologie.

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  • Konstruktorientierte Verfahren: Tests und Fragebögen Tests als klassesche Messverfahren Im Rahmen von ACs werden häufig verschiedene Varianten eingesetzt: → Persönlichkeitsfrageögen (z.B. Big Five oder Bochumer Inventar zur berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung BIP)→ Leistungstests (Intelligenztests): allg. vs. spezif. kognitive     Fähigkeiten→ Motivationstests: bsw. Leistungsmotivationsinventar Intelligenz ist bspw. ein sehr valider Prädiktor, bei big 5 zählt v.a. Gewissenhaftigkeit als guter Prädiktor für Arbeitsleistung Problemfelder:→ Bandbreite vs. Akkuratheit von Urteilen→ Verfälschungstendenzen→ Problem in der Praxis: etablierte und valide wissenschaftliche     Testverfahren vs. Ungeprüfte Testverfahren verschiedener Anbieter
  • Simulationsorientierte Verfahren: Verschiedene Übungen (Personalauswahl) In einem AC werden verschiedene simulationsorientierte Übungen durchgeführt: Postkorbübung: Simulation einer administrativen Tätigkeit (Schreibtischarbeit), meistens in Kombination mit Präsentation Case Study: komplexe Unterlagen (Wirkungsgefüge und weniger Einzelfälle), meistens in Kombination mit Präsentation Präsentation: mündliche Einzelaufgabe, Halten eines Vortrages einer bestimmten Dauer nach einer bestimmten Vorbereitungszeit Rollenspiel: Simulation von Interaktionen (meistens zwei Personen: Rollenspieler) im innerbetrieblichen Kontext oder einer Kundensituation Gruppendiskussion: Kleingruppenarbeit mit typischerweise ca. sechs Teilnehmenden, ein vorgegebenes Problem soll diskutiert und am Ende ein Beschluss gefasst werden Validitäten sehr unterschiedlich hoch, zw. ?? und .70Einige Problemfelder: Wirklichkeitsnähe Situative Einflüsse Wenig Standardisierung Augenscheinvalidität
  • Biographieorientiertes Verfahren: Interview Interview als Teil des AC (andere biographieorientierte Verfahren: Sichtung der Bewerbungsunterlagen, biographische Fragebogen) Interview = Gesprächssituation zw. 2 oder mehreren Pers. für den Austausch bewerbungsrelevater person-, arbeits- und organisationsbezogener Information → Informationsquelle für Stellenanbieter nach Sichtung der Bewerbungsunterlagen das verbreitetste Instrument der Personalauswahl Fragen beziehen sich auf: Berufserfahrung, Ausbildung, Aspekte des Lebenslaufs, subjektive Verarbeitung, persönliche Bereiche Von unstrukturiert bis komplett standardisiert (je standardisierter desto valider) Problemfelder:- Objektivität- Wahrnehmungs- bzw. Urteilstendenzen
  • Verschiedene Typen bei strukturierten Interviews Behavior Description Interview: vergangenheitsbezogen Situatives Interview: "was würden sie tun?" Multimodales Interview: Kombination verschiedener Fragetypen  
  • Evidenzbasierte Personalauswahl Zusammenspiel zwischen Theorie und Praxis Evidenzbasiertes Vorgehen = an Fakten orientiertes Handeln (Entscheidungen auf Grundlage der empirisch abgesicherten Wirksamkeitsnachweise) Ergebnisse von Metaanalysen können dabei genutzt werden: Welche Personalauswahlverfahren sind nachweislich wirksam, d.h. führen zu guten Personalentscheidungen? Vergleich von Theorie und Praxis zeigt Übereinstimmungen und Abweichungen (Übereinstimmung: strukturiertes Interview und Graphologisches Gutachten, Abweichung: AC und Intelligenztest)
  • NEO einer der etabliertesten Fragebögen der Persönlichkeitbig five:- Extraversion- Offenheit- Gewissenhaftigkeit- Verträglichkeit- Neurotizismus (emotionale Labilität)
  • Problematik bei der Praxis der Personaldiagnostik: Wissenschaft vs. Unternehmen: dazwischen Praxis der Personaldiagnostik Wissenschaft:- methodische Prinzipien- mathematische Verfahren- Gütekriterien- Messinsturmente- diagnostische Verfahren- Evaluationsmethodik- Forschungsergebisse- Theorie→Kommunikationsprobleme Unternehmen- Zeitdruck- learning by doing- Alltagspsychologie- Traditionen- materielle Ressourcen- Routine- Selbstvertrauen- Machtinteressen→ manglende Nachfrage
  • Personalauswahl: Die DIN 33430 als mögliche Lösung Fachbeschreibung grundlegender Standards der Pesonaldiagnostik, Beschränkung auf: Personalauswahl und -platzierung Prozessnorm: Verfahren, Ablauf, Person nichts darf für sich allein evaluiert werden, das beste Verfahren kann falsch eingesetzt werden! freiwillige Norm Situation CH: verbindliche Standards fehlen
  • Vorhersage = Aussagen über die WS, mit der ein bestimmtes Verh. auftreten wird oder ein best. Zusammenhang nachgewiesen werden kann→ müssen exakt formuliert werden, um gtestet und zurückgewiesen werden zu können, falls es keine positiven Belege geben sollte wissenschaftliche V.beruht auf 2 Elementen:- Verständnis darüber, welche Bedingungen und Verhaltensweisen mit-  einander verknüpft sind- Annahmen über die Mechanismen, welche Prädiktor und Verhalten  verknüpfen kausale V.spezifiziert Bedingungen unter denen sich das Verhalten ändertUntersuchung durch systematische Variation von Bedingungen und Beobachtung der Reaktion
  • Erklärung = Synthese der gewonnenen InformationGeht über Beobachtbares hinaus Ziel: regelhafte Muster im Verhalten und in mentalen Prozessen zu finden. Wie kommt Verhalten zu stande?Verhalten wird durch eine Kombination von Faktoren beeinflusst: Internale Faktoren, organismische/dispositionelle Variablenz.B. Motivation, genetische Anlagen, Selbstwertgefühl externale Faktoren, Umweltvariablen, situationale Variablenz.B. Reiz (Musik, Farbe), Kulur, soziale Gruppe → für Erklärung müssen beide Arten von Faktoren beachtet werden→ können sowohl lang- als auch kurzfristig auftreten
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  • Beschreibung Beobachtungen = DatenVerhaltensdaten = Aufzeichnung von Beobachtungen, wie sich Organismen verhalten und den Bedingungen, unter denen Verhalten auftritt Wahl einer angemessenen Analyseebene: Obere (globale) Ebene:Verhalten der gesamten Person in komplexen sozialen und kulturellen Kontexten (z.B. Ursache von Vorurteilen) Nächste (spezifischere) Ebene: isolierte Verhaltensweisen und Reaktionen z.B. Reaktionszeit auf ein Stoppsignal hin Untere Ebene: noch kleinere Verhaltenseinheiten, z.B. biochem. Veränderung im Gehirn während des Lernens ObjektivitätAnwendung von wissenschaftlichen Methoden, so, dass die Datenerhebung und -analyse nachvollziehbar ist und von anderen Forschern kontrolliert und repliziert werden kann. --> Verwendung definierter Sprache!
  • Psychodynamische Perspektive: Untersuchungsschwerpunkt und primäre Forschungsthemen Untersuchungsschwerpunkt Unbewusste Triebe, Konflikte primäre ForschungsthemenVerhalten als sichtbarer Ausdruck unbewusster Motive
  • Behavioristische Perspektive Untersuchungsschwerpunkt und primäre Forschungsthemen UntersuchungsschwerpunktSpezifische gezeigte Reaktionen primäre ForschungsthemenVerhalten und seine Verursachung durch Stimuli und Konsequenzen Bsp. AggressivitätIdentifiziert die Verstärker vergangener aggressiver Reaktionen (z.B. mehr Aufmerksamkeit). Behauptet, dass Kinder von körperlich züchtigenden Eltern lernen, später mit ihren Kindern genauso zu verfahren
  • Humanistische Perspektive Untersuchungsschwerpunkt und primäre Forschungsthemen Untersuchungsschwerpunkt Menschliches Erleben und Potenzialeprimäre ForschungsthemenLebensmuster, Werte, Ziele Bsp. AggressionSucht nach persönliche Werten und sozialen Bedingungen, die selbst-einschränkende und aggressive Perspektiven anstelle von wachstumsfördernden und geteilten Erfahrungen nähren.
  • Kognitive Perspektive Untersuchungsschwerpunkt und primäre Forschungsthemen Untersuchungsschwerpunktmentale Prozesse, Spracheprimäre ForschungsthemenSchlussfolgern auf geistige Prozesse durch Verhaltensindikatoren Bsp. AggressionErfasst die unterschiedlichen feindseligen Gedanken/Phantasien, die Menschen bei der Wahrnehmung gewalttätiger Handlungen erleben.Untersucht Einfluss von Gewalt in Filmen und Videos
  • Biologische Perspektive Untersuchungsschwerpunkt und primäre Forschungsthemen UntersuchungsschwerpunktProzesse im Gehirn und NSprimäre ForschungsthemenBiochemische Basis von Verhalten und mentalen Prozessen Bsp. AggressionUntersucht Rolle spezifischer Gehirnareale für die Aggressivität. Analysiert uauch das Gehirn von Massenmördern im Hinblick auf Abnormalitäten, untersucht Aggression bei Frauen im Zusammenhang mit den Phasen des Menstruationszyklus
  • Evolutionäre Perspektive Untersuchungsschwerpunkt und primäre Forschungsthemen Untersuchungsschwerpunktevolutionär entstandene psychische Anpassungsvorgängeprimäre ForschungsthemenMentale Mechanismen als evolutionär entstandene adaptive Funktionen Bsp. AggressivitätBetrachtet, welche Bedingungen Aggression zu einem Anpassungsverhalten für Urmenschen machten.
  • Kulturvergleichende Perspektive Untersuchungsschwerpunkt und primäre Forschungsthemen Untersuchungsschwerpunkteinterkulturelle Muster von Haltungen und Verhaltenprimäre Forschungsthemenuniverselle und kulturspezifische Aspekte menschlicher Erfahrung Bsp. Aggression:Betrachtet, wie Mitglieder verschiederner Kulturen Aggression zeigen und interpretieren
  • Mangelhafte kollektive Entscheidungsprozesse: gruppendenken (Vorbedingungen, Symptome, Merkmal der Entscheidungsprozesse, Massnahmen, um es zu verhindern) Vorbedingungen: hoher Zeitdruck, hohe Kohäsion, Isolation, direktive Führung Symptome: Illusion der Einstimmigkeit, Gefühl der Unfehlbarkeit, Zensur von Abweichlern, Stereotype über Aussenstehenden, Kollektive Rationalisierung Merkmale der Entscheidungsprozesse: Mangelhafte Informationssuche, mangelhafte Alternativensuche, selektive Bewertung von Alternativen, fehlende Planung von Konsequenzen Massnahmen, um GD zu verhindern: offene Entwicklung und Bewertung von Alternativen, Ermutigung zu Kritik und Meinungsabweichungen, Beizug von Experten, Institutionalisierung eines Advocatus diaboli
  • Arbeitspsycholgie und Kognitive Ergonomie Begriffsbestimmungen Arbeitspsychologie befasst sich mit der psychologischen Analyse, Bewertung und Gestaltung von Arbeitstätigkeiten. Ergonomie beschäftigt sich mit der Gestaltung menschlicher Arbeit, fokussiert jedoch stärker auf der Optimierung der Mensch-Maschine-Schittstelle.(ergon: Arbeit, Werk; nomos: Gesetz, Regel)
  • Kognitive Ergonomie: Übersicht über die Anwendungsfelder Arbeitsanalyse Arbeitsgestaltung Training und Personalentwicklung Belastung und Beanspruchung Arbeitszeitgestaltung Gruppenarbeit Mensch-Maschine Systeme Automatisierung und Unterstützungssysteme Software- und Konsumgüterergonomie
  • Untersuchungsparadigma (=methode) Behaviorismus 1. Antezedens: Umweltbedingungen (i.d.R. ein Stimulus, z.B. Geräusch)2. Verhaltensantwort: Was tut das Tier nach dem Stimulus?3. Konsequenz: Was folgt auf das Verhalten?
  • Behavioristische / evolutionsbiologische Kritik an Chomskys Universalgrammatik Überflüssig: die Tatsache, dass sprechen nützlich für ein Individuum ist, reicht aus dafür, dass Sprache benützt wird, egal in welcher Weise. Sprache muss nicht genetisch determiniert sein, sondern kann auch als Anpassung an allgemeine Verarbeitungsmechanismen des Gehirns erklärt werden. Sprache verändert sich sehr schnell, Gene nicht! Sprache passt sich an Umwelt und unser Gehirn an.
  • Bsp. für moderne kognitive Paychologie: Wird unsere Handlung durch das Bewusstsein gesteuert oder begleitet das Bewusstsein unsere Handlungen? Libet:Untersuchung zur willentlichen Auslösung von Handlung: Personen beobachten Bildschirm, auf dem sich ein Punkt bewegt. Dürfen einen Knopf drücken, so oft sie wollen. Aufgabe: Merken, wo der Punkt ist, wenn sie sich entscheiden zu drücken. → Personen berichten Position 200 msec bevor sie Knopf drücken→ Prämotorischer Kortex ist aber 500 msec vorher aktiviert, weiss also 300 msec vorher, dass Knopf gedrückt wird! Freier Wille?
  • Kognitive Psychologie: Übereinstimmung Piaget und Chomsky Kognitionen als unabhängige Entitäten (Dasein, Welt), keine (reinen) Reiz - Reaktionsmodelle
  • Einflussfaktoren auf das Ergebnis von Usability-Tests System Prototyp- Ästhetik- Ähnlichkeit der Interaktion- Funktionsbreite- FunktionstiefeTestumgebung- physikalische Aspekte- soziale Aspekte Aufgabe- Tiefe- Breite Benutzer-Eigenschaften- Expertise- Einstellungen- Befinden- Persönlchkeit→ Ergebnisse von Usability Tests- Leistung- Bedienverhalten- Informationssuchverhalten- Usability-Einschätzung- Attraktivitätseinschätzng- emotionale Reaktion
  • Adaptivität von Kompetenzen: Theoretische Grundlagen und Fragestellung Abfederung von Stresseffekten durch Training- Umgebungsstressoren- Aufgabenspezifische Stressoren (z.B. unbekannte Störfallszenarien) Wissens- und prozedurorientiertes Training → Komplexe und hochautomatisierte Arbeitssysteme (z.B.Cabin Air Managemnt System)