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Psychologie (Fach) / Themen und Problembereiche (Lektion)

Einführung in die Psychologie, ihre Geschichte, Ziele und Perspektiven. Gastreferate zu verschiedenen Tätigkeitsbereichen der Psychologie.

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  • Kontrolle Eine kausale Erklärung von Verhalten ist dann überzeugend, wenn sie Bedingungen herstellen kann, unter denen das Verhalten kontrolliert werden kann. Kontrolle = hemmen/verstärken von Verhalten Verbesserung von Lebensqualität durch:- Prävention- InterventionVoraussetzung: wissen, wie besserer Zustand aussieht
  • Wilhelm Wundt Vater der experimentellen Psychologie, Gründer des ersten Labors für experimentelle Psychologie, studierte Medizin und Physiologie, wahrscheinlich produktivster Wissenschaftler aller Zeiten Ziel: Bewusstsein mithilfe von naturwissenschaftlichen Methoden untersuchenMessen von Empfindungen, Wahrnehmung und einfachen Reaktionen (Formen des Bewusstseins!) Methode: experimentelle Herangehensweise und Kontrolle, naturwissenschaftliche Apperaturen, statistische Instrumente, Variation der Bedingung Grundannahme: Äussere Sinneseindrücke lösen Empfindungen aus. Empfindung = Resultat von Reizung der sensorischen NZ und Weiterleitung im NS, erster psychischer Akt, etwas neues, lässt sich aus den vorhergehenden Vorgängen nicht ableiten. → Übertragung Methoden aus den Naturwissenschaften auf Fragestellungen der Philosophie: Psy als eigene Fachdisziplin entsteht!
  • Edward Titchener Schüler von Wundt, verbreitete seine Ideen in den USA, gab Wundts Forschungsansatz den Namen Strukturalismus. Introspektion (= Untersuchung eigener Gedanken auf spezifische Empfindungs und Wahrnehmungserlebnisse) liess Vpn Denk-, Urteils-, und Problemlöseaufgaben lösen, berichten, was sie beim Lösen erlebt haben. Konstruktivistische Grundannahmen
  • Strukturalismus Definition: Untersuchung der Struktur von Geist und Verhalten→ was ist der Inhalt des Geistes? (Untersuchungsgegenstand) Konstruktivistische Grundannahmen: jede geistige Erfahrung ist eine Kombination von einzelnen Komponenten. Wenn man alle Komponenten kennt, versteht man den Geist. Intropektion = Untersuchung eigener Gedanken auf spezifische Wahrnehmungs- und Empfindungserlebnisse (Titchener) Ziel: Erstellen einer Art Karte des Geistes, welche alle funktionalen Strukturen und deren Verbindungen enthält, soll ihn vollständig beschreiben.
  • Probleme und Kritik Strukturalismus Probleme: Introspektionisten stimmen in ihren Berichten über ihre Introspektionen nicht überein, Problem der Reabilität unbewusstes Denken, wird nicht geäussert Kritik: Elementarismus: nur einzelne Elemente des Verhaltens werden untersucht, nicht komplexes Verhalten Reduktionismus: jede komplexe menschliche Erfahrung wird auf einfache Komponenten zurückgeführt Mentalismus: nur verbale Berichte werden untersucht, Tiere, Kinder, Verwirrte können ihre Introspektionen nicht berichten, sind ausgeschlossen  
  • Funktionalismus William James, Physiologe, gibt erste Psychologie VL an der Harvard. Übereinstimmung mit Strukturalismus: Untersuchung des Bewusstseins zentral.ABER: nicht Inhalte, Strukturen, Elemente des Bewusstseins werden untersuchtBesusstsein = stetiger Strom, Eigenschaft des Geistes, welche in stetiger Interaktion mit der Umwelt steht und die Anpassung an die Umwelt erleichtert.→ Funktionen mentaler Prozesse und Erklärung komplexer Verhaltensweisen zentral (Zweck?) z.B erlernte Gewohnheiten Experimentelle Kontrolle nicht wichtig, Einzigartigkeit jedes Individuums lässt sich nicht auf Zahlen/Formeln reduzieren.(warmherzige Psy, Ziel liegt eher im Erklären, weniger in experimenteller Kontrolle) John Dewey: Gründer der funktionalistischen Schule (Philosoph)→ beschäftigt sich mit praktischer Anwendung mentaler Prozesse: liefert Impuls für fortschrittliche Erziehung, handlungsorientiertes Lernen anstatt Auswendiglernen.
  • Die psychodynamische Perspektive Menschliches Verhalten wird durch starke innere Kräfte (biologisch ererbte Triebe, Deprivationszustände) angetrieben und motiviert. Diese Triebe stehen in stetigem Konflikt mit den sozialen Erfordernissen und Normen unserer Gesellschaft → Verhalten = KompromisslösungHauptzweck des Verhaltens =Reduktion von Spannungen Physiologische Erregung und Konflikte liefern Energie für Verhalten. Sigmund Freud, Arzt, Entwickler Psychoanalyse  
  • Sigmund Freud Arzt, entwickelte Psychoanalyse Menschen handeln nicht immer rational, Handlungen können durch Motive gesteuert werden, die dem Bewusstsein nicht zugänglich sind. betont frühkindliche Phase als jene Phase, in der sich die Persönlichkeit ausbildet: frühe Kindheitserfahrungen bestimmen spätere Reaktionen TechnikGrundregel: Ehrlichkeit, alles aussprechen, was ins Bewusstsein kommt. Freie Assoziation: Patient folgt  Bewusstseinstrom und Assoziationen, erreicht dadurch Bewusstsein über verdrängte traumatische Ereignisse (meist aus Kindheit) und kannn dadurch Symptome (=unbewusste Ausdrücke von verdrängten Traumatas) kontrollierenZiel: Unbewusstes bewusst machen, bessere Kontrolle über Verhalten erlangen!
  • Freuds Beiträge zur modernen Psychologie - Erkenntnis der Bedeutung der Sexualität für den Menschen- erste voll entwickelte Theorie über die Funktion der Persönlichkeit- Bedeutung unbewusste Prozesse- Erkenntnis des Konflikts zwischen Eingeninteresse und den   Anforderung den der Gesellschaft.
  • die behavioristische Perspektive Untersucht wird, wie bestimmte Umweltstimuli bestimmte Arten des Verhaltens kontrollieren. Black Box: Was im Mensch/Tier vorgeht, wird als nicht untersuchbar betrachtet, weil nicht beobachtbar Assoiationen als Verbindung Reiz-Reaktion (Assoziationismus) John Watson: Gegner der Introspektion, Psychologie soll allein das Verhalten des Organismus und die Umwelt betrachten, nicht das Innere.→ Annahme: jedes Verhalten ist Ergebnis weniger LernprinzipienZiel: psychologische Forschung soll nach spezienübergreifenden beobachtbaren Verhaltensmuster suchen. B.F. Skinner: seine Arbeiten finden Anwendung in Pädagogik (Versuch, Verhalten durch Belohnung zu verbessern) und Psychotherapie (z.B. Angststörungen)
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  • die humanistische Perspektive Mensch als aktives Geschöpf, von Grund auf gut, hat Freiheit der Wahl. (nicht von Umwelt manipuliert/von inneren Kräften angetrieben) → wurde in 50-er Jahren als Alternative zum behavioristischen/ psychodynamischen Ansatz entwickelt. Verhalten wird auf einer anderen Ebene analysiert. In der Lebensgeschichte eines Menschen wird nach Verhaltensmustern Ausschau gehalten.Sehr abstrakte Ebene, komplexe Verhaltensmuster Hauptaufgabe des Menschen = nach positiver Entwicklung streben→ betont die einem Individuum innewohnende Fähigkeit, rationale Entscheidungen zu treffen
  • Persönlichkeitstheorie von Carl Roger Carl Roger betont natürliche Tendenz des Individuums zur geistigen Weiterentwicklung und Gesundheit. (wird durch positive Bewertung durch das Umfeld noch bestärkt) Persönlichkeitstheorie (Annahme: Mensch strebt nach Selbstverwirklichung) Selbstkonzept:entwickelt sich in der Kindheit/Jugend durch Interaktion mit der Umwelt, Sitz der individuellen Realität, bestimmt eigenes Wahrnehmen, Erleben und Interpretation der Umwelt. Idealselbst: eigene Ideale und internalisierte Ideale der GesellschaftRealselbt: tatsächliche Eigenschaften und Fähigkeiten Wenn Idealselbst mit Realselbst übereinstimmt: positives Selbstkonzept, positive Bewertung der eigenen Person und der UmweltDiskrepanz von Ideal- und Realselbst: negatives Selbstkonzept, Selbstwertproblematik, psychische Störung
  • Carl Roger: Entwicklung positives Selbstkonzept in der Kindheit --> 7 Botschaften der Eltern bedingungslose Liebe, das Kind lieben, wie es ist Wertschätzung: altersentsprechende Regeln, Berücksichtigung der kindlichen Bedürfnisse, Partnerschaftlichkeit gegenüber Kind Zulassen von Gefühlen, auch negativen Unterstützung und Anregung des Kindes Interesse an der positiven Entwicklung des Kindes (Echtheit) Autonomie zulassen, Unterstützung der freien Entfaltung, keine Überkontrolle/Zwang Sicherheit, Geborgenheit, Zuverlässigkeit
  • Carl Roger, Gesprächspsychotherapie Therapeut und Klient sind gleichwertige Partner (klientenzentrierter Ansatz), wendet sich gegen hierarchisches Modell der Psychoanalyse wertschätzen und ernst nehmen des Gegenübers Begegnung des geamten Menschen, inklusive Emotionen Ziel = Empathie, wird erreicht durch Technik des Encounter = Begegnung, welche das Gefühl einschliesst→ spontane innere Reaktionen auf eine andere Person, eine Situation, sowohl in direkter Erfahrung als auch nur beim Gedanken daran → rationale Analyse weniger wichtig als Mitfühlen
  • Abraham Maslow Self-actualization (Selbstverwirklichung) = Drang eines Individuums, sein Potential möglichst umfassend zu entfalten Inneres Selbst = naturgegeben, per se weder gut noch böse Biologisches Element: Mensch als Spezies hat bestimmte EigenschaftenHumanistisches Element: das Selbst kann verwirklicht werden Motivationstheorieder gesamte Mensch ist motiviert, nicht nur ein Teil von ihm.Ich bin motiviert, wenn ich Verlangen, Bedürfnis, Sehnsucht, Mangel, Wunsch verspüre(gegen Behaviorismus, von aussen nicht sichtbar)
  • Maslows Bedürfnispyramide Physiologische Bedürfnisse: am mächtigsten, Mangel besonders deprivierendSicherheitsbedürfnisse: Sicherheit, Schutz, Gesetze, Regeln, Grenzen, Stabilität, Geborgenheit, Ordnung, Angsfreiheit Soziale Bedürfnisse: Liebe, Zuneigung, ZugehörigkeitWertschätzung und Anerkennung: Achtung der eigenen Person durch UmfeldSelbstverwirklichung Erst wenn eine Stufe erreicht ist, können Motivationen für die nächste Stufe entsehen, Stufen bauen aufeinander auf.Motivation und Lebensqualität nehmen mit jeder Stufe qualitativ zu. (z.B. Kultureleistungenn oder Dienst an Gemeinschaft kann nur von Menschen höherer Stufen geleistet werden) → holistische Herangehensweise, geht um ganze Person→ Wissen über Geist, Körper, Verhalten muss vor dem Hintergrund sozialer und kultureller Faktoren einbezogen werden.
  • Kognitive Perspektive Zentraler Fokus: Menschliches Denken und all seine wissensbasierten Prozesse (Aufmerksamkeit, Denken, Verstehen, Erinnern) → Untersuchung von höheren geistigen ProzessenVerhalten ist nur z.T. durch Umwelt bestimmt, viele Verhaltensweisen treten durch völlig neue Wege des Denkens auf (nicht vorhersehbar)→ Fähigkeit, sich Optionen/Alternativen vorzustellen, die sich komplett von dem unterscheidet, was ist/war. Subjektive Ralität (wichtiger Untersuchungsgegenstand!) der inneren Welt der Gedanken und Vorstellungen:teilweise durch äussere Stimuli und Umgebung bestimmt, teilweise durch Strukturen/Mechanismen im Gehirn Gedanken (=subj. Realität) = Ergebnis und Ursache von offen gezeigtem Verhalten→ Verhalten durch Gedanken bestimmt
  • Kognitive Psychologie: Öffnung der Black Box - Interpretation der Reize ist wichtig, um Verhalten erklären zu können- Evaluation = zentraler Geistesprozess- Einsicht = möglicher Lernvorgang, Verstehen der Natur eines Problems
  • Jean Piaget Entwicklungspsychologe Hypothese: Kinder konzeptualisieren die Welt anders als Erwachsene→ Umweltanpassung zentral (wie bei James!) Modell: Kognitive Strukturen werden mit Umwelt verglichenAssimilation = Zuordnung von Wahrnehmung zu vorhandenem Wahrehmungsschema.Wenn Zuordnung nicht möglich: Akkommodation = Anpassung der inneren Welt durch Erzeugung eines neuen Wahrnehmungsschematas (falls eine Diskrepanz zwischen Wahrnehmung und mentalem Schemata, werden neue Schemata erzeugt oder alte modifiziert.Äquilibration = Gleichgewicht zwischen Konzepten und Wahrnehmung (zw. Repräsentation und Umwelt), ist erreicht, wenn der notwendige Lernschritt gemacht wurde.
  • Frauen in der Psychologie Margaret Washburn: erster Frau mit Dr. in Psychologie in den USA, Autorin Mary Calkins: Harvard, erfolgreiche Forscherin, erste Präsidentin der American Psychological Association Anna Freud: leistete viel für wichtige Fortschritte in der Psychoanalyse Charlotte Bühler: Entwicklungspsychologin und Therapeutin, Mitbegründerin der Humanistischen Psychologie
  • Jean Piaget: Stufenmodell der Entwicklung des Denkens 1. Sensomotorisches Stadium (0-2 Jahre)2. Präoperationales Stadium (2-7 Jahre)3. Konkretoperationales Stadium (7-11 Jahre)4. Formaloperationales Stadium (ab 12 Jahren) - Entwicklung verläuft genetisch gesteuert, in vier distinktive Phasen, - Stufen bauen aufeinander auf. In die nächste Stufe kann erst eingetreten werden, wenn die vorherige abgeschlossen wurde.- universell, in allen Kulturen gleich- Unterschiede zwischen Stadien qualitativer Natur- Assimilation und Akkommodation dienen zur Anpassung an die Umwelt→ diese Prozesse wirken innerhalb der Stadien und können zum Übergang in neue Stadien führen, befördert durch Erziehung, Erfahrung und Reifung
  • Sensomotorisches Stadium Entwicklung vom absoluten Egoismus bei Geburt (nur Selbstwahrnehmung) über unkoordinierte sensomotorische Reaktionen bis zur gerichteten sensomotorischen Koordination und Objektpermanenz (ohne interne Repräsentation)→ erhalten bleibt sensomotorischer (physischer) Egoismus
  • Präoperationales Stadium Initiale sensomotorische Reaktionen werden durch Vorstellungs- und Sprechfähigkeit ersetzt: symbolische Repräsentation → Aktion wird in Gedanken verlegt Egozentrismus: Kind sieht sich im Zentrum der Welt, kann keine Geschichten für Zuschauer erzählen.Animismus = Glauben, dass die Welt so beschaffen ist wie es selbstRealismus = Glaubt an Realität der eigenen Vorstellungen (Träume etc.) → Denken beruht auf Assozation von Kausalität, nicht auf Logik
  • Konkretoperationales Stadium Fähigkeit, mit konkreten objektiven Vorstellungen zu operieren, logisches Denken in begrenzten Problemen:Invarianz: Objekteigenschaften konstant, auch wenn sie Aussehen verändernReversiblität: Rückwärtsgehen in GedankenSeriation: Sortieren von Objekten nach KriterienKlassifikation: Objekte nach Merkmalen erkennen und einordnen
  • Formaloperationales Stadium Fähigkeit zum logischen Denken und Anwenden von Operationen auf andere Operationen (Nachdenken über Gedanken) Methoden-Kritik: Selbstreflektiertes Denken, Schlussfolgerungen, Übertragung auf andere Probleme
  • Kritik am Stufenmodell von Piaget Assimilation, Akkommodation, Stufen werden als naturgegeben vorausgesetzt, aber empirisch nicht überprüfbar Äquilibrium: Wirklich ein Gleichgewicht? empirischer Beweis? Zirkelschlüsse: Ergebnisse werden als Bestätigung des Stufenmodells interpretiert ohne Überprüfung von alternativen Erklärungen. Viele Experimente zeigen Fähigkeiten in früheren Phasen als vorhergesagt wenig kontrollierte Experimente, meist Untersuchungen an eigenen Kindern, keine Statistik, sondern Einzelbeobachtungen  
  • Noam Chomsky Universalgrammatik - menschlicher Geist ist kognitiv- Strukturen der Sprache und Fähigkeit zum Spracherwerb = angeboren- Modularität der kognitiven Architektur→ Geist als Produkt vieler spezialisierter Subsysteme, die      unterschiedliche Aufgaben erledigen.→ Kommunikation der Module beschränkt Gegen Assoziationisten, die annehmen, alles sei miteinander verknüpft.
  • Noam Chomsky Regeln für Sprache, denen alle Sprachen folgen Genetisches Programm des Menschen gibt Regeln für Sprache vor: Tiefenstruktur gleich: z.B. Beziehung Verb-Subjekt, bestimmt Sinn der Sprache Einzelne Sätze (Oberflächenstrukturen, Äusserungen) werden aus  der Tiefenstruktur durch Trasformationsregeln erzeugt durch Transformationsgrammatik kann aus einem beschränkten Repertoire von Elementen (z.B. Worte) und Regeln eine unendliche Menge von Aussagen generiert werden. → Spracherwerb = Erlernen von spezifischen Transformationsregeln                               und Worten→ phylogenetische dominiert ontogenetische Komponente
  • Biologische Perspektive Ursachen des Verhaltens werden in der Funktionsweise der Gene, des Gehirns, des NS und dem endokrinen System gesucht.(strukturalistische Perspektive) Das Funktionieren eines Organismus wird mit den zugrundeliegenden körperlichen Strukturen und biochemischen Prozessen erklärt.Erfahrung und Verhalten = Ergebnis chemischer und elektronischer Aktivität zwischen NZVerhalten ist durch körperiche Strukturen und Vererbungsprozesse determiniert.Alles kann auf kleinere, spezifischere (neuronale od. subneuronale) Einheiten reduziert werden, auf biochemische Prozesse zurückgeführt werden!Psychische und soziale Phänomene gehen auf biochemische Prozesse zurück. Untersuchung der Einheiten durch biologische Methoden. Erfahrung kann Verhalten modifizieren: z.B. Veränderung der Hirnstrukturen beim Lernen, Veränderungen durch Drogen, Medis, Umweltgifte
  • Neurowissenschaften Verhaltensbezogen Neurowissenschaft:versucht, die Vorgänge im Gehirn zu verstehen, die Verhaltensweisen wie Sinneswahrnehmung, Lernen und Emotion zu Grunde liegt. Kognitive Neurowissenschaften:Setzen einen multidisziplinären Forschungsschwerpunkt auf die Gehirngrundlagen höherer kognitiver Funktionen wie z.B: Gedächtnis und Sprache.→ bildgebende Verfahren wichtig!
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  • Lateralisierung des Gehirns Beide Gehirnhälften bearbeiten gleichermassen eine Aufgabe, Handlung wird von der mehr spezialisierten Hälfte ausgelöst, die weniger spezialisierte Hälfte hat keinen Einfluss auf Handlung, obwohl Reiz auch dort verarbeitet wird. Tierexperimente deuten auf horse-race zw. Gehirnhälften Corpus Calosum verbindet Gehirnhälften, Fasern nicht myelinisiert → mehrere Stufen von Neuronen verarbeiten innerhalb der Gehirnhälfte einen Reiz, während der Zeit, die eine Kommunikation zwischen den Hälften benötigt
  • Evolutionäre Perspektive Versuch, zeitgenössische Psychologie mit These von Darwin (Evolution durch natürliche Selektion) zu verknüpfen Begriff: Ghiselin, weitere Vertreter: Barkow, Cosmides, Tooby Geistige Fähigkeit entwickelte sich über Millionen von Jahren um spezifischen Anpassungserfordernissen gerecht zu werden.Je besser Organismus angepasst, desto mehr Nachkommen, desto stärker setzen sich Gene langfristig durch.→ Verhalten = Anpassungsprodukt mit spezifischen Funktionen Forscher konzentrieren sich auf Umweltbedingungen, unter welchen sich das menschliche Gehirn entwickelte: Anpassungsprobleme identifizieren, Schlussfolgerungen über Arten geistiger Mechanismen und psychischer Anpassungen ziehen, die sich zur Lösung solcher Probleme entwickelten. Konzentration auf zeitlich extrem lange ProzesseKeine Experimente möglich, Interpretation heutiger Daten Grundidee: Mutation und Selektion formen sowohl Körper als auch Verhalten. Gene bestimmen verhalten (biologischer Ansatz)
  • Evolutionäre Perspektive: zwei Forschungsstrategien Beginnend mit Merkmal, Suche nach Bedingungen, die es erzeugthaben könnten:1. Beginn mit Merkmal (z.B. Emotion Ekel)2. Annahme von Umwelt, unter denen das Merkmal sinnvoll ist (z.B.     Schädigung durch verdorbene Nahrung)3. Erklärungsmechanismen für die Anpassung (Selektionsvorteil, für     Individuen, die diese nicht essen)4. Verteidigung Hypothese gegen andere Erklärungsmöglichkeiten Beginnen mit Umweltbedingung, Vorhersage von Anpassungsprozessen und optimalen Eigenschaften für die Umwelt1. Annahme über Steinzeitliche Lebensbedingungen2. Annahme von kognitiven Prozessen, die dafür notwendig sind.3. Vorhersage von spezifischen kognitiven Merkmalen4. Test der Merkmale an modernen Menschen→ Vorteil: neue Merkmale postulieren und als Hypothese testen
  • Evolutionäre Perspektive: Methodische Probleme Kenntnis über steinzeitliche Umweltbedingungen:→ Rückschlüsse von Lebensbedingungen von wenig entwickelten     Kulturen, archäologischen Funden. universell? Datenlage oft nicht    ausreichend. Annahmen über universelle angeborene Eigenschaften→ Problem Natur-Kultur, universelles Modul wird vermutet, auch wenn      kein universelles Verhalten gezeigt wird.(grosse Variation von Verhalten!) Wie stark sind Einflüsse d. Entw. des Einzelnen und der Kultur auf Wirksamkeit des Moduls. Kulturvergleichende Studien notwendig!(Annahmen über universelle Module wie bei Chomsky: Module für best. Funktionen zuständig, werden erst funktional, wenn sie durch Umweltreze stimuliert werden) Nachweis, dass psychische Strukturen tatsächlich das Ergebnis dieser Anpassungsprozesse sind→ Exadaption: Merkmal könnte sich unabhängig von seiner (heutigen) Funktion    durchgesetzt haben. In der Vergangenheit als Anpassung an eine     andere Umweltbedingung, jetzt aber für neuen Zweck.    Bsp. Vogelfedern: ursprünglich zur Wärmeisolation bei Dinos, erst    später zum Fliegen.     Analog: psychische Funktion kann unabhängig von heutigem Zweck    entstanden sein!→ Spandrel: Merkmal könnte Nebenrodukt eines Gens ohne eigenen     Nutzen sein, Nutzen des Gens liegt in anderer Funktion.     Bsp. Sichelzellänemie: schlechtere Leistung der roten Blutzellen,     aber erhöhte Widerstandsfähigkeit gegenüber Malaria     Psyche, Geist, Bewusstsein als Nebenprodukte der Abstraktions-      und Problemlösefähigkeit des Menschen
  • Kulturvergleichende Perspektive Ziel: Untersuchung von interkulturellen Unterschieden der Ursachen und Konsequenzen von Verhalten. Reaktion auf auf Westen zentrierte Psychologie Kultur muss nicht heissen versch. Länder, kann auch versch. Subkulturen oder soziale Gruppen sein! Fragestellungen:- Sind Ergebnisse von psychologischer Forschung generalisierbar auf    alle Menschen oder gibt es Unterschiede zw. Gruppen?- Wodurch kommen Unterschiede zustande? Stark verbunden mit EP (wie entwickelt sich der Mensch unter bestimmten sozialen/kulturellen Bedingungen?) Lässt sich auf viele Felder der Psychologie anwenden.
  • Schulpsychologie - Blick in Agenda - Wo steht SP innerhalb der psychologischen Wissenschaft? Blick in Agenda:Gespräche mit Eltern, Lehrern, BehördenKlasseninterventionen (z.B. Mobbing)Durchführung und Auswertung von Tests (Bsp. IQ)Lehrer auf Krisensituation vorbereitenusw.   Keine eigenständige Disziplin der Psy, sondern Anwendung der Psychologie im Bereich der Schule.--> nutzt gesammtes Wissen der Psy + Nachbarsdisziplinen
  • Schulpsychologie: Grundlagenfächer Nachbardiszipline Anwendung der Psychologie Grundlagenfächer:Allgemeine Psy, Sozialpsy, biologische Psy (v.a. Neurowissenschaften), Entwicklungspsy, Differentielle und Persönlichkeitspsy NachbardisziplineSozialwissenschaften, (Heil)pädagogik, Medizin AnwendungKlinische Psychologie (Diagnostik und Therapie), Pädagogische Psychologie, A&O-Psychologie
  • Für wen ist ein Schulpsychologe da? Angebote und Settings - Kinder/Jugendliche von Kindergarten bis Sekundarschule- Eltern und andere Erziehungspersonen- Lehrpersonen- Institutionen und BehördenKernbereich: Abklärungen und Beratungen- bei Schulschwierigkeiten- bei Verhaltensauffälligekeiten und psychischen Problemen- bei Einschulungs- und Übertrittsfragen- bei Schul-, Familien-, Erziehungsfragen Setting Schülergruppen- Aufmerksamkeit/Konzentration- Strategien des Wissenserwerbs- Soziale Kompetenzen (gewaltfreie Interaktion, Teamfähigkeit)- Stressbewältigung- Selbstsicherheit
  • Schulpsychologie Relevante Interventionstechniken - pädagogische und therapeutische Verhaltensmodifikation (klassisch und kognitiv) - Entspannungstechniken - Selbstinstruktions- und Selbstkontrolltechniken
  • Geschichte der Schulpsychologie - eine der ersten Anwendungen der Psychologie- erst in 2. Hälfte 20. Jahrh. erreichte sie stabile Identität- in deutscher Literatur taucht Begriff 1910 auf (Stern)- Cyril Burt: 1. Schulpsychologe weltweit (London)
  • Blitzlicht auf Schulpsychologie: - Kinder pro 100% Stelle - Anzahl Abklärungen pro Jahr - Häufigste Tätigkeiten - Anfangssalär 100% Stelle - Organisationsformen - ca. 1000-2000 Kinder- 100-150 Abklärungen pro Jahr- Erziehungsberatungen, Abklärung von Kindern, Lehrpersonenberatung,  Sonderschutzweisungen, Interventionen in Klassen- 80-100'000 CHF- v.a. kantonal, selten komunal/Zweckverband
  • Schulpsychologie im Kanton FR Gesetzliche Grundlage Schulpsychologischer und logopädischer Dienst arbeiten mit Eltern, Lehrern und schulmedizinischem Dienst zusammen.→ Gemeinden können Erfüllung dieser Aufg. regionalem Dienst übertr.→ Staatsrat erlässt notwendige Ausführungsbestimmungen Abklärungen, Massnahmen und Behandlungen bedürfen der Zustimmung der Eltern unentgeltlich (sofern Schulinspektor od. Direktor zustimmt) Gemeinden tragen die Kosten des Dienstes→ Staat gewährt Gemeinden Subventionen von 45% für ihre Kosten
  • Organisation der Schulpsychologie in Deutschfreiburg Schulpsychologie gehört zusammen mit Logopädie und Psychomotorik zum regionalen Schuldienst, dieser gehört zum Heilpädagogischen Institut, dieses gehört zur Uni Fribourg Alle Gemeinden haben Verträge mit dem Regionalen Dienst, dass ein Psychologe für eine bestimmte Anzahl Stundne pro Woche in ihrer Schule tätig ist.
  • Schulpsychologie: Hauptaufgaben Beurteilung von Kindern/Jugendl. und ihrem Umfeld zum Zweck der Schullaufberatung und Unterstützungsmassnahmen Beratung und Begleitung von Kindern, Jugendl., Eltern, Lehrpers., Schulbehörden bei Problemsitutionen Psychotherapeutische Interventionen Zusammenarbeit mit Heilpädagogen, Ärzten, Sozialarbeitern und anderen Fachleuten zur Koordination der Massnahmen Pflege der fachübergreifenden Zusammenarbeit (mit sozialen, pädagogischen, therapeutischen und medizinischen Institutionen) Berichte, Fallführung, administrative Arbeiten Teilnahme an Super- od. Intervisionssitzungen
  • Schulpsychologie: Spezielle Aufgaben - Durchführen von Klassen- und Kriseninterventionen- Einsitz in fachspezifischen Kommissionen, Arbeitsgruppen oder Berufsverbänden- Vertretung des Schuldiensts gegenüber Fachleuten, Schulen, Institutionen, Behörden, Öffentlichkeit- Mitarbeit in Forschungsprojekten, Öffentlichkeitsarbeit und Prävention- Anleitung Praktikanten/Assistenten zur Nachwuchsförderung
  • Grundsätze der schulpsychologischen Arbeit Einhaltung berufsethischer und wissenschaftlicher Standards Freier Zugang zum schulpsychologischen Dienst Freiwilligkeit Unentgeltlichkeit Unabhängigkeit und Neutralität Schweigepflicht Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen Dirkete Zugangsmöglichkeit zur Schule keine Entscheidungsbefugnis, nur beratende Funktion
  • Voraussetzungen Schulpsychologe - positive Einstellung der Schule gegenüber- Freude an Arbeit mit Kindern- Interesse an breitem Spektrum psychologischer Tätigkeiten- Fähigkeit, Interessen Kinder, Eltern, Schule unter ein Dach zu bringen- Motivation zu eigenem lebenslangen Lernen und Weiterbildung- Kompetenz, psychologisches Wissen in Alltagsarbeit zu integrieren
  • Team: Zentrale Gründe für Einführung von Gruppenarbeit Steigende Komplexität und Dynamik des Marktes und der dazugehörgen Prozesse Zunehmender Wunsch nach Selbstverwirklichung bei der Arbeit technischer Fortschritt mit kürzer werdenden Innovationszyklen und mehr Lernanforderungen Prinzipielle Vorteile der Arbeit in Gruppen gegenüber der Einzelarbeit
  • Definition Teams - mehrere Leute- zeitlich überdauernd- direkte Interaktion- gegenseitige Abhängigkeit / Einfluss- Wahrnehmung als Gruppe (von aussen und innen)- gemeinsame Ziele, Normen - Rollen- Befriedigung von Bedürfnissen (Geben und Nehmen)→ unterschiedliche Arten von Gruppen (teams, crews, task forces, teilautonome Arbeitsgruppen)
  • Mit welchen Themen könnte ein Personalpsychologe in einer Unternehmung Konfrontiert werden, wenn Teamarbeit eingeführt werden soll? - Auswahl von Teammitgliedern- Zusammenstellung von Teams- Teamkonflikte- Teamtraining, - entwicklung-  Führung von Teams