Allgemeine Psychologie 1 (Fach) / Denken & Schlussfolgern (Lektion)
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Denken & Schlussfolgern
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- Was versteht man unter logischem Schlussfolgern? mentale Prozesse, bei denen Menschen neues (conclusio) aus dem schließen was sie bereits wissen(Prämissen) deduktives Schließen: - Formale Logik - Wenn Prämissen wahr sind, ist Conclusio zwingend wahr - Schlussfolgern vom Allgemeinen auf das Besondere - z.B. Propositionale Logik (Aussagenlogik), Aristotelsche Logik (Syllogismen), Prädikaten/Quantorenlogik induktives Schließen: - Informale Logik - Schlussfolgern basiert auf bedingter W'keit (wenn Prämissen wahr, ist conclusio wahrscheinlich auch wahr)
- Was ist ein Syllogismus? Anhäufung von Schlüssen , logischer Argumente, die zunächst nicht verbunden sind und durch einen Mittelbegriff in eine logische gültige Beziehung gesetzt werden, die selbst ein Schluss ist Bsp: 1.Prämisse (Obersatz) :Alle Menschen sind sterblich 2. Prämisse (Untersatz): Alle Griechen sind Menschen. 3. Schlussfolgerung: Alle Griechen sind sterblich
- Was ist eine Heuristik? Eine Heuristik besteht aus vereinfachenden Annahmen, mit deren Hilfe schneller geschlussfolgert werden kann "Faustregel" - Repräsentativitätsheuristik Implizite Annahme , dass Ereignisse die für einen Prozess typischerf sind, auch wahrscheinlicher sind (Münzwurf, KZZKZ > KKKKK) - Zugänglichkeitsheuristik Implizite Annahme, dass leichter erinnerbare Ereignisse auch wahrscheinlicher sind
- Mit welchen Operatoren arbeitet die Aussagenlogik? - Subjunktion/ Konditional: Wenn A, dann B : A →B äquivalent zu : ¬A ν B (oder) achtung: aus einer falschen Aussage, folgt jede Aussage! -Bisubjunktion/ Äquivalenz B genau dann, wenn A; A genau dann, wenn B: A ↔B
- Was sind die logischen Operatoren der Prädikatenlogik? Quantoren: - Existenzquantor : (es gibt ein x, für das gilt) - Allquantor : (für alle x gilt) Aus zwei Prämissen, die A und B sowie B und C in Beziehung setzen, folgt ein Zusammenhang zwischen A und C
- Welche Syllogismen gibt es? - Kategoriale Syllogismen: universell affirmativ ( totaler Klasseneinschluss: all S is P) universell negativ ( totaler Ausschluss: no S is P) partikulär affirmativ (some S is P) partikulär negativ (some S is not P) -Disjunktive Syllogismen: P xor Q (entweder P oder Q) ¬P → Q - Hypothetischer Syllogismus: Definition einer Kausalkette auf der Grundlage der Transitivität P → Q Q → R → P→ R -Konditionaler Syllogismus: Definition einer bedingten Aussage Aufteilung in Antecedens ("wenn") und Konsequens ("dann") if X then Y (else Z)
- Was versteht man unter "modus ponens" und "modus tollens"? -Modus Ponens: Konsequens wird aus Antecedens geschlossen wenn A→ B und A gegeben ist, kann auf B geschlossen werden -Modus Tollens: Negation des Antecedens wird aus der Negation des Konsequens geschlossen wenn A → B und ¬B gegeben sind, kann man auf ¬A schließen
- Was sind die Eigenschaften und die verschiedenen Arten von induktivem Schließen? Eigenschaften: - Conclusio ergibt sich nicht zwingend aus den Prämissen --> Mehrinformation (ampliativ) - vom Speziellen aufs Allgemeine starke Induktionen: conclusio ist inhaltlich wahrscheinlich schwache Induktionen: Conclusio ist inhaltlich unwahrscheinlich Arten: - Induktive Gerneralisierung: Prämisse über SP führt zu Conclusio bzgl Population - Induktive Analogie: bekannte Ähnlichkeiten zwischen 2 Dingen füren zu Conclusio bzgl weiterem gemeinsamen Merkmal - statistische Syllogismen: Generalisierung führt zu Conclusio bzgl. Individuum - Bayesianisches Schließen: Einbezug der Bayesianischen Wahrscheinlichkeitstheorie → man tendiert zur Vernachlässigung der Grundrate
- Was besagt die Abstract-Rule Theory über menschliches Schlussfolgern? Annahmen: Anwendung von abstrakten Regeln Umwandlung der Prämissen in mentale Repräsentationen Deduktives Schließen: Anwendung von abstrakten,regelhaften Schemata (wenn, dann) Induktives Schließen: Anwendung von domänenspezifischen Wissen Schlussfolgerungsprozess findet im Arbeitsgedächtnis statt Gründe für Fehler beim Schlussfolgern: bestimmte Schlussregeln wie Modus Tollens müssen oft erst hergeleitet werden logische Fehlschlüsse z.B. nach fehlerhafter Kodierung,mangelnder Aufmerksamkeit, Bergrenzung des Arbeitsgedächtnisses
- Was besagt die rational-probabilistische Theorie? Jeder Prämisse und Conclusio wird eine Wahrscheinlichkeit zugeordnet. Wir glauben einer Conclusio mehr, je höher ihre Wahrscheinlichkeit unter Voraussetzung der Prämissen Conclusion sollte die gleiche Argumentstärke haben wie die schwächste Prämisse gemäß der Rangordnung der Informativität: Alle sind...> Manche sind... > Kein ist> > Manche sind nicht... Die Richtigkeit des stärkeren Arguments impliziert die Richtigkeit des schwächeren Arguments wenn die informativste Prämisse eine zu niedrigen Wert auf der Rangordnung hat , ist keine vernünftige Conclusio möglich
- Was besagt die Diagramm Theorie? - Probleme werden nicht abstrakt, sondern bildhaft als mentale Modelle repräsentiert Ablauf logischen Schlussfolgerns: Comprehension (richtig verstanden um richtig abbildbar) Combining&Describing: (ordnen, gruppieren um daraus zu schließen) Validation (Korrektheit prüfen durch z.B. Gegenbeispiele) Fehler entstehen durch unvollständige oder falsche mentale Modelle
- Welche Areale sind bei welcher Art von Schlussfolgern höher aktiviert? fMRT: Konditionales Schlussfolgern : Präfrontaler Kortex Räumliches Schlussfolgern: parietookzipitaler Kortex
