Physiologie (Fach) / Blut (Lektion)

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Blut 1. Zusammensetzung 2. Aufgaben 3. Erythrozyten 4. Blutplasma

Diese Lektion wurde von Claudi3562 erstellt.

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  • 1. Blut - Definition Blut = aus funktioneller Sicht ein flüssiges Körpergewebe, in dem die zum Leben wichtigen Stoffe (Elektrolyte, Atmungsgase, Nährstoffe,Vitamine, Mineralien) gelöst sind . Setzt sich aus Zellen und Plasma zusammen        
  • 3. Hämatokrit - Definition - Normwerte Der Hämatokritwert (Hkt) beschreibt den Anteil der Erythrozyten am Gesamtblutvolumen Normwerte:  männlich: 45% - 52% weiblich: 37% - 48% Um den Hkt zu ermitteln wird ungerinnbar gemachtes Blut zentrifugiert → die Blutkörperchen bilden das Sediment. Dieser Volumenanteil pro Einheit Blutvolumen wird in % angegeben 
  • 4. Blutvolumen - Definition - Bestimmung - Veränderung des Gesamtblutvolumens Das Blutvolumen eines Erwachsenen beträgt ca. 7 -  8% seines Körpergewichts. Die Bestimmung des Blutvolumens kann mittels Indikatorverfahren erfolgen entweder: direkt mit Cr51 radioaktiv markierten Erythrozyten indirekt über Bestimmung des Plasmavolumens mit Albumin, das mit radioaktiven Jod (J131) versetzt ist. Normovolämie = ein der Definition gemäßes Blutvolumen Hypervolämie = vergrößertes Blutvolumen, z.B. infolge größerer Infusionsmengen oder eines Nierenproblems, bei dem nicht genug Wasser ausgeschieden werden kann   Hypovolämie = vermindertes Blutvolumen, z.B. infolge von Blutverlust oder Exsikose (Gefahr durch DM, Erbrechen, Durchfall, ältere Menschen) Klinik: Folge einer Hypovolämie kann der Schock sein (= hypovolämischer Schock)
  • 5. Aufgaben des Blutes - Aufgaben - Ausführende Bestandteile Aufgabe: Transport: der Atemgase von den Atmungsorganen in die Peripherie und wieder zurück → durch Erythrozyten von Nährstoffen von Reserptions- oder Speicherort zu den peripheren Geweben → durch Blutplasma von diversen anderen im Blut gelösten Stoffen, z.B. Elektrolyten, Hormonen, Abbauprodukte usw. → durch Blutplasma   Aufrechterhaltung der Homöostase d.h. des konstanten inneren Milieus, u.a. der Konzentration gelöster Stoffe, des ph-Wertes, der Temperatur → durch Puffersystem Abwehrfunktion als Transportmedium der Abwehrzellen und der Antikörper → durch Leukozyten
  • 2. Blut - Blutzellen Blutzellen: Erythrozyten: "rote Blutkörperchen",  Träger der Atemgase O2 und CO2  machen ca 99% des Blutvolumens aus ca. 5 Mio/ μl Lebensdauer: 120 Tage Leukozyten: "weiße Blutkörperchen",  Unterteilung in Granulozyten, Lymphozyten und Monozyten ca. 7.000/ μl Lebensdauer: Tage bis mehrer Jahre Thrombozyten: "Blutplättchen",  Bestandteil der Hämostase (=Blutgerinnung) ca. 300.000/ μl Lebensdauer: 8 - 12 Tage
  • 6. Erythrozyten - Aufbau - Form   Form: bikonkave, runde, flache Scheiben Durchmesser ca. 7,5 µm, ca. 2µm breiter Rand Vorteil der Scheibenform: hohes Oberflächen-Volumenverhältnis → können auch Kapillargefäße mit einem Durchmesser < 7,5 µm passieren. Erythrozytenmembran ermöglicht eine starke Verformbarkeit Ery´s deren Reifungsprozess abgeschlossen ist, haben keinen Zellkern (keine Zellorganellen) Ihr Energiebedarf an ATP deckt sich ausschließlich aus der anaeroben Glykolyse  
  • 7. Erythrozyten - Aufbau - Hämoglobin Hämoglobin:   = Chromoprotein (= Protein mit Metallanteil) 4 Polypeptidketten mit je 1 Häm  → 4 Häm → 4 Sauerstoffmoleküle → 1 Molekül Hämoglobin kann 4 Sauerstoffmoleküle binden kugelförmige Gestalt jede Hämgruppe enthält Fe 2+, an das sich O2 anlagert, der dann in die Peripherie transportiert wird Damit Fähigkeit zur reversiblen Bindung von O2 erhalten bleibt, muss Ery über Reduktionmittel verfügen (z.B. NADH). Ständig wird das bei Abgabe des O2 entstehende Fe3+ (chemischer Prozess) durch das Reduktionmittel wieder zu Fe2+ reduziert und somit für eine weitere Aufnahme von O2 bereit gemacht Hb mit Fe3+ = Methämoglobin Normale Hb-Wert: - Mann: 13 - 18 g/dl - Frau: 12 - 16 g/dl - Hb-Wert vom Alter abhängig  
  • 8. Erythrozyten - osmotische Phänomene - osmotische + kolloidosmotische Druck Osmotische Phänomene: osmotische Druck in den Ery´s = Blutplasma kolloidosmotische Druck in Ery´s > Blutplasma → Ausgleich durch aktiven Auswärtstransport von Elektrolyten an der Erythrozytenmembran  Bei Störungen des aktiven Auswärtstransport → Wassereinstrom entlang des kolloidosmotischen Druckgefälles → Anschwellung und Kugelform des Ery´s = Sphärozyt erhöhte Osmolarität (Anzahl der geslösten Teilchen in Lösung/ Teilchenkonzentration) des Plasma → Wasserverlust der Ery´s → Schrumpfen der Ery´s = Stechapfelform  
  • 9. Erythrozyten - osmotische Phänomene - EXKURS: Osmose EXKURS: Osmose = Übergang eines Lösungsmittels (z.B. Wasser) aus einer Lösung in eine stärker konzentrierte Lösung durch eine semipermeanle Membran, welche für das lösungsmittel durchlässig ist, nicht jedoch für den gelöszen Stoff (z.B. Zucker). Osmose ist ein Sonderfall der Diffusion, da die Diffusionsbewegung nicht die gelösten Teilchen, sonder das Lösungsmittel betrifft. Die gelösten Teilchen lösen Druck auf die Membran aus (= osmotische Druck) → Austausch beginnt. Der Druck hängt von der Anzahl der Teilchen ab → hohe Teilchenkonzentration → hoher osmotischer Druck  
  • 10. Erythrozyten - osmotische Phänomene - EXKURS: kolloidosmotische Druck = onkotische Druck EXKURS: Kolloidosmotische Druck = onkotische Druck = der osmotische Druck einer kolloidalen Lösung. Kolloidale Lösung =  Lösung in der Teilchen der Größe 1 - 100 nm, sogenannte Makromoleküle gelöst sind. z.B. Blut: durch Eiweißmoleküle (= Albumine) erzeugt.
  • 11. Erythrozyten - osmotische Phänomene - Klinik Klinik:   Infusion 0,9%ige (= analog Konzentration im Blutplasma = isotonisch) Kochsalzlösung (NaCl) um Störungen (Spährozyt oder Stechapfelfom Ery´s) zu verhindern  Sphärozytose (= Kugelzellanämie) Aufgrund eines genetischen Defekts der Zellmembran kommt es zu einer Kugelform der Ery´s. → Ery´s bleiben in der Milz hängen und werden dort abgebaut  → Anämie wegen niedriger Erythrozytenwerte → Therapie: Entfernung der Milz (= Splenektomie)  
  • 12. Erythrozyten - EXKURS - Funktion der Milz Funktion der Milz: Identifizierung und Abbau von überalteten/ verbrauchten/ nicht erkannten Blutzellen = Filterfunktion (="Blutmauserung") TZ-Speicherung Abfangen und Abbau von Gerinnungsprodukten (kleine Thromben) Sitz der Hämatopoese vor der Geburt Kein lebenswichtiges Organ für den Erwachsenen. Ihre Funktionen können offenbar von der Leber, dem Knochenmark und von anderen lymphatischen Organen übernommen werden.
  • 13. Erythrozyten - BSG - Definition/ Messung/ Normwert BSG (=Blutsenkungsgeschwindigkeit): Wegen ihres hohen spezifischen Gewichts sinken die Ery´s im Plasma eines ungerinnbar gemachten Blutes ab Messung: in mm, jeweils nach 1 Stunde und nach 2 Stunden Normwerte: - Mann:  - 1 Stunde: 3- 8 mm - 2 Stunden: 5-18 mm - Frau: - 1 Stunde: 6-11 mm - 2 Stunden: 6 - 20 mm BSG ↑ → Entzündungsparameter im Blut  Vorgehen: Blutabnahme → Blut ungerinnbar machen → warten → bei Entzündung sinken die Ery´s schneller ab → < Normwerte = Entzündung  
  • 14. Erythrozyten - BSG - Klinik Klinik: Die BSG ist eine kostengünstige und einfache Untersuchung, um sich einen groben Überblick über die Genese einer Erkrankung zu verschaffen. Bei höheren Werten kann z.B. eine Entzündung oder ein Tumorleiden vorliegen. EXKURS: Wichtigster Laborparameter für Entzündungen: CPR
  • 15. Erythrozyten - Funktionen Funktionen: Atemgastransport - Transport des Atemgases O2 - Abtransport von CO2 (CO2 geht nur ganz kurz in die Ery´s zur Umwandlung) Regulierung des pH-Wertes Zur Erfüllung ihrer Aufgaben enthalten die Ery´s das Hämoglobin. Mit dem Hämoglobin-Molekül werden die Atemgase gebunden und transportiert Ery: CO2 (aus Zelle) + H2O (aus Blutplasma) → (durch Reaktion auf Enzym Carboanhydrase, dass sich im Ery befindet) H2CO3 (Kohlensäure) → H+ (Wasserstoff-Ion, wird durch Hämoglobin gebunden = abgepuffert → wirkungslos) HCO3- (Bikarbonat-Puffer-) → Abgabe ins Blutplasma Blutplasma: H+HCO3- → Transport im Blutplasma → kurz vor der Lunge wider Umwandlung in Ery Ery: H+HCO3- → H2O (Kann im Ery verbleiben) + CO2 (Abgabe an Lunge → wid abgeatmet) 
  • 16. Erythrozyten - Regulation der Erythrozytenzahl - Lebensdauer Lebensdauer: Da die Lebensdauer nur 120 Tage beträgt, braucht der Organismus fortwährend Nachschub.  
  • 17. Erythrozyten - Regulation der Erythrozytenzahl - Bildung/ Regulation Bildung = Erythropoese: Bildungsort: beim Erwachsenen im Knochenmark der platten und kurzen Knochen, bei Kindern auch im roten Mark der großen Röhrenknochen. Regulation:    hormonell über das Ausschütten von Erythropoetin (= EPO = Hormon) EPO (Glykoprotein-Hormon) wird hauptsächlich in den Nieren produziert, kann aber auch z.B. in der Leber gebildet werden.    
  • 18. Erythrozyten - Regulation der Erythrozytenzahl - Bildung/ Regulation - Exkurs "Zalpour" Bildung/Regulation: Damit ausreichend Ery´s im Blut zirkulieren, muss die Erythropoese ständig in angemessenen Umfang stimuliert werden. Ansonsten → Anämie (= Blutarmut) Sauerstoffmangel im Gewebe ist ein starker Reiz für die Erythropoese. Er wird mit der Ausschüttung des in den Nieren gebildeten Erythropoetin (= Hormon= Botenstoff) beantwortet, das direkt, das Knochenmark stimuliert. Sauerstoffmangel im Gewebe kann auf einem Erythrozytenmangel beruhen. Aber auch Atemwegserkrankungen sowie ein Aufenthalt in großen Höhen beeinträchtigen die Sauerstoffversorgung → Körper versucht den Sauerstoffmangel durch ein Mehr an Sauerstoffträgern (= Ery´s) zu kompensieren. z.B. Höhentraining fördert sportl. Leistungsfähigkeit → Ery´s ↑ → mehr O2 kann gebunden werden → Leistungsfähigkeit ↑ (bessere O2-Versorgung) CAVE bei Übertreibung! Übertreibung: Retikulozyten ↑ (="junge" Ery´s ohne Funktion, d.h. können keinen Sauerstoff binden) → Verdickung im Blut CAVE: Durch die erhöhte Anzahl der Blutzellen erhöht sich die Viskosität (Hämatokrit ↑) des Blutes und damit die Gefahr der Thrombosebildung ↑.
  • 19. Erythrozyten - Regulation der Erythrozytenzahl - Abbau Abbau:   ältere Ery´s verlieren zunehmend die Fähigkeit der Verformung und werden starrer, was v.a. für das "Aussortieren" der alten Zellen wichtig ist Abbauort: in der Milz. Im Netztwerk der Retikulumzellen und retikulären Fasern der roten Pulpa verfangen sich die zunehmend starren älteren Ery´s und werden von Makrophagen beseitigt.  
  • 20. Erythrozyten - Regulation der Erythrozytenzahl - Messgröße der Erythropoese Messgröße der Erythropoese: Sauerstoffpartialdruck (pO2) im arteriellen Blut Erythrozytenkonzentration ↓ bzw. arterielle O2 - Gehalt ↓ im Blut → Stimulation der Erythropoese im Knochenmark  
  • 21. Erythrozyten - Regulation der Erythrozytenzahl - Messung der Erythropoese Messung der Erythropoese: Retikulozytenwert im Blut: Retikulozyten sind "junge" Ery´s und machen normalerweise 0,5 - 1,0 % der gesamten Ery´s aus.  Retikulozyten ↑ (= Retikulozytose) = Zeichen für eine Stimulation der Erythropoese 
  • 22. Erythrozyten - Regulation der Erythrozytenzahl - Klinik Klinik: Erythropoetin (=EPO) ↑ → Erythrozytenbildung ↑ → Retikulozyten ↑  Manche Radrennsportelr stehen im Verdacht zu Zwecken der Leistungssteigerung (Doping) EPO zuzuführen → Steigerung der Erythropoese → bessere Sauerstoffversorgung  durch mehr Erythrozyten CAVE: Hämatokrit↑ → Thrombosegefahr ↑  
  • 23. Erythrozyten - Erythrozytenindeces Erythrozytenindeces: MCV = (mean cellular volume) mittleres Erythrozytenvolumen  (Volumen ↑↓) MCHC = (mean cellular hemoglobin concentration) = mittlere intraerythrozytäre Hb-Konzentration (Hämoglobinmenge ↑↓)  MCH = (mean corpuscular hemoglobin) = mittlere Hämoglobinmenge in einzelnen Erythrozyten (Verhältnis/ Relation Hämoglobin zu Ery´s) Wert MCH = Normwert = normochrom Wert MCH > Normwert = hyperchrom  Wert MCH < Normwert = hypochrom  ....chrom bezieht sich auf Hb (wg. Eisen)
  • 24. Erythrozyten - Anämien - Definition Anämien: Eine Anämie ist eine pathologische Verminderung von Hb-Konzentration, Hkt oder Erythrozytenzahl
  • 25. Erythrozyten - Anämien - hypochrome Anämie hypochrome Anämie: MCH ↓ (Hb deutlich zu klein) Hb, Hkt und/oder Erythrozytenzahl ↓ z.B. Eisenmangelanämie Eisenmangel → verzögerte Hb-Bildung → verzögerte Erythropoese und dadurch Anämie
  • 26. Erythrozyten - Anämien - hyperchrome Anämie hyperchrome Anämie: MCH ↑ (Erythrozyt nicht reif genug für das an sich normale Hb) Hb, Hkt und/ oder Erythrozytenzahl ↓ z.B. Vitamin-B12-Mangelanämie
  • 27. Erythrozyten - Anämien - Klinik Klinik: z.B.  Eisenmangel → weniger Hb wird synthetisiert → hypochrome Anämie Vitamin-B12-Mangel → Störung der Erythropoese → hyperchrome Anämie Wo ist Vitamin B12 enthalten? rotes Fleisch Wozu wird Vitamin B12 benötigt? Vitamin B12 benötigt Knochenmark zur Reifung der Erythrozyten Wie kann es zu einer Vitamin B12 Mangelanämie kommen? Veganer (Vegetarier) Vitamin B12 kommt nach Aufnahme (Magen-Darm) nur ins Blut, wenn bestimmte Faktoren danebenstehen. Vitamin B12 -Aufnahme im Darm mit Hilfe von Intrinsic-Faktor. - Dieser Faktor wird von Magen-Belegzellen produziert und an den Darm weitergegeben - Fehlt dieser Faktor kann Vitamin B12 im Darm nicht resorbiert werden und somit nicht ins Blut gelangen. → periziose Anämie  Wie kann Intrinsic-Faktor fehlen? Magen-Belegzellen zerstört (Magenschleimhaut zerstört und dadurch auch Belegzellen) Wodurch? Chronische Gastritis (= Magenschleimhautentzündung) z.B. durch häufigen und übermäßigen Alkoholgenuß oder Bakterien (= behandelbar) Morbus Chron (= chronisch entzündliche Darmerkrankung) wenn Schleimhaut mitbetroffen
  • 28. Blutplasma - Zusammensetzung Blutplasma besteht zu 90% aus Wasser und zu 10% aus gelösten Bestandteilen
  • 29. Blutplasma - Zusammensetzung - gelöste Bestandteile Gelöste Bestandteile (alles muss gelöst vorliegen):    Plasmaproteine (sh. gesonderte KK) Lipide und Kohlenhydrate Vitamine, Hormone und Elektrolyte (= Ione gebunden, sh. gesonderte KK) Blutzucker: Normwert 70 - 110 mg/dl niedermolekulare Komponenten: z.B. Glucose, Lactat, Ketonkörper, Fettsäuren, Aminosäuren und die Elektrolyte Retentionsparameter (Blut durchströmt alle Organe, auch zur Aufsammlung von Abfallstoffen) geben Auskunft über die Nierenfunktion  - Kreatinin - Harnstoff  
  • 30. Blutplasma - Zusammensetzung - Elektrolyte und deren Plasmakonzentration Kationen (= Anziehung an Kathode -): Na+ 135 - 145 K+ 3,5 - 5,0 Mg2+ 100 - 108 Ca2+ 1,5 - 2,0 Anionen (= Anziehung an Anode +): Cl- 100 - 108 HCO3- 22 - 26 Proteine- 17 Phosphat 0,84 - 1,45 Sulfat 1 organ. Säuren 4 
  • 31. Blutplasma - Zusammensetzung - Wichtigste Elektrolyte Kationen:   Na+ = häufigste Kation im EZR + entscheidendes Kation für osmotischen Druck im EZR K+ = häufigstes Ion im IZR + wichtigste Rolle bei der Entstehung des Aktionspotentials und der Erregungsübertragung im ZNS und Herz + hilft beim Insulintransport in die Zelle Ca2+ = Aufbau von Knochen und Zähnen beteiligt + entscheidende Rolle bei der neuromuskulären Erregungsübertragung und bei Muskelkontraktion Mg2+ = Mitbeteiligung bei der Erregungsübertragung an den Muskeln CL- = häufigstes Anion im EZR + entscheidendes Anion für osmotischen Druck im EZR  Phosphat = Baustein von ATP, Zellmembran + Knochenmineral Anionen: HCO3- = wichtigster Puffer im Blut  
  • 32. Blutplasma - Zusammensetzung - Serum Serum = Blutplasma ohne gerinnungsaktive Proteine (Fibrinogen)
  • 33. Blutplasma - Zusammensetzung - Elektrolythaushalt - Klinik - Kalium Klinik: Auf Störungen des Elektrolythaushaltes reagiert der Körper überaus empfindlich: Kalium: Sowohl Kaliummangel als auch Kaliumüberschuß führen zu Störungen der neuromuskulären Erregungsleitung, wodurch es zu gefährlichen Herzrythmusstörungen kommen kann. K+ ↑ = Hyperkaliämie → lähmen das Herz → Bradykardie oder Asystolie (= keine Kammerkontraktion) K + ↓ = Hypokaliämie  → fördert die Erregungsbildung und beschleunigt die Erregungsausbreitung → Tachykardie (< 80 HZ/ Minute) bis zu Herzflimmern Muskelanspannung/ Kontraktion → Blut wird ausgeworfen Wie kann es zu Störungen des Elektrolythaushaltes "Kalium" kommen? Hyperkaliämie (K+ ↑) Meist Folge einer akuten oder chronischen Niereninsuffizienz Azidose Trauma oder Operation überhöhte Kaliumzufuhr Folgen: es wird vermindert Kalium ausgescheiden → Kribbelgefühl der Haut Lähmungen schwere Herzrythmusstörungen bis zum Herzstillstand Hypokaliämie (K+↓) Bei lang andauernder Einnahme von Diuretika (= Wassertreibende Arzneimittel) und von bestimmten Abfüjrmitteln (= Laxantien) Folgen: es wird vermehrt Kalium ausgeschieden → Muskelschwäche (→ Obstipation, da auch glatte Muskulatur des Darms geschwächt → Teufelskreis "Laxantien") Herzrhythmusstörungen  erste Anzeichen: beschleunigter Herzschlag 
  • 34. Blutplasma - Zusammensetzung - Elektrolythaushalt - Klinik - Kalium - EXKURS DIURETIKA Warum Diuretika? Ödeme (= Wasseransammlung im Gewebe) z.B. durch sinkenden kolloidosmotischen Druck Bluthochdruck - Volumen ↑ → Druck ↑ - Volumen ↓ → Druck ↓ → Wasservolumen im Blut ↓ →  Blutdruck ↓ Reduzierung des Flüssigkeitsvolumen in den Gefäßen und damit zur Entlastung des Herzens bei Herzinsuffizienz Steigerung der Urinproduktion bei Niereninsuffizienz CAVE! Kaliumverlust ↑ mit Wasserverlust ↑ Viele Diuretika verändern die Sektretions- und Rückresorptionsmechanismen im Tubulussystem der Niere. Sie reduzieren z.B. die Rückresorption von Natrium, Kalium und Chlorid und durch den gekoppelten Ionen- und Wassertransport damit auch die Wasserrückresorption. Konsequenz: Urinmenge ↑
  • 35. Blutplasma - Zusammensetzung - Elektrolythaushalt - Klinik - Calcium Klinik: Störungen des Calciumhaushaltes führen u.U. zu Osteoporose mit Frakturen oder Bewusstseinsstörungen Calcium: Ca2+ ↑ = Hypercalcämie Wodurch? Störung im Hormonhaushalt (Calciumstoffwechsel wird durch Hormone gesteuert) Überfunktion der Nebenschilddrüse → vermehrte Parathormonproduktion  Karzinome (hormonaktiv) → Urinproduktion ↑ mit Gefahr des Volumenmangels  Folgen: Eintrübung des Patienten psychische Störungen Herzrhythmusstörungen Ca2+ ↓ = Hypocalcämie Wodurch: hormonelle Störungen z.B. Vitamin-D-Hormon-Mangel, Parathormonmangel, hormonaktive Tumore Östrogenmangel Diuretikagabe Folgen Auswirkungen auf den Mineralgehalt der Knochen → Osteoporose
  • 36. Blutplasma - Zusammensetzung - Elektrolythaushalt - Klinik - Blutzucker Klinik: Blutzucker: BZ ↓ = Hypoglykämie Folge: Bewusstseinsstörungen, Bewusstlosigkeit + evtl. Tod BZ ↑ = Hyperglykämie Folge: Koma  + evtl. Langzeitschäden z.B. bei Falschbehandlung( falsche Einnahme Diabetes
  • 37. Blutplasma - Plasmaproteine - Zusammensetzung Plasmaproteine: Die Gruppe der Plasmaproteine setzt sich aus einer Vielzahl verschiedener Eiweiße zusammen, deren Molekulargewicht zwischen 40.000 und 150.000 Dalton liegt. Der Eiweißanteil im Blut beträgt ca. 7% d.h. 60 - 80 g/l Plasma: 65% Albumine 35 % Globuline
  • 38. Blutplasma - Plasmaproteine - Funktionen Funktionen: Transport- (=Vehikel-) Funktion: Transport von Nährstoffen, Vitaminen, Elektrolyte, Substraten, Hormonen und auch Medikamente  (v.a Albumine) Nährstofffunktion: Die im Plasma gelösten Proteine können bei Bedarf schnell als Energielieferanten dienen, indem sie durch Makrophagen in ihre Aminosäuren umgewandelt werden. Pufferfunktion: Die Proteine binden abhängig von pH-Wert des Plasma H+ und OH- -- Ionen, da die Proteine negativ geladen sind.Funktion ist jedoch eher zu vernachlässigen Ausbildung des kolloidosmotischen Drucks (= osmotische Druck einer kolloidalen Lösung) von 25 mmHg im Blut Hämostase (= Blutgerinnung) Abwehr durch Immunglobuline (= γ-Globuline = Antikörper): IgG, IgA, IgM, IgE 
  • 40. Blutplasma - Plasmaproteine - Eiweißfraktionen des Blutes (Proteine + Anteile am Gesamteiweiß + Funktion Eiweißfraktion des Blutes: Albumine 55% - 65%    - Verantwortlich für KOD - Carrierprotein für verschiedene Substanzen (Bilirubin, Calcium) α1 + α2 + β- Globuline 15% - 25%(z.B. Antithrombin III, Fibrinogen) - Transportfunktion - Blutgerinnung - Proteaseinhibitoren γ- Globuline 15% - 20% - Immunglobuline (= AK)  γ-Globuline: IgG, IgA, IgM, IgE IgM = groß → können mehrere Feinde bekämpfen ersten AK (= Antikörper) die gebildet werden sind nicht placentagängig
  • 39. Blutplasma - Blutplasma - Elektrophorese Die Elektrophorese dient der Auftrennung der Plasmaproteine. In einer Flüssigkeit gelöste, elektrisch geladene Teilchen wandern in einem elektrischen Feld Da Proteine aus Aminosäuren bestehen und diese wegen ihrer Amino- und Carboxylgruppen abhängig vom pH-Wert verschiedene Ladungen tragen, lassen sie sich nach Anlegen eines elektrischen Feldes in verschiedene Fraktionen auftrennen  
  • 41. Blutplasma - KOD KOD (= kolloidosmotische Druck) = Der kolloidosmotische Druck ist der osmotische Druck einer kolloidalen Lösung (= Lösung, in der Teilchen der Größe 1-100 nm, sog. Makromoleküle, gelöst sind) und beträgt 25 mmHg. 4/5 des KOD bestimmt das Albumin, weil es die größte Eiweißfraktion im Plasma ist und osmotisch wirksamer ist, als eine gleiche Menge von Globulinen.  Da die dichten Endothelien für die relativ großen Eiweißmoleküle fast nicht durchlässig sind, üben sie in den Kapillaren einen osmotischen Druck aus. Daher ist der KOD für den intravasalen (= in den Blut- oder Lymphgefäßen befindich) und interstitiellen Flüssigkeitsaustausch in den Kapillaren von großer Bedeutung    
  • 42. Blutplasma - KOD - Klinik Klinik: Sinkt der KOD im Plasma stark ab, z.B. als Folge einer Synthesestörung in der Leber oder einer Ausscheidungsstörung in der Niere, kommt es zu einem interstitiellen Ödem.
  • 43. Blutplasma - Aufgaben Blutplasma = flüssige Phase des Blutes → Hauptaufgabe: Transport von: - Elektrolyten - Atemgas CO2 - Substraten - Stoffwechselprodukte - Lipoproteine Wärme wird aus dem Körperstamm in die Peripherie transportiert