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Fachgeschichte der Geographie (Fach) / Fachgeschichte der Geographie Vorlesung (Lektion)
Hierbei handelt es sich um das Modul welsches an der FSU angeboten wird. Es wird versucht mögliche Klausurfragen zu beantworten.
Diese Lektion wurde von Freydo erstellt.
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- Friedrich Ratzel und der 1. Weltkrieg Als einer der wichtigsten Wegbereiter der Geopolitik in Deutschland orientierte sich Ratzel stark an der Evolutionstheorie Charles Darwins und dem Sozialdarwinismus. Für die Beschreibung der Entwicklung von Staaten lehnte er sich an biologistische Begrifflichkeiten an, den Staat verglich Ratzel mit einem biologischen Organismus. Wachstum (und Schrumpfen) von Staaten erklärte er mit dem "Gesetz der wachsenden Räume". Diese Ideen von Ratzel, die später von dem Geographen Karl Haushofer instrumentalisiert wurden, gelten als wichtiger Impuls für die "Lebensraum"-Ideologie im Nationalsozialismus. --> Der Staat braucht Raum zum Wachsen. Ideelle Grundlage für das expansionistische Lebensraumkonzept der Nazis die Vorstellung eines "natürlichen Lebensraumes" der Deutschen in Europa. Zweck der Erdbeschreibung nur erreichbar „wenn man zeigt, wie der Boden und das Volk zusammen-gehören“Problem der natürlichen Grenzen nicht gelöst„Mängel“ und Widrigkeiten der geogr. Verhältnisse durch „Arbeit“ kompensierbar - rassistische Rechtfertigung des deutschen Imperialismus/Kolonialismus „Aus radikal ethnisch-kultureller Sicht war Deutschland jedoch überall, wo Deutsche siedelten und den unterschiedlichsten ‚Boden‘ in eine deutsche Kulturlandschaft verwandelten“vgl. Schultz:Geographische Legitimation der deutschen Nation: Wechsel von der äußeren zur inneren Natur: vom Land zum Volk, vom Geodeterminismus zum EthnozentrismusBegründete die Geopolitik und die Anthropogeographie.schrieb zweibändige „Anthropogeographie“ (1882/1891)- „Geographie des Menschen“- "Gesetz der wachsenden Räume“
- Geographie und erster Weltkrieg II durch 1. Weltkrieg rückt Anthropogeographie in Mittelpunkt geographischer Bildung („Kriegsgeographie“) „Imagegewinn“ der Geographie als Schulfach in Hochschulen: länderkundliches Paradigma Radikalisierung und Ideologisierung der vorhandenen Lehrmeinungen - ideologische Gleichschaltung der wissenschaftlichen Institutionen
- Geographie im Nationalsozialismus Die Geographie als Legitimation des Expansionsdranges (2) Die Geographie als Legitimation des Expansionsdranges Zwei Argumentationsmuster: - Kulturboden- Volk ohne Raum
- Geographie im Nationalsozialismus Karl Haushofer führte Ratzels Vorstellungen weiter begründete die „Geopolitik“ „Jedes Volk aber wird ... die Pflicht haben, ...die Räume auszuweisen, die es einmal mit Strahlungen seiner Rassenkraft, seiner Kultur, mit Gebilden seiner Wirtschaft erfüllt und gestaltet hat, damit ...die Hoffnung auf Wiederbelebung nicht verschwinde." Den Schmerz darüber so lebendig zu gestalten, wie ihn der einzelne an offenen Wunden spürt, dem eigenen Volk zu zeigen, daß es mit dieser Art von Misshandlung ganz allein auf Erden steht, das muss ein Nebenzweck der geopolitischen Karte sein, solange bis sich dieser Zustand ändert.“ Die Nähe Haushofers zum Nationalsozialismus, die imperialen Züge seines Werkes und die Nutzung seiner Schriften für die NS-Diktatur zur Begründung "lebensraumschaffender Vernichtungskriege" haben den Begriff der Geopolitik im Nachkriegsdeutschland nachhaltig diskreditiert. Carl Troll wies die Schuld an der nationalsozialistischen Verwendung und Instrumentalisierung geographischer Forschung dem "geopolitischen Sonderweg" Haushofers zu und verwendete zur Abgrenzung den Begriff Politische Geographie.
- Geographie im Nationalsozialismus Internationale Kritik an der Geopolitik Isaiah Bowman: „Geography vs. Geopolitics“ (In: Geographical Review, 1942) „Democracy starts with the individual […] The point of beginning with the German citizen today is the state“ (S. 647f) [Geopolitik=] „…doctrines that are separated from democracy by an abyss so wide that today only war can bridge it“ (S. 648) „German geopolitics … purports to be based on „laws“ and …attempts to apply reason and so-called „scientific deduction“ to the Nazi program of conquest and enslavement“ (S. 649)
- Geographie im Nationalsozialismus Walter Christaller veröffentlichte die Theorie der zentralen Orte im Jahr 1933 in seinem Buch: Die zentralen Orte in Süddeutschland. Bedeutungsgewinn planungsbezogener geographischer Forschung (staatliche Raumordnung) Bevölkerungs- und Siedlungspolitische Planungen (Christallers Zentrale-Orte-Modell)Sein Modell basiert auf der Grundvoraussetzung der Selbstversorgung und Binnenwirtschaft. Beide Aspekte machten sein Konzept vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Autarkiepolitik attraktiv. Nach Beginn des Weltkrieges setzte er sein Modell im Auftrag nationalsozialistischer Institutionen für die Neuplanung großer Gebiete in Ost- und Westeuropa ein.
- Geographie im Nationalsozialismus Carl Troll Vegetationsgeograph, Hochgebirgsforscher Carl Troll prägte den Begriff Landschaftsökologie (Begründer) und den Begriff des Tageszeitenklimas. Aus hydrologischen, biologischen und wirtschaftlichen Daten entwickelte er Jahreszeitenklimakarten und Klimaklassifikationen. Heute weit verbreitet wird die so genannte effektive Klimaklassifikation nach Troll/Paffen. entwickelte Klimaklassifikation und Landschaftsgürtelkonzept Aufarbeitung der Geographie im Nationalsozialismus (1947) Versuch der „Rettung“ der wissenschaftlichen Erträge der NS-Zeit- Legitimation der Arbeit der Geographen im Regime- Mangel an kritischer Reflexion
- Mit welchen Argumenten versucht Troll, die Rolle der Geographie im Nationalsozialismus zu entschuldigen bzw. zu relativieren? Unkenntnis (viele wussten nicht, wie ihre Wissenschaft vereinnahmt wurde) "Gefangenschaft" im Regime (was sollte man auch tun, wollte man forschen, Machtlosigkeit) Wissenschaft ist per se unschuldig, sie wurde hier befleckt Die Kulturgeographie war empfänglich, weil noch nicht so gefestigt, das wurde ausgenutzt Es gab ja einen Widerstand (in Tarnung, Wissensbestände wurden in Sicherheit gebracht) In jeder propagandistischen Einfärbung steckt noch immer das unschuldige wissenschaftliche Gut Was zählt ist das Ziel und der gute Wille (Naturschutz hat doch sein Gutes gehabt) Die Fehlleitung betraf nicht nur Deutschland, sondern das gesamte Abendland Haushofer war fehlgeleitet (aber ein Mensch, der zu anderer Zeit großes hätte leisten können)
- Länder, Landschaften und Landschaftsgürtel auch Geographie im Nationalsozialsmus Albrecht Penck Glaziologie als HauptforschungsfeldKlassifizierung alpiner Eiszeitenpostuliert naturwissenschaftlichen und historischen Zweig der Geographieländerkundliche Arbeitenin den Jahren vor und nach dem Ersten Weltkrieg führender und höchst einflussreicher Geograph; überzeugter großdeutscher Nationalist„Volks- und Kulturbodenforschung“ -> Penck hat den Begriff so umdefiniert, dass er nicht mehr nur als wissenschaftliches Konzept bewertet werden konnte. Er maß den Begriff eine Außenpolitische Doktrin bei "Wo der deutsche siedelt, ist deutscher Kulturboden, da hört man deutsche Sprache und sieht man deutsche Arbeit. Man hat das deutsche Sprachgebiet mit dem deutschen Volksboden gleichgestellt und hat aus der Sprachenkarte die Ausdehnung und Lage unseres Volksbodens ersehen."Dt. Volk hat sich durch Arbeit u. Fleiß den Boden erarbeitet(Albrecht Penck, Karl Haushofer): "Jedes Volk aber wird die Pflicht haben, die Räume auszuweisen, die es einmal mit Strahlungen seiner Rassenkraft, seiner Kultur, mit Gebilden seiner Wirtschaft gestaltet und erfüllt hat, damit die Hoffnung auf Wiederbelebung nicht verschwinde";(„Wir verehren in Ihnen den bahnbrechenden, länderkundlichen Forscher und Darsteller, der das geographische Bild des Deutschen Reichs und seiner Nachbarländer in sicheren Umrissen entworfen, der die umgestaltende Wirkung der Vereisung auf die Alpen und ihr Vorland bis ins einzelne nachgewiesen, der die Erforschung der verschiedensten Gaue deutschen und österreichischen Landes angebahnt und in die Wege geleitet, der aber auch in allen Weltteilen selbst beobachtet und Probleme weitauseinanderliegender Erdstellen durch eindringende Fragestellung und scharfsinnige Vergleichung gelöst hat.“)
- Landschaft nach Schmithüsen / Bobek „Eine Landschaft (…) ist der Inbegriff der Beschaffenheit eines auf Grund der / ... die Gestalt eines nach der ... Totalbetrachtung als Einheit begreifbaren Geosphärenteils von geographisch relevanter Größenordnung.“ Auftretensform des Zusammenwirkens der einzelnen Geofaktoren/einmalige Kombination der Geofaktoren ein beobachtbarer, individueller „Gesamtinhalt eines Teilstücks der Erdoberfläche“ (Bobek & Schmithüsen 1949)
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- Landschaftsgeographie „Landschaft“ als holistisches Paradigma aufgrund der Einmaligkeit von Landschaften - Geographie als beschreibende Wissenschaft Erscheinungsbild der Landschaft ist von natürlichen Grundlagen bestimmt „planvolle Landschaftszergliederung“ als Methode der Geographie schlechthin Kulturlandschaft als menschlich vermittelte Wirkung der Geofaktoren Naturlandschaft als „diejenigen geographischen Landschaften, die sich unter heutigen ökologischen Verhältnissen bei Aufhören jeglicher menschlicher Einflussnahme entwickeln würden“ (Schultze 1955) Idee der Landschaft als Totalcharakteristik einer Erdgegend - Annahme, Welt wäre „mit einem Blick“ erfassbar Frage des „richtigen“ Begrenzungsverfahrens objektive Begrenzung als unlösbares Problem? „Landschaft“ selbst ist subjektiv festgelegter Wirklichkeitsausschnitt keine wahrnehmungsunabhängigen, naturgegebenen Grenzen zwei Aspekte-strukturell-funktional Struktur einer Landschaft - abiotische & biotische Naturlandschaft, anthropogene Kulturlandschaft Funktionalität einer Landschaft - wechselseitige Wirkungszusammenhänge in vertikaler Hinsicht (Kausalitäten)
- Landschaftsgeographie Kritik historische Wandelbarkeit des Gesellschaft-Raum-Verhältnisses nicht theoretisch und methodologisch einbezogen Parallele zur völkischen Argumentation des Zusammenhanges von Volk und Boden Traditionelle Geographie stützt und reproduziert ethno-zentristische Sichtweise
- Länderkunde „Länder“ als Forschungsgegenstand „Land“ als Mehrzahl von Landschaften, die sich zu einem homogenen Ganzen zusammenfügen Vorstellung einer „Landesnatur“ -- Grenzen hängen von Homogenität des Umgrenzten ab (theoretischer Anspruch) Länder damit als „Natürliche“ Gegebenheiten Einheit von Volk und Land
- Länderkunde Alfred Hettner - Formen der Oberfläche aufzeigen - nicht nur Beschreibungen machen- größtes Interesse sollte dem Menschen gelten- Geologie = Erdgeschichte --> Ursache-Wirkung der Landschaft herausfinden- Unterscheidung von Tektonik und Morphologie- induktive Ansätze- Begründer der Länderkunde- gründete die „Geographische Zeitschrift“Abhandlungen zu Theorie und Methode der Geographie- methodologischen und methodischen Arbeiten zur Einheit der Geographie- mass der erklärenden länderkundlichen Darstellung grosse Bedeutung zu und forderte ihre stärkere Regionalisierung- definierte die Geographie auf der Basis eines nomilasistischen Raumbegriffes als chorologische Disziplin, welche die empirische Wirklichkeit unter dem Gesichtspunkt der räumlichen Anordnung zu betrachten habe- unterschied in die beschreibende Darstellung und die erklärende Darstellung- setzte sich äusserst kritisch mit der Zyklentheorie von W.M. Davis auseinander, und bekämpfte sie aufgrund ihrer deduktiven Elemente vehement- Durch Hettners massgeblichen Einfluss auf die fachtheoretische Diskussion etablierte sich die Länderkunde als oberstes Ziel geographischer Forschung.- „Geographie ist die Wissenschaft von der räumlich differenzierten Erdoberfläche; sie befasst sich größtenteils mit deren dinglicher Erfüllung und mit den Geofaktoren. Objekt der geographischen Wissenschaft ist die Landschaft, die mehr als die Summe ihrer Bestandteile, nämlich eine "Ganzheit" oder "Gestalt" aufweist.“
- Kritik an Hettners Landschaftsbegriff (nach dem Zweiten Weltkrieg): Heinrich SCHMITTHENNER (1954): Die Einheit und Ganzheit der Landschaft ist nicht real gegeben, sondern sie bildet sich erst in der gedanklichen Konzeption des Forschers. W. GERLING (1965): Ein Begriff wie Landschaftsganzheit ist als theoretische Instrumente geographischer Forschung unbrauchbar und daher abzulehnen. Nicht Ganzheitsforschung, sondern Problemforschung ist Aufgabe der Geographie.D. BARTELS(1970): Tendenz zu einer Beschränkung der geographischen Interessen auf die deutlich sichtbaren, das Landschaftsbild beherrschenden empirischen Gegenstände.Brockhaus Enzyklopädie (1975): Geographie als Lehre von den Geofaktoren wird schrittweise zugunsten der Auffassung aufgegeben, dass es sich bei der Geographie um eine Kräftelehre und über die von diesen Kräften bewirkten Prozesse um eine Wissenschaft von den raum-wirksamen Prozessen und ihren Erscheinungsformen handele.
- Länder, Landschaften und Landschaftsgürtel William Morris Davis Davis’ einflussreichstes wissenschaftliches Werk war der Erosionszyklus, der zuerst etwa um 1884 veröffentlicht wurde und darstellt, wie Flüsse die Landschaft prägen. Obwohl seine Arbeit heute als zu vereinfacht gilt, war es ein früher Beitrag zur Geomorphologie. Die Aussage, dass Flüsse im Wesentlichen aus Oberlauf, Mittellauf und Unterlauf bestehen, gilt allerdings noch heute. Davis gründete 1904 die Association of American Geographers (Vereinigung der Amerikanischen Geographen) und war der National Geographic Society in ihren Anfangsjahren verbunden, während denen er eine Reihe von Artikeln für das Magazin schrieb. Landschaftsforschung - Erdkruste, Landmasse nimmt bestimmen Platz ein, Oberfläche ein Initzial - Wie Landschaft entsteht. ... nach einer Theorie von W. M. Davis der regelhafte Ablauf von den Stadien, die die morphologische Entwicklung der Erdoberfläche durchläuft: Nach der Hebung eines ebenen Krustenteils (Urform) entsteht eine Hügellandschaft mit noch wenig entwickelten Tälern (Jugendstadium), danach ein Bergland mit breiten, ausgeglichenen Tälern (Reifestadium); deren Wasserscheiden werden schließlich abgetragen, sodass sich eine fast ebene bis flachwellige Rumpffläche herausbildet (Greisenstadium). Nach den unterschiedlichen, klimabedingten Abtragungskräften wird ein humider, arider, nivaler und mariner Zyklus unterschieden. So anregend diese Zyklentheorie auf die Entwicklung der geographischen Wissenschaft gewirkt hat, ist sie in dieser schematisierenden Form heute nicht mehr haltbar.
- Kernpunkte der Länderkunde: Welchen Einfluss haben natürliche Grundlagen auf den Lauf der Geschichte? -horizontal -- Wie fügen sich Landschaften zu einmaligen Ländern zusammen?-vertikal -- Prägender Einfluss der natürlichen Gegebenheiten soziale und kulturelle Aspekte der Landschaftsgestaltung werden weder argumentativ noch analytisch berücksichtigt Einmaligkeit des menschlichen Zusammenlebens folgt aus Einmaligkeit der Landschaft Erklärung der Differenzen aus „vertikalen Beziehungen“ Welchen Einfluss haben natürliche Grundlagen auf den Lauf der Geschichte?- Argumentation in biologischen Kategorien- Erforschung der Lebensbedingungen ohne soziale Differenzierung
- Französischsprachige Geographie vor 1950 Paul Vidal de la Blache Fokus auf Mensch-Umwelt-Beziehungen „Geographie Humaine“ Konzept der „genres des vie“ („Lebensformgruppen“ ) Abkehr vom Naturdeterminismus - („Possibilismus“)
- Französischsprachige Geographie vor 1950 Jacques Elisée Reclus Philosoph des Anarchismus Befreiung des Menschen durch Aufklärungsarbeit Werk „Nouvelle Géographie universelle“-Physisch-geographischer Teil: sinnvolle Nutzung der Natur-Humangeographischer Teil: umfassende Untersuchung der sozialen Verhältnisse (Kulturen, Milieus) Gründervater der Sozialgeographie Vorläufer des nachhaltigen Denkens war gegen das Abholzen der Wälder und Eingriffe in die Hydrologie in anderen Ländern sozialkritische Geographie Humanistische Einstellung - nicht Region oder Nation - Menschseite wird stark betont
- Britische Geographie vor 1950 1830 Gründung der „Royal Geographical Society“ Aufgaben:- Publikation geographischer Kenntnisse und Entdeckungen- Ausbildung und Unterstützung von Expeditionen- Aufbau von Bibliotheken und Kartensammlungen Anerkennung der Geographie als eigenständige Wissenschaft Etablierung des Schulunterrichts in Geographie ab 1845 Wehrmacht -> Ende der Entdeckerzeit Industrialisierung/Eroberung und Verwaltung von Kolonien Beschreibung und Analyse der Welt Aufschwung von physischer Geographie und Kartographie aber Dominanz der Geologie (Rockcycle)
- Britische Geographie vor 1950 Sir Halford Mackinder Professionalisierung und Formalisierung der englischen Geographie „Heartland Theory“ (politisch geographische Ausrichtung) - treibender Höhepunkt für die britische Außenpolitik Who rules East Europe commands the Heartland Who rules the Heartland commands the World-Island Who rules the World-Island commands the world
- Britische Geographie vor 1950 Mary Somerville Werk: Physical Geography - Überblick in kompakter Form
- US-amerikanische Geographie vor 1950 Ellen C. Semple Ratzel-Schülerin: führt Ratzels Ideen in den US-amerikanischen Diskurs ein Einflussreiche Dozentin The Influence of the Appalachian Barrier Upon Colonial History. 1897 Influences of Geographic Environment: On the Basis of Ratzel's System of Anthropo-Geography. 1911 Man is the product of the earth‘s surface […] On the mountains she has given him leg muscles of iron to climb the slope; along the coast she has left these weak and flabby, but given him instead vigorous development of chest and arm to handle his paddle or roar“
- US-amerikanische Geographie vor 1950 Carl O. Sauer lange dominant, an Vidal angelehnt Begründer der (später so genannten) „Berkley School“ („Landscape School“) - Kultur hat eine aktive Rolle-->legt zum ersten Mal Fokus auf Mensch; natürliche Grundlagen von Kultur/Mensch werden umgestaltet Unter dem Einfluss von CARL SAUER und der von ihm begründeten Berkeley-Schule bildete sich in Amerika eine eigenständige Kulturgeographie als Teilgebiet der Humangeographie heraus, mit besonderem Gewicht auf Kulturlandschaftsforschung, genetischen und historischen Problemstellungen und folkloristischen Aspekten von Kultur. 1925 veröffentlichtes Standardwerk: „The morphology of landscape" Plädiert für eine kulturzentrierte Historische Geographie Landschaft:- Physische Umgebung- Kultur -- braucht Zeit um physische Umgebung umzugestalten- Zeit Chorology + Historical Geography Individualität der Einzelräume ist Rechnung zu tragen individuelle Vorgehnsweise vor Ort Mensch ist ein Lokalspezialist, es gibt keine Globalexperten
- Funktionales Denken und gesellschaftszentrierte Ansätze „Funktionale Phase“ der Geographie neben Landschafts- u. Länderkundehorizontale Prozesse im Fokus - menschliche (sozio-ökonomische) Gestaltung von Kulturlandschaften zwei Ansätze: struktur-funktional: Natur - Wirtschaftliche Ausgleichsbeziehungen funktional-strukturell: Wirtschaftsbeziehungen - Anordnungsmuster
- Kritik Quantitative Revolution und Spatial Analysis Paradigma der traditionellen Geographie - idiographischer Regionalismus Sehr begrenzte Aussagekraft im Kontext zunehmender horizontaler Verflechtungen Räume und Landschaft als Einzelindividuum Übergreifende Modellierung keine theoretische übergreifende Betrachtung „Quantitative Revolution“ als Evolution mit vielen Vorläufern (von Einzelunterschieden wird abgesehen) F.K. Schaefer „Exzeptionalismus in der Geographie: Eine methodologische Untersuchung“ (1953):-Aufgabe der Geographie - Formulierung von Gesetzen (Geographie muss sich nicht extra Auszeichenen - Randposition; Geographie muss zur Formulierung von Gesetzen finden um eine Disziplin zu werden)-Anordnungen der Erscheinungen im Fokus (klassischer Funktionalismus sollte Leitparadigma sein; neue Forschungsrichtung: Abkehr vom beschreibenden Paradigma) Kontext: gesellschaftliche Forderung nach „Problemlösern“ und „Sozialtechnologen“
- Quantitative Revolution neue Forschungsrichtungen (u. a. Geoinformatik, Fernerkundung) Abkehr vom rein beschreibenden Paradigma - Begründung des Faches als Raumwissenschaft Anthropogeographie als Raumwissenschaft: Gegen Ende der 1960er Jahre trat die Unvereinbarkeit der überkommenen länderkundlichen Tradition der deutschen Hochschulgeographie mit den modernen sozialwissenschaftlichen Forschungsansätzen immer deutlicher zutage. D. Bartels leitete einen Paradigmenwechsel in der Anthropogeographie ein, indem er die Gedanken des kritischen Rationalismus auf die Anthropogeographie übertrug und sie als handlungsorientierte Raumwissenschaft neu definierte. Mit der methodologischen Revolution ging die sog. "Quantitative Revolution" einher, in der verstärkt die Methoden der sozialwissenschaftlichen Statistik angewendet wurden. Die Länderkunde, v.a. in Gestalt einer regionalen, genetischen Kulturlandschaftsgeographie, spielt seither in der anthropogeographischen Praxis keine Rolle mehr. Eine disziplinpolitsche Konsequenz war, dass mit dem endgültigen Wegfall des "Landschaftskonzeptes", das den traditionalistischen Gedanken vom Landschaftsraum als dem gemeinsamen Forschungsobjekt einer Geographie in sich trug, die gelegentlich geforderte Reintegration von Physischer Geographie und Anthropogeographie in der Praxis aufgegeben wurde. Seit Bartels' Arbeiten wird auch die Bedeutung der abstrakten und formalisierten Theoriebildung für die anthropogeographische Praxis allgemein erkannt. Jene kennzeichnet sich mittlerweile durch den konsequenten Import sozialwissenschaftlicher, ökonomischer und insbesondere handlungsorientierter Theorien, die ab den 1990er Jahren das dritte Paradigma in der Anthropogeographie auf den Plan riefen.
- Quantitative Revolution Torsten Hägerstrand Begründer der Lund-School of geoinformation and geography, sozialgeographische Diffusionstheorie und der Zeitgepgraphie Pionier der quantitativen Geographie und Geoinformatik 1953: Mathematische Modellierung der Ausbreitung technischer Innovationen im Raum („Innovation diffussion as a spatial process“) Ziel der klassischen Zeitgeographie war es, über die Analyse des raum-zeitlichen Verhaltens von Individuen zu einer umfassenden Gesellschaftstheorie zu gelangen: „I am looking for a way of finding conceptual coherence in the geographer’s understanding of the human world all the way from home to globe and from day to lifetime“ Später gingen die Erkenntnisse der Zeitgeographie auch in die Soziologie ein, vor allem in der Strukturationstheorie von Anthony Giddens
- Quantitative Revolution Peter Haggett „die regionale Geographie muß das Laboratorium einer im wesentlichen theoretisch definierten Disziplin sein“ (Haggett 1973:5) „Geographie kann nicht allein durch die Angabe ihres Realobjektes oder ihrer Methode definiert werden, sondern nur durch die Kombination von beidem“ (Haggett 1973:19).„Viele der anregenden geographischen Arbeiten in den 60er Jahren leiten sich aus der Anwendung der höheren Geometrie ab…“ (Haggett 1973: 20) „Die Geometrie bietet nicht nur eine Möglichkeit, Aspekte der Geographie des Menschen und der physischen Geographie in einer neuen Arbeits-methodik zu verbinden, sondern sie belebt auch die Zentralstellung der Kartographie in ihrer Beziehung zu beiden Bereichen aufs neue“(Haggett 1973:20) - spatial analysis
- Der Kieler Geographentag Fazit 1969 fundamentalkritische Bestandsaufnahme durch Studentenschaft Kritik an „schlechtem Image“ und mangelnder Anwendungsbezogenheit Fazit: Verfestigung des Natur- und Geisteswissenschaftlichen Dualismus erschwert Integration bei der Bearbeitung der großen Probleme des 21. Jhd. (Nahrungssischerheit, global chance)
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- Der Kieler Geographentag II Landschafts- und Länderkunde „Landschafts- und Länderkunde als Inbegriff der Geographie verfügen über keine Problemstellung. [...]. Die konstatierten ... Zusammenhänge sind trivial und zudem nicht von der Landschaftskunde erforscht. Sie sind weit entfernt von dem behaupteten Gesamtzusammenhang, der als utopische Zielvorstellung postuliert wird. Sie sind in der Konstatierung von Trivialzusammenhängen Allgemeinplätze, in der Zielvorstellung Leerformeln. Geographie als Landschafts- und Länderkunde ist Pseudowissenschaft.“
- Der Kieler Geographentag Forderungen an eine moderne Geographie Abschaffung der Länder- und Landschaftskunde (unwissenschaftlich, Probleme verschleiernd, fehlende aktuelle Bezüge) problemorientierte Fragestellungen anstelle traditionell fixierter Forschungsgegenstände Arbeit an „Nahtstellen“ bestehender Fächer Trennung zwischen physischer und Anthropogeographie (Gemeinsamkeiten der Probleme nur künstlich aufrecht zu erhalten) Mehr Praxisbezug nötigParadigmenwechsel:Weg vom Geodeterminismus zur Modernisierung des Faches, Umbau zu einer quantitativ ausgerichteten raumanalytischen Disziplin (raumwissenschaftliche Diziplin).
- Der Kieler Geographentag Dietrich Bartels fordert systematische Weiterführung der angloamerikanischen spatial analysisAufdeckung von Gesetzmäßigkeiten in erdräumlichen Verbreitungsmustern erdräumliche Strukturmuster: Gebiet, Areal, Feld Mehr Praxisbezug nötigParadigmenwechsel:Weg vom Geodeterminismus zur Modernisierung des Faches, Umbau zu einer quantitativ ausgerichteten raumanalytischen Disziplin (raumwissenschaftliche Diziplin).Trennung von Humangeoraphie und Physischer Geographie
- Quantitative Revolution: Distanz als erklärende Variable Virtually all theory of spatial organization assumes that the structure of space is based on the principles of minimizing distance and maximizing the utility of points and areas within the structure, without taking the environment, or variable content of space, into account“ "Praktisch alle Theorie räumlicher Organisation nimmt an, dass die Struktur des Platzes auf den Prinzipien basiert, Abstand zu reduzieren und die Versorgungseinrichtung von Punkten und Bereichen innerhalb der Struktur zu maximieren, ohne die Umgebung oder variablen Inhalt des Platzes in Betracht zu ziehen“ “…all decisions about the use of land and about locations are taken in order to minimize movement costs. The spatial approach to understanding society assumes a world in which one variable – distance- is a dominant influence on human behaviour and it seeks to account for observed spatial patterns within this framework” "alle Entscheidungen über die Landnutzung und über Standorte werden genommen, um Bewegungskosten zu reduzieren. Die räumliche Annäherung an die verständnisvolle Gesellschaft nimmt eine Welt in einer Variablen an –Abstand-soll ein dominierender Einfluss auf menschliche Benehmens- und es Positionierungen beachteten räumliche Muster innerhalb dieses Rahmens ausmachen”
- Quantitative Revolution: Distanz als erklärende Variable Modell nach Bartels „Dabei kann jede Bewegung im Raum … als Arbeit aufgefasst werden, als Überwindung von Widerständen. […] Aufwandsdimensionen: Geldkosten, Zeitdauer…“ „Nicht immer, aber vielfach, werden nun die Handlungssubjekte entweder die Standorte oder Art und Ausmaß ihrer Aktivitäten so zu wählen trachten, dass sie mit einem gewissen Minimum des Bewegungsaufwands ein Maximum von Befriedigung im Rahmen ihrer Existenziele und Handlungsmöglichkeiten erreichen“ (ebd.) Versuch der Versöhnung von Raumwissenschaft und individuellen Handlungen; (Distanz-)Rationalitätsunterstellung
- Auswirkungen der „Revolution“ Länderkunde theoretisch ‚überwunden‘ „Technisierung der Geographie“ holistische Auffassungen der Landschaftsforschung weichen Systemansatz Verselbständigung der einzelnen Teilgeographien, stärkere Spezialisierung, „neue Vielfalt“
- Prozessorientierung und Quantifizierung in der Geomorphologie Arthur N. Strahler Prozessorientierung und –modellierung statt Deskription Basiskategorien von Prozessen:- gravitational stresses- molecular stresses- chemical processes Quantifizierung als Weg zur „Verwissenschaftlichung“ in der physischen Geographie Form der Quantifizierung: „…the geomorphologist…may, by statistical analysis of experimental and sample field data, derive empirical equations that best state the observed interrelationships between two variables…“ "...der Geomorphologe ... kann durch statistische experimentelle Analyse und Felddatenproben empirische Gleichungen ableiten, die den beobachteten Zustand zwischen zwei Zusammenhängenden Variablen am besten angeben…"
- Reaktionen auf das raumwissenschaftliche Paradigma „klassische“ Raumwissenschaft/spatial analysis Weiterentwicklungen und Gegenentwürfe Weiterentwicklungen:- Time-Geography- Wahrnehmungsgeographie Gegenentwürfe:- Humanistic Geography- Radical Geography
- Hägerstrand: Time Geography Raumzeitliche Pfade + Kritik Zeit-Geographie als innovativer Ansatz Quantitativ: raumzeitliches Koordinatensystem Qualitativ: Individuelle Praktiken sind Gegenstand der Analyse Fokus auf Individuen und deren Handeln („constraints“) Kritik: Aber Raumwahrnehmung und –erfahrung fehlen:„Behavior in space and time could be regarded as the surface movements of icebergs, whose depths we can sense only vaguely“ (Buttimer 1976, 287) - Contrainskonzept als notwendige Bedinung für Handeln, aber nicht Handel erklärend - Mechanisierte Argumentation ohne tieferes Verständnis für Handlungen
- Wahrnehmungsgeographie / Perzeptionsgeographie Verhaltenswissenschaftlicher Zugang Orientierung, Attributierung und Evaluierung Raumverhalten durch Wahrnehmungsfilter beeinflusst: Mental maps, Images, Polaritätenprofile/Semantische Differentiale sozio-ökon. Bedingungen und Intentionalität nicht erfasst Vertreter: Peter Weichhart, Gerhard Hard Sie untersucht, wie Menschen geographische Räume wahrnehmen. Sie versteht sich als Teil der Humangeographie. Die Wahrnehmungsgeographie geht davon aus, dass Menschen Räume sehr subjektiv und individuell sehr unterschiedlich wahrnehmen.
- Humanistische Geographie Anne Buttimer Abkehr von quantitativen Ansätzen (Vorwurf: Lebensweltferne/-fremdheit) Buttimer fordert “eine humanistische Orientierung der Geographie“. Kernbegriffe: „Phänomenologie“, „Lebenswelt“, „Experience“, „Place“, „Horizont“ Authentizitätsmotiv, z.B. vom „Housing“ zum „Dwelling“; von „Space“ zu „Place“
- Kritik der Humanistic Geography John Pickles, 1985: Antipositivismus produziert Stillstand der empirischen Forschung Sehnsucht nach Unmittelbarkeit und Tradition; Illusion der ‚unverfälschten Welt‘ Subjektzentriert, aber oft nicht sozial ausgerichtetaber Einfluss auch aktuell erkennbar: Bsp. Erfolg qualitativer Methoden in der Humangeographie
- Radical Geography Programm einer marxistischen Geographie Kritik an der Spatial AnalysisMarxistische Kapitalismuskritik (Widerlegung des kritischen Potentials der Sozialgeographie) David Harvey: Social Justice and the City (1973), The Limits to Capital (1982) Vertreter im deutschen Kontext: Bernd Belina (F) Kritik an gesellschafftlicher Irrelevanz der Raumwissenschaft der 60 und 70er Jahre Politische Geographie als Geography from the left Fokus auf ungleiche Macht- und Ausbeutungsverhältnisse Die Radical Geography hat ihre Wurzeln in den 1970er-Jahren im angloamerikanischen Sprachraum Sie setzt ihren Schwerpunkt nicht auf die Analyse von Nationalstaaten, sondern auf generelle Raum-Macht-Asymmetrien verschiedener räumlicher Maßstabsebenen Dabei sieht sie sich nicht nur als bloße beschreibende Theorie, sondern vielmehr als reformorientierte Gesellschaftstheorie mit Bezug zum Neomarxismus Insbesondere David Harvey prägte die Radical Geography Von einer zunächst liberalen Auslegung raumwissenschaftlicher Ansätze, wendete er sich in zunehmendem Maße den Erklärungsangeboten des Marxismus zu Ziel ist die Erforschung sozioökonomischer räumlicher Ungleichheiten, deren Ausgangspunkt häufig das marktwirtschaftlich-kapitalistische System ist und somit in der Kritik steht Soziale Ungleichheiten werden als Folge der Kontrolle über Ressourcen durch politische und ökonomische Eliten gesehen, die dabei einem großen Teil der Menschen den Zugang dazu verwehren und sie somit ausbeuten Diese Herrschaftsverhältnisse sind sowohl auf lokaler Maßstabsebene als auch auf der internationalen Ebene der Geopolitik erkennbar
- Humangeographie Philosophie/Sozialwissenschaften: „Spätmoderne“, „Postmoderne“ räumliche Welt als soziales Konstrukt Handlungs- und sprachzentrierte Sozialgeographie Feministische Geographie; Politische Geographie; Relationale Wirtschaftsgeographie; lebensstilbezogene Stadtgeographie soziale Konstruktion ökologischer Problemlagen
- Humangeographie: Dekonstruktivismus und neue Synthese Handlungszentrierte Sozialgeographie: (Benno Werlen) Handlungszentrierte Sozialgeographie: (Benno Werlen) Vom Raum zur Regionalisierung Raum als Resultat alltäglicher Praxis Raum (als objektiv-materielles Phänomen) Handeln (als alltägliches Regionalisieren) Handlungszentriertes Paradigma Nach ihm soll die Humangeographie nicht mehr untersuchen, wie der Raum menschliche Tätigkeiten bestimmt, sondern wie menschliche Handlungen den Raum gestalten. Werlen (2004) bezeichnet dies als „Geographie-Machen“. Region erst von anderen abgrenzen --> eine Regionalisierung vornehmen Regionalisierungen werden also von Menschen durchgeführt Regionen sind damit nicht naturgegeben, sondern gemacht Aber auch Nicht-Wissenschaftler machen in ihrem Alltag Geographie Durch den Kauf bestimmter Produkte werden in einer globalisierten Welt Betriebe in anderen Ländern gefördert Damit bestimmt jeder Mensch in seinem Alltag wirtschaftliche und soziale Strukturen in anderen Regionen Räumliche Muster sind also nicht geodeterminiert, sondern werden durch menschliches Handeln definiert
- Humangeographie: Dekonstruktivismus und neue Synthese II Handlungszentrierung in der „Relationalen Wirtschaftsgeographie“ Handlungszentrierung in der „Relationalen Wirtschaftsgeographie“ Harald Bathelt, Johannes Glückler Soziale Einbettung ökonomischer Praxis Unternehmens- und handlungsorientiert Ortsspezifische Organisationsformen „Nicht die Region bestimmt die Entwicklung der Unternehmen, sondern die Unternehmen die Entwicklung der Region“ (Storper/Walker 1989, zit. v. Bathelt/Glückler 2002, 26) „Reputationsnetze“ (Glückler 2004)
- Humangeographie: Dekonstruktivismus und neue Synthese III Handlungszentrierung in der Stadtgeographie Handlungszentrierung in der Stadtgeographie: von der morphologischen über die funktionalistische zur lebensstilorientierten Stadtforschung Lebensstile statt Klassen und Schichten Lebensstil: expressiv (Konsum, Freizeit) interaktiv (Mediennutzung, Geselligkeit) evaluativ (Einstellungen) kognitiv (Selbstidentifikation) Gentrifizierung, Wohnstandortwahl
- Human- u. Physiogeographie: (human-)ökologische Ansätze Komplexität des Mensch-Umwelt- Zusammenhanges erfassen Methodik: quantitativ und qualitativ Gesellschaftliche Anschlussstellen eröffnen (Bsp.: Naturrisiken, Klimawandel) Politische Ökologie (Blaikie, Krings) Modellierungen und Zukunftsszenarien