98

Fachgeschichte der Geographie (Fach) / Fachgeschichte der Geographie Vorlesung (Lektion)

Hierbei handelt es sich um das Modul welsches an der FSU angeboten wird. Es wird versucht mögliche Klausurfragen zu beantworten.

Diese Lektion wurde von Freydo erstellt.

Lektion lernen

Anzeige
  • Realismus/Objektivismus Es gibt, um eine vom Menschen, in seiner Wahrnehmung, unabhänige Welt Objektive Erkenntnis ist möglich
  • Positivismus/Empirismus Sinnes-/Messdaten legen Tatsachen offen Positive im Sinne von Erkennbar, Datenbeobachtung Auguste Comte methaphysische Spekulationen, die aus der Wissenschaft ausgeschlossen werden alles über die Erfahrung und Erklärung von sinnesgebundenen, empirisch beobachtbaren (positiven) Tatsachen hinausgehende Bereiche
  • Rationalismus Hinterfragen und Begründung von Hypothesen (kritischer Zweifel)
  • Teleologie Kritik Erkenntnisfortschritt Akkumulation von Wissen Zielgerichtetheit der Geschichte und der Wissenschaft (von griech. télos: Ziel, Zweck) ist die Lehre von der Zielgerichtetheit menschlichen Handelns, der Naturereignisse und des Geschichts- und Entwicklungsverlaufs im Allgemeinen. Spielart der Teleologie: Sozialdarwinismus Kritik Systematische und kausal-logische Herleitung heutiger Wissensbestände und -systeme aber Verschleierung der Machtverhältnisse, die zur Durchsetzung eines bestimmten Weltbildes geführt haben Verschleierung der Kontingenz (Bedingtheit) von Entwicklungen Ausblendung fremder Wertvorstellungen  
  • Kritischer Rationalismus nach Karl Popper. - Position des kritischen Zweifels sowie der generellen Falsifizierbarkeit von Hypothesen - „Der Fortschritt des Wissens besteht aus Vermutungen und Widerlegungen“ - „Die rationalistische Tradition, die Tradition der kritischen Diskussion, ist die einzig praktikable Methode, unser Wissen zu erweitern – natürlich nur unser Vermutungs- oder Hypothesenwissen. Es gibt keine andere Methode. Insbesondere gibt es keine Methode, die von Beobachtungen und Experimenten ausgeht.“ - wenn kritische Argumentation von empirischen Tatsachen abhängt, müssen Vermutungen noch weiter auf solche eingeschränkt, die empirisch falsifizierbar sind, auf jene, die mit Erfahrungsbanden in Konflikt geraten können
  • Diskurs nach Hall „ist eine Gruppe von Aussagen, die eine Sprechweise zur Verfügung stellen, um über etwas zu sprechen – z. B. eine Art der Repräsentation –, eine besondere Art von Wissen über einen Gegenstand.“ „… begrenzt die anderen Weisen, wie das Thema konstruiert werden kann.“ Kontingenzen von wissenschaftlichen Auseinandersetzungen in den Blick bekommen relativ fest gefügte Machtstruktur - Was kann bezeichnet werden? Was wird untersucht?
  • Wissenschaftstheorie „Studying an academic discipline involves studying a society within a society“ Erschließen der gesellschaftlichen Bedingungen, die zu einer bestimmten Ausrichtung der Wissenschaft führten Die Wissenschaftstheorie (oder (theoretische) Wissenschaftsphilosophie) ist ein Teilgebiet der Philosophie, das sich mit den Voraussetzungen, Methoden und Zielen von Wissenschaft und ihrer Form der Erkenntnisgewinnung beschäftigt. Wissenschaft wird in diesen Untersuchungen vorwiegend als System wissenschaftlicher Erkenntnisse verstanden, und Wissenschaftstheorie ist in diesem Sinne eng mit Erkenntnistheorie und Methodologie verbunden.
  • Modernes Wissenschaftsverständnis Begriffe! (6) Fortschrittsglaube Rationalismus Autonomie Postivismus Teleologie Objektivismus  
  • Spätmodernes Wissenschaftsverständnis Begriffe! Dekonstruktion Perspektivenvielfalt Risikogesellschaft Diskurs Kontingenz Kontext
  • Modernes Wissenschaftsverständnis Fazit Positivismus, Teleologie und Sozialdarwinismus werden als Denkweise in den Wissenschaften zunehmend reflektiert und kritisiert. Sie sind jedoch in der Gesellschaft und im Wissenssystem eingebaut, sie sind nicht verschwunden und schwer verzichtbar.
  • Anzeige
  • Weltbilder in der Antike bereits vor systematischer Erforschung gab es schon vereinzelte Erd- und Weltbeschreibungen (Nebra Himmelssscheibe/Karte von Babylon) Geographie in Griechenland war Teil der umfassenden Naturphilosophie verschiedene Gelehrte bzw. Schulen, die sich auch mit Geographie beschäftigten (Thales, Anaximander) z.B. am Beginn 6. Jahrhundert v. Chr. Dominanz der Ionischen Schule Geozentrisches Weltbild Ökumene: v. griech. „oikouméne“, Partizip v. „oikein“ („bewohnen“), bezeichnet die gesamte bewohnte Erde bzw. den Siedlungsraum des Menschen - hat geographisches Weltbild geprägt
  • Grenzen der Ionischen Schule „Aber der allgemeine Plan ihrer Naturwissenschaft war fehlgeleitet, nicht durch die Tatsache, dass sie ohne Hilfe durch die Instrumente des modernen Laboratoriums auf Beobachtungen mit bloßem Auge angewiesen waren, sondern durch die Tatsache, dass sie sich darauf festgelegt hatten, zwei Fragen zu beantworten, die zu beantworten keine noch so weit fortgeschrittene Laboratoriumstechnik ermöglicht hätte, weil es sich um unsinnige Fragen handelte: 1.Wie können wir uns ein klares geistiges Bild von der allgemeinen Ursubstanz machen? 2.Wie können wir aus dieser Ursubstanz die Welt der Natur ableiten?“ Prämissen der ionischen Schule/Naturphilosophie Es gibt natürliche Dinge, natürliche Dinge bestehen aus einer einzigen Substanz, dies ist nicht zu widerlegen oder zu bestätigen.
  • Vertreter der Geographie im klassischen Griechenland Thales v. Milet erster Vertreter der ionischen Schule Theorien in Einklang mit Beobachtungen entwickelte mathematische Theorien Wasser als Ursprung der Dinge Weltbild - Erde als im Meer schwimmende Scheibe
  • Vertreter der Geographie im klassischen Griechenland Hekatäus von Milet erster „Länderkundler“ Prosawerk „Erdbeschreibung“ verfeinerte Anaximanders Weltbild 3 Schulen Perigese - beschreibende Länderkunde Periplus - Küstenbeschreibung Periódos - Erde als Ganzes
  • Vertreter der Geographie im klassischen Griechenland Herodot von Halikarnassos steht in periegetischer Tradition gilt als „Vater der Geschichte“ (Cicero), „Vater der Geographie“ und „Vater der Ethnologie“ Geschichte geographisch und Geographie historisch betrachten Werk weitestgehend erhaltenWeltbild - Ellipsenförmige Erdgestalt „Diese Vereinigung von bedeutender Reiseforschung und geographischer Leistung verleiht Herodot den Rang des großen Geographen“
  • Vertreter der Geographie im klassischen Griechenland Platon Erde als perfekte symmetrische Form der Kugel Erde als Zentrum des Universums, Himmelskörper in konzentrischen Bahnen darum kreisend
  • Vertreter der Geographie im klassischen Griechenland Eudoxus von Knidos Weltbild kugelförmige Erde (Nachweis der Erdkrümmung, Entstehung von Klimazonen) Geozentrik Sphärensysteme bedingen Bewegung der Gestirne
  • Vertreter der Geographie im klassischen Griechenland Aristoteles Theorie der Induktion Dinge streben nach perfektem Zustand Welt besteht aus fünf Grundsubstanzen (Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther) alle Dinge haben einen „natürlichen“ Platz Weltbild: Kugelgestalt der Erde „Daher ist die Erde im Wasser, dieses in der Luft, diese im Äther, der Äther im Himmel, dieser jedoch nicht mehr in einem andern“
  • Vertreter der Geographie im klassischen Griechenland Eratosthenes v. Kyrene erstmalige Verwendung des Begriffes „Geographie“ als Titel Frage nach Aufgabe der Geographie-Form und Größe der Erde feststellen-Erstellen möglichst korrekter Karten Erdumfangsberechnungen
  • Von den griechischen Gelehrten über die arabischen Herrscher bis zum Mittelalter zwischen 7. und 11. Jahrhundert „Arabisierung“ Zunahme an Pilgerreisen nach Mekka („hadsch“) erforderte genaue Karten Handelsrouten zwischen Mittelmeerraum und China, Indien und Ostafrika erlangten größere Bedeutung Umfassende Systematisierung von geographischen Daten (Bagdad: Übersetzungen antiker Texte) Fortschritte in der Geomorphologie Dominanz des religiösen Denkens des Korans
  • Abendländische Geographie im Mittelalter I Zerfall des Römischen Reiches im 5. Jahrhundert Zerfall des Römischen Reiches im 5. Jahrhundert -lateinisch-christlich, Zentrum: Rom -griechisch-christlich, Zentrum: Konstantinopel -arabisch-moslemisch, Zentren: Mekka, Medina, Jerusalem, Bagdad,Alexandria Zersplitterung und Dezentralisierung führen zu Verlust an Kenntnissen
  • Abendländische Geographie im Mittelalter II Peschel Mittelalter: Welt als „Text des Schöpfers“ Begriff „Geographie“ verschwand nahezu Wissenschaft wird vorherrschend in Klöstern betrieben „Verschwinden“ der griechischen Quellen„…wenn sich der Kreis unseres Wissens verenget, verfallen wir schutzlos den traumartigen Vorstellungen einer unbemeisterten Einbildungskraft“ (Peschel 1865, 74). „…die Gefangenschaft roher sinnlicher Wahrnehmung…“ (ebd., 87) „So sehen wir, dass wichtige Enthüllungen nutzlos der Vergessenheit verfallen, wenn die Zeit noch nicht reif ist für ihr Verständnis“ (ebd., 80). „So kann auch die phönizische Umschiffung Afrikas stattgefunden haben und wieder vergessen worden sein, weil sie außer allen Beziehungen zu dem Drange ihres Zeitalters stand“ (ebd.).
  • Abendländische Geographie im Mittelalter III Renaissance Renaissance: „Wiederentdeckung“ antiker Wissensbestände Aufschwung empirischer Wissenschaften zunehmende Fernhandelsaktivitäten nach türkischer Eroberung Konstantinopels (1453) Migration östlicher Gelehrter Rückübersetzung griech. Schriften aus dem Arabischen Fernhandel mit chinesischen Zentren über Landweg(Polo-Reisen) Seit frühem 11. Jahrhundert: technische Entwicklungenim bereich der Nautik
  • Die Entdeckungsreisen von Kolumbus, Magellan und Cook Gründe (6) Intensivierung des Mittelmeerhandels Im 14./15. Jh. weitere Verbesserung der nautischen und kartographischen Kenntnisse „Reconquista“ führte zu Machtstellung der iberischen Königreiche (Rückeroberung der Iberischen Halbinseln durch christliche Nachkommen) religiöse und wirtschaftliche Motive der Entdeckungsfahrten Streben nach Herrschaft/Macht Kenntnis nach neuen Erdteilen    
  • Neuer Aufbruch: Die Entdeckungsreisen von Kolumbus, Magellan und Cook Vor den Entdeckerfahrten Geographische Probleme, Gesundheitszustand, Navigation, Kartenfehler, fehlende Wissensbestände, Mythen über mögliche Gefahren Portugiesische König versuchte Hindernisse aus dem Weg zu räumen - Heinrich der Seefahrer, war selber kein Seefahrer Ziel: Mythenwlt soll in den Hintergrund gerückt werden und es soll materielle Belohnung geben.
  • Neuer Aufbruch Columbus Bedeutender Seefahrer löste Erstauen in Europa aus nach ihm gab es einen Entdeckerrausch Neugier die Welt zu erkunden Abenteuerlust
  • Stefan Zweig über die Entdeckungsfahrten Spezereihandel der erträglichste im Mittelalter Händler gewinnt immer, solange noch Ware im Hafen ankommt Seefahrt war ein Geschäft, als Antrieb für die Seefahrt im ökonomischen Sinne
  • Neuer Aufbruch Ferdinand Magellan erste Weltumsegelung --> gelangte nach Ostasien auf dem Seeweg nach Westen (umsegelt Südamerika) Portugiese - segelte unter spanischer Flagge Erdumfang nun vollständig erfasst tollkühner als Columbus, starb auf der Fahrt der Weltumsegelung
  • Neuer Aufbruch Captain James Cook unternimmt drei Südseereisen zwischen 1768 und 1779 widerlegt die These eines großen Südkontinents („terra australis incognita“) war im Auftrag des englischen Königs unterwegs um die Welt zu erkunden Weg von ökonomischen und religiösen Gründen Wechsel von ökonomischen machtpolitischen zu beobachtbaren wissenschaftlichen Seefahrten - es vollzog sich ein Bewusstseinswechsel
  • Neuer Aufbruch Georg Forster Reiseliterat und Revolutionär bis heute anerkannte Berichte über Polynesier Beschreibungen von Sozialordnungen und Religionen der „Wilden“ (Ureinwohner des Südpazifik) war mit Cook unterwegs, wissenschaftliches Interesse an den Südseekulturen, er erfasste Einzelkenntnisse zusammen Vernunft als zentraler Gedanke der „Aufklärung“ Entwicklung einer positivistischen und idealistischen Perspektive „Welcher Vernünftige möchte nicht lieber unglücklich alsunvernünftig sein?“
  • Anzeige
  • Neuer Aufbruch Fazit Zeitalter der Entdeckungen wird durch einen neuen „diskursiven“ Rahmen ermöglicht Wandel der Motive für die Fahrten: ökonomisch-religiös  -- wissenschaftlich
  • Die Fundierung der Geowissenschaften als eigenständige Disziplin 17./18. Jahrhundert „Landschaft“ rückt im späten 17./18. Jahrhundert in den Blickpunkt beginnende Rationalisierung und Ablösung von den religiösen Dogmen Entstehung von Wissenschaftszentren „Neuentdeckung“ der Zeit
  • Die Fundierung der Geowissenschaften als eigenständige Disziplin Thomas Burnett „Sacred Theory of the Earth“ „a world lying in its rubbish“ Ungereimtheiten in der biblischen Schöpfung offen legen Woher kommt das ganze Wasser? Hatte Sinnflut als (H)erstellung der Erde unter der Erde befindet sich das ganze Wasser - Sonne trocknet Erde aus, diese platzt auf und das Wasser kommt zum Vorschein Erklärung der biblischen Flut - Beschreibung mit geologischen Denkweisen, aber weiterhin religiöse Denkmuster weiterhin dominant  
  • Die Fundierung der Geowissenschaften als eigenständige Disziplin Anfang/Mitte 18. Jahrhundert Entstehung der schottischen Aufklärung (Scottish Enlightenment) von Edinburgh aus 4 Begründer Adam Smith - begründete Volkswirtschaftslehre, denkt in Mustern des internationalen HandelnsDavid Hume - WissenschaftstheorieIsaac Newton - neuzeitliche Physik begründet und geprägt James Hutton - Wie könnten wir die Erdoberfläche interpretieren, Chemie, Physik, Landwirtschaft, Erosion, Dünger, Entstehung der Erde kein Einzelereignis, langsamer allmählicher Prozess
  • Schulen der Erdgeschichte James Hutton „Catastrophism“: geologische Großereignisse formen die Erde „Uniformitarianism“: langsame geologische Prozesse formen die Erde Ablösen des Catastrophism durch Uniformitarianism (Theorie gegen Sinneswahrnehmung auch Actualism) „Beim Prüfen von gegenwärtigen Dingen zeigen die Daten die wir haben, dass mit Rücksicht darauf zu argumentieren ist, was gewesen ist…“ "In dem, was deshalb folgt, sollen wir den Bau der gegenwärtigen Erde prüfen, um die natürlichen Operationen der Vergangenheit zu verstehen; Prinzipien zu erwerben, von denen wir mit Rücksicht auf den zukünftigen Verlauf von Dingen schließen können. “ Wie könnten wir die Erdoberfläche interpretieren, Chemie, Physik, Landwirtschaft, Erosion, Dünger, Entstehung der Erde kein Einzelereignis, langsamer allmählicher Prozess James Hutton, dem Vater der modernen Geologie, der Mann, der mehr in den Steinen als in den Büchern las, verwarf die biblischen Vorstellungen über die Entstehung der Erde. Bei Hutton ist die Erde beim Entstehen, ja die meiste Zeit, menschenleer - eine ungeheure Provokation gegen die Bibel und ihre Schöpfungsgeschichte. James Hutton gelang es erstmals schlüssig und verblüffend stimmig darzustellen, wie die Erde entstanden ist. Seinen Forschungen zufolge musste die Erde uralt sein.
  • Fazit (Entwicklungen im Dienste der Aufklärung) (5) Entdeckungsreisen und „räumliche Erweiterungen der Erdkunde“ (Symbolische) Aneignung von Erdräumen (=Territorien) „Entschleierung“ der Welt Vernunft als höchstes Gut Begründung der Geologie als wiss. Disziplin  
  • Die Fundierung der Geowissenschaften als eigenständige Disziplin Ascher die Erde ist zu einen bestimmten Zeitpunkt entstanden ein Schöpfer bringt die Erde hervor Wissenschaft fundiert aus der Bibel, religiöses Dogma und wissenschaftliches Interesse auf wissenschaftlichem Wege den Schöpfungszeitpunkt ermitteln - 26.10. 4004 BC - ab da Forschen in wissenschaftlicher Form mit religiösen vereinbar
  • Die Fundierung der Geowissenschaften als eigenständige Disziplin Bernhard Vareinius Gedanken über ein System der Geographie als Wissenschaft
  • Die Fundierung der Geowissenschaften als eigenständige Disziplin Ende 19. Jhd. (ein Satz) Ende des 19. Jhd. ähnelt das Weltbild dem heutigen, es kommt uns sehr bekannt vor, aber es gibt noch keine institutionelle Geographie und kein diziplinäres Verständnis.
  • Die Struktur der wissenschaftlichen Revolution der Neuzeit Mittelalter:Scholastik, Bibelhermeneutik; Welt = dem Menschen gegebenes Gotteswerk Frühe Neuzeit: Integration und Synthese von Religion und Wissenschaft Positivismus:Strenge, disziplinierte Beobachtung statt Autorität klärten wissenschaftliche Fragen (Galileo) Bsp. Entdeckerfahrten Idealismus:Nur geistige, nicht sinnliche Aktivität befähigt zur Erkenntnis; Sinne = trügerisch (Kopernikus, Descartes, Kant) Bsp. Heliozentrisches Weltbild
  • Die Struktur der wissenschaftlichen Revolution der Neuzeit Sinneswahrnehmung als Erkenntnisquelle? „Begegnung aus erster Hand mit der Welt –das eigentliche Zeug zu Geographie – gebracht eine immense kognitive und kulturelle Herausforderung für Tradition. Schließlich, wie Kepler selbst es platziert: ‚Ich weiß, wie großartig ein Unterschied dort ist, zwischen theoretischer Spekulation und visueller Erfahrung zwischen Ptolemäus‘s Diskussion der Antipoden und des Kolumbus'‘s Entdeckung der neuen Welt“ „Allerdings setzt Kopernikus einer Hoffnung hinsichtlich unseres Erkennens ein Ende: dass auf die Erkenntnis durch die Sinne Verlass sein könne“ „Das kopernikanische System ist der glorreichste Sieg, den der Idealismus über den Empirismus, die Vernunft über die Sinne errungen hat“ „[Kopernikus] Der größte und siegreichste Gegner des Augenscheins“
  • Übergänge und Fundierungen allgemeine Breschreibung (4) Alexander von Humboldt macht die Erdbeschreibung zur WELTbeschreibung sucht die Erkenntnis der „Einheit in der Vielheit“ stellt eine theoretische Verbindung von Geist und Natur her wird mit diesen Anschauungen heute zum Vorbild der Deutschen erhoben
  • Übergänge und Fundierungen Empirische „Arbeitsbereiche“ Alexander von Humboldt Physische Weltbeschreibung Licht, Gravitation                Physische Erdbeschreibung Siderische         Magnetismus    Gliederung der     Gebirgsarten, GesteineBeschreibung                             Kontinente,           Formenlehre, Ökologie                                                   Klimatologie
  • Übergänge und Fundierungen Erkenntnismodell Alexander von Humboldt Bereich des Geistes, der Naturphilosophie und Vernunft                                 „Naturanschauung“/empirische Wissenschaft                                                          Bereich der Natur, physischer Phänomene                             Ziel: Verständnis des Naturganzen
  • Übergänge und Fundierungen Inhaltliche Schwerpunkte (6) Alexander von Humboldt Inhaltliche Schwerpunkte  „vier Abtheilungen“ (49f): „physische Weltbeschreibung“ „den objectiven Inhalt, die reale, empirische Ansicht des Natur-Ganzen in der wissenschaftlichen Form eines Naturgemäldes“ „begeisterte Schilderungen“, „naturbeschreibende Poesie“ „Geschichte der Weltanschauung“ Parallele Positivismus/Empirismus: „Die physische Weltbeschreibung, in dem sie die Welt „als Gegenstand des äußeren Sinnes“ umfasst…“ (S. 52)
  • Übergänge und Fundierungen Carl Ritter markiert den Beginn der modernen Geographie betont eine teleologische Grundauffassung begründet die Individualität der Erdräume aus deren kulturgeschichtlicher Entwicklung „…so ist es klar, dass auch jeder menschliche Verein, jedes Volk seiner eignen innern und äußern Kräfte, wie derjenigen der Nachbaren, und seiner Stellung zu allen von außen hereinwirkenden Verhältnissen inne werden sollte, um sein wahres Ziel nicht zu verfehlen.“ Die Eigentümlichkeit des Volks kann nur aus seinem Wesen erkannt werden, aus seinem Verhältnis zu sich selbst, zu seinen Gliedern, zu seinen Umgebungen, und weil kein Volk ohne Staat und Vaterland gedacht werden kann, aus seinem Verhältnis zu beiden, und aus dem Verhältnis von beiden zu Nachbar-Ländern und Nachbar-Staaten.“ „Das ist der Sinn der klassischen Länderkunde, die im Landbegriff Sein und Sollen miteinander verschmilzt. Volk und Staat können, so Ritter, nur dann „zum vollen Einklange mit sich selbst gelangen“, wenn sie sich ihrer „rechten Stellung“ (Ritter 1822, 6f) zur Landesnatur, nämlich der Abhängigkeit von ihr, bewusst würden“(Schultz 1998, 93)
  • Übergänge und Fundierungen Ferdinand v. Richthofen macht den Menschen zum „Geofaktor“ macht die Geographie zur „Wissenschaft der Erdräume“ (Chorologie) Geographie wird das „Brückenfach“
  • Fazit (Fundierung der Geographie als wissenschaftliche Disziplin) (5 + Namen) Allgemeine Systematik (Varenius) Erkenntnistheoretisches Raumkonzept (Kant) Geographie als Weltbeschreibung der Zusammenhänge von Natur und Mensch (von Humboldt) Geographie als selbständige Disziplin (Ritter) Geographie als Chorologie (von Richthofen)
  • Berge, Blut und Boden Geographie der Moderne: Die Entwicklung der Disziplin in Zeiten der Weltkriege, insbesondere des Nationalsozialismus Ritter und von Richthofen begründen Geographie als selbständige Hochschulwissenschaft der Moderne Phase der „Konsolidierung“ und „Klassischen Entwicklung“ drei maßgebliche Richtungen- Geomorphologie- Siedlungsgeographie (als Teil der Landschafts- bzw. Länderkunde)- Anthropogeographie Paradigma: „kausalgenetisches Prinzip“ (Mensch-Natur-Verhältnis) Gegenstand: Erdoberfläche Geographie als „Einheitsgeographie“ (keine Trennung von naturwissenschaftlicher und Anthropogeographie) Brückenstellung der Geographie „länderkundliche Synthese“ als Hauptaufgabe
  • Geographie und erster Weltkrieg I Dominanz geo- und naturdeterministischer Sichtweisen Sozialdarwinismus Raum als Container für kulturelle Eigenarten und Charakterzüge Land und Volk als Einheit Grenzdiskurs in der Geographie Legitimation von Imperialismus, Kolonialismus und Expansionskriegen als Naturnotwendigkeit Suche nach einem „natürlichen Deutschlandbegriff“ Problem: innere Heterogenität -- Landesnatur könne eher einen Seperatismus als die Entwicklung eines homogenen Nationalstaats fördern -- Lösung: Einheit in der Vielheit