Innere Medizin (Fach) / Psychosomatik (Lektion)
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Modul, LSV
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- Funktionelle Herz-Kreislauf-Störungen (ICD-10) Somatoforme autonome Funktionsstörung des kardiovaskulären Systems F 45.30 A. Symptome der autonomen vegetativen Erregung, die vom Pat. dem Herzen oder kardiovaskulären System zugeordnet werden B. zwei oder mehr der folgenden vegetativen Symptome Palpitationen Schweißausbrüche Mundtrockenheit Hitzewallungen oder Erröten Druckgefühl im Epigastrium C. Eines oder mehrere der folgenden Symptome Brustschmerz oder Druckgefühl in der Herzgegend Dyspnoe / Hyperventilation Ermüdbarkeit bei leichter Anstrengung Häufiger Stuhlgang / erhöhte Miktionsfrequenz
- Depressive Episode (ICD-10) Dauer mindestens zwei Wochen Mindestens zwei der folgenden Symptome: Depressive Stimmung (Fühlen Sie sich häufig niedergeschlagen?) Interessen- oder Freudeverlust (Haben Sie das Interessen an Tätigkeiten verloren, die sie früher gerne ausgeführt haben? Verminderter Antrieb oder gesteigerte Ermüdbarkeit Eines oder mehrere der folgenden Symptome: Verlust des Selbstvertrauens oder des Selbstwertgefühls Unbegründete Selbstvorwürfe oder Schuldgefühle Wiederkehrende Gedanken an Tod oder Suizid Vermindertes Denk- oder Konzentrationsvermögen Psychomotorische Agitiertheit oder Hemmung Schlafstörungen Appetitverlust oder gesteigerter Appetit mit Gewichtsveränderung Mit / ohne somatischem Syndrom: Früherwachen, Morgentief, Libidoverlust, Gewichtsverlust...
- SSRI (Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) Sertralin (Zoloft), Citalopram (Cipramil), etc gut wirksam, aber teuer Cave! Dosisabhängige QT-Zeit-Verlängerung
- Trizyklische Antidepressiva Amitriptylin (Saroten), Trimipramin (Stangyl), etc. gut wirksam, langjährige Erfahrung ABER: pro-arrhythmisches Potential, daher bei Herzpatienten kontraindiziert!
- Psychische Störungen (Stichpunkte) subjektiv belastend häufig (20-50%) Risiko für AU und Mortalität unterdiagnostiziert effizient behandelbar Patienten wünschen Diagnostik und Behandlung
- Behandlung psychischer Komorbiditäten (Stichpunkte) Simultandiagnose und -therapie Gestuftes Vorgehen Partizipative Entscheidungsfindung Psychotherapie effizient Medikation bei Bedarf
- Anamnestische Fragen psychische Komorbiditäten Interessenverlust? Niedergeschlagene Stimmung? Panikattacken, Angstanfälle? Nervosität, Ängstlichkeit, Sorgen? Einschränkung durch Symptome?
- Psychodiagnostik (wichtige Elemente) Screeningfragen Ärztliches Gespräch Screeningfragebögen (z.B: PHQ-D)
- Somatisierungsstörung Persistierende (min. 2 Jahre) körperliche Beschwerdne ohne hinreichend erklärende strukturelle Organbefunde. Insgesamt mindestens 6 oder mehr Symptome aus zwei Bereichen (kardiovaskulär: Brutschmerze, gastrointestinal: schlechter Geschmack auf der Zunge) Häufiger Arztwechsel Weigerung, die medizinische Feststellung zu akzeptieren, dass den Beschwerden keine körpeliche Ursache zu Grunde liegt.
- Somatoforme autonome Funktionsstörung (F45.3) Somatoforme Störung, bei der Symptome der vegetativen Organe im Vordergrund stehen, die einem oder mehreren der folgenden Systeme oder Organe zugeordnet werden können: Herz und kardiovaskuläres System (z. B. Brustschmerzen oder Druckgefühl in der Herzgegend) oberer Gastrointestinaltrakt (Beschwerden im Bereich der Speiseröhre oder des Magens; z. B. Gefühl der Überblähung, Völlegefühl, Aerophagie, Singultus oder brennendes Gefühl im Brustkorb oder im Oberbauch) unterer Gastrointestinaltrakt (Darmbeschwerden, z. B. häufiger Stuhlgang) respiratorisches System (Atembeschwerden, z. B. Dyspnoe oder Hyperventilation) Urogenitalsystem (z. B. erhöhte Miktionsfrequenz oder Dysurie) Für die Diagnose muss mindestens ein Symptom in einem dieser Bereiche oder/und eine außergewöhnliche Ermüdbarkeit bei leichter Anstrengung vorhanden sein. Zudem müssen zwei oder mehr der folgenden Symptome vorliegen: Herzklopfen Schweißausbrüche (heiß oder kalt) Mundtrockenheit Hitzewallungen oder Erröten Druckgefühl, Kribbeln oder Unruhe in der Magengegend
- Anhaltende somatoforme Schmerzstörung min. 6 Monate kontinuierlicher, an den meisten Tagen anhaltender, schwerer und belastender Schmerz in einem Körperteil, der nicht adäquat durch dein Nachweis eines physiologischen Prozesses oder einer körperlichen Störung erklärt werde kann Schmerz ist Hauptfokus für die Aufmerksamkeit der Patienten
- IBS/Reizdarmsyndrom Mehr als 3 Monate abdominell Schmerzen oder Missempfindungen Besserung durch Stuhlgang und/oder begleitet von Änderung der Stuhlkonsistenz und/oder begleitet von Änderung der Stuhlhäufigkeit Mindestens 2 der Symptome in 25% der Zeit veränderte Stuhlhäufigkeit veränderte Stuhlkontinenz veränderte Stuhlpassage Abgang von Schleim Flatulenz oder Meteorismus
- Anorexia nervorsa (ICD-10 und DMS-IV) ICD-10: Tatsächliches Körpergewicht mindestens 15 % unter dem zu erwartenden Gewicht oder Body-Mass-Index von 17,5 oder weniger (bei Erwachsenen) Der Gewichtsverlust ist selbst herbeigeführt durch Vermeidung von hochkalorischer Nahrung und zusätzlich mindestens eine der folgenden Möglichkeiten: selbstinduziertes Erbrechen selbstinduziertes Abführen übertriebene körperliche Aktivität Gebrauch von Appetitzüglern und/oder Diuretika Körperschemastörung in Form einer spezifischen psychischen Störung Endokrine Störungen, bei Frauen manifestiert als Amenorrhoe, bei Männern als Libido- und Potenzverlust Bei Beginn der Erkrankung vor der Pubertät ist die Abfolge der pubertären Entwicklung gestört (Wachstumsstopp, fehlende Brustentwicklung) DMS-IV: Das Körpergewicht wird absichtlich unterhalb des für Alter und Körpergröße zu erwartenden Gewichtes gehalten (mindestens 15%). Massive Furcht vor Gewichtszunahme oder vor dem Dickwerden (Gewichtsphobie) Störung der Körperwahrnehmung (Körperbildstörung) Amenorrhoe (bei Frauen) Untergruppen: „Restricting Type“: Während der aktuellen Phase der Anorexia nervosa kein Erbrechen, kein Kontrollverlust, kein Mißbrauch von Abführmitteln bzw. Diuretika „Binge-Eating/Purging Type“: Während der aktuellen Phase der Anorexia nervosa regelmäßige Eßanfälle oder Erbrechen oder Mißbrauch von Abführmitteln bzw. Diuretika
- Bulimia nervosa (DMS-IV) 1) Wiederkehrende Episoden von Essanfällen. Eine Episode ist charakterisiert durch: Essensaufnahme in einer kurzen Zeitspanne (bis zu 2 Stunden), die Nahrungsmenge ist definitiv größer, als die meisten Menschen in einer vergleichbaren Zeit unter ähnlichen Umständen essen würden. Ein Gefühl des Kontrollverlustes während des Essanfalles (das Essen nicht stoppen oder nicht kontrollieren zu können, was bzw. wie viel gegessen wird). 2) Wiederkehrendes, unangemessenes Kompensationsverhalten, um eine Gewichtszunahme zu verhindern, wie selbst induziertes Erbrechen, Abusus (Missbrauch) vonLaxanzien, Diuretika, Klistieren oder anderer Medikation, Fasten oder exzessive sportliche Übungen. 3) Essanfälle und unangemessene Kompensationsmechanismen treten im Schnitt mindestens zweimal wöchentlich für drei Monate auf. 4) Die Selbstwahrnehmung ist unangemessen stark durch die Figur und das Gewicht beeinflusst. 5) Die Störung tritt nicht ausschließlich während Episoden einer Anorexia Nervosa auf (in dem Fall handelt es sich um Anorexia Nervosa: bulimischer Typ). Untergruppen: „Purging Type“: Während der aktuellen Phase der Bulimia nervosa sind die Kompensationmechanismen regelmäßiges selbstinduziertes Erbrechen oder Mißbrauch von Abführmitteln, Diuretika, Einläufen. „Nonpurging Type“: Während der aktuellen Phase der Bulimia nervosa werden andere Kompensationsmechanismen wie Fasten oder exzessiver Sport angewendet.
- Todesursachen bei Anorexia nervosa Todesursachen Infektionen: 41% Herz-Kreislauf-Versagen: 25% Suizid: 17% Unbekannt: 17%
- Indikationen für eine stationäre Aufnahme bei AN Gewicht: <75% vom Normalgewicht oder BMI<15 Vitalparameter: HF<40/min, RR<80/50; Synkope Elektrolytstörungen: Hypokaliämie, Hypophoshpatämie Komorbide som. Erkrankungen: z.B. Darmerkrankungen psychische Krisen: ausgeprägte Depression, Suizidalität
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- Anorexia nervosa (Therapieplanung) 1. Therapiephase: Symptomorientiert Zielgewicht Gewichtszunahme/Woche 0,7-1 kg Unterstüzende Maßnahmen (Essbegleitung, Tagebuch) Stufenplan mithilfe Essvertrag 2. Phase: Problemorientiert Selbststeuerung der Nahrung Bearbeitung der zugrundeliegenden Konflikte Soziale Reintegration Rückfallprophylaxe
