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Psychologie (Fach) / VL Holodynski Lernen und Entwicklung (Lektion)
Studierfragen und Multiple Choice Fragen aus der VL
Diese Lektion wurde von sarahdownunder erstellt.
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- Wirkt der Prozess der sozialen Erleichterung bei schweren Aufgaben auf alle Personen in gleicher Weise? Nein, der Leistungsabfall, der bei komplexen Aufgaben zu beobachten ist, bezieht sich besonders auf Personen mit einer hohen Ängstlichkeit bei Prüfungssituationen.
- Bei welchen Gruppenaufgaben sollten Sie eine Kontrolle der Einzelleistungen vornehmen und warum? Eine Kontrolle der Einzelleistung ist bei einfachen Aufgaben sinnvoll, da hier durch den Prozess der sozialen Erleichterung von einer Leistungssteigerung auszugehen ist. Bei komplexen Aufgaben sollte besser eine Gruppenbewertung erfolgen, da die Leistung hier gerade dann steigt, wenn die Einzelleistung nicht messbar ist
- Welche Informationsquellen und Strategien nutzen Personen bei der Einschätzung des Gegenübers, wenn sie die Person noch nicht gut kennen? Informationsquellen: Anhand von Aussehen (z.B. Kleidung, Accessoires,…) werden soziale Rollen assoziiert und Analogien zwischen der äußeren Erscheinung und dem „Wesen“ einer Person aufgestellt. Häufig steckt auch ein „Körnchen Wahrheit“ in diesem ersten Eindruck (z.B. Entsprechung von Gesichtsausdruck und Persönlichkeit). Strategien: Stereotypien: Aus leicht zu beobachtenden Teilaspekten einer Person werden weitreichende Schlüsse gezogen (z.B. schlampige Kleidung, Uniform) Halo Effekt: Tendenz, das Personurteil von einigen wenigen Eigenschaften einer Person färben zu lassen (z.B. Aussehen) Parataxis: (Fehl ) Einschätzung einer Person aufgrund der äußeren Ähnlichkeit mit einer anderen Person
- Was versteht man unter dem Pygmalioneffekt im Unterricht und wie wirkt er? Eine Vorhersage über ein zukünftiges Verhalten oder ein zukünftiges Ereignis, die Interaktionen so verändert, dass eintritt, was erwartet wurde. Wenn der Lehrer ein Kind noch nicht kennt und die Information bekommt, ein Kind sei besonders schlau, dann erfüllt sich diese Prophezeiung und die Intelligenz dieses Kindes steigt tatsächlich. Gründe dafür liegen im Verhalten des Lehrers. Sie sorgen für ein förderliches sozio- emotionales Klima, geben diesem Kind eine differenziertere und adäquate Leistungsrückmeldung geben ihm mehr fordernden Lehrstoff und häufiger die Chance sich aktiv zu beteiligen. Geht der Lehrer davon aus ein Kind ist dumm, faul o.ä. Wirkt der Pygmalion- Effekt auch in diese Richtung.
- Was versteht man unter dem fundamentalen Attributionsbias? Führen Sie ein Beispiel aus Schüler‐Lehrer‐Interaktionen an. Die gleichzeitige Tendenz bei Beobachtern, den Einfluss der situativen Faktoren auf das Verhalten einer Person zu unterschätzen und den Einfluss dispositionaler Faktoren zu überschätzen. Jeder sucht die Ursache beim anderen. Man gibt eine Arbeit zurück, die schlecht ausgefallen ist. Aus Lehrersicht: die Schüler haben sich schlecht vorbereitet, aus Schülersicht: der Lehrer hat zu schwere Aufgaben gestellt.
- Diskutieren Sie Vor‐ und Nachteile, sich bei Übernahme einer neuen Klasse vom vorangegangenen Klassenlehrer Informationen über die Schüler einzuholen. Bekomme ich vom vorangegangenen Klassenlehrer positive Informationen, so hat dies den Vorteil dass diese positiven Merkmale von mir unterbewusst besonders gefördert werden. Bekomme ich aber negative Informationen, so können sich diese negativen Merkmale im Sinne des Pygmalion- Effektes verfestigen.
- Was versteht man unter dem self‐serving bias? Eine Verzerrung in der Attribution: Menschen neigen dazu, ihre Erfolge sich selbst zuzuschreiben und die Verantwortung für ihre Misserfolge abzulehnen.
- Wie kann man zeigen, dass Personen Vorurteile haben, auch wenn sie glauben, keine zu haben? Beschreiben Sie eine mögliche Vorgehensweise und eine Studie dazu. Man kann Vorurteile aktivieren, indem man eine abfällige Bemerkung über eine Person B macht. Die Person A zeigt dann auch ihre Vorurteile. Beispiel einer Studie von Greenberg& Pyszcynski (1985): Schwarzer und Weißer diskutieren über Atomkraft, weiße Probandengruppe als Zuschauer. In der Hälfte der Fälle war der Schwarze besser, in der anderen Hälfte der Weiße. Im Mittel bewerten die Zuschauer auch beide als gleich gut. Wenn aber ein Proband eine rassistische Bemerkung über Schwarze macht, dann wird der Schwarze von den Zuschauern im Mittel schlechter bewertet. Im Schulkontext ist es darum wichtig abfällige Bemerkungen zwischen den Schülern zu unterbinden, weil dadurch bei der ganzen Klasse Vorurteile ausgelöst werden können.
- Was bedeutet die Furcht vor Stereotypen? Welche Auswirkungen haben sie? Wie kann man sie bekämpfen? Die besondere emotionale und kognitive Belastung, dass die in einer Leistungssituation erbrachten Leistungen ein Stereotyp über die eigene Gruppe bestätigen könnte. Wenn Schwarzen gesagt wird, dass ein Leistungstest gemacht wird, schneiden Schwarze und Weiße vergleichbar gut ab. Wenn gesagt wird, dass der Test zum Ziel hat zu bestätigen, dass Schwarze schlechter sind als Weiße. Schwarze fühlen sich durch die mögliche Bestätigung dieses Vorurteils unter Druck gesetzt und schneiden wirklich schlechter ab. Bekämpfung: ...
- Wie entwickeln sich die ethnischen Vorurteile von Kindern im Alter zwischen drei und 19 Jahren, die Kontakt und die keinen Kontakt zu Fremdgruppen mit niedrigerem Status haben? Insgesamt steigen die Vorurteile kontinuierlich an. Die Zunahme ist besonders im Vorschulalter gravierend, flacht dann zwar ab, aber im Alter zwischen 14 und 19 Jahren ist wird der Anstieg der Vorurteile wieder stärker.
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- Haben türkische und deutsche Schüler die gleiche Eigengruppenbevorzugung und Fremdgruppenabwertung? Erläutern Sie dies anhand der Dollase-Studie. Nein, diese Ergebnisse können festgestellt werden: (In Schulnoten) Eigengruppenbevorzugung Fremdgruppenabwertung (jeweils andere Gruppe) Deutsche 2,1 3,5 Türken 1,6 3,1 Deutsche sind sich selbst gegenüber kritischer, aber auch anderen gegenüber, der Unterschied liegt bei 1,4 Notenpunkten. Der Unterschied bei den Türken ist nur, dass sie insgesamt bessere Noten geben. Der Unterschied zwischen Eigen- und Fremdgruppenbewertung liegt bei 1,5 Notenpunkten.
- Wie zeigt sich eine institutionelle Diskriminierung von Kindern mit Migrationshintergrund in unserem Bildungssystem? · 15,3% der Menschen mit Migrationshintergrund haben keinen Schulabschluss · 45% haben keinen qualifizierenden Schulabschluss · 11,5% sind arbeitslos. Bei Deutschen liegen alle diese Werte wesentlich niedriger, was auf eine institutionelle Diskriminierung hinweist. Gründe dafür sind, Probleme bei der Einschulung (mangelnde Sprachkenntnisse, Halo- Effekt,…) sie werden zurückgestellt oder auf Lernbehindertenschulen überwiesen. Weitere Probleme treten bei der Übergangsempfehlung für weiterführende Schulen auf (mangelnde elterliche Unterstützung und Sprachprobleme), niedrige Schulempfehlung, stellen sie sich dann als gut heraus, wollen die Schulen diese Schüler halten. Gesamtschulen, die für diese Kinder sehr geeignet wären achten darauf, nicht zu „Ausländerschulen“ zu werden. Insgesamt scheint das größte Problem zu sein, dass es in Deutschland keine systematische Sprachförderung für Kinder mit Migrationshintergrund gibt.
- Erläutern Sie die Theorie der sozialen Identitätsbildung von Tajfel. Theorie der sozialen Identität von Tajfel (1982): 1. 1. Bildung von Gruppen: Kategorisierung der Menschen anhand eines salienten (offensichtlichen) Merkmals – Männer und Frauen, Ethnien,... 2. 2. Identifikation mit der Eigengruppe und Eigengruppenbevorzugung (siehe Dollase) 3. Keinen Kontakt zur Fremdgruppe bzw. nur Konkurrenzkontakt 4. 4. Wahrnehmung von Fremdgruppenhomogenität 5. 5. Verzerrungen in der Informationsaufnahme über Fremdgruppe 6. 6. Ingroup-Outgroup Kontrast entsteht 7. Verschärfung bei Wettbewerb um knappe Ressourcen
- Erläutern Sie die Kontakthypothese zum Abbau von ethnischen Vorurteilen und Diskriminierungen. Mit folgenden Strategien ist nach der Kontakthypothese von Allport und Amir der Abbau von Vorurteilen und Diskriminierungen möglich: 1. Gemeinsames Ziel 2. Wechselseitige Abhängigkeit 3. Gleicher Status 4. Zwangloser zwischenmenschlicher Kontakt 5. Kontakt mit mehreren der Fremdgruppe 6. Vorgesetzter fördern soziale Norm der Gleichheit unter den Gruppen 7. Distinktionsstress reduzieren
- Begründen Sie, inwiefern die Jigsaw-Methode dem Abbau von ethnischen Vorurteilen dient. Es bestehen wechelseitige Abhängigkeiten zwischen den Schülern, sie sind nicht nur für ihren eigenen Lernzuwachs, sondern auch für den ihrer Mitschüler verantwortlich. Bildet man nun Gruppen, die sowohl in der Verteilung der Ethnien als auch in der Verteilung der Leistungen heterogen sind, kann es zu förderlichen Interaktionen kommen. Es gehört zum Prinzip der Jigsaw- Methode, dass ein Wechsel der Gruppen notwendig ist, kooperative Arbeitstechniken genutzt werden müssen und reflexive Prozesse angeregt werden.
- Wie erfasst man den sozialen Status eines Gruppenmitglieds? Beschreiben Sie Statusrollen, die ein Kind in einer Gruppe einnehmen kann und mögliche Folgen. Den sozialen Status eines Gruppenmitgliedes kann man erfassen, indem man z.B. eine Befragung der Kinder macht mit den Fragen „Neben wem möchtest du gern sitzen?“ und „Neben wem möchtest du nicht gern sitzen?“. In einem Soziogramm können dann alle (positiven und negativen) Wahlen, die ein Kind bekommen und abgegeben hat darstellen. Statusrollen, die ein Kind in einer Gruppe einnehmen kann sind: beliebt, abgelehnt, ignoriert, kontrovers und durchschnittlich. Beliebte Kinder weisen Schul- und Verhaltensprobleme wesentlich seltener auf, als Kinder, die andere Statusrollen einnehmen. Abgelehnte Kinder weisen wesentlich häufiger diese Probleme auf, als andere. Dies kann auch Langzeitfolgen mit sich bringen, wie die Verfestigung von aggressiven Mustern und die Beeinträchtigung des Selbstwertgefühls.
- Beschreiben Sie die Methoden zur Erfassung von Bullying. Diskutieren Sie, welche Methoden sich in einer Schulklasse eignen würden. Ein Soziogramm ist hierzu ungeeignet, da abgelehnte Kinder nicht automatisch gemobbt werden. Folgende Methoden kommen stattdessen zur Erfassung von Bullying in Frage: Selbstbericht als Fragebogen, Interview, Peer-Nominierung, Peer-Rating, Beobachtung und Lehrer-Elternberichte. Dabei halte ich die Peer-Nominierung oder das Peer-Rating für besonders effektiv, da sich Schüler untereinander sehr gut kennen und auch Verhaltensweisen anderer wahrnehmen, die Lehrern verborgen bleiben.
- Wie stabil sind individuelle Rollen des Bullyings (Neutral, Täter, Opfer) im Verlauf der Schulzeit? Erläutern Sie Ihre Antwort. In der Grundschule gibt es mehr Kinder, die gemobbt werden, als in höheren Klassen. Dabei sind 24% der Kinder sowohl Täter, als auch Opfer. Insgesamt werden die meisten Kinder an der weiterführenden Schule zu Neutralen. Nur 20% der Opfer sind an der weiterführenden Schule wieder Opfer. 30% der Täter werden wieder zu Tätern. 13% der ehemaligen Opfer wird zu Tätern. Andersherum ist es ähnlich, 12% der ehemaligen Täter wird zu Opfern.
- Erläutern Sie den Flynn- Effekt. Flynn- Effekt Die durchschnittliche Intelligenz hat sich zwischen 1954 und heute hin zu einem höheren Wert verschoben.
- Nehmen Sie zu folgender Episode kritisch Stellung: Ein Lehrer möchte die Intelligenz eines Fünftklässlers feststellen. Er nimmt dazu den HAWIK von 1954 und stellt im Verbal- und Handlungsteil einen IQ- Wert von 100 fest, woraufhin er dem Schüler eine 1954 hätte der Lehrer mit seiner Einschätzung Recht gehabt. Sowohl im Verbal- als auch im Handlungsteil lag der durchschnittliche IQ- Wert bei 100 Punkten. 1983 war dies bereits nicht mehr so. Zu dem Zeitpunkt lag der durchschnittliche IQ- Wert im Verbalteil bei 111 und der im Handlungsteil bei 125 Punkten.
- Könnte es auch einen umgekehrten Flynn- Effekt im Zeitwandel geben? Diskutieren Sie mögliche Auswirkungen einer zunehmend flächendeckenden Nutzung des Taschenrechners im Unterricht auf die Rechenleistungen in einem IQ- Test. Theoretisch ist ein umgekehrter Flynn- Effekt denkbar. Dies ist bei der Testung von Wehrpflichtigen erkennbar. Die arithmetischen Fähigkeiten von Wehrpflichtigen nehmen zwischen 1962 und 2002 ab. Dies könnte man auf die zunehmend flächendeckende Nutzung des Taschenrechners zurückführen, die das Kopfrechnen überflüssig macht. Durch weniger Übung sind schlechtere Werte im Test abzusehen gewesen. Man könnte allerdings die Art der Aufgaben in Frage stellen und darüber nachdenken, ob es nicht ganz andere mathematische Fertigkeiten gibt, die Schüler heute besitzen und vor einigen Jahrzehnten noch nicht besessen haben, da sie damit beschäftigt waren, Kopfrechnen zu üben.
- Was ist mit den Begriffen absolute und normative Stabilität gemeint? Illustrieren Sie das anhand der Intelligenzentwicklung. Absolut: eine gewisse Fertigkeit eines Individuums erreicht eine Stabilität, also ein Niveau, das nicht mehr besser wird, für die Intelligenzentwicklung würde das bedeuten, dass eine Person ihren IQ nicht mehr erhöht. Normativ: die Rangreihen innerhalb einer Kohorte bleiben über einen bestimmten Zeitraum stabil, dies ist im Kleinkindalter noch nicht so sehr zu beobachten, wie in der Schulzeit, besondere normative Stabilität ab 13 Jahren
- Kann die Intelligenz eines Kindes Risikofaktoren des familiären Umfelds kompensieren? Begründen Sie Ihre Antwort. Ein einzelner Risikofaktor bei einem Kind kann vernachlässigt werden, die Kumulation von Risikofaktoren des familiären Umfelds aber schlägt sich auf die akademische Leistung nieder und ist nicht durch Intelligenz zu kompensieren. Grund: Es konnte festgestellt werden, dass die normative Stabilität von Intelligenz zwischen 4 und 18 Jahren hoch ist, ebenso ist die normative Stabilität von Risikofaktoren in diesem Zeitraum gegeben. Die Leistungen, die Kinder mit hohem IQ und wenigen Risikofaktoren erbringen sind höher, als die, die Kinder mit einem hohen IQ und vielen Risikofaktoren erbringen. Ebenso bei Kinder mit niedrigem IQ, die Leistungen der Kinder wenigen Risikofaktoren sind höher, als die der Kinder mit vielen Risikofaktoren.
- Beschreiben Sie das Passungsmodell der Entwicklung und geben Sie je ein Beispiel für die Passungskomponenten. Begründen Sie, warum jede Komponente notwendig ist und nicht einfach weggelassen werden kann, wenn man Entwicklung erklären will. Im Passungsmodell wird Entwicklung als Meisterung von (kulturellen) Entwicklungsaufgaben gesehen. Der Blick wird auf das Zusammenspiel von Person und Umwelt gerichtet. Entwicklungsprobleme sind Passungsprobleme: 1. Entwicklungsziele (Was will ich werden?) Bsp: Eine Schülerin möchte Kindergärtnerin werden. 2. Entwicklungspotential (Was kann ich?) Bsp: Sie hat Erfahrungen im Umgang mit Kindern und Spaß an der Arbeit mit diesen. 3. Entwicklungsanforderungen (Was sollst du können?) Bsp.: Zugangsvoraussetzungen zur Ausbildung (Bildungsabschluss), fachliche Anforderungen, pädagogische Anforderungen,… 4. Entwicklungsangebote (Welche Ressourcen habe ich?) Bsp.: Sie hat durch ihr Fachabi die Möglichkeit die Ausbildung zu machen, wodurch sie die fachlichen und pädagogischen Fähigkeiten und die Qualifikation erwirbt, die sie für den Beruf braucht. Entwicklungsprobleme sind Passungsprobleme: 1. Entwicklungsziele (Was will ich werden?) Bsp: Eine Schülerin möchte Kindergärtnerin werden. 2. Entwicklungspotential (Was kann ich?) Bsp: Sie hat Erfahrungen im Umgang mit Kindern und Spaß an der Arbeit mit diesen. 3. Entwicklungsanforderungen (Was sollst du können?) Jede dieser Komponenten ist wichtig, keine kann weggelassen werden: Hat die Schülerin das Potential, erfüllt sie alle Anforderungen und stehen ihr Entwicklungsangebote zur Verfügung, doch sie möchte gar nicht Kindergärtnerin werden, so wird sie diesem Beruf wohl nicht auswählen. Möchte sie Kindergärtnerin werden, kann aber nicht mit Kindern umgehen, wird sie die Ausbildung nicht schaffen. Möchte sie Kindergärtnerin werden und hat sie das Potential dazu erfüllt aber nicht die Anforderungen um einen Ausbildungsplatz zu bekommen, so kann sie den Beruf nicht ausüben. Möchte sie Kindergärtnerin werden, hat das Potential dazu und erfüllt sie die Aufgaben, es gibt aber keine Möglichkeit Entwicklungsangebote wahrzunehmen, die sie ausbilden, kann sie den Beruf nicht ausüben.
- Was versteht man unter sakulärer Akzeleration? Unter säkularer Akzeleration versteht man die beschleunigte Entwicklung einer jüngeren Generation gegenüber früheren Generationen (vgl. NICKEL 1975, S. 503f)
- Welche Vor- und Nachteile kann eine individuelle Akzeleration (frühes Wachstum/ Geschlechtsreife) mit sich bringen? Durch ihr reiferes Aussehen kommt es bei diesen Jugendlichen häufiger zu einer Hinwendung zu Älteren. Vorteil: Durch die Anerkennung, die sie von diesen bekommen wird ihr Selbstwertgefühl gestärkt. Nachteil: Der Kontakt zu Älteren kann u.a. zu einem frühen Kontakt mit Drogen und auch einem verstärkten Drogenkonsum führen.
- Welche Nachteile kann eine individuelle Retardation (spätes Wachstum/ Geschlechtsreife) mit sich bringen? Durch ihr unreifes Aussehen werden Jugendliche von Peers häufig weniger akzeptiert, sie haben ein vermindertes Selbstwertgefühl, das sie durch riskantes Verhalten oder auch Drogenkonsum als Reife- Demonstration zu verbessern versuchen.
- Diskutieren Sie die Aussage, dass die historisch neu gewonnene Freiheit im Umgang mit der Sexualität zugleich auch eine „Bürde“ für Jugendliche darstellen kann. Es ist richtig, dass Jugendliche heutzutage mehr auf sich selbst gestellt als früher. Es gibt keine arrangierte Partnerwahl mehr, sie sind häufiger in der Situation sich gut präsentieren zu müssen, um potentiellen Partnern zu gefallen. Sie machen häufiger Erfahrungen mit Ablehnung und Zurückweisung und ihre Bindungen sind häufig nur temporär. Dies kann man als Bürde betrachten, aber diese Bürde birgt in meinen Augen die große Chance der Autonomie. Die meisten werden die freie Partnerwahl und individualisierte Selbstentfaltungsmoral der religiösen und ständischen Verbotsmoral vorziehen, die zwar mehr Sicherheiten bot, bei der man aber wenig eigene Entscheidungsfreiheit hatte.
- Beschreiben Sie die Komponenten der Identität einer Person. Zur Identität einer Person gehören folgende drei Komponenten, die wiederum näher beschrieben werden können: Die einzigartige Persönlichkeitsstruktur einer Person (das Selbst) Dazu gehören die Motive und Werte, die Fähigkeiten und die Eigenschaften einer Person. Das Bild, das andere sich von dieser Persönlichkeit machen Das Selbstkonzept, also das Bild, das man selbst von sich hat. Daraus ergeben sich 4 Facetten der Persönlichkeit: Selbstkonzept Perspektiven der Betrachtung Innen außen Real Wahres Selbst Präsentiertes Selbst Ideal Ideales Selbst Soziales Wunsch- Selbst
- Beschreiben Sie die vier Formen des Identitätsstatus nach Marcia. Diskutieren Sie, inwiefern sie eine Entwicklungsabfolge darstellen. Relevante Lebensbereiche: Schule, Weltanschauung, Lebensstil, Partnerschaft, Beruf, Politik Betrachtungsdimensionen: 1. Exploration (Ausmaß an Erkundung) 2. Verpflichtung (Ausmaß an Bindung und Engagement) 3. Krise (Ausmaß an Verunsicherung und Rebellion) Identitätsform Verpflichtung Exploration Niedrig Hoch Niedrig Diffuse Identität Übernommene Identität Hoch Moratorium Erarbeitete Identität Die vier Formen des Identitätsstatus nach Marcia entstehen durch die Korrelation von verschiedenen Betrachtungsdimensionen. Eine idealtypische Entwicklungsabfolge könnte folgendermaßen aussehen: Beispiel: Im Elternhaus spielte der Glaube an Gott immer eine wichtige Rolle Übernommene Identität- als Kind übernimmt man die Werte der Eltern und legt selbst großen Wert auf Religiösität Diffuse Identität- man weiß nicht mehr genau wo man hingehört, fühlt sich nicht sehr gläubig aber beschäftigt sich auch wenig mit Atheismus Moratorium- man beschäftigt sich aktuell mit der Frage, ob man an Gott glauben sollte oder nichtund probiert verschiedene Ansichten für sich selbst aus Erarbeitete Identität- man hat sich mit dem Thema beschäftigt und ist zu dem Entschluss gekommen, dass Religiösität sehr wichtig ist Besonders das Moratorium stellt eine Identitätsform mit Entwicklungspotential dar. In verschiedenen Lebensbereichen können Jugendliche an verschiedenen Stellen stehen. Und es scheint auch nicht besonders wichtig für die Entwicklung sein, dass man in jedem Lebensbereich eine erarbeitete Identität hat.
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- Für welche sozialen Motive bieten Gleichaltrigengruppen in welcher Art und Weise ein Umfeld für deren Befriedigung? Besonders für das Motiv „Geltung/ Macht“ wird im späten Jugendalter (13-16 Jahre) durch die Peergroup ein Umfeld für die Befriedigung geboten. Hier können Jugendliche innerhalb der Gruppe unterschiedliche Rollen einnehmen und nach Geltung bzw. Macht streben. Ähnlich ist es beim Motiv „Sympathie/ Zugehörigkeit“ im frühen Jugendalter (10-12 Jahre) kann dies durch die Freundschaftsclique befriedigt werden, im späten Jugendalter dann durch die Peergroup.
- Wie entwickeln sich der Sympathie- und Geltungsstatus von Jugendlichen vom 12. Zum 16. Lebensjahr? Diskutieren Sie Gründe für das vorgefundene Stabilitätsmuster. Sympathiestatus: Die Anzahl der ignorierten Kinder nimmt vom 12. bis zum 16. Lebensjahr ab, die Anzahl der beliebten Schüler nimmt zu. Geltungsstatus: Bei der Methode Peer- Nominierung sollen Schüler Mitschüler angeben, von denen sie denken, dass sie oft im Mittelpunkt stehen. Dabei erhalten die meisten Schüler keine Wahl. Pro Klasse wird meist ein Schüler häufig genannt, man kann daraus schließen, dass es im Schnitt pro Klasse einen Schüler gibt, der einen hohen Geltungsstatus hat. Zwischen dem 12. und 16. Jahren ändert sich daran nicht viel. Meist bleiben es auch die gleichen Schüler, die einen hohen Geltungsstatus haben. Die Stabilität des Geltungsstatus nimmt mit dem Alter zu. Gründe für diese Stabilität würde ich in den Eigenschaften dieser Schüler sehen, die es für andere Schüler schwierig machen, die Rolle des Ranghohen zu übernehmen: Schüler mit einem hohen Geltungsstatus sind häufig überdurchschnittlich gut in der Schule, besonders im Sport und haben ein hohes Selbstwertgefühl. Ihre verbale Intelligenz und kognitive Fähigkeiten sind allerdings eher durchschnittlich. Sie haben eine gewisse Distanz zur Schule und möchten so wirken, als würden sie nicht viel für die Schule tun. Sie sehen sich selbst als Entwicklungspioniere. Diejenigen, die beliebt sind, sind mit 12. Jahren noch häufiger auch diejenigen, die Geltung haben, bis zum 16. Lebensjahr entkoppelt sich dieser Zusammenhang mehr und mehr.
- Kann man sagen, dass sich Jugendliche mit zunehmendem Alter immer weniger an ihren Eltern orientieren? Begründen Sie Ihre Stellungnahme. Das kommt auf das Problem an, dass sie besprechen wollen. Bei Problemen mit sich selbst, beziehen sich Jugendliche mit zunehmendem Alter tatsächlich immer weniger auf ihre Eltern. Haben sie Probleme mit anderen bleiben die Ansprechpartner stabiler, jedoch nehmen auch hier die Eltern mit zunehmenden Alter ab. Bei politischen Fragen wenden sie sich immer wesentlich häufiger an die Eltern, als an irgendwelche andere Ansprechpartner. Insgesamt: die Orientierung an den Eltern nimmt mit der Qualität der Eltern- Kind- Beziehung (Einschätzung durch die Kinder) ab.
- Beschreiben sie positive und negative Wirkungen von Gleichaltrigengruppen für Jugendliche. + - Hilfe beim Loslösen vom Elternhaus Bezug fehlt Identitätsfindung mit seines gleichen schlechte Vorbilder Erlernen sozialer Fertigkeiten, neue Bezugspersonen/ Beziehungsformen keine/ wenige Bezugspersonen/ Einsamkeit Entwicklung einer prosozialen Motivation Kontakt zum anderen Geschlecht schlechte Erfahrungen/ kein Kontakt
- Diskutieren Sie die These vom negativen Einfluss der Freundschaft zu Jugendlichen mit antisozialen Verhaltensweisen. Das kann man nicht so allgemein sagen. In einer Längsschnittstudie mit drei Jungengruppen im Alter von 11-12 Jahren fand man heraus, dass Jungen die nicht Unruhe stiftend sind, auch durch mäßig oder sehr Unruhe stiftende Freunde haben kann. Am Maß ihrer kriminellen Handlungen mit 13 Jahren ändert das nichts. So ist es auch bei sehr Unruhe stiftenden Jungen. Egal welche Freunde sie haben, das Maß ihrer kriminellen Handlungen mit 13 ändert sich nicht. Nur Jungen, die mit 11-12 mäßig Unruhe sind, lassen sich von ihren Freunden beeinflussen. Mit 13 Jahren sind sie krimineller wenn sie sehr Unruhe stiftende Freunde haben, als wenn sie nicht Unruhe stiftende Freunde haben.
- richtig oder falsch? Schüler, die Kontakt zu Kindern mit Migrationshintergrund haben, entwickeln aufgrund ihrer Erfahrungen mehr Vorurteile ihnen gegenüber, als Schüler, die kaum Kontakt zu Kindern mit Migrationshintergrund haben. falsch
- richtig oder falsch? Deutschstämmige Schüler sehen ihre eigene Nation nicht so positiv, wie griechische oder italienische Schüler jeweils ihre eigene Nation. richtig
- richtig oder falsch? Wenn eine Klasse bzgl. Geschlecht und Migrationshintergrund homogen ist, können sich nach der Theorie von Tajfel keine Vorurteile untereinander bilden. falsch
- richtig oder falsch? Bei der Jigsaw- Methode ist es für den Abbau von Vorurteilen wichtig, dass die Schüler die Zusammensetzung der Kleingruppen nach ihren Wünschen gestalten, um ein harmonisches Arbeiten zu ermöglichen. falsch
- richtig oder falsch? Um eine Fremdsprache auch bzgl. ihres Schriftsprachgebrauchs angemessen beherrschen zu lernen, benötigen Schüler nach einer Studie von Brice in der Regel fünf bis sieben Jahre. richtig
- richtig oder falsch? Wenn in einer Gruppe von SuS eine absolute Stabilität in der Intelligenzentwicklung erreicht ist, kann sich die normative Stabilität auch nicht mehr ändern. richtig
- richtig oder falsch? Wenn ein 10-jähriger und ein 16-jähriger einen Intelligenzquotienten von 110 haben, dann verfügen sie auch über die gleichen Intelligenz- Fähigkeiten. falsch
- richtig oder falsch? Die hohe längsschnittliche Stabilität von Intelligenzunterschieden zwischen dem 4. und 13. Lebensjahr lässt auf eine genetische Verursachung schließen. falsch
- richtig oder falsch? Die Studie von Cahan und Cahan (1989) hat gezeigt, dass Intelligenzzuwächse in der 4. bis 6. Klasse vornehmlich auf schulische Einflüsse im Vergleich zu außerschulischen Einflüssen zurückgeführt werden können. richtig
- richtig oder falsch? Eine Längsschnittstudie hat den Vorteil, dass Entwicklungs- und Kohorteneffekte nicht vermischt sind. richtig
- richtig oder falsch? Der Geltungsstatus von SuS ist zeitlich stabiler als ihr Sympathiestatus. richtig
- richtig oder falsch? Beliebte SuS werden im Laufe der Sekundarstufe auch zunehmend zu SuS mit hohem Geldungsstatus. falsch
- richtig oder falsch? Für die Befriedigung von Motiven der Zugehörigkeit und der Geltung ist insbesondere die gleichgeschlechtliche Freundschaft von Bedeutung. – falsch – (Peergroup und Klassenverband!)
- richtig oder falsch? Wenn SuS der Sekundarstufe Probleme mit anderen SuS haben, besprechen sie das mit zunehmendem Alter auch häufiger mit ihren Lehrkräften. falsch
- richtig oder falsch? Bzgl. Fragen der politischen Willensbildung sprechen SuS der Sekundarstufe ihre Freunde in vergleichbarer Häufigkeit an, wie ihre Lehrkräfte. richtig